Verfasst am: 28.05.2008, 17:07 Titel: Annehmen der Behinderung - ich brauchte 3 Jahre
...am 8.8.2005 kam der Verdacht...es war ein ewiges hin und her!
und kein Arzt wollte es direkt bestätigen,bis gestern! Also fast 3.Jahre später....ich komme bis heute nicht damit zurecht...leide unter Panikattacken etc.mein leben hat sich komplett verändert....auch ich denke immer ,er ist doch eigentlich wie ein normales Kind!
Meine Freundin hat ihren Sohn 3.Monate eher bekommen und immer wenn ich dann sehe wie er sich entwickelt hat....weiß ich....Leo ist anders...es ist unglaublich hart...ich mußte und muß oft und viel weinen....aber es ist wie es ist! Man muß der Realität ins Auge sehen....und ich tue mir sehr schwer damit....immer noch!
was ich dir damit sagen will ist....nehmt es so an wie es ist.....es wird sicher noch etwas dauern,aber man fühlt sich befreiter....seit ich beschlossen habe Leo in eine Wohngruppe zugeben.....fühle ich mich auch freier...weil ich es endlich annehme...und sagen kann...Mein Sohn Leonard ist Behindert! Und alleine das hat 3.Jahre gebraucht....bis ich diesen Satz sagen konnte /kann.....meine Mutter Frau Antje(auch hier im Forum)ist seit 2005 hier,ich war es auch weil sie mich angemeldet hatte! Ich habe nicht einmal hier geschrieben oder mich damit befassen können! Das kam jetzt erst....Ich wünsche allen Eltern ganz viel Kraft....Ihr seit toll:-)
Du kannst eine Behinderung doch auch annehmen, ohne dein Kind in eine Wohngruppe zu geben. Was genau an diesem Schritt macht dich "freier"? Seit du beschlossen hast, deinen Sohn wegzugeben, kannst du über die Behinderung sprechen??? Weil er dann nicht mehr da ist??
Ich verstehe das nicht richtig.
Deinen anderen Beiträgen entnehme ich, dass dein Sohn von Kanner-Autismus betroffen ist. Was an dieser Behinderung bringt dich dazu, seit drei Jahren wie gelähmt zu sein und viel zu weinen? Es müssen harte drei Jahre für deinen Sohn gewesen sein.
In dem Moment, in welchem du der "Realität ins Auge siehst", schaffst du dein ziemliches junges Kind in eine Wohngruppe. Warum? In einem anderen thread begründest du diesen Schritt mit dem Umstand, dass du alleinerziehend bist. Ist das der Grund???
Und was willst du den anderen Usern mit dem Beitrag sagen? Nehmt die Behinderung an und sucht einen Heimplatz???
Ich verstehe es wirklich nicht. _________________ Sohn AS
Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht, was uns damit gesagt werden soll. Ich denke, die meisten hier haben die Behinderung ihres Kindes eh angenommen. Natürlich dauert es eine Weile, bei einem weniger lang als bei anderen. Bei uns selbst ging es sehr schnell, als man uns sagte, daß Lucas Nieren defekt seien und er eine Transplantation benötigte, war das noch nicht sooo schlimm. Aber die Diagnose Muskeldystrophie Duchenne hat uns schon ein paar Tage umgehauen, aber wir haben auch dies angenommen. Heim oder ähnliches wäre für uns nicht in Frage gekommen, aber das muß jeder selbst entscheiden.
Und ich denke, eine Heimunterbringung / Wohngruppe oder ähnliches ist meines Erachtens nicht wirklich die Annahme der Behinderung.
Gruß
Anke _________________ Anke (40), Carsten (38), Kevin * 27.03.98 (Frühchen 23. SSW, ADS) mit Sternenkind Luca * 27.12.2002, † 23.12.2007 (Muskeldystrophie Duchenne, chron. Niereninsuffizienz, Schlaganfall nach erfolgloser Nieren-TX, Gerinnungsstörung Faktor V-Leiden, verstorben nach akuter Peretonitis) und Finn * 05.01.2009 - kerngesund und quietschfidel
ich habe das so verstanden, dass dadurch, dass Nicole über das Wohnheim nachgedacht hat, die Behinderung akzeptiert, denn ein gesundes Kind würde man ja nie in eine solche geben. Verurteilen würde ich Nicole dafür nicht, also für die Wohngruppe. Sich Entlastung zu holen, ist doch völlig legitim. "Weggeben" ist es für mich erst dann, wenn man kein Interesse mehr an dem Kind zeigt. Aber viele besuchen doch Wohngruppen und fühlen sich dort wohl. _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
Hallo
bei mir hat das auch ein zeit gedauert bis ich wusste das Tomasz ein besonder Kind ist.
ich habe nicht von ein Arzt gehütet, Sonnen von eine mutter mit kranken Kind.
das war Schock aber ich habe schon geahnt.
weg geben? mein Baby? o nein. das wird nicht kommen. ich hab mich Tomasz so gewünscht und er ist mein leben, meine Aufgabe , er ist alles was ich habe.
egal ob er krank ist oder nicht ich wolte im haben und ich habe im.
auch wenn er für andre nicht perfekt ist für mich ist er das beste was mir passiert ist.
LG Magdalena _________________ Magdalena&Bernd mit Tomasz (17/12/04) *26 08 09 "Die Leute haben Sterne, aber es sind nicht die gleichen (...) Du wirst Sterne haben, wie sie niemand hat (...)." Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben" Jonathan 05/05/09
wenn es so ist, wie du schreibst (durch die Idee des Wohnheimes wurde die Behinderung akzeptiert) so bedeutet das für mich, dass die Behinderung nach drei Jahren akzeptiert werden konnte, weil schon der Plan für eine Fremdunterbringung im Bewusstsein war.
Es ist für mich schwer nachvollziehbar, wie man als Eltern drei Jahre lang nicht in der Lage sein kann, sein behindertes Kind als behindert zu bezeichnen. Wie mag so eine verdrängende Haltung beim Kind ankommen? Wieviel Fördermöglichkeiten wurden dadurch nicht wahrgenommen?
Ich hatte nicht vor, eine allgemeine Diskussion über Fremdunterbringung anzuzetteln-mir stieß nur auf, dass in diesem Falle hier Akzeptanz der Behinderung und Entfernung des Kindes aus dem Haushalt Hand in Hand gehen.
Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass die Fremdunterbringung in erster Linie dazu angedacht wurde, das Kind zu unterstützen, sondern viel eher dazu, die Mutter zu "entlasten". Immerhin wurde der Status als Alleinerziehende als Argument für eine Fremdunterbringung angeführt.
Vielleicht ist es aber auch wie so ein inneres Selbsterhaltungsprogramm... man glaubt, dass wenn man das Kind nicht als Behindert ansieht, alles wieder gut wird. _________________ LG Silke
(*83) FM; Muskelerkrankung V.a. Muskeldystrophie
Hallo
ich kann das gar nicht verstehen
Nach drei Jahre sehe ich ein, dass mein Kind behindert ist und dann gebe ich es weg? Was soll das? Akzeptanz, um dann wieder "frei zu sein" und die Behinderung als Grund für das - Abschieben???? - in Wohngruppe....
LG Magdalena _________________ Magdalena&Bernd mit Tomasz (17/12/04) *26 08 09 "Die Leute haben Sterne, aber es sind nicht die gleichen (...) Du wirst Sterne haben, wie sie niemand hat (...)." Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben" Jonathan 05/05/09
Hallo,
Also ich musste dein post nun 3x durchlesen um halbwegs zu kapieren was uns der dichter damit sagen wollte
Das es dir so sehr schlecht geht tut mir von herzen leid und ich kann auch glauben das die behinderung deines sohnes der auslöser dafür war/ist...
was ich aber noch denke ist, das du dir ganz schnell professionelle hilfe suchen musst, um mit dir selbst wieder ins reine zu kommen.
Denn das was du schreibst klingt mir schon nach etwas handfesterem als "nur" (nein ich will das damit überhaupt nicht niederreden ) nach dem prozess des annehmens!
Das du uns am schluss deines posts den tip gibst es einfach anzunehmen finde ich recht putzig, denn für mich klingt dein post so als hättest DU es noch nicht eschafft deinen soh anzunehmen!
Den zusammenhang zwischen heimunterbringung und annahme kann ich auch nicht wirklich nachvollziehen!
Ich will dich nicht verurteilen!!! Ganz und garnicht!
Ich finde es aber sehr wichtig das du ganz unabhängig von der behinderung deines sohnes etwas mehr über dich und deine mechanismen nachdenkst!
In diesem sinne wünsche ich dir ganz viel Kraft!
LG
Conny _________________ Conny,Bj.73,Olaf,Bj.70 mit
Lea-Marie 10/95
Aenne Malin 11/01, Sehbehindert, Balkenhypoplasie, Epilepsie, schwere Entwicklungsstörung
Henry Roland 04/06, Balkenagenesie, Nierenaplasie rechts, Entwicklungsstörung
ich meinte damit nicht, dass ich die Meinung teile (hast du nicht gesagt, ich möchte es nur allgemein sagen), ich habe nur das gesagt, was ich denke, dass Nicole sagen wollte. Ich habe kein behindertes Kind, aber es ist oft so, dass Eltern die Behinderung auch nach Jahren nicht akzeptieren können. So sehe ich es bei meiner "Schwiegermutter". Da ist es zwar so, dass sie sagt, dass ihr Sohn Epileptiker ist, tendiert aber zur anderen Seite. Sprich, erzählt jedem wie schlimm es doch alles ist, wie alles blos enden soll usw. Und das sind keine Phasen (die hat ja jeder), sondern, das ist immer so. Das heißt, wahrhaben, dass er es hat, tut sie, aber fertig wird sie damit bis heute nicht, weint in gewissen Abständen noch immer (er kann nicht anfallsfrei eingestellt werden) und das obwohl er schon 27 ist. Hilfe bräuchte sie ganz sicher (Nicole sicher auch) aber sie will keine. Vielleicht wird Nicole einfach nicht damit fertig. Die Diagnose annehmen und mit dem Umstand fertig werden sind ja zwei ganz verschiedene Sachen in meinen Augen. _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
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