Verfasst am: 10.02.2009, 18:42 Titel: Siobhan Dowd, Der Junge, der sich in Luft auflöste
Hallo,
hier eine Buchvorstellung von Userin "Inselheike":
Heike: "Ich habe grade das Buch " Der Junge, der sich in Luft auflöste" von Siobhan Dowd gelsen und möchte etwas darüber schreiben, denn das Buch fand ich einfach nur klasse. Es ist i Carlsen Verlag erschienen, und kostet 14,90 Euro. http://www.amazon.de/exec/obidos/AS.....1581886/rehakdasforum-21/
Eins vorweg: dieses Buch habe ich innerhalb eines Tages gelesen.
Es ist nicht nur super spannend, man kann auch eine ganze Menge lernen: über Toleranz, Freundschaft, Ideenreichtum, und viele andere Dinge mehr.
Das Buch ist aus der Perspektive von Ted geschrieben, einem Teenager mit Asperger Syndrom. Sein Cousin Salim verschwindet während einer Fahrt mit dem Londoner Riesenrad. Und nach vielem Hin und Her gelingt es Ted das Rätsel mit Hilfe seiner Schwester Kat zu lösen. Dabei spielen ein Fotoapparat, das Wetter, ein rätselhafter Mann und Lügen auch eine Rolle.
Teds Spezialgebiet ist die Meteorologie. Er liebt Systeme und erkennt Muster, wo andere nur Chaos sehen. Aber seine sozialen Schwächen, seine Orientierungslosigkeit und sein „anderssein“ stellen ihn vor große Herausforderungen.
Ted „lernt“ sozial zu sein (lächeln, Hand geben, Körpersprache), aber für ihn sind es Vokabeln, die er sich einprägt. Immer wieder liest man im Buch, wie er sich dabei fühlt, was in ihm vorgeht.
In einer Szene wird Ted von Salim gefragt, was es mit dem“Syndromdings“ auf sich hat.
Zitat:
Niemand hatte mich das ja zuvor gefragt. Ich lehnte mich in mein Kissen zurück und dachte nach. „Es ist diese Sache in meinem Gehirn“, sagte ich.
„Ja?“
„Es ist nicht so, dass ich krank bin.“
„Nein.“
„Oder dumm.“
„Das weiß ich.“
„Aber normal bin ich auch nicht.“
„Na und, wer ist das schon?“
„Es ist, als wäre mein Gehirn wie ein Computer“, erklärte ich. “Bloß dass meins mit einem anderen Betriebssystem läuft als bei anderen Leuten Und die Leitungen verlaufen anders.“
Ich finde das so gelungen dargestellt, dass für mich die eigentliche Geschichte in den Hintergrund getreten ist. Dabei ist dieser Roman ein Krimi, spannend bis zum Schluß, mit einigen überraschenden Wendungen.
Ich kann nur jedem empfehlen, dieses Buch zu lesen, der mit Autisten zu tun hat. Ich habe meinen Sohn in diesem Buch sehr oft wiedererkannt.
Übrigens hat mein Sohn dieses Buch auch an einem Tag verschlungen. Er fand es toll!!!!
Bitte lasst Euch nicht von dem scheusslichen Cover abschrecken!
Liebe Grüße Heike"
LG
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder
Danke für den Tip. Da bei meinem Sohn zumindest der Verdacht auf Asperger- Züge besteht. wede ich es mit gleich bestellen und bin ja schon sooooo gespannt!! _________________ AnKa mit Tochterkind 10/02 u. Minimonk 11/05 mit Syndaktylien, extremen Knick-Senkfüßen, hyperreagiblem Nervensystem u. aut. Verhaltensmustern - seit Jan. '11 glückliches Regelschulkind!
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