Hallo Sabine,
ich habe erst vor paar Wochen mit meinem Sohn Dennis (Autismus und Herzfehler) diese Therapie angefangen, daher würde es mich sehr interessieren " wie und warum es wirkt" und bin für alle Infos sehr offen die Du für mich hättest. Wenn Du noch INfos zu dennis brauchst, sag mir Bescheid (er hat auch eine Homepage).
Aber zum Verständnis: Hippotherapie ist doch nicht das gleiche wie Therapeutisches Reiten, oder ?
Vielen Dank im Voraus
Inci _________________ (Mama von Dennis, geboren 28.01.1999;
komplexer Herzfehler (Shone-Komplex) mit Lungenhochdruck, Autismus mit Zwangsstörung, Thorakal-lumbal-Skoliose, Epilepsie mit fokalen Anfällen; unser "kleiner" Sonnenschein )
Therapeutisches Reiten ist der Oberbegriff. Darunter ordnen sich die die verschiedenen Richtungen: Heilpädagogik, Psychologie, Sport für Menschen mit Behinderung und eben auch die Medizin. Die medizinische Sparte nennt sich Hippotherapie, sie stellt vorwiegend auf die körperlichen Effekte durch das vom Pferd Getragenwerden ab. Sie wird überwiegend von Krankengymnasten (seltener auch von Ärzten) mit entsprechender Zusatzqualifikation angeboten.
Da Ther. Reiten in sehr vielen Bereichen Wirkungen zeigen kann, wäre es zur Beantwortung des "wie und warum" bei Dennis wichtig zu wissen, welche Förderziele Du mit dem/r Therareuten/in (??, meist sind es Frauen...) vereinbart hast. Ich habe mir Deine Vorstellung von Dennis rausgesucht und im Web was über den Shone Komplex gefunden, daher pauschal vorab:
Bei autistischen Verhaltensweisen wünscht man sich, über die Bewegungen des Pferdes beim Reiter eine erhöhte Aufmerksamkeit, "Wachheit", fokussierte Aufmerksamkeit zu erzielen. Während der Schritt des Pferdes gleichmäßig wiegend, unserem Gangbild entsprechend, muskeltonusregulierend wirkt, ist der Trab mit seinen vielen schnellfolgenden Schwingungsimpulsen eine stimulierende Gangart die aufweckt. Die Kinder haben im Trab die Chance, sich selbst zu spüren, sie kommen im wahrsten Sinne "zu sich". Eine Wirkung, die gerade bei autistischen Verhaltensweisen sehr positiv bewertet wird.
Wegen des Herzfehlers keimt in mir ein wenig Sorge auf: selbst wenn es nur wie "oben drauf sitzen" aussieht, beansprucht zumindest Trabreiten (sich dabei oben halten) den Körper stark muskulär und kreislauftechnisch. Vor Therapiebeginn wird daher üblicherweise ein ärztl. Attest verlangt, das bescheinigt, dass das Kind solchen Belastungen physisch gewachsen ist. Habt ihr das?
Lass von Dir hören, wie die Förderziele sind und berichte mal, wie Du Dennis nach den Therapien erlebst, ob er anders ist... Darfst Du bei den Therapien zuschauen oder sogar ganz dicht mit dabei sein?
Hallo Sabine,
danke für Deine Infos.
Hast Du zufälligerweise einen guten LINK für mich den ich über das Therapeutische Reiten haben kann (den würde ich dann gerne auf Dennis HP verlinken), oder vielleicht einen Text den Du mir privat schicken kannst (das wäre mir noch lieber).
Ehrlich gesagt habe ich überhaupt keine Förderziele genannt bekommen....
Ich bin durch Zufall auf diese Therapeutin gestossen. Eine Freundin von mir macht seit vielen Monaten mit ihrem Kind diese Therapie (aber woanders) und für Dennis war das bisher immer undenkbar, da er Angst vor Tieren hat(te).
Aber ich habe natürlich nicht aufgegeben und den richtigen Moment erwischt (gott sei Dank) an dem er spontan dazu bereit war auf ein Pferd zu steigen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich fast von nichts anderem gesprochen um ih zu motivieren das auch wieder zu tun und glücklicherweise hat das dann auch so gut geklappt, dass ich es bei besagter Therapeutin ausprobiert habe. Da es auch ok war (ausser wenn das Pferd schnaubt, da kriegt er noch sehr die Krise), habe ich mich dann um diese Therapie bemüht und bin auch heilfroh, dass der Verein - der für Dennis eine Patenschaft übernommen hat - sich an den Kosten beteiligt (ich selber könnte es mir nicht leisten, da ich alleinerziehend bin und sehr wenig Unterhalt bekomme).
Daher bekommt Dennis nun einmal die Woche 20 min Reiten und einmal die Woche 30 min Musiktherapie, sowie 45 min Ergotherapie (zusätzlich arbeite ich mit ihm nach dem TEACCH Konzept) und wenn man die ganzen Arzttermine drumherum noch bedenkt die er ständig hat, dann ist die Woche auch voll.
Aber ich werde die Therapeutin mal vorsichtig auf die Förderziele ansprechen-----sie ist da etwas wortkarg glaube ich.
Bisher hat er allerdings noch kein Trab gehabt, sondern nur normales Gehen (weiss nicht wie man das nennt) und ich glaube sehr wohl dass das anstrengend ist und nicht nur "drauf sictzen" bedeutet. Ich habe direkt danach nichts bei ihm bemerkt, aber er geht sehr gerne hin und freut sich rihctig auf die Pferdchen, das alleine hat mir (bei seiner Vorgeschichte) als Erfolg schon erst mal gereicht.
Ich bin übrigens bisher dabei gewesen (erst mitgelaufen, nun stehe ich eben am Rand)
Freue mich wenn Du noch Infos für mich hast.
LG Inci _________________ (Mama von Dennis, geboren 28.01.1999;
komplexer Herzfehler (Shone-Komplex) mit Lungenhochdruck, Autismus mit Zwangsstörung, Thorakal-lumbal-Skoliose, Epilepsie mit fokalen Anfällen; unser "kleiner" Sonnenschein )
Sei ermuntert wegen der Förderziele nicht "vorsichtig zu fragen", es geht um Dein Kind!! Es ist völlig legitim wissen zu wollen, was die Therapeutin mit ihrer Arbeit bei deinem Kind erreichen möchte und wie Sie das zu tun gedenkt. Wenn Sie eine Qualifikation hat und auch menschlich takko ist, wird Sie keine Probleme haben, es dir zu erläutern. Frag doch auch gleich mal nach ihrer Ausbildung, also was sie befähigt, Ther. Reiten anzubieten. Reittherapeut ist eine nicht geschützte Bezeichnung, sprich jeder der ein Pferd (zur Verfügung) hat und meint, er könne unter dem Mäntelchen -Therapie- mehr Geld als mit normalen Reitunterricht machen, der kann sich so nennen. Und ich beharre nochmal auf dem Punkt "Attest": Musstet ihr eins vorlegen und seid somit abgesichert, dass die körperliche Belastung ok ist???
Wegen Verlinkungen bin ich nicht fit was da rechtens ist, insofern tue ich mich etwas schwer, dir websites zu nennen. Wenn es dir um einen Text geht, kannst du im Prinzip den ersten und dritten Absatz meiner vorherigen Antwort kopieren, denn grad der dritte betrifft Dennis speziell.
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