Intravenöse Gabe von Antibiotika zu Hause

So manches Kind muss aufgrund seiner Behinderung besonders intensiv betreut werden - z. B. mit Hilfe eines Pflegedienstes. Viele Kinder werden von einer Krankenschwester in Kindergarten oder Schule begleitet, um optimal versorgt werden zu können. Das gilt beispielsweise für viele tracheotomierte Kinder. In dieser Rubrik können sich Eltern von so genannten Intensivkindern über die besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder austauschen.

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Eve und Tessa
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Intravenöse Gabe von Antibiotika zu Hause

Beitragvon Eve und Tessa » 05.09.2013, 23:11

Hallo,

Wir planen gerade unsere Maus Antibiotika i.v. zu Hause zu verabreichen. Unsere Kinderärztin aus dem KK hat sich bereit erklärt diesen Schritt mit uns zu gehen. Erstmal gehen wir vorsorglich 3 Tage in die Klinik, danach soll unser PD übernehmen. Die Antibiose wird 14 Tage dauern. Wir haben Behandlungspflege bis zu 12 h am Tag.

So zu meiner Frage:

Die Behandlungspflege haben wir ja. Unser PD sagt jetzt er braucht eine zusätzliche ärztliche Verordnung. Stimmt das? Ich dachte es läuft alles unter die genehmigte Behandlungspflege und es wird alles gemacht was medizinisch notwendig ist.

Ich denke es kommen noch mehr Fragen. Es ist ja unser erstes mal. Vielleicht stelle ich es mir auch einfacher vor als es ist. Hat schon jemand Erfahrung mit so etwas gesammelt?

Liebe Grüße
Eve
Tessa (09/2007) V.a. perinatale Asphyxie, therapieresistente multifok. Epi, schwere globale Entwicklungsretardierung, spastische Tetraparese, lux. Hüfte rechts, schwere Skoliose, Gastro-oesophagealer Reflux, PEG seit 10/2009, Button 06/2017, Tracheostomie 06/2017
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Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 05.09.2013, 23:20

Liebe Eve!

Die ärztliche Verordnung ist für den PD, nicht für die KK - also nicht zum Abrechnen :wink:

Auf der Verordnung steht dann ganz genau, wann, was, wieviel der PD geben, tun soll. Z.B. auch, ob der Zugang nach der AB-Gabe mit Heparin abgestöpselt oder als DTI mit z.B. 10ml/h NaCl oder Päd1 oder??? offen gehalten werden soll...
Außerdem muss auf der Verordnung stehen, was der PD zu tun hat, wenn der Zugang dicht oder para ist...

Es reicht halt nicht, dass das irgendwo im Arztbrief steht oder gar von Euch mündlich übermittelt wird - der PD braucht eine schriftliche Verordnung so wie die Schwestern das in der Klinik ja auch brauchen, um zu wissen, was sie wann und wieviel "anhängen" sollen... :wink:

Wünsche Euch gutes Gelingen und gute Besserung!

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

JManfredP
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Beitragvon JManfredP » 05.09.2013, 23:21

Hallo...

ich denke schon das das notwendig ist, weil es sich dabei um eine i.v. AB handelt, dies ist eigentlich Arztaufgabe und benötigt einer Erlaubnis, sozusagen muss der Arzt das an eine Pflegekraft delegieren.

Alles Gute!
Muckel *02/12 schwere Asphyxie, Reanimation, Kryotherapie, akutes Atemnotsyndrom, akutes Nierenversagen, kard. Kontraktilitätsstörung, Koma, Epilepsie, Geburtstrauma, Kiss, schwere frühkindl. Regulationsstörung, Pulmonalstenose bds. Wahrnehmungsstrg., motor.Entwicklungsretardiert
Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!

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Beitragvon Eve und Tessa » 05.09.2013, 23:28

Danke für eure super schnelle Erklärung. Ich dachte der Arztbrief würde ausreichen. Das war für mich noch etwas unklar.
Tessa (09/2007) V.a. perinatale Asphyxie, therapieresistente multifok. Epi, schwere globale Entwicklungsretardierung, spastische Tetraparese, lux. Hüfte rechts, schwere Skoliose, Gastro-oesophagealer Reflux, PEG seit 10/2009, Button 06/2017, Tracheostomie 06/2017

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Diana 81
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Beitragvon Diana 81 » 07.09.2013, 19:37

Nein Arztbriefe reichen leider nicht aus. Wie oben beschrieben muss die Art der Antibiose und wie Nachgespühlt werden soll mit auf der Verordnung stehen.

Bei mir klappen die i.V. Antibiosen zu Hause auch viel besser.

Wünsche gute Besserung
Diana

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Eve und Tessa
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Beitragvon Eve und Tessa » 11.09.2013, 13:11

Hallo,

Nun ist es soweit. Wir sind seit Sonntag Abend in der Klinik. Der Zugang liegt gut und hat bisher gut gehalten. Alles ist vorbereitet und wir können heute Abend nach Hause und der PD übernimt die erste Kurzinfusion um 22 Uhr. Alles ist vorbereitet. Für heute und morgen haben wir alles mitbekommen, Donnerstag liefert die Apo den Rest. Das alles ist ein riesen Aufwand. In der Klinik ist das alles vorhanden und dementsprechend einfacher. An was alles gedacht werden muss. Gott sei dank gibt es hier so viele liebe Schwestern die uns bei der Organisation helfen und an alles denken. Es ist auch für alle das erste mal. Hier wurde noch nie ein Kind mit Zugang entlassen.
Jetzt macht sich doch etwas Nervosität breit. Ich hoffe wir tun das Richtige.

Lieben Gruß
Eve mit Tessa, die morgen 6 Jahre alt wird.
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Beitragvon netti2707 » 11.09.2013, 15:21

Hallo Eve,

ich wünsche Euch Alles Gute für die Versorgung zu Hause.

Ich denke schon, dass ihr die richtige Entscheidung getroffen habt. Denn wo fühlt sich ein Kind am wohlsten, zumal es morgen auch noch Geburtstag hat? Zu Hause!!!

Wenn es erst mal läuft, dann wirst Du sehen, dass es gar nicht so kompliziert ist. Der PD ist an Eurer Seite.

Liebe Grüße, Annett :D
Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht!

Paul *10/09, cerebrale Bewegungsstrg. Muskelhypotonie, Skoliose, Entwicklungsverzögert, keine Sprache, kann nicht Laufen. Skoliose Op 9/2015
Paul ist unser Sonnenschein....

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Beitragvon Christel Vogel » 15.09.2013, 21:29

Hallo Eve,
wir haben diesen Schritt auch irgendwann für zu Hause gewahrgt und von mal zu mal wurde man sicherer und du hast ja auch noch den PD der dir zur Seite steht.
Zum Schluss gehörte es schon mit dazu als ob es was ganz natürliches war.
Ja zu Hause ist es am schönsten.

Liebe Grüße Christel
Christel und Holger *7/75, Joschua *12/2002 † 26.04.2012 Mucolipidose Typ II, PEG, Infektanfällig, Sauerstoff, Beatmung,seit Sept. 09 Tracheostoma und 24h beatmet,

Silas *12/2005 gesund, Mattis *08/2008 Herzchen

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Beitragvon Eve und Tessa » 15.09.2013, 23:18

Hallo,

Wollte schnell mal berichten für alle Interessierten. Wir waren seit Donnerstag fast täglich in der Klinik. Sie hat nach der Entlassung genau einen Tag gehalten und ist para gelaufen. Es war eine Quälerei endlich einen Zugang zu bekommen. Sie liegt ein wenig schwierig in einer sehr kleinen Vene. Mit diesem Zugang haben wir ständig Probleme. Und sind ständig auf dem Sprung ins KK. Tessa bekommt 4 mal täglich eine Kurzinfusion und meistens passiert entweder früh um 6 Uhr oder um 22 Uhr etwas. Wir schauen mal, wenn wir jetzt jeden Tag ins KK fahren müssen, werde ich wohl wieder stationär gehen. Der Sinn des ganzen ist dann somit nicht mehr gegeben (weil Mausi immer hier schreit, wenn ein Virus oder so anklopft).

Eben ging sie durch, aber mehr als langsam. Sie zuckt auch beim anspülen.

Lieben Gruß
Eve
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Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 16.09.2013, 00:10

Liebe Eve!

Schade, dass es eher suboptimal läuft.
Wäre ein Port eine realisierbare Alternative?
Braucht Tessa häufiger i.v. AB und möglicherweise auch andere i.v. Medikamente oder häufige Blutentnahmen?
Besprecht das doch mal mit den zuständigen Docs :wink:
Damit kämt Ihr relativ sicher um einige Klinikaufenthalte rum :wink:

Weiter gedrückte Däumchen!
Grüßle
Ursula
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