Therapie Ausfallgebühr

Hier könnt ihr euch über die unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten (Logopädie, Petö, Cranio Sacrale) für eure Kinder austauschen und Fragen rund ums Thema Krankengymnastik und Frühförderung stellen.

Moderator: Moderatorengruppe

Benutzeravatar
LockenClaudi
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1896
Registriert: 18.06.2008, 16:02
Wohnort: Frankfurt am Main

Beitragvon LockenClaudi » 06.10.2013, 08:02

Hallo,
wird das wirklich durchgesetzt war so mein Gedanke. Ich kenne diese Absageregelungen auch, ich habe allerdings nie etwas unterschrieben, so wie hier jemand sagte, sondern es hingen in den diversen Praxen, so Zettel, wo das dann drauf stand. Allerdings stand da meiner Erinnerung nach auch drauf, dass das nicht für akute Krankheitsbedingte Absagen gilt. Ist mir nämlich auch des öfteren passiert, dass ich am selben Morgen absagen musste, einmal sogar erst eine Stunde vorher, aber wie gesagt immer war etwas akutes und ich hatte nie Problemen. Ich hatte immer das Gefühl, diese Zettel hängen da zur Abschreckung.

Dazu:
Mit einem fiebernden Kind durch die Gegend fahren zu müssen finde ich persönlich grob fahrlässig.
ist mir noch eine andere Geschichte eingefallen, etwas OT, ich erzähle sie aber trotzdem.
Es ging um Lanas Schuleingangsuntersuchung beim Gesundheitsamt. Den ersten Termin haben wir sehr kurzfristig bekommen (eine Woche vorher) und ich musste ihn verschieben. An dem verschobenen Termin, den ich mir extra frei genommen hatte, musste ich wegen Personalmangel doch arbeiten und musste ihn ebenfalls absagen. Den dritten Termin den wir dann hatten, hatte meine Tochter am Abend vorher eine Mandelentzündung mit 40 °C Fieber bekommen. Da haben wir also wieder angerufen und den Termin abgesagt. Da war der schon sehr pikiert und meinte, eigentlich müsste er das Jugendamt informieren, weil wir den Termin schon wieder absagen würden. Mein Mann hatte damals dort angerufen und der war in sowas immer sehr schlagfertig und sagte dann, Kein Problem, wir kommen gerne zu dem Termin, wenn sie meinen eine Schuleingangsuntersuchung mit einem Kind mit 40 ° C Fieber macht Sinn!
Da war Ruhe und wir haben einen 4. Termin bekommen, den wir dann auch wahrnehmen konnten. Die Aussage mit dem Jugendamt hat mich schon sehr geärgert, einerseits ist es natürlich richtig, gibt bestimmt genug Leute, die die Termine einfach nicht wahrnehmen oder nicht für wichtig halten, da muss man ja schon schauen was da los ist. Aber ich hatte immer angerufen und auch die Umstände erklärt, bin sonst jemand, der Termine (auch mit Freunden oder so) wirklich nur absagt, wenn es gar nicht anders geht. Aber bei dem Termin war echt der Wurm drin!

Ui, meine kleine Anekdote ist ja doch recht lang geworden! Danke an alle, die es trotzdem gelesen haben!
Liebe Grüße,
Claudi * 03/73

Sohnemann L. *01/03, frühkindlicher Autismus
Töchterchen L. *10/04, frühkindlicher Autismus


Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht

Werbung
 
Oskar
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 859
Registriert: 15.03.2009, 15:58

Beitragvon Oskar » 06.10.2013, 09:20

Hallo Claudi,

*schmunzel* manchmal muss und sollte man aber auch wirklich so
deutlich werden... Leider habe ich schon genug Fälle erlebt, wo das
leider auch nichts bringt. Man kann sich da noch so den Mund fusselig
reden, wenn es am grundsätzlichen Willen zu etwas fehlt.
Dann kann man die Fakten auch 10mal erläutern und beim nächsten
Mal ist alles wieder auf Anfang und die betreffende Person leidet
unter dauerhafter Demenz...

Etwas, das mir zu dem Thema noch eingefallen ist...
Falls man durch einen Pflegedienst betreut wird, kann es ja auch
passieren, dass man plötzlich akut in die Klinik muss. Würde das
24h-Prinzip sich da durchziehen, dürfte der Patient dann den
ausfallenden Dienst ersetzen und da sich das dann nur vielleicht
eine Messerspitze voll an Patienten leisten könnte, würde
niemand mehr einen Pflegedienst in Anspruch nehmen können.

Liebe Grüße, Oskar

Kaja
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7089
Registriert: 23.08.2007, 09:40

Beitragvon Kaja » 06.10.2013, 13:14

Hallo Oskar,
Führt das für alle sichtbare Aushängen der 24h-Regel aber nicht zu einer gewissen Rechtsverbindlichkeit ?
Das Aushängen von "Hinweisen" ohne Unterschrift des Patienten ist kein Vertrag. Nur, wenn man irgendetwas unterschrieben hat, kann es im Einzelfall zur Anwendung kommen. In der Praxis, die wir mit unserem Sohn aufsuchen, hängt nur ein Hinweis auf § 615 (i.Ü. ohne Gesetz). Das dürfte eh nur auf Privatpatienten zutreffen und tangiert uns nicht.
Letztlich kommt es dann doch auf die Kulanz des Therapeuten an, ob man die Therapie weiterführen kann. Wenn das nicht vorhanden ist, wird der Therapeut solche "Risiko"patienten einfach ablehnen und es bringt ja auch nichts, wenn kein Miteinander möglich ist.
Die meisten Praxen werden auf die Risikopatienten angewiesen sein, weil grundsätzlich gesunde Menschen sehr selten Therapien benötigen.

Viele Grüße Kaja

Oskar
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 859
Registriert: 15.03.2009, 15:58

Beitragvon Oskar » 06.10.2013, 13:35

Hallo Kaja,

tatsächlich kann ich mich nur an einen Fall erinnern, wo wir etwas
unterschreiben sollten und ich dann zumindestens eine zweimalige
Abweichung von der 24h-Regel "ausgehandelt" habe.
Da ich aus anderen Gründen aber damals die Praxis gewechselt
habe, kam es nie zum Praxistest.
Die meisten Praxen werden auf die Risikopatienten angewiesen sein, weil grundsätzlich gesunde Menschen sehr selten Therapien benötigen.
Sehe ich etwas anders, da es z.B. viele dauerhaft behandlungsbedürftige
Menschen mit Spastiken, Skoliosen etc. gibt, die aber nicht ständig akut
krank werden und somit ein Ausfallrisiko darstellen.
Mir gegenüber wurden dann ja auch ganz deutlich gemacht, dass
solche Patienten zum Schließen der Praxis führen würden und ich bei
Nicht-Einhaltbarkeit dieser Reglung die Praxis wechseln müsste und
das nach mehreren Jahren der guten Zusammenarbeit...

Dauerpatienten sind natürlich beständige Kunden, aber nur solange
sie nicht andauernd Infekten unterliegen.

Es ist halt sehr schade, wenn sich eine persönliche und fachlich gute
Zusammenarbeit aufgrund von beiderseitig nicht abänderbaren
Umständen dann zum Spießrutenlauf entwickelt.
Ich kann die Problematik der Therapeuten durchaus verstehen,
finde es allerdings mehr als einen Schönheitsfehler, dass der
Patient dann derartig unter Druck gerät. Wäre das bei allen unseren
5 fahrzunehmenden Therapien so, wüßte ich nicht mehr wo mir der
Kopf steht...

Viele Grüße, Oskar

Kaja
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7089
Registriert: 23.08.2007, 09:40

Beitragvon Kaja » 06.10.2013, 13:48

Hallo Oskar,
Mir gegenüber wurden dann ja auch ganz deutlich gemacht, dass solche Patienten zum Schließen der Praxis führen würden und ich bei Nicht-Einhaltbarkeit dieser Reglung die Praxis wechseln müsste und das nach mehreren Jahren der guten Zusammenarbeit...
ich denke, wenn auf solche Aussagen zurückgegriffen wird, dann hat das meist andere Gründe. Wenn die Therapeutinnen mit unserem (anstrengenden) Sohn nicht mehr klarkommen, häufen sich die kurzfristigen Absagen durch die Praxis unter fadenscheinigen Gründen, bis wir dann ("aus organisatorischen Gründen") einer anderen Therapeutin zugeordnet werden. Ich glaube nicht, dass eine Praxis schließen MUSS, weil es (mehrere) kurzfristige Absagen wegen Erkrankungen gibt. Da ich schon viele Stunden im Wartezimmer von Therapiepraxen verbracht habe, habe ich oft genug mitbekommen, wie flexibel man auf kurzfristige Terminabsagen reagieren konnte.
Ich kann die Problematik der Therapeuten durchaus verstehen, finde es allerdings mehr als einen Schönheitsfehler, dass der Patient dann derartig unter Druck gerät. Wäre das bei allen unserer 5 wahrzunehmenden Therapien so, wüßte ich nicht mehr wo mir der Kopf steht...
Ich denke, man sollte sich nicht unter Druck setzen lassen. Wenn man nachweisen kann, dass man die Terminabsage nicht verschuldet hat (Krankheit u.a.), dann wird es der Therapeut sehr schwer haben, die Ausfallgebühr gerichtlich durchzusetzen. Wahrscheinlich handelt es sich meist eher um ein "Kettenrasseln" und die Ausfallgebühr wird zwar mal verlangt, aber die Zahlung nie durchgesetzt.

Viele Grüße Kaja

Oskar
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 859
Registriert: 15.03.2009, 15:58

Beitragvon Oskar » 06.10.2013, 14:05

Hallo Kaja,

kann ich mir bei unserer Therapeutin schwer vorstellen, da sie schon
das gesamte Spektrum der Kombination geistiger UND körperlicher
Behinderung "auf dem Tisch" hatte.
Ganz von mir weisen kann ich es aber auch nicht, da ich von anderen
Begleitpersonen, die mich bei der Therapie mal vertreten, schon
Aussagen in diese Richtung bekommen habe.
:-(
Mir wird da wirklich schwer um's Herz. Gerade die komplizierten Fälle
sind doch besonders auf Beständigkeit bei den Personen um sie herum
angewiesen. Nicht ohne Grund bewerkstellige ich die Mehrzahl unserer
Therapien neben unserer Arbeit und außerhalb der Kita.
Ich möchte z.B. nicht plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt werden,
weil in der Kita der Therapeut wechselt, nachdem meine Tochter gerade
langsam Vertrauen gefasst hat.

Viele Grüße, Oskar

Michi104
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1583
Registriert: 06.02.2008, 21:20

Beitragvon Michi104 » 06.10.2013, 16:16

Hallo

für Meine Therapeuten waren kein Problem wenn ich mal kurzfristig ab sagen muste.
Das kam auch nur ganz selten vor.

Aber bei eine Freundin von mir, sie hat nur noch 1 mal die Woche einen
termin bekommen ( sie wollte weiterhin 2) da Sie aber zu oft absagen
muste. Hat die Praxis gesagt - 1 und denn dann auch einhalten ist in
Ordnung aber 2 und Sie sagen fast alle 2 wochen die termine ab, Nein das machen wir nicht mehr.

Den war der Ausfall zu groß.

Grüße Michi

die_ottilie
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 600
Registriert: 01.01.2012, 17:00

...

Beitragvon die_ottilie » 06.10.2013, 21:27

Hallo,

wir haben auch Ausfallgebühr bei nicht rechtzeitiger Absage in unserer Praxis.
Allerdings ist ein krankes Kind (oder Krankheit allgemein) natürlich da eine Ausnahme. Ich als Therapeut habe auch keine Lust, mit einem kranken Kind zu arbeiten, da nix bei rauskommt und das Kind wahrscheinlich eh nicht aufnahmefähig ist.

Wir haben es eingeführt, weil sich gehäuft hat, dass den Eltern 5 Minuten vor der Therapie eingefallen ist, dass ja im Kindergarten Sommerfest ist oder dass ich nach Rückfrage, warum denn niemand da sei, als Antwort bekommen habe "Wir haben vergessen, dass Donnerstag ist!". Sowas kann einmal passieren, aber bei manchen war es fast jeder 2. Termin, der als solchen "Wir haben vergessen, dass..."-Gründen kurzfristig oder gar nicht abgesagt wurde.

Aber wie gesagt, es ist meist situationsabhängig. Wenn Dauerpatienten immer zuverlässig sind und plötzlich einmal vergessen, schreibe ich auch nicht sofort ne Ausfallrechnung. In der Regel reicht dann die Erinnerung, dass es eigentlich eine wäre, aber das nächste Mal bitte dran gedacht werden soll...

Wenn Eure Therapeuten wegen Krankheit Ausfallrechnungen schreiben, würde ich das mal in den Praxen ansprechen. Auch Therapeuten sind Menschen udn werden mal über Nacht krank! Dann müssen die Patienten auch abgesagt werden.

LG Anja
ergotherapeutin, selbst mit NF1 betroffen

-don't be afraid to be different-

DanniLou77
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 49
Registriert: 12.11.2013, 22:02

Beitragvon DanniLou77 » 27.11.2013, 22:19

Hallo,
Also, wenn ich die Ausfallgebühren der anderen Praxen lese, muss ich sagen, ich nehme zu wenig ;) . Ich nehme18 Euro und die werden erhoben, wenn ich zu oft vergessen wurde, nicht abgesagt wurde oder man mit mir nicht geredet hat. 18 Euro finde ich ok. So kann man sich manche Patienten erziehen, was manchmal leider auch notwendig ist. Natürlich trifft man dann auch mal die zuverlässigen, oft verschafft man sich aber so auch ein wenig Respekt. Wenn es nämlich einreißt und sich das rumspricht, dann sitze ich rum und nehme nichts ein.

Von den Krankenkassen werden wir Therapeuten leider eh eher Unterbezahlt, wenn ich bedenke, welche Gratisleistungen ich alles erbringen soll. Aber wenn man miteinander redet, finden alle immer eine Lösung. Bei mir wird das jedenfalls so gemacht. ;)

LG
Dipl. Sprachheilpädagogin, Padovan Therapeutin, Castillo-Morales (r) Therapeutin, ansonsten Jahrgang 77, verheiratet und kinderlos.

Werbung
 
Benutzeravatar
T.Sophie
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1676
Registriert: 08.09.2013, 11:38

Beitragvon T.Sophie » 28.11.2013, 06:34

Hallo!

Also ich muss bei meiner Psychotherapie immer ne Ausfallgebühr bezahlen, wenn ich nicht hin gegangen bin. Wobei das bei mir bisher erst 2 mal vorgekommen ist... Da konnte ich nicht absagen (weil ich geschlafen habe) und es hätte nicht mal einen Sinn gehabt mich hinzuschleppen (weil ich vollkommen müde war). Ist da aber eh nen bisschen doof, weil die Termine "frühestens" um 18:45 Uhr anfangen.
Bei der Physiotherapie ist es bei mir anders... Da musste ich auch mal absagen...
Bzw in der einen Praxis am Anfang war ich nie da... Hab glaub 3 Termine versemmelt und mich danach nicht mehr gemeldet... Theoretisch schuldig... Praktisch war es mir unmöglich, weil ich jedes Mal vor der Haustür nen Panikanfall hatte und keinen Schritt gehen konnte....
Bei dem Physiotherapeuten wo ich jetzt bin, muss ich immer auf diesem Rezeptdingens (oder wie das heißt) unterschreiben... Ja und welche KK prüft denn bitte nach, ob ich tatsächlich am richtigen Tag unterschrieben habe?
Sorry, mehr kann & will ich grad im offenen Forum nicht dazu schreiben.

LG Trixi
Baujahr 1988 / diverese Traumafolgestörungen / Tinitus, Dysplasie im Knie / chronische Magen-Darm-Probleme (subtotale Dickdarmentfernung + Entfernung der Galle)
SBA mit 60GdB ohne Merkzeichen

ein.ZIG.Artig


Zurück zu „Krankengymnastik, Frühförderung und andere Therapien“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 8 Gäste