Wie 17-jährigen vor die Türe bringen?

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Regina Regenbogen
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Beitragvon Regina Regenbogen » 29.08.2013, 13:37

Zum Laufen haben wir ihn neulich mit Geocaching gebracht - das ist genau sein Ding :wink:
Ja, das kann ich mir für mein "Modell" auch vorstellen. :lol:

:arrow: Geocaching
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
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Meike70
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Beitragvon Meike70 » 29.08.2013, 13:37

eine Art moderne Schnitzeljagd. Man sucht anhand eines GPS Gerätes oder entsprechender App auf dem Smartphone Koordinaten zum nächsten Hinweis bis hin zum Ziel. Da er so scharf auf Technik ist, hat er die 2 stündige Suche gar nicht so anstrengend empfunden, hihi.
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Beitragvon JennyM » 29.08.2013, 14:08

Ah danke :idea:

Mein Junior ist dafür noch zu klein. Aber ich werde den Tipp mal an meine Nachbarin weitergeben. Die hat nämlich auch so ein Stubenhocker Exemplar zu Hause :lol:
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Beitragvon Juler » 29.08.2013, 17:40

Ja, da bin selbst ich vor die Türe zu bringen und wenn man das mag kann man sogar Leute dabei kennen lernen! Muss aber nicht :-) Dein kleiner ist doch vier, fast fünf oder, Jenny? dann ist er nicht zu klein. Du musst ja nicht 15 km mit ihm laufen :-) Und nem Kind nen Gerät in die Hand geben und ihm erklären was passiert ist nicht schwer, ich kenne viele sogar 3 Jährige Cacher :-)
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Beitragvon MamaSanne » 29.08.2013, 18:13

Mein Sohnemann hat auch kein Interesse nach draußen zu gehen, auch die Zeit ganztägig im Schlafanzug ist mir bestens bekannt. Er sitzt am liebsten vorm PC und es ist auch sehr schwierig ihn da weg zu bekommen aber was hat er denn sonst? Er sagt das er sich da am besten entspannt .... :?

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Beitragvon Janike » 30.08.2013, 18:40

Mein Aspie ist auch so ein Stubenhocker.

In den Ferien waren wir zwei Wochen im Urlaub und dann haben wir hin und wieder einen Ausflug gemacht.

Ansonsten "nötige" ich ihn schon mal dazu, vor die Tür zu gehen, weil ich etwas erledigen muss und ihn nicht längere Zeit allein zuhause lassen möchte. Büchereibesuche sind für ihn ok, weil er ständig Lesenachschub braucht.

Na ja, bald fängt hier die Schule wieder an.
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Beitragvon ACMS » 25.10.2018, 12:05

Hallo,

das Problem kenne ich! Doch Michi (17) hat noch mehr Baustellen:

1. mangelnde soziale Kontakte
2. mangelnde Mitarbeit in der Schule
3. am Rande der Magersucht
4. Spielsucht

zu 1: Michi hatte früher im Kindergarten und auch in der Grundschule einige Freunde, die aber nur durch mich zustande kamen.
Er traut sich nicht, auf Leute zuzugehen. Fühlt er sich in der Gruppe allerdings dann wohl, will er nicht mehr weg.
zu 2: Es zieht sich schon durch seine ganze Schulzeit, die mündliche Note versaut seine ganzen schriftlichen Noten. Er hat immer andere Ausreden, mal traut er sich nicht, weil die Antwort falsch sein könnte, mal sagt er, er war zu spät usw.
zu 3. Er ist 1,80 m groß und wiegt nur 56 kg. Bei seinem nächsten Colitis-Schub könnte es gesundheitlich bedenklich werden, meint die Ärztin
zu 4. Er vergißt alles um sich herum, wenn er sein Smartphone hat, sogar seine wichtigen Medis.

Michi ist nun in der 11. Klasse eines Wirtschaftsgymnasiums. Kein Erzieher oder Therapeut aus dem Kindergarten hätte es ihm zugetraut. Michi hatte einen vorgeburtlichen Schlaganfall.

LG

Chris

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Beitragvon ACMS » 25.10.2018, 12:11

Ich nochmal:

Bei Unternehmungen im Urlaub oder auch von zu Hause aus fragen wir ihn immer, was er denn machen möchte oder wohin er gerne mal fahren würde, sagt er nichts. Als könne er nur ein Wort sagen: SMARTPHONE. Er interessiert sich zwar auch für Fußball, aber nur passiv, da er aufgrund seiner Hemiparese zu langsam ist.

Schwimmen gehen? Ja, aber nur, weil er eben im Verein ist!
Hund Gassi gehen? Nein, zu viel frische Luft und zu viel Bewegung :?

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Beitragvon dkizinna » 03.11.2018, 11:04

Hallo zusammen,

ich habe auch einen Stubenhocker hier, der am liebsten mit dem Tablet oder Smartphone sich beschäftigt. Er spielt online mit anderen Autisten aus der Schule. Manchmal sind ihm diese Kontakte auch zu viel. Ich kann sehen, wie ihn das stresst. Dann schaut er lieber Anime-Serien zur Entspannung. Er braucht diese Auszeiten zur Entspannung und diese selbstgefälligen Reize als Rückzug.

Florian ist gerade 15 geworden. Für die Ferien gibt es die Absprache 2-3 mal die Woche stundenweise etwas draußen zu unternehmen. Zu zweit. Dann kommen wir auch ins Gespräch, also richtig reden über das, was ihn bewegt. Oder er mag Radfahren (in der Großstadt purer Stress für ihn).

Diese Stubenhockerzeiten lassen meinen Sohn wieder ausgeglichen zu werden. Absprachen müssen eingehalten werden, also gemeinsam Geplantes wird dann auch gemacht.

Liebe Grüße
Dagmar
Dagmar m. Florian (09/03)

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Beitragvon IrisB » 03.11.2018, 12:14

Hallo Dagmar,

lustig, das ist 1:1 mein Großer, inkl. das Alter :-) In den Ferien müssen meine Jungs einmal täglich mindestens kurz raus und es gibt pro Ferienwoche eine größere Unternehmung (3 Stunden oder drüber). Danach dann aber einen Schlafanzug-Tag.

LG Iris
Iris mit Johannes (Herbst 2003), Asperger Syndrom, und Konstantin (Frühling 2006), HFA
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