Selektiver Mutismus und Regelschule - viele Fragen

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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ChrisW
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Selektiver Mutismus und Regelschule - viele Fragen

Beitrag von ChrisW »

Hallo ihr Lieben!

mein Sohn ( 9 Jahre alt) geht auf eine Regelschule. Im Kindergarten war er schon als seeeeehr schüchternes Kind bekannt, aber er antwortete zumindest, wenn er angesprochen wurde und mit den Kindern war er im Kontakt "normal". Er war auch sehr beliebt.
Er geht jetzt in die 3. Klasse auf unsere Grundschule hier in Münster.
Schnell zeigte sich in der 1. Klasse, dass er nicht sprach, den Lehrern nicht anwortete, nicht einmal mit Gesten reagierte und auch mit den Kindern nicht sprach, wenn der Lehrer in der Klasse ist. in der Pause verhielt er sich schüchtern, aber spielte mit und ist auch hier zum Glück bei den kindern wieder sehr beliebt, ist häufig verabredet ( allerdings müssen die Kinder zu uns kommen oder er geht zu 2 Freunden, deren Eltern seine Erkrankung kennen und super damit umgehen, dass er mit ihnen nicht spricht).
Wir sind zu einer Psychologin und bekamen die Diagnose selektiver Mutismus. Es gab Zeiten, da sprach er mit keinem Erwachsenen außer seiner Kernfamilie, das hat sich alles schon verbessert. Leider mußten wir die Praxis wechseln und die neue Psychologin verlor sehr viel Zeit mit der Überprüfung, oder unser Sohn nicht doch das Asperger Syndrom hat.
Das WIR uns sehr sicher waren, dass er das nicht hat ( er zeigt außer der starken Kommunikationsschwierigkeiten keinerlei Anzeichen für das Asperger Syndrom), half nicht, er wurde durch alle Tests geschleust mit dem Ergebnis, das er es nicht hat.
Es gingen Monate dadurch verloren.

Nun zum eigentlichen, entschuldigt, dass alles so lang wird...

Bis zur 2. Klasse war unser Sohn ein sehr guter Schüler, sprach kein Wort, äußerte sich in keinster Weise :-(, hatte aber viele Freunde und somit war alles schwierig, aber ok.
Er hat immer noch seine Freunde und ist sehr beliebt, was uns riesig erleichtert. Aber leider sind seine Noten in der 3. Klasse ziemlich runter gegangen. Hier zu Hause sind die Hausaufgaben überhaupt kein Problem, sodass es nicht am Verstehen liegt.
Aber er schreibt nur leider überwiegend 3en und auch mal eine 4. Das wäre kein Problem, wenn er es mündlich ausgleichen würde...
Die Deutschlehrerin geht super toll mit der Erkrankung um, die Klassenlehrerin (Mathe) leider nicht, sie hält ihn für stur und will ihn auf eine Förderschule stecken.

Wir glauben, dass unser Sohn es noch hinbekommen kann zu antworten. Kurz, knapp, leise, aber das er es schaffen kann, weil er es unbedingt will! Er kämpft da jeden Tag drum. Er möchte mit seinen Freunden zur weiterführenden Schule gehen.
Auf einer Förderschule sehen wir ihn nicht, denn er ist, trotz Abneigung der Klassenlehrerin voll integriert und sehr beliebt bei den anderen Kindern. Wenn seine Noten wieder besser würden, wäre das wohl auch kein Thema mehr, so wird es schwierig.

Er hat übrigens seit dem 3. Schuljahr Förderbedarf und eine Hilfskraft. Da aber mehrere Kinder mit Sprachschwierigkeiten in der Klasse sind und mehrere Kinder den Förderbedarf haben, kam eine Kraft aus dem Bereich Sprachschule, keine aus dem Bereich emotional-sozial. Sie kennt die Erkrankung also nicht wirklich und somit hilft es auch nicht wirklich...

Nun wird überlegt, einen Integratinshelfer zu beantragen.
Gibt es das auch für Kinder mit Mutismus? Ich kenne das nur aus dem Autismusbereich!

Habt ihr auch ein Kind, oder kennt ein Kind, welches auf die Regelschule geht und selektiv mutistisch ist?
Welche Hilfsmöglichkeiten gibt es denn noch?

Wir haben ja noch etwas Zeit, aber so langsam macht die Schule immer mehr Druck. Wenn er mit dem Lernstoff nicht zu Hause so locker klar kommen würde, und auch bei den anderen kindern, trotz seines Mutismusses so gut ankommen würde, würden wir auch gar nicht wegen einer Regelschule überlegen, aber zum einen wünscht er es sich, zum anderen glauben wir, er bekommt das hin!

Was gibt es denn noch für Möglichkeiten, unserem Sohn zu helfen?
Gibt es noch Eltern mit einem selektiv mutistischen Kind hier in der Nähe?

Mensch, wenn wir wenigstens eine gute Psychologin hätten, diese hat ständig Vorschläge aus dem Autismusbereich ( z.B. unseren Sohn alleine zu setzen, weil die ganzen eindrücke zuviel für ihn sind. Wollte er auf keinen Fall, fand er ganz schrecklich, im Gegenteil, er will bei seinen Freunden sitzen und fühlt sich in keinster Weise mit den ganzen Eindrücken überfordert!).

Nicht zum ersten mal in den letzten 3 Jahren stehen wir wieder völlig ratlos und hilflos da...

Sorry dass es so lang geworden ist! Ich sende es trotzdem jetzt einfach mal ab.
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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Hallo Chris,

Erstmal herzlich Willkommen im Forum! hier bist Du gut aufgehoben. :D

Ich kann Dir leider nicht viel helfen. nur dazu:
Nun wird überlegt, einen Integratinshelfer zu beantragen.
Gibt es das auch für Kinder mit Mutismus? Ich kenne das nur aus dem Autismusbereich!
Der Anspruch auf einen I-Helfer geht nicht nach Diagnose, sondern nach Bedürftigkeit. Müsst Ihr halt gut begründen (für mich als Laie ist jetzt nicht sofort ersichtlich, was der I-Helfer am Mutismus ändern/helfen soll, und integriert ist er ja gut - das ist eine der Hauptbaustellen, warum Autisten oft eine I-Hilfe brauchen und bekommen).

Hast Du schon geprüft, ob Ihr behinderungsbedingt Nachteilsausgleiche in Anspruch nehmen könnt? Zb dass er nicht durch mündliche Noten die Chance erhält, schlechte Noten aufzubessern wie die anderen Kinder, sondern durch etwas, was ihm entspricht?

Such mal ein bisschen im Forum, zu Schulbegleitung und Nachteilsausgleichen gibt es ganz viele Infos. Und hast Du "Mutis*" schon in die Suche eingegeben?
Guck mal zb hier: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... t=mutis%2A

http://www.mutismus.de/forum/viewforum.php?f=20

Liebe Grüße, Ingrid
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)
Silvia80
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Beitrag von Silvia80 »

Hallo Chris,

von mir auch ein herzliches Willkommen!

Ganz ehrlich: zuerst würde ich die Psychologin wechseln! Es gibt auch Logopäden, Motopäden und Ergotherapeuten, die sich mit selektivem Mutismus beschäftigen. Es muss nicht ein 'Psychologe sein, wenn ihr da niemanden anderes findet.

Vielleicht helfen dir diese Seiten weiter!?
Netzwerk Mutismus der Uni Dortmund
http://www.fk-reha.tu-dortmund.de/zbt/d ... index.html
Dort gibt es auch eine Übersicht an Mutismus-Therapeuten.

StillLeben e.V., auch mit einer Therapeuten-Übersicht
http://www.selektiver-mutismus.de/index ... Leben_e.V.

Wenn dein Sohn mit dem Unterrichtsstoff klar kommt und Anschluss in der Klasse hat, dann würde ich ihn auch nicht auf die Förderschule abschieben lassen. 3en und 4en sind aber beim besten Willen nicht ausreichend für eine "Lernschwäche", sondern recht normale Noten. Damit kann man erstmal keinen Schulwechsel begründen.

Hat euer Sohn die ganze Zeit die gleiche Klassenlehrerin? Wenn er ständig als "stur" abgestempelt wird, wunderte es mich nicht, würde euer Sohn leiden und dies per Noten mitteilen...

Den Nachteilsausgleich möchte ich euch auch ans Herz legen. Schaut mal, ob ihr den durchsetzen könnt. Allerdings werdet ihr euch bei der Klassenlehrerin damit nicht beliebt machen. ;)

Das Wichtigste ist, dass euer Sohn auf der Schule bleiben will. Solange er diese Motivation hat, wird er es auch schaffen! :icon_thumright:

LG! silvia
Motopädin, Sonderpädagogin und verwaistes Geschwisterkind
Kathrin_Sophie
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Beitrag von Kathrin_Sophie »

Hallo!

Ich hönge mich hier auch interressiert an!
Ich habe einen Buben, er st grade 3, und ich pass sehr oft auf ihn auf! Wenn wir bei ihm zuhause sind, spricht er total viel und total glücklich mit mir! Erzählt mir den ganzen Nachmittag was und ist zuhause der Chef! Im Kindergarten (geht zusammen mit meiner Tochter) redet er kein Wort, weser mit Kindern noch mit Erwachsenen!
Wenn er bei uns ist (ca 1. Mal die Woche) spricht er auch nichts, weder mit Sophie noch mit mir.

Seine grosse Schwester ist 10 und hat eindeutig selektiven Mutismus, der aber besser wird! Früher ging sie mit ihrer Mutter aus dem Zimmer, um ihr was zu sagen, in ser Schule spricht sie nur mit ihren Freunden. Die Schule ist relativ offen, wobei sie immer wieder zur Psychologin geschickt wird, aber da es nicht wirklich was bringt, wird es wieder für eine Dauer akzeptiert!
Sie ist aber sehr gut in der Schule, kommt heim, macht gleich ihre Hausaufgaben, schreibt gute Arbeiten!
Inzwischen kennt sie mich ja auch schon sehr gut, und flüstert inzwischen nur noch in Mamas Ohr, aber vor uns, und es wird immer lauter, sodass wir mithören können! :D
Vor ca einem Monat hatte ihre Oma Geburtstag, und sie hat es das erste Mal geschafft, ihr am Telefon zu sagen Happy Birthday! (Sie leben auch in Dubai, also sehen sie die Oma selten)

Sie selbst nimmt sich immer wieder fürs nächste Schuljahr vor, dass sie spricht und sie schreibt mir auch mail über facebook, dass sie einfach nicht sprechen kann mit mir, aber sie hat uns total gerne und würde uns am Liebsten jeden Tag zu sich einladen....

Ich finde diese "Krankheit" sehr mühsam...Die Kinder könnten so toll reden, bekommen aber einfach kein Wort raus....Es frustriert sie selber auch sehr.... :roll:

Somit wünsch ich dir alles Gute, weiterhin!

Liebe Grüsse

Kathrin
Kathrin mit Sophie *09: Frühgeburt -> ICP als beinbetonte spastische Tetraparese und Pflegekind *14 ->Klumpfüße
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LockenClaudi
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Beitrag von LockenClaudi »

Hallo,

wir hatten mal im Hort ein Mädchen mit selektiven Mutismus. Sie hatte im Kindergarten einen Integrationsplatz, in die Schule und in den Hort kam sie aber normal, da hatte es sich schon sehr gebessert.
Sie sprach nur das allernötigste mit uns Erwachsenen und dann sehr leise und ohne uns anzuschauen, das hat sich aber auch in den 4 Jahren, die sie bei uns im Hort war sehr verbessert. Je mehr Vertrauen sie hatte, desto besser gings.
Die Mutter war im SPZ mit ihr in Behandlung. In der Schule war es wohl okay, von sich aus hat sie wohl nix gesagt, aber wenn sie gefragt wurde, antwortetet sie, wenn auch leise, hat der Lehrerin wohl gereicht, die war aber auch echt super! Nur Mathe machte ihr Probleme, da wurde aber auch eine Dyskalkulie festgestellt und dafür bekam sie dann Nachteilsausgleich (Mathe wurde nicht bewertet)
Liebe Grüße,
Claudi * 03/73

Sohnemann L. *01/03, frühkindlicher Autismus
Töchterchen L. *10/04, frühkindlicher Autismus


Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht
Emil und Jakob
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Beitrag von Emil und Jakob »

Hallo Chris,

meine Nichte hat selektiven Mutismus, sie sprach als Kind auch nur mit ausgewählten Personen und nie mit ihren Klassenlehrern. Sie war über bestimmt 2 Jahre hier bei Frau Mende in Behandlung: http://www.sprachheilpaedagogik.info/team.html
und spricht heute mit allen die sie ansprechen, wirkt in der Öffentlichkeit jedoch immer noch sehr ruhig und Zurückhaltend, ihre Schulprobleme gehören jedoch der Vergangenheit an.

Lg Heidi
Bei Fragen kannst du dort bestimmt einmal anrufen, vielleicht weiß sie jemanden der auf diese Sprachhemmung spezialisiert ist in eurer Nähe.
Kaja
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Beitrag von Kaja »

Hallo Chris,

schau mal hier:

http://www.mutismus.de/informationen-un ... paedagogen

Habt ihr schon einmal über eine Sprachheilreha nachgedacht. In der Eubios-Klinik Thalheim waren damals auch einige Kinder mit (selektivem) Mutismus.

Vielleicht könnte auch die übergangsweise Nutzung eines Talkers eurem Kind "eine Stimme geben"?

Viele Grüße Kaja
MonaL
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Beitrag von MonaL »

Hallo,
leider habe ich deinen Post erst jetzt gelesen, aber vielleicht kann ich dir trotzdem ein wenig weiter helfen.
Ich habe zwei Jahre lang einen selektiven Mutisten (und Autisten) an einer Regelschule begleitet.
Zum ersten ist es so, dass dein Sohn ein Anrecht auf einen Nachteilsausgleich hat, sofern der sonderpädagogische Förderbedarf festgestellt ist. Ich hoffe dies ist so, ansonsten wöre es gut, diesen zu beantragen.
Nach diesem Nachteilsausgleich MÜSSEN die Lehrer deinem Sohn die Möglichkeit geben, die mündlichen Noten auf anderem Wege auszugleichen. Hier einige Beispiele, wie mein Klient das getan hat.
1. Anstatt mündliche Antworten zu geben, hat er diese aufgeschrieben. Das dauert zwar am Anfang etwas, es spielt sich aber schnell ein. Am Anfang habe ich die Antworten vorgelesen, später haben es seine Mitschüler übernommen. Voraussetzung ist, dass er IMMER einen Block dabei hat.
2. hat er in regelmäßigen Abständen einfach Extraaufgaben für zu Hause bekommen.
3. Der Klient sprach zwar nie vor anderen Personen, hatte aber überhaupt keine Probleme damit, etwas auf Diktiergerät aufzunehmen, er konnte sogar dabei sein, wenn es abgespielt wurde. Versucht das mal, das hat toll funktionier und gerade in Fächern wie Englisch war es auch sehr wichtig, wegen der Aussprache. Er muss ja nicht dabei sein, wenn es abgespielt wird, das kann der Lehrer ja woanders abhören.

Als der Klient auf die Schule kam, gab es große Vorbehalte dagegen. Nach ein paar Monaten waren diese Vorbehalte faktisch nicht mehr da, weil jeder Lehrer seinen Weg mit ihm gefunden hatte.
Mutismus ist eine anerkannte Erkrankung, das kann die Lehrerin nicht ignorieren. Sollte sie dies doch tun, gehe zur Schulleitung, wenn das nicht hilft zum Schulamt. Ich bin eigentlich kein Freund von sowas, aber diese Lehrerin hat, bei allem Respekt, nicht das Fachwissen, so etwas beurteilen zu können.

Liebe Grüße und viel Glück! :)
MonaL
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Beiträge: 37
Registriert: 22.11.2011, 15:12
Wohnort: Essen, Ruhr

Beitrag von MonaL »

Hallo,
leider habe ich deinen Post erst jetzt gelesen, aber vielleicht kann ich dir trotzdem ein wenig weiter helfen.
Ich habe zwei Jahre lang einen selektiven Mutisten (und Autisten) an einer Regelschule begleitet.
Zum ersten ist es so, dass dein Sohn ein Anrecht auf einen Nachteilsausgleich hat, sofern der sonderpädagogische Förderbedarf festgestellt ist. Ich hoffe dies ist so, ansonsten wöre es gut, diesen zu beantragen.
Nach diesem Nachteilsausgleich MÜSSEN die Lehrer deinem Sohn die Möglichkeit geben, die mündlichen Noten auf anderem Wege auszugleichen. Hier einige Beispiele, wie mein Klient das getan hat.
1. Anstatt mündliche Antworten zu geben, hat er diese aufgeschrieben. Das dauert zwar am Anfang etwas, es spielt sich aber schnell ein. Am Anfang habe ich die Antworten vorgelesen, später haben es seine Mitschüler übernommen. Voraussetzung ist, dass er IMMER einen Block dabei hat.
2. hat er in regelmäßigen Abständen einfach Extraaufgaben für zu Hause bekommen.
3. Der Klient sprach zwar nie vor anderen Personen, hatte aber überhaupt keine Probleme damit, etwas auf Diktiergerät aufzunehmen, er konnte sogar dabei sein, wenn es abgespielt wurde. Versucht das mal, das hat toll funktionier und gerade in Fächern wie Englisch war es auch sehr wichtig, wegen der Aussprache. Er muss ja nicht dabei sein, wenn es abgespielt wird, das kann der Lehrer ja woanders abhören.

Als der Klient auf die Schule kam, gab es große Vorbehalte dagegen. Nach ein paar Monaten waren diese Vorbehalte faktisch nicht mehr da, weil jeder Lehrer seinen Weg mit ihm gefunden hatte.
Mutismus ist eine anerkannte Erkrankung, das kann die Lehrerin nicht ignorieren. Sollte sie dies doch tun, gehe zur Schulleitung, wenn das nicht hilft zum Schulamt. Ich bin eigentlich kein Freund von sowas, aber diese Lehrerin hat, bei allem Respekt, nicht das Fachwissen, so etwas beurteilen zu können.

Liebe Grüße und viel Glück! :)
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elfi65
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Beitrag von elfi65 »

Hallo Chris,

deine Probleme sind mir wohlbekannt, ich habe einen 11 jahre alten Sohn mit Selektiven Mutismus, Asperger und einer Hochbegabung und noch kleineren Baustellen.
Der Mutismus ist uns seit der 2.Klasse bekannt, es fanden ausführliche Lehrergespraeche statt, ohne Erfolg. Ausspruch:" ach, der will bloß nicht, der ist stur...."
Sprachliche Verweigerung, also total seit Anfang 3.Klasse und teilweise schriftliche Verweigerung seit Anfang 4.Klasse.
Ich fragte mehrmals nach einer Untersuchung durch den Schulpsychologen, Schule meinte dann endlich In der 3. Klasse, na da müssen wir dann doch mal einen Antrag stellen.
Bis zum Verlassen der Grundschule erfolgte keine Untersuchung, wir haben nach monatelangem Warten und Suchen alles privat geregelt.
Diese Schule war es nicht wert...... mir geht heute noch die Gallle hoch.

5.Klasse - Begutachtung durch den MSPD, ah Förderung im emotionalen-sozialen Bereich, Nachteilsausgleich, gut ein Schritt weiter, aber...

extremer Mobbing, Weigerung der Lehrer Kind zu unterrichten, sogenannter Trainingsraum und warum - Verrhaltensauffaelligkeiten - Kind verweigert sich, spielt mit Stiften, rollt Trinkflasche, dreht seine Tasche, natürlich im Unterricht, keine Gruppenarbeit, kein Sport, kein Singen usw.

Ergebnis - Kind gesteht mir: "Lieber will ich tot sein, als weiter so zumachen."

SOFORTIGE NOTAUFNAHME IN DIE KJP, STATIONAER.

4 Monate, Diagnosen: Selektiver Mutismus bestätigt, Asperger und Hochbegabt und schwere Depressionen

welche Schule, niemals wieder die alte. Im Moment geht er in eine Sekundarschule mit Förderung im emotionalen-sozialen Bereich. Natürlich ist das immer noch nicht die Richtige, aber finde mal eine Schule für mein besonders Kind.

Ach und Schluss, wir haben die Wahl dieser Schule nicht bereut. Endlich wird er akzeptiert und kann sich in Ruhr zur Schule begeben und auch mal was lernen, zwar nicht IQ gerecht, aber er lernt.

Nun ist geplant, das er eventuell mal ein Gymnasium testet, aber mit Schulbegleitung, aber das liegt noch vor uns und erfordert noch viele Gedanken.

Danke, es ist doch ausführlicher geworden, aber die Kombination ist nicht oft.

MfG Elfi mit Henri :lol:
Sohn 2002 Asperger, selektiver Mutismus, HB
Tochter 1988
Sohn 1990
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