Androhung Heimeinweisung durch JA bei Schulangst

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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KathrinS
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Androhung Heimeinweisung durch JA bei Schulangst

Beitrag von KathrinS »

Hallo,

ich frage im Auftrag einer Bekannten.
Die Tochter (vermutlich Asperger) hat panische Angst vor der Schule und verweigert diese seit Wochen. Ambulante Therapie über ATZ läuft schon 2 Jahre, kann aber im Moment nichts ausrichten. Das Jugendamt ist der Meinung ein Heimaufenthalt wäre das Beste. Die Eltern meinen, das Kind würde daran zerbrechen.
Könnte das Amt eine Heimeinweisung gegen ihren Willen durchsetzten auf Grund der Schulpflicht.
Kennt jemand vielleicht für den Notfall einen guten Anwalt in der Nähe von Leipzig?

LG Kathrin
Sohn mit Diagnose frühkindlicher Autismus

Arifina
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Beitrag von Arifina »

Wie wäre es denn mit einer stationäten Therapie oder noch besser teilstationär in einer Tagesklinik?

In Leipzig im Parkkrankenhaus gibt es so eine Station, da kommen die Kinder montags bis freitags hin, gehen nachmittags wieder nach Hause und sind Wochenende auch daheim. Besser als Heim und vielleicht gibt es hier professionelle Hilfe. Dort könnte man auch klären ob Asperger oder nicht. Die Kinder durchlaufen dort eine komplette Diagnostik.
Arifina mit Peppi 1999

CarolineF
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Beitrag von CarolineF »

Hm,hinter einer Schulangst kann ene Trennungsangst von den Eltern stecken, und da wäre Heim ja nun wirklich ganz falsch....
HEP ,Heilpädagogin und angehende Kommunikationspädagogin (Fachmensch für UK)

Arifina
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Beitrag von Arifina »

Wie alt ist denn das Kind?
Arifina mit Peppi 1999

kati543
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Beitrag von kati543 »

Naja, die Eltern müssen sich überlegen WAS sie bzw. das Kind wollen. Die Schulpflicht macht schon Sinn. Ich würde hier dringend nachforschen, warum das Kind denn solche Angst hat. Ist wirklich der Autismus Schuld, oder vielleicht Hänseleien von Mitschülern? Vorher hat sie die Schule ja nicht verweigert und das Schuljahr läuft ja schon eine Weile.
Ansonsten kann man eben einen dringenden Aufenthalt in der Tagesklinik der KJP anstreben. Dort könnte sie wegen Autismus getestet werden, würde noch unterrichtet und die Ängste kann sie auch noch unter Kontrolle bekommen.
Macht sie aber garnichts, hat das JA schon weitreichende Möglichkeiten. Sie sind dann ja nicht "einsichtig" und bekommen eben dann zumindest Teile des Sorgerechts entzogen. Der Wille der leiblichen Eltern wäre also in dem Moment völlig egal. Sie haben dann nämlich nichts mehr zu "wollen".
Sie muß "legal" zu Hause bleiben. Zumindest mit Krankenschein. Ihr solltet wirklich dringend einen Termin bei der KJP machen.
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Eliana
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Beitrag von Eliana »

Hallo
Nur die Tatsache das Schulpflicht besteht rechtfertigt keine Heimeinweisung!
Das SGB 8 ist doch komplizierter als viele denken. Inobhutnahmen finden nur statt bei Kindeswohlgefährdung.
Und wenn es nachweislich eine Folge von Schulangst ist und durch die Diagnose Autismus gestützt wird und den Eltern sonst nichts vorzuwerfen ist, sehe ich hier keine Indikation.
Wichtig hier ist natürlich das die Eltern sich kümmern und alles versuchen.
Liebe Grüße

KathrinS
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Beitrag von KathrinS »

Vielen Dank für die Antworten!

Das Mädchen ist 11 Jahre.
Sohn mit Diagnose frühkindlicher Autismus

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo,

vielleicht kann auch sofort die ESH unterstützen.

http://autisten.enthinderung.de/


Je nachdem wie belastend im Moment für das Kind alles ist, könnte diese Institution, geleitet von Autisten, als Verein auch schon einiges erreichen.

Z.B. auch Hinsichtlich der Schule


Liebe Grüße

mamavonsarah
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Beitrag von mamavonsarah »

Hallo ,
Bevor das Kind in den Brunnen fällt, Anwalt einschalten.
Hat das Mädchen einen Schulbegleiter ?

KathrinS
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Beitrag von KathrinS »

Hallo,

nochmals danke für die Anregungen und Hinweise.
Eine Tagesklinik wäre wahrscheinlich wirklich die beste Lösung momentan.
Danke auch für den Tipp mit dem Verein.

Schulbegleitung gab es damals stundenweise. Sie wurde reduziert von 4 aud 1 Stunde.
Die Schule steht momentan auch nicht mehr dahinter. Ein weiteres Problem wird die Suche nach einer neuen Schule werden.

LG Kathrin
Sohn mit Diagnose frühkindlicher Autismus

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