Nina (Assistenzhundetrainerin)

Hier stellen sich verschieden Fachleute vor, die im REHAkids Forum aktiv sind.

Moderatoren: Tobias, Moderatorengruppe

anneb
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 847
Registriert: 22.04.2006, 11:59
Wohnort: nrw

Beitragvon anneb » 29.10.2013, 13:30

Hallo Nina,
ich bin von Deiner Professionalitaet sehr beeindruckt. Gerne haette ich auch einen Hund, vor allem fuer meine beiden Kinder. Gibt es eine gute Kontakt/ Beratungstelle im Ruhrgebiet/ Niederrhein, die Du empfehlen koenntest?

LG, Anne

Werbung
 
Nina Grosser
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 36
Registriert: 04.10.2013, 14:08
Wohnort: Gerolfingen

Beitragvon Nina Grosser » 29.10.2013, 16:40

Hallo liebe Anne,

ich werd ja ganz rot, vielen Dank!
:oops:
Magst du mir sagen in welche Richtung der Hund gehen soll?
Dann kann ich dir vielleicht konkret jemand nennen.
(In der Regel macht nicht jeder alles, wir z.B. keinen Signalhund)
______________

Liebe Grüße aus Franken,
Nina

anneb
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 847
Registriert: 22.04.2006, 11:59
Wohnort: nrw

Beitragvon anneb » 29.10.2013, 16:53

Hallo Nina,

Kind eins ist schwer behindert, Rollifahrer ohne Sprache. Er mag keine Hunde, die sofort auf ihn zurennen und abknutschen... der Hund muss ruhigen Wesens sein, abwartend, kuscheln, wenn das Kind es mag. Spielzeug aufheben waere super, muss aber nicht.
Kind Nr. 2 braucht aufgrund eines ADHS auch einen verlaesslichen Partner zum Spazierengehen.
Ich muss allerdings sagen, dass ich nicht viek Hundeerfahrung habe, aber das kann man ja bestimmt lernen. Wichtig ist vor allem, dass ich dem Hund vertruane kann, dass er nicht in dem behinderten Kind ploetzlich einen Rudeluntergebenen sieht, es also angreift. Das ist ehrlich meinegroesste Sorge.
Groser Garten ist vorhanden, wir wohnen auch im EG.
Ueber einen Tipp wuerde ich mich freuen.
Danke und LG,
Anne

Nina Grosser
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 36
Registriert: 04.10.2013, 14:08
Wohnort: Gerolfingen

Beitragvon Nina Grosser » 29.10.2013, 17:24

Hallo liebe Silvia,

vielen Dank für den Link, sehr schöne Hunde!
Für mich wäre das "Verleihen" kein gangbarer Weg.
Zum einen hätte ich immer Angst, dass die neuen Besitzer mir als "Eigentümer/Trainer" gegenüber nicht ehrlich sind, wenn es Probleme mit dem Hund gibt, aus Angst, dass ich diesen dann wieder "einkassieren" würde, zum anderen empfinde ich es nicht so, dass nur ich allein weiß, was für den Hund gut ist.
Mal angenommen, ich bilde einen Hund für eine Familie aus, er arbeitet einige Jahre für das Kind, das aber irgendwann erwachsen ist und in einer Einrichtung lebt. Ohne Hund. Der Hund, nun seiner Aufgabe enthoben, geht morgens mit der Mutter zum Walking, begleitet sie wenn sie sich im Cafe mit ihren Freundinnen trifft, spielt Bällchen mit den noch kleinen Kindern der Nachbarn oder liegt faul auf dem Sofa. Bei Besuchswochenenden trifft er auf seinen ehemaligen Assistenznehmer und freut sich sehr.
Soll man den Hund der Familie wegnehmen?
Ich fände es nicht schön, wenn sich zu den vielen Unsicherheitsfaktoren, die eine wie auch immer geartete Einschränkung mit sich bringt, auch der Hund dazukäme.
Gerade wenn Geschwisterkinder da sind, würde ich denen den Hund nicht wegnehmen wollen.
(Etwas anderes ist es, wenn der Hund dort nicht bleiben soll, dann helfen wir natürlich gerne)
Was wir manchmal machen, wenn der Hund über Spenden finanziert wird, dass wir eine OP-Versicherung abschließen lassen! Dann wären diese Kosten gedeckt!

Zum Gesundheitsthema:
Für den Züchter ist es sicher interessant, ob der Hund HD/ED frei ist, allerdings kann man den Hund ja frühestens mit 1 Jahr röntgen und so würde es bedeuten, dass man die Hunde dann wieder aus der Familie, bzw. Ausbildung nimmt, wenn der Befunder z.B. eine ED II einträgt. (Zwischen einer ED I und einer ED II liegt unter Umständen eine Abweichung im Gelenk von 0,2 mm) Das heisst aber nicht dass der Hund unbedingt Beschwerden haben muss. Der ED II Hund läuft vielleicht sein Leben lang fröhlich und "hinkfrei", sein Kollege mit ED 0 entwickelt im Alter Arthrosen und braucht Schmerzmittel. Naja, es sind einfach Lebewesen. Natürlich kann man den Hund allen möglichen Gentests unterziehen (PRA, EIC, HNPK ...), bei einer vernünftigen Zucht ist es jedoch ohnehin gewährleistet, dass der Hund maximal Träger und nicht affected ist. Also spielt das für den Assistenznehmer selbst eher eine untergeordnete Rolle.

Echt schwierig das Thema, noch dazu weil man ja nicht Assistenzhundetrainer geworden ist weil man Hunde nicht leiden kann :wink: aber ich finde man muss einfach schauen was nutzt dem Team.
______________

Liebe Grüße aus Franken,
Nina

Benutzeravatar
* anja *
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 444
Registriert: 13.01.2012, 15:26
Wohnort: Baden - Württemberg

Beitragvon * anja * » 30.10.2013, 07:59

Hallo Nina,

Danke für Deine Antwort. Ungefähr so habe ich es mir vorgestellt.

Wenn eine Familie noch keinen Hund hat, und für so einen bestimmten Zweck einen Hund möchte, empfiehlst Du dann einen Hund aus einer speziellen Zucht ?

(Ich liebäugele mit einem Labrador der Arbeitslinie von einem Züchter aus unserer Nähe)

Wenn ja, wie finde ich jemanden, der die Welpen testen kann ? Und wie finde ich einen Trainer ? Betreust Du auch Familien mit ihren Hunden, die weiter entfernt wohnen ?


Das erstellen eines Geruchsträgers könnte wirklich etwas schwierig werden.
Manchmal wenn er krankheitsbedingt in einen Hungerzustand kommt, fängt er auch an "seinen" Geruch auszustoßen. Seit er seine PEG hat, passiert, das aber auch nur noch bei einem Magen Darm Infekt. Und das hat er selten.

Anscheinend richt er dann aber nach Aceton. Die Schwestern sagen dann zumindest:" Er fängt schon an nach Aceton zu riechen" .

Ich rieche aber nie etwas ???

Vielleicht könnte man mit Aceton arbeiten?

Wie erstellt man eigentlich einen Geruchsträger?

So jetzt habe ich Dich mit fragen bombadiert.
Aber hoffentlich nicht erschlagen :wink: .

Liebe Grüße

Anja
Viele Grüße

Anja

Silvia & Iris
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3739
Registriert: 20.03.2007, 18:32
Wohnort: Österreich

Beitragvon Silvia & Iris » 30.10.2013, 08:59

Liebe Nina,

da beginnt es schon: Ein Kind kann keinen Hund führen... und es kann auch keinen Vertrag eingehen...

Daher steht hier nur die Abgabe an Erwachsene handlungsfähige Personen im Raum... - Wenn die Mutter eines Autisten den Hund übernimmt und das Kind auch in der Lage ist den Hund zu führen... - aber es muss dann auch möglich sein, den Hund weiter bei der Bezugsperson zu belassen... - doch, wie gesagt, dieses Thema ist noch nicht wirklich fertig und ausgeklügelt, ich bin selber schon neugierig, was sich daraus entwickeln wird...

Nina - übrigens: Iris möchte keine Hunde für Rollstuhlfahrer ausbilden :wink:
und die Ausbildung von Blindenführhunden überlässt sie auch ihrer Bekannten...
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

Nina Grosser
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 36
Registriert: 04.10.2013, 14:08
Wohnort: Gerolfingen

Beitragvon Nina Grosser » 30.10.2013, 19:51

Liebe Silvia,

wenn die ganze Sache erst ins Laufen kommt,
ergibt sich das bestimmt.
Das ist ja auch das spannende an der Sache - man denk sich schon genau aus wie man was macht und -zack- muss alles nochmal umgestrickt werden :wink:
______________

Liebe Grüße aus Franken,
Nina

Nina Grosser
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 36
Registriert: 04.10.2013, 14:08
Wohnort: Gerolfingen

Beitragvon Nina Grosser » 30.10.2013, 20:13

Hallo liebe Anne,

vorneweg sollte Teil jeder Teamausbildung sein, dass der Mensch lernt (s)einen Hund genau zu lesen. D.h. deine Ängste, dass der Hund die Kinder angreifen könnte, sind wie weggeblasen, da du lernst den Hund ganz genau einzuschätzen.
(Ich weiß wovonn ich rede, habe imm März diesen Jahres den 17jährigen Kater von einer Freundin übernommen - für mich war zu Anfang absolut unvorhersehbar, wie sich das Tier verhalten wird. Kratzt er? Beisst er mich? Schnurrt er vielleicht? Mittlerweile habe ich schon etwas "Kätzisch" gelernt, und kann Manfred recht gut einschätzen)

Generell würde ich niemals einen Hund, der das Potenzial hat, einem Menschen gegenüber gefährlich zu werden in eine Familie geben.

Das die Sprache fehlt, ist kein Nachteil. Dem Hund fehlt die Sprache (oder was wir dafür halten) ja auch. Wie alt sind denn deine Beiden?
Soll der Hund denn alleine "begleiten"?
(Lustig, ich hätte die Hundeaufgaben eher anders herum geordnet - für den Rollifahrer hätte ich den Hund dynamisch flitzen und Apportieren lassen und dem Kind mit ADHS-Diagnose hätte ich den Kuschelpartner verpasst)
Habt ihr schon ein Wunschbild im "Kopf"?
Groß, klein, dick, dünn, ... lang oder- kurzhaarig?
(Hab schon paar kontakte geknüpft, aber noch nichts konkretes)
______________

Liebe Grüße aus Franken,
Nina

Nina Grosser
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 36
Registriert: 04.10.2013, 14:08
Wohnort: Gerolfingen

Beitragvon Nina Grosser » 30.10.2013, 21:58

So liebe Anja,

Auf geht's:
Ist die Stelle des Hundes noch unbesetzt, würde ich gerade im Hinblick auf das Blocken zu einem Labrador tendieren, allerdings Showlinie, da ich mir nicht vorstellen kann, das ein FT damit zurecht kommt. Die Arbeitslinien sind ja der personifizierte "will to please" , Widersetzlichkeiten sind ihnen in der Regel ein Gräul, und in die Richtung sollte der Hund ja arbeiten.
Ich finde Arbeitslinien sehr beeindruckend - fürchte aber fast dass diese Hunde zu "weich" sind. Noch dazu - Masse mal Beschleunigung ... eine FT- Hündin hat vielleicht 23 kg ein ausgewachsener Showrüde fast das doppelte.
Von Welpentests halte ich herzlich wenig. (Noch dazu diese mythischen die nur in einem gewissen Zeitfenster von 3 Menschen in Deutschland gemacht werden können ... :?: )
Die Ahnentafel spricht Bände, natürlich ist es wichtig den Hund kennen zu lernen, aber das ist immer nur eine Momentaufnahme. Der wilde Feger hat vielleicht 3 Stunden lang getobt und ist bei unserem Besuch so spritzig wie eine Weinbergschnecke. Statt dessen suchen wir uns das ruhigste Hündchen aus, dass genau einmal in der Woche zur Hochform aufläuft, ausgerechnet dann wenn wir zu Besuch sind.
Du merkst schon worauf es hinausläuft - je besser der Züchter im Bilde ist, welche Aufgaben auf den Hund zukommen desto genauer kann er den passenden herauspicken - oder auch sagen, leider keiner dabei. (Man liest immer wieder von speziellen Assistenzhundezuchten - ich kann mir nicht vorstellen, wie so etwas funktioniert - habe selbst zwei Wurfgeschwister: Der Rüde ein echter Büffel, durch nichts zu beeindrucken, die Hündin ein zartes Pflänzchen das immer allen alles recht machen will.)
Und ja, selbstverständlich betreuen wir auch Familien die nicht "ums Eck" sind :wink:

Das mit dem Aceton ist prinzipiell nicht schlecht gedacht, der Hund würde allerdings lernen, reinen Acetongeruch anzuzeigen. Was wir konditionieren wollen, ist "Individualgeruch Ole mit Baustein X".

Geruchsträger herstellen ist ganz leicht:
Einfach einen Tupfer über Ole rubbeln ( vorzugsweise Nacken und/oder Rücken) und diesen dann möglichst luftdicht verpacken (Gläschen oder Zipp-lock)

Schwieriger ist, einen Geruch mit dem wir arbeiten möchten zu "erwischen" und diesen dann zu konservieren.

So hoffe habe etwas Licht ins Dunkel gebracht, trau mich nicht nachzusehen, schreibe auf dem Handy und habe Angst dass der Text verschwindet. Falls was fehlt liefere ich morgen nach! :wink: :wink: :wink:
______________

Liebe Grüße aus Franken,
Nina

Werbung
 
Silvia & Iris
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3739
Registriert: 20.03.2007, 18:32
Wohnort: Österreich

Beitragvon Silvia & Iris » 31.10.2013, 07:19

Liebe Nina,

ich muss zugeben, ich kenne keinen Rollihund, der aktiv ist... denn dort ist es nicht so, dass täglich 10 und mehr km zurückgelegt werden... oder dauernd eine Tür zu öffnen ist, dauernd etwas runter fällt.... wenn der Hund alle 2 Stunden mal hilft durch eine Tür zu kommen, oder auch etwas hinunter gefallenes aufzuheben... da braucht man keinen Hund dafür mit viel "will to please" der ständig beschäftigt werden möchte...

Daher: hier ist eine "Schlaftablette" gefragt... ein ruhiger, gelassener Hund, dem es nichts ausmacht 3 - 4 Stunden neben dem Rollstuhl zu liegen ohne etwas zu machen...

Autisten brauchen Hunde, die mind. 25 kg auf die Waage bringen und einen gewissen Sturkopf mitbringen... - Wenn der Hund stehen bleiben soll - bzw. der Mensch eben nicht bei Rot über die Ampel stürmen soll, muss der Hund genug Gewicht mitbringen, damit sein Mensch durch ihn aufgehalten wird...

Hier sind schon etwas aktivere Hunde gefragt!! - Aber auch nicht der Typ "will to please" pur...

Wir wollten zuerst einem sehr aktiven Hund die Möglichkeit geben (aus dem Tierschutz, mit viel "will to please") diese Aufgaben zu erlernen... doch da dieser Hund ein reiner Arbeitshund war mit viel Vorwärtsdrang wäre er wirklich DER POLIZEIHUND gewesen... - Ich hoffe, es geht ihm gut - er lebt nun in der Schweiz und hätte Rettungshund werden sollen (hoffe, er hat tatsächlich eine Aufgabe jetzt!!)

... Ein Hund hat einmal eine Nase und Zähne... alles möchte beschäftigt werden... und natürlich will er auch laufen!!

... und bei Anfallsmeldehunden sind sehr sensible Hunde gefragt... - angeblich sind hier Windhunde sehr geeignet...

... aber es gibt auch viele andere... - und wie du schon sagst, es kommt nicht immer nur auf die Rasse an, sondern auf das Individuum - und die können bereits bei einem Wurf sehr verschieden sein...
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört


Zurück zu „Vorstellungsrunde - Pro's“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 8 Gäste