Hallo Ihr lieben,
wir möchten für unseren fast 7jährigen Sohn Fabian gerne unser Badezimmer umbauen.Im Juni 09 hatten wir den Medizinischen Dienst bei uns zu Hause,haben den Herrn bei der Gelegenheit gleich mal darauf angesprochen.Unser Plan geht dahin,die vorhandene Eckdusche zu entfernen und durch eine Badewanne zu ersetzen,da Fabian sehr gern badet.
Der medizinische Dienst sagte,daß normalerweise nur eine ebenerdige Dusche gefördert wird,aber Aufgrund der erheblich höheren Kosten und der baulichen Probleme gäbe es doch die Möglichkeit einer Einzelfallentscheidung.Er würde die Wanne,auch aus Therapeutischer Sicht, in Verbindung mit einem Wannenlift befürworten.
Bereits 3 Wochen nach der Antragsstellung wurde der genehmigte Wannenlift
geliefert,gestern teilte uns die Pflegekasse mit,daß die Badewanne nicht gefördert werde.Aus Pflegerischer Sicht währe es nicht sinnvoll die Dusche durch eine Wanne zu ersetzen.Wie können die das beurteilen,die kennen Fabian doch garnicht? Mann würde nur eine ebenerdige Dusche in Verbindung mit einem Duschrollstuhl genehmigen. Wenn wir uns auf die ebenerdige Dusche einlassen,ergeben sich erhebliche bauliche und vor allem Platzprobleme,vom finanziellen möchte ich garnicht sprechen.Der Kostenvoranschlag für die Badewanne beläuft sich auf Insgesamt €1600 (Mit Fliesenarbeiten),für eine Handelsübliche flache,kleine Duschwanne auf €1800 (Ohne Fliesenarbeiten),da zu kommt dann noch der Duschrollstuhl.Für eine Dusche müsste der gesammte Fußboden gefließt werden,damit wir im Erdgeschoss nicht ertrinken.Mein Einwand das die Handelsübliche Dusche viel breiter ist als die Badewanne, und wir die Tür zum Bad garnicht mehr öffnen können,wurde mit den Worten "Dann hängen sie die Tür doch einfach aus"abgeschmettert.Ja spinnen die denn ???
Wer kann uns Informationen geben,wir wir die Badewanne durchbekommen?
Danke und mit den besten Grüßen
Andreas _________________ Andreas (*74) und Marina (*73) mit Fabian (*04.04.2003) Epilepsie mit generalisierten und fokalen Zeichen,schwere globale Entwicklungsretardierung.
Dort steht geschrieben, daß je nach Erfordernis der Behinderung eine Badewanne oder eine Dusche eingebaut werden kann.
Argumentiere in einem fristgerechten Widerspruch auch in diese Richtung. Das der Umbau mit Dusche teurer wird, interessiert die KK wenig, denn sie muß den Zuschuß nur bis zu einer bestimmten Höhe zahlen, auch dass ein Duschumbau nicht möglich ist, ist für die KK vermutlich kein Argument, denn sie geht davon aus dass nur ein Duschumbau barrierefrei ist. Folglich ist es sinnvoll zu argumentieren, weshalb für dein Kind eine Badwanne barrierefrei ist und weshalb sie pflegeerleichternd ist. Das Fabian sehr gern badet, ist leider auch kein Argument.
das Thema Badumbau haben wir im letzten Jahr auch über die Bühne gebracht. Also wenn du Informationen brauchst, kann ich gerne versuchen, dir weiterzuhelfen.
Wichtig ist, dass ihr den Zuschuss bei der Pflegekasse (max. 2500,--€) rechtzeitig, d.h. vor dem Beginn des Umbaus beantragt!!!. Hinterher gibts kein Geld.
Bevor ihr euch für eine Badewanne oder eine Dusche, oder evtl. für beides entscheidet, müsst ihr zuerst überlegen, was für Möglichkeiten habe ich, das Bad zu verändern. Gibt`s die Möglichkeit, eine Wand rauszureissen und zu versetzen oder muss ich mit dem vorgegebenen Raum zurechtkommen? Kann ich die Tür evtl. verbreitern; von Vorteil ist es, wenn die Türe nach außen aufgeht (spart sehr viel Platz im Raum).
Wie groß ist denn euer Bad bisher?
Also unser altes Bad war ca. 7 m² groß und nur ein schmaler Schlauch.
Wir haben eine Wand herausgerissen und versetzt und dadurch 3 m² dazugewonnen. Nun sind es ca. 10 m² und wir haben eine ebeneerdige Dusche und eine Badewanne eingebaut.
Wenn Du willst, kann ich dir gerne mal Bilder schicken.
Du musst dein Bad nicht nach irgendeiner DIN-Norm umbauen, damit du den Zuschuss bekommst. Aber man kann sich daran orientieren, damit man die richtigen Maße hat, z.B. bei der Höhe des Waschbeckens oder der Höhe der Stützgriffe.
Was die Kasse wahrscheinlich mit Sicherheit verlangt, ist ein Plan vom alten Bad und wie das neue aussehen soll. So wars halt bei uns.
Und natürlich die Begründung wie sich durch den Umbau die Pflege erleichtert.
Eine Badewanne mit Lift kann unter Umständen sinnvoller sein, als eine ebenerdige Dusche.
Wenn die zu pflegende Person nicht frei sitzen kann auf einem Stuhl, wird eine Dusche mit Duschstuhl wahrscheinlich wenig nützen.
Die Art der Behinderung eures Sohnes spielt dabei eine große Rolle.
Das Argument, dass er gern badet, zählt da natürlich nicht.
Christoph hat vorher auch immer sehr gern gebadet. Aber seit wir die große Dusche haben, sitzt er viel lieber unter der Dusche als in der Badewanne.
Ich glaube, wir haben unseren Plan mind. 10 mal umgeschmissen.
Also es ist nicht ganz einfach, ein Bad barrierefrei zu planen und umzubauen. Da gibts schon manches zu beachten.
Wir sind mit unserem neuen Bad sehr zufrieden und glücklich.
Wie gesagt, wenn ihr noch Informationen braucht, könnt ihr euch gerne an mich wenden.
Du musst dein Bad nicht nach irgendeiner DIN-Norm umbauen....
Dem stimme ich natürlich zu, es ist jedoch aus meiner Sicht sinnvoll, der KK die entsprechende stelle in Kopie vorzulegen, aus der hervorgeht, daß eine Badewanne oder eine Dusche eingebaut werden kann, je nach dem,was behinderungsbedingt sinnvoll ist.
ich glaube nicht, dass die DIN-Normen für eine Begründung sinnvoll sind, wie ein Bad umgebaut werden soll. Erstens nützt dir eine DIN-Norm im eigenen Zuhause wenig, wenn der Platz beengt ist und man nicht das halbe Haus abbrechen will bzw. kann. In den DIN-Normen sind halt die Maße festgelegt für bestimmte Höhen z. B. Waschbecken, Stützgriffe, Toilette, Mindest-Wendekreis für Rollifahrer, Breite der Türen usw. Diese Angaben sollte man aber wie gesagt auf jeden Fall als Anhaltspunkt nehmen und sich so gut wie möglich dranhalten.
Wenn ich nicht den Platz habe, eine größere Tür einzubauen, die auch noch nach außen aufgeht, dann gehts halt nicht.
Bei uns waren z.B. die Enge im alten Bad und die fehlende Dusche zwei wichtige Gründe. Mit dem Rolli konnte man nicht richtig ans Waschbecken fahren, weil zwischen Badewanne und WB zu wenig Platz war. Das hieß dann immer, vorwärts rein und rückwärts wieder raus. Zum Umdrehen war kein Platz. Größere Selbstständigkeit kann auch als Begründung angegeben werden.
Ich kann unseren Christoph jetzt auch mal alleine ins Bad schicken, um Hände zu waschen, was vorher absolut nicht ging. Solche oder ähnliche Begründungen rechtfertigen immer einen Umbau.
In den Begründungen solltet ihr auf die Art der Behinderung eingehen und
dabei klarmachen, warum jetzt z.B. eine Badewanne mit Lifter die Pflege besser erleichtert als eine Dusche.
Ich versuch`mal ein paar Bilder von unserem Bad reinzustellen.
Anmeldedatum: 27.01.2008 Beiträge: 80
Wohnort: Osterode am Harz
Verfasst am: 08.02.2010, 10:04 Titel:
Hallo Claudia,Hallo Sinale,
zunächst einmal vielen Dank für die Mühe die ihr euch gemacht habt uns zu helfen.Ihr habt uns einige Wertvolle Tips und Anregungen gegeben, die wir ganz sicher in unsere Taktik einbeziehen können.Danke!!!
Unser Badezimmer misst nur 2Meter X 3,50Meter und liegt in der ersten Etage eines Fachwerkhauses.Leider können wir keine Wände entfernen um das Bad zu vergrößern.Natürlich werden sich jetzt einige Fragen warum wir in diesen kleinen Raum noch eine Badewanne reinsetzen wollen und nicht doch eine ebenerdige Dusche einbauen.Ein Grund dafür ist sicher,daß Fabian nicht Selbstständig im Duschrollstuhl sitzen kann und vor allem können wir das Badezimmer auch garnicht mit dem Duschrollstuhl erreichen,weil die Tür nämlich viel zu schmal und eine Verbreiterung Unmöglich ist.Ich denke auch das eine gründliche Körperpflege im Duschrollstuhl auch nur mit Problemen zu machen ist.Fabian trägt noch Windeln,um seinen Po und Genitalbereich zu säubern müßte er hingestellt werden,von alleine steht er jedoch nicht.
Auf lange Sicht betrachtet ist eine Badewanne für uns die beste Lösung,auch wenn die Pflegekasse da anderer Meinung ist.
Claudia,euer Bad ist echt gut gelungen,Danke für die Bilder.Ich werde heute abend noch ein paar Zeilen schreiben,da ich mich so langsahm auf meine Spätschicht vorbereiten muss.
Schöne Grüße
Andreas _________________ Andreas (*74) und Marina (*73) mit Fabian (*04.04.2003) Epilepsie mit generalisierten und fokalen Zeichen,schwere globale Entwicklungsretardierung.
freue mich, wenn ich euch ein wenig helfen kann. Ich weiß, wie schwierig es ist, ein Bad so barrierefrei umzubauen, damit die Pflege hinterher auch wirklich eine Erleichterung ist.
Deiner Beschreibung nach, scheint eine Badewanne wirklich sinnvoller als eine Dusche. Wenn dein Sohn nicht frei sitzen und stehen kann, macht ein Duschstuhl natürlich keinen Sinn.
Du hast geschrieben, ihr habt schon einen Wannenlift bekommen.
Was mich interessieren würde, um was für einen Lift handelt es sich denn?
Ich hatte vor einem halben Jahr nämlich auch einen Wannenlift zum Ausprobieren ausgeliehen? Aber wir sind damit überhaupt nicht zurecht- gekommen. Christoph hat sich auf dem komischen Ding überhaupt nicht wohlgefühlt und rutschte immer nach vorne. Er hatte überhaupt keinen Halt, obwohl er ja eigentlich aufrecht sitzen kann. Wir haben das Teil dann auch wieder zurückgegeben.
Wie breit ist denn eure Tür? Geht sie nach innen oder nach aussen auf? Kommt ihr da mit einem Rollstuhl oder einer Sitzschale noch irgendwie durch oder geht das gar nicht? Weil irgendwie müsst ihr euren Sohn ja auch ins Bad transportieren.
Wahrscheinlich tragt ihr ihn bisher ins Bad (Könnt ich mir jetzt vorstellen). Haben wir natürlich auch gemacht, solange es ging. Aber ihr müsst bedenken, euer Sohn ist jetzt zwar erst sieben, aber er wird ja auch größer und schwerer. In ein paar Jahren ist er dann zum Tragen zu schwer und der Rücken macht dann vielleicht auch nicht mehr mit. Wie kriegt ihr in dann ins Bad? Das sind halt so Punkte, die vielleicht jetzt im Moment noch kein Problem sind, aber irgendwann geht´s halt dann nimmer. Deshalb würd`mich das mit der Tür schon interessieren.
Gibt`s gar keine Möglichkeit, den Durchgang irgendwie, wenigstens etwas größer zu machen, vielleicht mit einer Schiebetür oder Falttür? Fragt doch mal einen Türenfachmann, vielleicht findet der noch eine Lösung.
Wir mussten auch die Tür von dem Nebenraum (der Raum, von dem die 3 m² abgezwackt wurden) versetzen, damit wir die Badtüre größer machen konnten. Zuerst dachten wir auch, das geht nicht, weil die Treppe gleich daneben kommt. Aber der Türenfachmann hat uns gut beraten und so hat es doch noch geklappt.
Ich meine halt, einen Ratschlag einzuholen, kann nie schaden. Allein kommt man meistens irgendwann nicht mehr weiter. So wars bei uns auch. Wir haben unseren Plan zwar alleine gemacht, aber ein paar fachmännische Ratschläge waren dann doch nötig.
Anderl hat folgendes geschrieben:
.Ein Grund dafür ist sicher,daß Fabian nicht Selbstständig im Duschrollstuhl sitzen kann und vor allem können wir das Badezimmer auch garnicht mit dem Duschrollstuhl erreichen,weil die Tür nämlich viel zu schmal und eine Verbreiterung Unmöglich ist.Ich denke auch das eine gründliche Körperpflege im Duschrollstuhl auch nur mit Problemen zu machen ist.Fabian trägt noch Windeln,um seinen Po und Genitalbereich zu säubern müßte er hingestellt werden,von alleine steht er jedoch nicht.
Andreas
Hier hast du ja schon beschrieben, warum dein Sohn nur im Liegen gewaschen werden kann und deshalb auch ein Duschstuhl keinen Sinn macht. Gib`genau diese Gründe dem MDK bzw. der Pflegekasse an und mach`ihnen klar, dass nur somit( also liegend), die Pflege für euch leichter wird, und ihr auf gar keinen Fall mit einer Dusche zurechtkommen würdet.
Zumal ich auch denke, dass auf 7 m² eine Dusche,die doch etwa 1,20 m x 1,20 m groß sein müsste, damit zwei Leute bequem Platz drin haben, einfach zuviel Platz weg nimmt. Es soll ja auch bestimmt noch ein Waschbecken, evtl. eine Toilette oder irgendein anderes Badutensil Platz haben.
Ich würde das der Pflegekasse in etwa so begründen. Wenn sie dann nicht einsehen, dass es so besser ist, dann weiss ich auch nicht.
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Wohnort: Osterode am Harz
Verfasst am: 09.02.2010, 01:00 Titel:
Hallo Claudia,
ja wir sind für jeden Tipp Dankbar.Die Badezimmertür geht nach innen auf,um mehr Platz zu bekommen müsste man das Türblatt aushängen oder eine komplette neue Tür einbauen die sich nach aussen öffnen lässt.Der Zugang zum Bad liegt genau auf einer Ecke,rechts und links sind Stützbalken eingebaut.Es handelt sich um eine tragende Wand,da möchte ich Ungern einen Balken rausnehmen.
Der Badelift wird mit Saugnäpfen an der Wanne befestigt,er hat eine Sitzschale mit zwei ausklappbaren Flügeln und kann Elektrisch rauf und runter gefahren werden.Den Hersteller und Typ weiss ich im Moment nicht,der Sitz liegt nähmlich Staubfrei eingepackt in Fabians Zimmer auf dem Kleiderschrank,ich werde nach dem Aufstehen mal Nachschauen.
Da Fabian nicht laufen kann,wird er im 1.Obergeschoss ständig getragen,seine Rehakarre können wir auf Grund der Engen Räumlichkeiten nicht benutzen.Zur Zeit klappt das noch alles ohne Probleme,aber irgendwann wird der Junge auch mal größer und schwerer.
Unser Badezimmer ist ja komplett eingerichtet.Wir möchten eigentlich nur die Dusche gegen eine Wanne austauschen,das währe Theoretisch ohne großen Aufwand möglich und zu dem noch wesentlich günstiger als die ebenerdige Dusche.
Liebe Grüße
Andreas _________________ Andreas (*74) und Marina (*73) mit Fabian (*04.04.2003) Epilepsie mit generalisierten und fokalen Zeichen,schwere globale Entwicklungsretardierung.
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