Lesen lernen ist ja so schwer

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Annette R.
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Beitragvon Annette R. » 08.05.2013, 10:57

Blöde Frage, aber ist ein Sehfehler ausgeschlossen worden?
Lena 2001: möglicherweise leichtes ADHS ( Diagnose und Gegendiagnose), ansonsten einfach ein Mädchen, was anders ist als andere....
Nellie 2006: Selbstbewußte Knutschkugel mit " Fräulein Rottenmeyer-Syndrom" ;) die gerne im Mittelpunkt steht.
Max 2008: leicht hypoton, motorisch retadiert, v. a. auf ASS und HB ( Diagnose zur Zeit nicht möglich)

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friederike
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Beitragvon friederike » 08.05.2013, 12:46

Hallo,

kennt Ihr die Hasenschule in Berlin?

http://www.hasenschule.de/standorte/berlin/

Sie haben viel Erfahrung mit dem Lesenlernen. Vielleicht nehmt ihr mal zu Ihnen Kontakt auf?

Gruß,

Friederike
Gruß,

Friederike
www.impuls-21.de

MarinaH
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Beitragvon MarinaH » 08.05.2013, 13:26

Hallo!

Wenn Deine Tochter einen Talker hat, kann sie dann sprechen? Wenn sie sprechen kann, kann sie Silben erkennen und Laute? (Silben klatschen z. B.).
Wie lernen eigentlich nicht sprechende Kinder Lesen? Die übliche Methode dürfte wohl nicht funktionieren, das sie ja die Worte nicht aussprechen können.

LG Marina
Kinderärztin im SPZ

Michi
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Beitragvon Michi » 08.05.2013, 22:40

Hallo,

entschuldigt bitte, aber ich komme jetzt erst dazu, Eure Antworten zu lesen. Toll, ich bin begeistert, daß ich so viele - vor allem hoffnungsbringende - Antworten bekommen habe. Vielen lieben Dank erst einmal.

Leonie hat eine sehr verwaschene Aussprache, versteht alles, und würde auch grammatikalisch korrekte Sätze bilden, jedoch versagt ihr einfach die Kraft und die muskuläre Kontrolle beim Sprechen. Ein Sehfehler ist - soweit es die normale Sehschärfe betrifft - mit einer Brille korrigiert.

Es ist wie bei Kirstens Sohn: Leonie scheitert einfach an dem Zusammenziehen der Silben. Und das frustriert sie natürlich und hemmt ihre Lust und Laune, am Ball zu bleiben. Wir hatten auch nach dem IntraAct Plus SYstem gearbeitet, aber das zieht auch relativ schnell die Silben zusammen, so daß sie dort auch nicht weiterkommt. Ich habe mit ihr zwar die Buchstaben gelernt (ich habe natürlich aufgrund ihrer verwaschenen Aussprache zwar nicht alles verstanden, aber wir haben uns dann mit Zeichensprache verständigt), aber da kommen wir auch nicht weiter.

@Ninna, ich bin wirklich neugierig, was bei der Schulversammlung herausgekommen ist. Schreib doch dann bitte, ob noch andere Ideen für uns in Frage kommen würden.

@Frederike, ich habe die Hasenschule auch schon entdeckt, aber weißt Du per Zufall, ob sie sich dort mit Kinder wie Leonie (mit Talker und sprach- und lernbehindert) auskennen?

@Marina: Ich denke, daß das Lesen lernen ohne aktive expressive Sprache auf jeden Fall extrem schwer ist. Man hat aufgrund der undeutlichen Aussprache ja auch gar nicht die Chance, sich korrekt selber zu hören, wie man spricht, und wie soll man dann erst die Silben miteinander verbinden. Ich denke, es wird dann noch schwerer, wenn es um Schreiben lernen geht.

LG, Michi
Lisa (03/2007), unser Wirbelwind, und Leonie (06/2003), unser Sonnenschein mit spastischer Paraplegie Typ 4, Hypotonie, Absencen-Epilepsie und Epilepsie mit Neigung zum Status epilepticus

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katrinchen
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Beitragvon katrinchen » 09.05.2013, 09:49

Hallo Michi,

vielleicht ist Leonie ein Kind, bei dem es "andersrum" funktioniert, d.h. Lesen durch Schreiben.
Dazu kann man den Talker wunderbar einsetzen, denn für den tobii gibt es eine Anlauttabellen- Seite.
Sie müsste dann, um Wörter schreiben zu können, diese auf die Buchstaben abhören. Das mache ich mit meinen Schülern immer zusammen, wobei ich sehr deutlich artikuliere und die Lautgebärden nutze, sodass die Schüler sich an Mundstellung und Lautgebärde orientieren können. Dann schreiben sie die Buchstaben auf- das könnte Leonie ja mit dem Talker machen- und bilden so eigene Wörter.
Besonders motivierend sind solche Übungen, wenn man zu Bildern/ Fotos schreibt. Dazu könnte man z.B. ein eigenes Fotoalbum mit Erlebnissen erstellen oder aber ein beliebtes Bilderbuch nutzen, indem man die Bilder einscannt und dann einen eigenen Text dazu schreibt. Oder man malt selbst was...
Wie man mit der Anlautabelle arbeitet- falls Leonie das noch nicht kent- kannst du hier nachlesen und findest gute Anregungen:
http://www.rechtschreib-werkstatt.de/rs ... richt.html

Eine weitere Mögichkeit wäre es, doch noch mal über die Ganzwortmethode zu gehen, dabei aber kleine und flexible Wörter zu nutzen, z.B. und, mit, in, ich usw. Das schöne an diesen Wörtern ist, dass sie sehr häufig auftauchen und sich auch in Wörtern "verstecken". Vielleicht wäre auch das noch ein Weg. Solche Wörter findest du u.a. hier:
http://www.akuk-online.de/attachments/a ... r%20UK.pdf (die Top 50)
http://www.legasthenie.com/wp-content/u ... schatz.pdf (hier dann die kurzen nehmen)

LG
Katrin
Katrin (*83), Förderschullehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

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Beitragvon ehemalige Userin » 09.05.2013, 10:32

Guten Morgen,

Ich finde diesen Thread jetzt sehr, sehr spannend! :)

Ich habe gestern festgestellt, dass das System der Lautzeichen, die wir unterstützend beim Lesen anwenden ( wurde bei uns ursprünglich eingeführt von Sonderpädagogin der zweiten Klasse) ja eigentlich aus der Lesenestmethode der Hasenschule stammen. :lol:

Und auch Ganzwortlesen habe ich mit Hans praktiziert. Einmal ganz am Anfang, damit er sehen konnte, was der funktionsvorteil des Lesens ist....damit Hans eben auch den Wunsch entwickeln konnte, lesen zu wollen!

Jetzt benutze ich Ganzwortlesen um die Lesegeschwindigkeit steigern zu können (macht jeder von uns ganz unbewußt auch. Die meisten Worte eines Alltagstext synthetisieren kompetente Leser gar nicht ) .

Ich übe mit Hans einen Grundwortschatz von ca. 800 Wörtern. Die habe ich auf A7- Karteikärtchen gedruckt und in mehrere Stufen aufgeteilt. (Erste Stufe sind 200 Wörter aus Grundwortschatz erste Klasse Bayerische Grundschulen) Jede Stufe gibt es auf 3 verschiedene Varianten (Papier und Schrift). Wir üben anhand dieses Karteikartensystems gleichzeitig die Synthetisierung der häufigen Worte. Gleichzeitig lernt Hans aber auch über kurz oder lang so die Worte als Ganzworte zu erkennen.

@ Michi, ich würde an deiner Stelle einfach nicht aufgeben, mit dem Zusammenschleifen! Bei uns war das so, dass tatsächlich irgendwann über Nacht der Knoten geplatzt ist und dann ging es auf einmal recht leicht. .
Ich habe z.B. auch oft mit Hans im "Duett" zusammengeschliffen.
Das heißt ich habe das mmmmmmmmmmmm sekundenlang gehalten und Hans ist mit dem aaaaaaaaaaa eingesetzt...so dass gemeinsam die Silbe mmmaaa ergeben hat. Ist vielleicht komisch erklärt, aber probier es mal aus, wir haben das sehr laut gemacht und mit Bewegungsspielchen verbunden....hat ihm viel Spaß gemacht :wink:

Schade ist bei uns, dass die Sonderpädagogin irgendwie den Anschluss an unseren Leselernprozeß verloren hat. Sie gibt ihm Arbeitsblätter zum Zuordnen von Einzelwörtern auf dem Niveau Tiger, Hose, Auto, Ball, usw . Dabei kann Hans in der 1:1 Situation die "Übersetzung" von Rudi Rüssel gut selber lesen.

Aber praktischerweise wird in Kunst, Sport und Erzählkreis sowieso wenig gelesen. :P

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Beitragvon Dore Steinert » 09.05.2013, 14:02

Hallo Michi,

es gibt so viele Möglichkeiten, warum ein Kind nicht schreiben kann ... ein Lesecamp macht meiner Meinung nach Sinn, wenn die Kinder kurz davor sind, den entscheidenden Schritt zu machen. Sonst lernen sie unter Umständen in erster Linie die Botschaft: ich kann nicht schreiben. Leider ist auch das erfolgreiches Lernen. (Auch wenn es spielerisch vermittelt wird, die Kinder sehen die Ergebnisse und verstehen die Erwartungshaltung).

Wenn du das Gefühl hast, das der "Knoten" noch nicht kurz vor dem Platzen ist, würde ich vielleicht einen Schritt zurück machen. Wird das Lesen und Schreiben schlechter, wenn sie sich sehr anstrengt? Dann dürfte sie überfordert sein.
Lesen und Schreiben sind auf jeden Fall Abstraktionen - wenn die Grundlage dafür fehlen, (Orientierung im Raum, Sehen, Sprachverständnis etc.) wird es sehr, sehr schwer.
- Kann deine Tochter Formen erkennen, wenn du sie ihr beispielsweise auf die Hand oder das Gesicht malst - was ist ein Punkt, was ist ein Strich? Wenn sie das noch nicht unterscheiden kann, ist es zum Zusammensetzen zu früh.
- Kann deine Tochter malen? Das spräche dafür, dass sie über eine ausreichende Hand/Augenkontrolle verfügt und nicht zu sehr damit beschäftigt ist, überhaupt einen Stift zu halten, um sich aufs Schreiben zu konzentrieren.
- Versteht sie den Sinn von Symbolen?
- Von Zusammensetzen? Aus einem waagrechten Strich und einem senkrechten Strich - also zwei relativ einfachen Konzepten - wird ein L. Aus M und A wird Ma. Wichtig: Aus E und I und S wird EIS (das man dann auch essen sollte, dann macht Lesen Sinn!)

Die Größe kann eine Rolle spielen - es ist wesentlich leichter, ganze Wörter zu lesen, wenn sie kleiner geschrieben sind (dann erfasst das Auge sie auf ein Mal), Schreiben kann aber auf großen Unterlagen wesentlich einfacher sein, wenn die Feinmotorik noch nicht gut koordiniert ist ...

Eine Lesegruppe sollte auf jeden Fall auch für sie zurecht geschnitten sein, damit sie nicht demotiviert wird. Sonst würde ich erst Mal lieber bei Einzelarbeit bleiben.

(Zu deiner Eingangsfrage: Ein Intensivprogramm kann ich dir nicht nennen, aber es gibt z.B. ein Legasthenie-Zentrum im Prenzlauer Berg (Driesener Str.?), das dir vielleicht Auskunft geben kann).

Liebe Grüße, Dore
Feldenkrais-Therapeutin / Jeremy - Krauss - Approach / Kinästhetik-Trainerin / Heilpraktikerin (Schwerpunkt neurmotorische Entwicklung). https://lernchancen.wordpress.com/

2 Söhne (93 / 96) mit kleinsten Baustellen.

Michi
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Beitragvon Michi » 10.05.2013, 22:40

Hallo,

nochmal vielen lieben Dank für die vielen Tipps!

@Katrin, Deine Links werde ich mir auf jeden Fall noch mal genauer anschauen. Welche Anlautseite von Tobii meinst Du eigentlich? Ich kenne nur die Literaacy-Seiten mit der Buchstaben-/Symbol-Tastatur. Und mit dem Kernvokabular zu beginnen, ist eigentlich logisch! Hm, hatte natürlich mit dem Grundwortschatz der ersten Klasse begonnen, aber das kann man ja dann später einsetzen, wie es auch Kirsten mit ihrem Sohn Hans jetzt tut.

@Dore, Deine Hinweise finde ich auch sehr interessant! Sie malt mit Hilfe ihres Talkers, da sie Schwierigkeiten mit dem Stift-Halten hat. Früher hatte sie damit weniger Schwierigkeiten, aber mit zunehmenden Alter fällt es ihr einfach zu schwer. Mit dem Talker klappt das viel besser. Den Test mit Punkt und Strich werde ich auch noch machen. Da bin ich sehr gespannt.

Ich glaube, sie hat mittlerweile auch einige Wörter ganzheitlich gespeichert. Sie schreibt auf ihrem Talker mit dem Malprogramm ihren Namen (allerdings schreibt sie das L gespiegelt nach oben), und typische Wörter wie den Namen ihrer Schwester, Oma und Opa kann sie auch schon schreiben, aber das Zusammenziehen von Buchstaben zu Silben wie MA oder AM klappt trotzdem nicht. Außerdem bin ich mir immer nicht so ganz sicher, ob ich zunächst nur mit Großbuchstaben beginnen soll, und dann die kleinen dazunehmen soll, oder ob gleich mit beiden beginnen soll.

LG, Michi
Lisa (03/2007), unser Wirbelwind, und Leonie (06/2003), unser Sonnenschein mit spastischer Paraplegie Typ 4, Hypotonie, Absencen-Epilepsie und Epilepsie mit Neigung zum Status epilepticus



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Dore Steinert
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Beitragvon Dore Steinert » 11.05.2013, 14:31

Hallo Michi,

das mit der ganzheitlichen Speicherung ist eigentlich viel einfacher - wie ein gemaltes Bild, aber ohne das Konzept: Buchstaben bilden Worte.

Für Kinder mit motorischen Schwierigkeiten ist das Prinzip auf jeden Fall viel schwerer zu verstehen: Wenn man relativ (aber nicht zu) langsam das Wort "Lampe" spricht, fühlt man mindestens drei verschiedene Bewegungen (das L, M und P). Selbst wenn man es sich nicht bewusst macht, weiß man lang vor dem Schreiben bereits, dass Sprache sich aus Einzelteilen zusammensetzt. Das gleiche Wort mit der Zunge an die Schneidezähne gepresst gibt das Gefühl der Anstrengung und einen Buchstaben - das P.
Wenn Kinder es schaffen, das "Geheimnis" des Zusammensetzens trotzdem zu entschlüsseln - und manche schaffen es durchaus! - vollbringen sie also eine wesentlich größere kognitive Leistung als ein durchschnittliches Kind.

Und ein lang gezogenes MMMMMMMAAAAAAA - klingt ja wirklich eher nach Schaf als nach Mama.

Es ist nur schwer, dahinter zu kommen, wo es hakt. Wie auch bei schwerhörigen Kindern, die teilweise brilliant kompensieren (sich z.B. selbst das Lippenlesen beibringen).

Die gute Nachricht ist aber, dass die Fortschritte dann ganz plötzlich kommen können, ohne dass man sie erwartet - weil z.B. in der Logopädie neue Laute erfahren wurden.

Ich würde einfach erst Mal da weiterarbeiten, wo sie es kann - dann eben erst Mal mit zusammengezogenen Worten, vielleicht ist das ein Umweg, der verständlich ist. Irgendwann fällt ihr vielleicht auf, dass sie diesen Buchstaben schon kennt und in einem anderen Wort verwenden kann - dann wird es klarer.
Und wahrscheinlich erst Mal nur mit Groß- oder Kleinbuchstaben (wie soll man verstehen, dass ein Laut auch noch gleich zwei Buchstaben hat?)
Wichtig sind Worte, die zu schreiben einen Sinn ergibt (EIS!). Das erste verlässlich richtig geschriebene Wort meines Sohnes war übrigens "Uromastix Arcanthinurus" (er interessierte sich für Echsen). "Und" oder "das" dagegen ... :roll:

Wenn das Schreiben schwierig ist: größere Formen sind leichter zu handhaben als kleinere.
Das Kind soll auf Anfängerhefte mit drei Linien schreiben? Gern, aber keiner hat gesagt, wie weit die drei Linien auseinander liegen sollen. Wir haben die Hefte im Copyshop auf A3 hochkopiert und die Hausaufgaben in riesenhafter Ausführung abgegeben.  8)

Liebe Grüße, Dore
Feldenkrais-Therapeutin / Jeremy - Krauss - Approach / Kinästhetik-Trainerin / Heilpraktikerin (Schwerpunkt neurmotorische Entwicklung). https://lernchancen.wordpress.com/



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UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 12.05.2013, 07:56

Hallo,

dieser Thread ist sehr interessant.
Mein Sohn hat ja eine VED. Die Sprachanbahnungstherapie, die ich mit ihm mache basiert auf dem Prinzip, das er durch lesen auch zur Sprache kommt.

Ich würde zunächst nur mit Großbuchstaben arbeiten. Das ist einfacher.
Wichtig ist, als ersten Schritt, das das Kind sicher den Buchstaben benennen kann. Wenn dann das Kind sicher z.B. die Buchstaben M, A, F, P benennen kann, kann man mit diesen Buchstaben schon mit Silben beginnen. Ich habe dafür DIN A4 Blätter angefertigt mit 4 * 3 Zellen, also
MA MA MA
MA MA MA
MA MA MA
MA MA MA

Man übt zunächst nur die eine Silbe und das dann auch mit FA, PA usw.
Wenn diese Stufe sicher beherrscht wird, kann man sich ein Arbeitsblatt anfertigen, das die Silben mischt z.B.
MA FA MA
FA MA FA
MA FA MA
FA MA FA

So übt man sehr kleinschrittig das Silbenlesen.
Dazu habe ich sehr viel Geduld gebraucht.
Mittlerweile kann mein Sohn einfache Sätze lesen wie z.B.
"Ich mag Pizza" usw.

Viele Grüße,
Ursula
Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus


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