Konfirmandenunterricht - Integrationshelfer?

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

Moderator: Moderatorengruppe

Daniplus
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 347
Registriert: 29.09.2006, 22:28

Konfirmandenunterricht - Integrationshelfer?

Beitragvon Daniplus » 15.04.2013, 22:15

Hallo zusammen,
es gibt schon einen guten und intensiven Austausch über den Konfirmandenunterricht, den ich aber neu eröffnen und damit fokussieren möchte, indem ich eine konkrete Frage stelle:
hat jemand erlebt/Erfahrungen damit gemacht, dass - über irgendwelche Einrichtungen - die Jugendlichen mit Integrationshelfer im Unterricht waren, ähnlich wie in der Schule? Gerne auch für den - bei uns zumindest - vom Lebensalter später stattfindenden Firmunterricht.
Und wer nicht öffentlich posten mag, weil die Erfahrungen gemischt sind, gerne auch per PN.

Liebe Grüße
Daniplus

P. S. Ich kenne jemanden sehr gut, der Konfirmandenunterricht als Pfarrer gestaltet und immer wieder auch selbst vor der Frage steht, wie dem Einzelnen in so gemischten Gruppen gerecht werden kann, und der großes Interesse hat, von uns auch zu hören, wie wir uns als Familie das vorstellen.
Daniplus (ohne Kalorien) mit Tochter Ly (in vieler Hinsicht ein besonderes Menschenkind), Jahrgang 2004

Werbung
 
Elisabeth97
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 296
Registriert: 01.09.2007, 20:26
Wohnort: NRW

Beitragvon Elisabeth97 » 15.04.2013, 23:34

Hallo Daniplus,

mein Sohn (ICP und Rollifahrer) ist im letzten Jahr konfirmiert worden. In der Schule (intgrative Regelschule) hat er einen I-Helfer. Den Konfirmationsunterricht hat er ohne diese Hilfe bestritten. Ich habe ihn ja hingebracht incl. Jacke an- und ausziehen. Weitere Hilfestellungen wie Unterlagen ein- und auspacken hat einer der Mitkonfirmanden übernommen oder der Pfarrer. Das lief also problemlos. Zum Konfi-Camp hat ihn allerdings sein I-Helfer begleitet und ich habe die Tage über die Verhinderungspflege abgerechnet. Im Konfirmationsgottesdienst hat ihn auch ein anderer Konfirmand geschoben. Er hat sich dort sehr wohl gefühlt und macht jetzt auch bei den Familiengottesdiensten in der Band mit.

Viele Grüße
Elisabeth

Benutzeravatar
MartinaSoPäd
Professional
Professional
Beiträge: 1147
Registriert: 25.09.2008, 13:23
Wohnort: Berlin

Beitragvon MartinaSoPäd » 16.04.2013, 00:55

Huhu!

in meiner Konfigruppe waren 2 körperbehinderte Jungs. Die hatten keinen Helfer, der eine war selbstständig (der konnte auf Freizeit als einziger Junge aus seinem Rollstuhl raus das Bett beziehen ;-) ), der andere brauchte viel Hilfe. Im Unterricht haben wir Mitkonfis das gemacht (Jacke an und aus, mitschreiben, einpacken usw), auf Freizeit waren genügend erwachsene Helfer dabei, aber nicht *speziell* für ihn.

3 Jahre später war es eine reine Behindertengruppe, sehr gemischt, körperlich und geistig eingeschränkte Jugendliche. Auf die Freizeit bin u.a. ich als Helferin mitgefahren, sowie weitere Mitglieder der Gemeinde, ehrenamtlich, für Essen reichen, Unterstützung und Rollstuhl schieben sowie für die Pflege (wobei die Pflege die Erwachsenen übernommen haben). Kein I-Helfer, die Kosten wurden ganz selbstverständlich von der Gemeinde getragen (allerdings: ev. Stiftung Volmarstein, Behinderte waren überall im Gemeindeleben mit dabei und es war viel drauf abgestimmt).

Dort wird viel gemacht, dass die vorhergehenden Konfis dann auf Freizeiten mitfahren als Unterstützung. Ist ja auch cooler, als immer nur Erwachsene. (Bei Autisten oder anderen Jugendlichen, bei denen eine dauerhafte Bezugsperson wichtig is, würd ichs aber auch versuchen den irgendwie mit reinzukriegen)

Gruß

Martina
Martina (*81)
Zur Zeit in Elternzeit
Selber Reizdarm, V.a. Asperger
Tochter R. (*05.15) (Medulloblastom 5.19 entfernt, Bestrahlung ab 6.19)
Sohn C. (*29.8.18)

Reginas Family
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 558
Registriert: 07.11.2010, 19:37
Wohnort: Friedberg

Beitragvon Reginas Family » 16.04.2013, 10:41

Hallöchen,
meine Freundin hat ihre andere Tochter mitgeschickt, damit ihre autistische Tochter am Unterricht und er Freizeit teilnehmen kann. Ist alles ganz gut gegangen.

Ein Jahr drauf ist ein Mädel mit Trisomie 21 mitgefahren und ihrem I-Helfer, ansonsten hätte sie an der Freizeit nicht teilnehmen dürfen, da nicht genügend Erwachsene da gewesen wären und die anderen Teilnehmer benachteiligt würden.

Ich denke, dass kommt auf den Pfarrer an. Man muss halt alles aushandeln.

Viele Grüße

Regina
Tochter 1995, Sohn 1998 Asperger, Sohn 2001 frühkindlicher Autist


Zurück zu „Religion/Spirituelles“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 9 Gäste