Therapie Ausfallgebühr

Hier könnt ihr euch über die unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten (Logopädie, Petö, Cranio Sacrale) für eure Kinder austauschen und Fragen rund ums Thema Krankengymnastik und Frühförderung stellen.

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Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 01.11.2018, 11:07

Hi ich würde dieses Thema gerne nochmal aktualisieren. Ich hatte mich nämlich auch geärgert weil es bei uns dazu kam. Ja diese Klausel hat eine unserer Praxen auch (andere ebenso) und ich habe sie unterschreiben müssen um dort mit meinen Kindern in Behandlung gehen zu können. Ich bin also mit beiden Kindern dort.
Ich holte mein Kind nach dem Mittagsschlaf aus der Kita und stellte fest, dass es gelegentlich hustet. Zu diesem Zeitpunkt wäre die 24 Stundenfrist bereits abgelaufen gewesen.
Der Husten legte sich jedoch wieder, Schnupfnäschen hatte er schon 1 Woche (wie nahezu alle Kleinen in der Kita zu dieser Jahreszeit), aber ihm ging es gut. Und doch hatten wir daraufhin eine "fiese" Nacht. Vorallem leidet er bei Infekten auch unter Pseudokrupp, weswegen wir das letzte Mal bereits den Notarzt am Telefon hatten und wir krankenhauspflichtig gewesen wären, weil die Sauerstoffsättigung trotz Cortisongabe unten blieb.

Nach dieser recht furchtbaren Nacht rief ich gleich in der Früh kurz nach 7 Uhr in der Praxis an, nachdem unser Kind nicht aufstehen wollte, nach wie vor hustete und "jammerte". Klar kurzfristig (wir wären der letzte Termin vor der Mittagspause), aber dass die Nacht so wird konnte ich am Vortag nicht wissen.
Absage ist selbstverständlich in Ordnung, aber wir bekommen eine Rechnung bzgl Ausfallgebühr.

Es geht mir gar nicht so sehr ums Geld, denn die Ausfallgebühr ist nicht zu hoch angesetzt.
Was mich primär ärgert ist:
- ich bin mit beiden Kindern dort und nahm bisher alle Termine zuverlässig wahr, verschob Termine teilweise 2 Wochen vorher, also nie auf den letzten Drücker
- ich zeigte mich auch flexibel wenn von seiten der Praxis - insbesondere in den Ferien - Terminabweichungen vorteilhaft waren

Aber was mich insgeheim daran ärgert: die Praxis hat Aushänge, in welchen sie explizit darum bitten, wirklich nur gesunde Kinder zu bringen. Sie haben viele Kinder, welche auf "Gesundheit" angewiesen sind - darauf weisen sie auch hin. Daher hatte ich in der Vergangenheit bereits schon mal (knapp innerhalb der Frist) abgesagt, weil ich als Mutter krank war.

Ich ärgere mich einfach darüber, dass es mich ärgert. Denn ich bin im Grunde total froh, dort zu sein, weil sie uns gut betreuen und sich mit den Störungsbildern auskennen. Am Telefon war es schon etwas angespannt, weil ich meinen Ärger wohl nicht wirklich verbergen konnte. Das reut mich, weil das Verhältnis bisher immer sehr gut war. Ich wünschte ich hätte es mir nicht anmerken lassen, weil es jetzt irgendwie in der Luft liegt - bin schon auf die nächste Sitzung gespannt :?

Aber ich denke nicht, dass Eltern dem Aufruf dieses Aushangs folge leisten, insofern sie keine Kulanz erfahren und jedesmal eine Privatrechnung erhalten.

Am Nachmittag dieses Tages ging es unserem Kind übrigens wieder viel besser, nachdem es vormittags Schlaf nachholte. Wir bekamen vom Kinderarzt wieder ein Notfallmedikament bzgl des PK, aber ansonsten war er soweit fit (Schnupfnäschen hatte er freilich) am darauffolgenden Tag wieder die Kita zu besuchen. Er wollte auch gerne gehen.
Doch an jenem Tag, wäre mit ihm in der Therapie wahrlich nichts anzufangen gewesen. Diese Pause von Kita und Therapie, den Schlaf vormittags brauchte er definitiv. Ich konnte frühs auch nicht einschätzen WIE sehr krank er nun wirklich ist, weil der PK einfach so ausgeprägt war in dieser Nacht und die Nase zusätzlich lief, er total "zu" war.

Wie geht es euch mit Ausfallgebühren bei "Kindkrank"?
Alle anderen Therapeuten und Ärzte unserer Kinder zeigen sich bei "akut krank geworden" übrigens durchaus kulant. Wobei es durchaus sein kann, dass sie es individuell (also es von der grundsätzlichen Verlässlichkeit einzelner Patienten abhängig machen) handlen - das weiß ich freilich nicht.

LG Sheila

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HeikoK
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Beitragvon HeikoK » 01.11.2018, 12:16

Hallo,

auch wir lassen uns in der Praxis diese 24h Regel unterschreiben. Wortlaut ist dabei, "bei Nichteinhaltung der Regel kann :!: eine private Rechnungstellung erfolgen"
Wenn Kinder (oder Erwachsene) plötzlich krank werden, ist das in der Regel etwas anderes, aber wir müssen als Praxis auch die Möglichkeit haben unsere Zeit in Rechnung zu stellen. Und dies geht nun mal nicht über die KK. Und es gibt einfach Menschen, die leben nach dem Motto, was nichts kostet ist nichts wert.... also kann man so eine Stunde auch "mal" vergessen. Blöd für den Therapeuten der mehrere Patienteneltern von dieser Sorte hat. Jeder einzelne "vergisst" mal seinen EINEN Termin....In der Summe bedeutet das aber unter Umständen das der Therapeut statt geplanten 40 Therapien nur 30 machen konnte....und das ist ne Menge Verdienstausfall.....


Gruß
Heiko
Logopäde
Sprachanbahnung, Fachtherapeut für kindliche Schluckstörungen

"Wie hast du den Vogel zum Singen gebracht, Momo? Niemand hat das bisher geschafft!" "Ich denke, man muss ihm auch zuhören, wenn er nicht singt!" (M.Ende)

SandyErgo
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Beitragvon SandyErgo » 01.11.2018, 14:03

Ich glaube, diese Formulierung unterschreibt heute jeder.
Da mein Sohn auch ein Kandidat für Pseudokrupp ist, der ja plötzlich über Nacht auftreten kann - hatten wir auch schon mal die Situation. Wir haben dann morgens sofort angerufen > und es war die 2-3 mal, die dies passiert ist (innerhalb von 4 Jahren), kein Problem. Andere fiebrige Infekte kündigen sich ja manchmal schon vorher an - und da hab ich dann manchmal am Nachmittag/Abend vorher angerufen und entweder abgesagt (natürlich auch schon nicht mehr 24 h) oder gefragt, wie wir verfahren sollen - d.h. evtl. noch mal am nächsten Morgen.
Zumal wir über 2,5 Jahre Montag morgen den ersten Termin hatten. Da hab ich, wenn am Sonntag absehbar, auf den AB gesprochen (der natürlich auch erst Mo früh abgehört wurde) oder Montags, sobald der Empfang besetzt war.

Was ich in den Praxen so mitbekommen habe, das es, wenn offensichtlich ein "Notfall" vorlag, keine Probleme gab >> besonders bei langjährigen Patienten.
Strenger geschaut wurde natürlich bei Neupatienten und bei bekannten "Pappenheimern".
Mama 12/77
mit Tochter 11/06 FG 30+6 (nach HELLP-Syndrom) Kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit noch leichter Sprachentwicklungsstörung, Hämochromatose (homozygot C282T im HFE-Gen)
und Sohn 08/09 FG 34+1 ADHS und kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit starker Betonung der aktiven Sprache

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Beitragvon Rita2 » 01.11.2018, 17:53

Hallo,

wir hatten mal eine Logopraxis die es auch ganz genau nahm und das abgerechnet hat.
Dort mußte man nichts bezahlen, wenn man eine Krankschreibung des KIA brachte.
Vielleicht wäre das eine Möglichkeit für euch.

Ansonsten hatten wir immer Glück Therapeuten gehabt zu haben, die bei Patienten, die sonst immer zuverlässig und pünktlich kamen bei so einer kurzfristen Absage wegen Krankheit nichts verlangt haben.
Ich hatte einmal sogar vergessen abzusagen, weil wir beim Arzt waren und mußten auch nichts bezahlen.

LG
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

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Beitragvon bellsaskia » 01.11.2018, 19:10

Hallo in die Runde,

wir mussten bisher nie eine Ausfallgebühr bezahlen. Die letzte Praxis in der wir aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr sind, hatte auch so einen Aushang. Allerdings wurde uns beim Erstgespräch erklärt, dass wenn wir aus Krankheitsgründen am selben Tag anrufen, müssen wir für die Stunde unterschreiben. Die Ausfallgebühr wird nur dann fällig, wenn man einfach nicht kommt ohne Bescheid zu sagen.

VG
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Re: Therapie Ausfallgebühr

Beitragvon Nick-o-Las » 10.06.2019, 23:39

Guten Abend, nachdem ich (Physiotherapeut) neu hier bin muss ich irgendeinen Post aus der Versenkung holen um mich vorzustellen und zu vermeiden das die Bitte eines Elternteils mich "hier" einzubringen daran verpufft das ich nicht schnell aktiv werde :)

Ich wende die 48-Stunden-Absageregel** ebenfalls an, und setze sie "nach eigenem Ermessen" auch durch; Anfang des Jahres wurde das erste Gerichtsverfahren das ich deswegen angestoßen habe zu meinen Gunsten entschieden - mir blieb allerdings auch keine andere Wahl, nachdem ich von Kollegen schon den Tipp bekommen habe das dieser Mensch ein ganz besonderes Talent hat bei gutem Wetter einfach nicht aufzutauchen; so gingen sechs vereinbarte Termine in's Land ohne das ich den Menschen überhaupt ein zweites Mal gesehen habe. Für mich waren das gute €150 die ich nicht von der zuständigen Kasse bekomme, die ebenfalls betroffenen Kollegen haben vermutlich Ausfälle in einer ähnlichen Größenordnung gehabt, und was mich persönlich besonders wurmt: ich bin "hier in der Gegend" einer der einzigen PT die überhaupt Hausbesuche fahren, das waren drei Wochen in denen ich nutzlos vor der Tür stand während sich auf meinem Schreibtisch die Anfragen für neue HB-Termine stapeln.

**wer 24 Stunden vorher weiß das ein Termin nicht wahrgenommen werden kann weiß das auch 48 Stunden vorher, im letzteren Fall bleibt für alle anderen aber etwas mehr Zeit um sich umzuorganisieren - schließlich haben die Menschen auf der Warteliste auch ein Leben das sie an den kurzfristig frei gewordenen Termin anpassen müssen ;)

Einzelne solcher Kandidaten kann man kurzfristig verkraften, wenn dann plötzlich noch eine AOK kommt und aus einer Abrechnung €1.200 nicht bezahlt während eine IKK Classic gleichzeitig €3.500 zurückfordert - schwupps sind fast €5.000 weg und ich habe gleichzeitig noch den Stress (und Zeitaufwand ... ich habe Familie die auch etwas von mir haben möchte, ich rede noch nicht davon, selbst auch irgendwann die Beine hochlegen zu wollen ;)), meine Forderung gegenüber der AOK zu begründen und eine Rückforderung der IKK abzuwehren. So leicht ist ein Monatsumsatz in Gefahr...

abgesehen davon handhabe ich das eher kulant: werde ich kurz vor dem Termin angerufen kann ich immernoch den Menschen mit denen ich zu tun habe ein bisschen mehr Zeit zur Verfügung stellen; kann mich darauf einstellen eine halbe Stunde früher Feierabend zu haben; kann unterwegs eine halbe Stunde auf dem Waldweg parken und entspannen/ein Eis essen gehen.

...wenn ihr für den ausgefallenen Termin eine empfangene Leistung unterschreibt beteiligt ihr euch, schlicht und ergreifend, an einem Betrug an der GKV. Bestenfalls passiert nichts außer das ein paar Euro auf alle gesetzlich Versicherten umgelegt werden, manchmal kommt es zu einer Absetzung weil der Versicherte zum angegebenen Termin im Krankenhaus war, vor wenigen Jahren kam es in Bremen dazu das Versicherte der Beteiligung am Betrug beschuldigt wurden als ein Kollege sich dazu hinreißen ließ auf eine 6x "Manuelle Therapie"-Verordnung insgesamt dreimal Osteopathie zu leisten (Ansage der Staatsanwaltschaft: bei allem guten Willen muss es jedem Menschen auffallen wenn er für drei Behandlungen sechsmal unterschreiben soll - und die Staatsanwaltschaft glaubt nicht an sechshundert Einzelfälle in einem Jahr denen das nicht aufgefallen sein soll).

Ein gelungenes Gegenbeispiel: eine Patientin sagte mir einmal siebzehn Minuten vor unserem Termin ab weil sie gerade zur Entbindung ihres Kindes ins Krankenhaus fährt. hey, soll ich da wirklich auch nur daran denken den Ausfall zu berechnen?

Für die Therapeuten und Angehörigen kann ich nur empfehlen, die bundesweit und kassenübergreifend einheitlichen Leistungsbeschreibungen zur Hand zu nehmen:

Krankengymnastik (KG): "Leistung: Ergänzende Beratung im Bezug auf das Krankheitsbild und die Aktivitäten des täglichen Lebens mit bestmöglicher Erarbeitung und Beherrschung ökonomischer Bewegungsabläufe."
KG-ZNS (Vojta/Bobath/PNF): "Leistung: Anleitung der Bezugsperson(en) zum Handling und zur notwendigen täglichen Beübung."

Bloß weil das Kind krank ist bedeutet das nicht, das ihr nicht selbst Zeit für ein ausgiebiges Frage-Antwort-Gespräch hättet, das ihr nicht "nur" mit den Eltern/Alltagsbetreuern arbeiten könnt - für KG-ZNS lasse ich gerade einen Versuchsballon starten, weil der Junior sich tags zuvor in einem sogenannten "psychischen Ausnahmezustand" an der Haustür eine Gehirnerschütterung angehauen hat, habe ich halt ein halbstündiges Beratungsgespräch mit den Eltern geführt und ausführlich dokumentiert weil ich mit einer Absetzung durch den Kostenträger rechne, "der Junge war im Krankenhaus" - was mich aber nicht daran hindert, mit den Bezugspersonen eine Anleitung zur notwendigen täglichen Beübung durchzuführen.

Analog: wenn ein KG-Termin nicht sinnvoll erscheint weil das Kind krank auf dem Sofa liegt, geht doch trotzdem hin (wenn ihr könnt - wenn der Partner gerade arbeiten muss ist das vielleicht nicht so gut) und stellt all die Fragen für die sonst keine Zeit ist; durch die Leistungsbeschreibung ist das gedeckt. Nett wäre natürlich wenn ihr trotzdem anruft und den Therapeuten kurz darüber informiert das er sich mental darauf einstellen darf nicht aktiv zu bearbeiten sondern mit euren Fragen bombardiert zu werden :P


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