Information an andere Eltern im Kindergarten?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 22.04.2013, 20:25

Hallo,

mein Sohn ist zwar nicht mehr im Kindergarten, aber wir haben die Eltern in der Schule informiert. Ich habe gedacht, das Sie auch ihren Kindern dadurch erklären könnten, das mein Sohn so ist wie er ist!!
Ging leider in die Hose. :(
Wenn er in die Realschule kommt, soll seine Therapeutin vom ATZ auf dem ersten Elternabend die Eltern informieren.
Ist es ein Vorteil? Oder wieder nur ein Nachteil?
Ich weiß es nicht!!!

Ich denke ob Aufklärung oder nicht, muß jeder für sich selbst entscheiden.

LG Gudrun

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Sabine-BB
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Beitragvon Sabine-BB » 23.04.2013, 00:30

Bei uns hat das damals die Erzieherin gemacht, erst die Kinder informiert- in seinem beisein- und das kindgrecht erläutert und erklärt. Das war kein Thema, aber bei uns ist das ja auch nicht äußerlich offensichtlich.
Auf dem ersten Elternabend hat sich jeder klurz vorgestellt, da hab ich zwei nebensätze dazu verloren. Die, die es interessierte, haben nachgefragt, die anderen halt nicht.
Ich hatte Glück, der Kindergarten wurde damals ganz neu aufgemacht, also die Eltern kannten sich nicht, die Kinder auch nicht. Alles neu, das hat super geklappt.
In der Schule wurde das nur mit den Kindern in der Klassenkonferenz besprochen, mit den Eltern garnicht mehr.
Sorgenschatz (März 2005) allerg. Asthma,muskel. Hypotonie, verbale Dyspraxie mit Koordinationstörung und Probleme bei der Handlungsplanung

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 23.04.2013, 00:43

Hallo,

Mir ist schon öfter aufgefallen, dass Kiga-Kinder eigentlich sehr offen mit Behinderung umgehen. Sie trauen sich zu gucken und zu fragen, es gibt da noch keine Tabus und oft fällt ihnen eine für uns Erwachsene offensichtliche Behinderung nicht mal auf (bei Schulkindern erlebe ich das schon recht anders). Deshalb würde ich da NICHT als erstes über die Eltern gehen mit der Aufklärung, sondern erst die Kinder und die Erzieherinnen machen lassen. Und dann nach Eingewöhnung auch die Eltern aufklären - damit die Kinder ihren eigenen Eltern da ein bisschen Nachhilfe geben können. :wink:

Liebe Grüße, Ingrid
Engrid
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"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Beitragvon Annika S. » 23.04.2013, 09:25

Hallo,

ich habe selber die Erfahrung gemacht, dass es nicht viel bringt, die Eltern vorher informieren! Wir haben das am 1ten Elternabend gemacht, da war von allen Seiten Verständnis da, aber im Alltag leider nicht mehr. Die Kinder haben gar kein Problem, Leon ist voll integriert und sogar ziemlich im Mittelpunkt. Die Eltern ignorieren uns eher, komme aber auch vom Dorf und da sind wir halt Exoten!
Mittlerweile denke ich einfach, wen es interessiert der fragt und wen nicht, der hat Pech und kommt nicht in den Genuß meinen wundervollen Sohn näher kennenzulernen!

Liebe Grüße
Annika

Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 23.04.2013, 09:55

Hey!

Mir liegt das Offensive :wink:
Und - ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht!
Klar, gibt es Menschen, die ich damit überfordere und die dann "eigenartig" reagieren, aber das ist dann eben ihre "eigene Art" und damit muss und kann ich dann umgehen :wink:

Wir haben ja beides - Jessy mit ihrer megaoffensichtlichen Andersartigkeit. Inzwischen 10 Jahre alt mit kurzem, pflegeleichtem Haarschnitt liegt das Mädel in einem überdimensionierten "Kinder"wagen mit allerlei Zusatzequipement. Auf dem Sportplatz bildet sich immer sofort eine Traube Kinder um uns und da wir inzwischen schon dem ein oder anderen bekannt sind, ist auch die anfängliche (verbale) Scheu unbekannter Kinder meist rasch überwunden. Die altbekannten fragen, wie alt sie denn jetzt ist und was sie gerade "sagt". Die neuen hören staunend zu und fragen ihrerseits.
Letztens habe ich das Weitsprungtraining komplett gesprengt, denn keiner wollte mehr springen und alle wollten alles gaaaaanz genau wissen :D
Trainer und die anderen, sich wundernden Eltern, kamen dazu, hörten zu, fragten nix, bekundeten aber im Nachhinein große Anerkennung für die kindgerechten Infos und den unbefangenen Umgang!

Aber vor Jahren in der "Krabbel"gruppe warf mir eine andere Mutter auch vor, dass ich "schuld sei", dass Ihr Kind ein Einzelkind bleibe! :shock: Nachdem sie nun wisse, was für ein unerträgliches Schicksal sie trotz aller Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen treffen könnte, ginge sie dieses Risiko nicht mehr ein - Jessy hat einen Geburtschaden :roll:
Nun, ich habe ihr von Herzen gewünscht, dass Ihr gesunder Goldschatz gesund und unfallfrei erwachsen wird!

Bei den Jungs ist das schon schwieriger - ihre Beeinträchtigung ist nicht sichtbar! Noch dazu sind sie motorisch und kognitiv seeeeeeeeehr fit, dennoch haben sie auf Grund ihrer Biographie einen ganz massiven emotional-sozialen Entwicklungsrückstand :roll: Sie sind emotionale "Kleinkinder" und gleichzeitig pubertierend :shock: Sie sprengen oft den Unterricht oder das Training und sind auch auf Wettkämpfen manchmal schlecht "steuerbar". Ein "Selbstregulierung" noch undenkbar.
Das trifft und betrifft andere Kinder sehr viel mehr und führt schon mal eher zu Konflikten auch mit anderen Eltern, Trainern, Lehrern, denn bei allem Verständnis ist man sich und seinen Kindern doch am nächsten :wink:

Dennoch - wüsste unser Umfeld nix über die Gründe, würde das Verhalten zu noch mehr Unverständnis und Ärger führen :roll:

Also - nur Mut!
Und - ich erzähle lieber selber, denn dann kann ich auch darauf eingehen und bin sicher, dass nichts falsch erzählt wird, falsch verstanden wird noch genug.

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

mamavonsarah
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Beitragvon mamavonsarah » 23.04.2013, 10:03

Hallo.

wir sind noch nicht in der Situation, dass wir etwas erklären müssen.
An der Grundschule im Ort waren auch schon zwei Autisten also kennen sich zumindest die Lehrer aus, wenn es mal soweit ist.

Ich sehe es auch gar nicht ein.... alle Kinder haben Macken und ich mache nicht den Erklärbär.

Es kommt aus meiner Sicht sehr auf die Behinderung an. Rein körperliche Behinderungen kann man sicher überall gut "verkaufen" und wird auch auf Verständnis stoßen.

Bei geistigen und selischen Besonderheiten wird es tricky. Die Eltern, die es interessiert, sind sicherlich so gepolt, dass sie auch nachfragen.
Bei den anderen spare ich mir die Kräfte... mal ehrlich... solange schon bei vermeintlichen Fachkräften und Amtsträgern wenig Verständnis und Wissen herrscht, wird man auch bei den Eltern vor Ort wenig ausrichten.

Vielleicht macht man es seinem Kind stellenweise sogar noch schwerer, weil dann auch die anderen Eltern meine, dass auch ihr Kind eine "Extrawurst" verdient hätte.

Fakt ist, ich kann nicht ein lebenlang erklären, was mit meiner Tochter los ist.
Ziel sollte sein, dass sie möglichst selbständig lebt und eben auch an Konflikten wachsen muss.

Wenn Eltern und Kinder von meiner Tochter genervt sind, ändert auch eine Erklärung nichts... zumindest nicht langfristig. Man muss sich dann eben nach anderen Lösungen umschauen.

LG Sandy


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