Verfasst am: 01.03.2008, 13:19 Titel: Britta mit Sandra (Entwicklungs- u. Wahrnehmungsst., LB)
Hallo,ich heisse Britta bin 39 jahre alleinerziehend und meine Tochter Sandra wird jetzt im Mai 9 Jahre.
Sie hat eine Entwicklungsstörung ,wahrnehmungsstörung u. lernbehinderung.
Gestern hatte ich mal wieder ein Elterngespräch mit der Lehrerin,meine Tochter geht in die 2 klasse ,nun ist sie getestet worden wegen mehr Förderung in der Schule und der test ist wohl nicht so gut ausgefallen.
Man möchte sie wohl testen ob sie geistigbehindert ist,bin aus allen Wolken gefallen,ist ist warscheinlich ein grenzfall.Die Lehrerin meinte man könne das in 2 jahren dann wieder ändern aber ich möchte nicht das meine Tochter so einen Stempel bekommt.Sie ist ein ganz normales Mädchen sie ist fröhlich hat auch freunde und in ihrer Klasse merken die Kinder auch noch nicht das sie langsam ist
O.K. ich muss zugeben bei ihr dauert alles etwas langsamer.So hat sie gerade in der 2 Klasse angefangen zulesen alerdings erst einzelne Wörter,vor einen halben jahr konnte sie keine 2 Silben zusammen ziehen.
Und sie macht jetzt seid ca 2 Monaten handball,da war es auch so das es lange gedauert hat bis das spiel verstanden hat.Und im rechnen ist sie bis 5 sicher,da hat sie schon Schwierigkeiten,der Abstand zu ihren klassenkameraden ist schon da.
Zu ihrer Vorgeschichte ......unauffällige Schwangerschaft .... Geburt Kaiserschnitt nach PDA ich hatte eine Fruchtwasservergiftung also wurde Sandra ca 1 Woche im Brutkasten mit Antibiotika behandelt im Untersuchungsheft stand AIS.ich konnte nicht stillen.
Das ersten Anzeichen kam bei der U6 da fehlte das Krabbeln auf händen und Knien,bei der U 7 stand erste mal altersgemässe Sprache fehlt 3 Person wie Peter essen oder so.
Also von 2 - 6 hatte sie Ergotherapie dann seid 2 jahren Logophädie mit einer kleinen Unterbrechung.
Dann hatte sie eine kleine operation hat Röhrchen in die ohren bekommen weil sie oft erkältet war,jetzt geht es besser.
Wurde 1 jahr zugestuft hat 1 Jahr länger im Kindergarten verbracht und geht jetzt in die 2 Klasse.Sie ist Einzelkind.geht gerne in die Schule und lernt auch noch dazu,sie geht in eine regelschule als Integrationskind.Und sie ist schon beliebt in ihrer Klasse und ist auch so recht selbstständig aber wiegesagt hat eine lernbehinderung.
Also ich kann mir nicht vorwerfen etwas falsch gemacht zuhaben,aber ich tu es trotzdem.
Das was du über deine Tochter schreibst, hätte fast von mir kommen können. Lisa entwickelte sich anfangs jedoch normal. Wir (nicht der Arzt) wollten, dass sie ein Jahr von der Schule zurückgestellt wurde. Dann wurde sie normal eingeschult und es dauerte nicht lange, bis die Defizite immer deutlicher wurden. Dann hatte unsere Tochter mit 8 Jahren den ersten sichtbaren Epi-Anfall und hatte ein halbes Jahr später eine Diagnose. WIR baten um Versetzung in die LB-Schule. Das wurde sofort getan. Aber auch in der LB-Schule kam Lisa nicht mit. Vor allem Mathe machte ihr große Schwierigkeiten, macht es auch heute noch.
Nun geht sie schon 8 Jahre in die GB-Schule und ist dort glücklich.
Auch wir haben lange gebraucht, um das alles so zu nehmen, wie es nun mal ist. Ich möchte dir Mut machen. Du hast dir nichts vorzuwerfen. Auch wenn man denkt, das muss doch mal in den Kopf rein (z.B. beim Üben). Unsere Tochter hat mal zu mir gesagt: "Mama ich will ja (lernen), aber es geht nicht....." Sie hat es also eher begriffen als wir.
Wir lieben unser Kind, so wie es ist. Ob nun lernbehindert oder geistig behindert.
Behalte den Kopf oben, unterstütze dein Kind aber überfordere es nicht. Das ist ein sehr schmaler Grat.
LG von Iris _________________ Lisa (06/90) Double-Cortex-Syndrom, Intelligenzminderung, Epilepsie, Skoliose
Auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum!
Wir haben letztes Jahr im Sommer während der Einschulugnstests unserer Tochter auch mit der "Holzhammer-Methode" erfahren müssen, dass unsere Tochter bei einem IQ-Test als geistig behindert eingestuft wurde. Da hatte ich auch erst mal gut dran zu schlucken...... von wegen "Soooooooooooooooo schlimm ist es doch nun auch wieder nicht bei ihr..." und ähnliche Gedanken..
Ich habe mich damals hier im Forum ausgeheult und mir ist anhand der Reaktionen klar geworden, dass sich doch an meinem Kind und an meiner Beziehung zu ihr durch diese Feststellung nichts ändert.
Ich finde, Deine Maus macht sich doch bis jetzt recht gut, wenn sie im 2. Schuljahr das Lesen erlernt. Bei unseren "gesunden" Großen hieß es auf einem Elternabend, dass die Kinder erst am Ende des 2.Schuljahres lesen können sollten, der eine hat den Bogen früher raus, der andere halt nicht.
Ich würde diesen Test machen lassen, denn bei einem solchen Test kann man auch sehr schön die sog. "Teilleistungsstärken und -schwächen" erkennen. D.h. man sieht dann, wo genau Deine Tochter spezielle Förderung benötigt und wo nicht. Das kann, wie ich finde, nie schaden, im Gegenteil.
GLG Anja _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel
Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS
Hallo,danke für eure Nachrichten,ja ich werde sie denn auch testen lassen.Ich meine momentan ist sie ja noch ehrgeizig,sie will ja lernen und ist motiviert.Nimmt sich oft ein buch und liest bzw. versucht zulesen.
Ich bin durch Zufall auf dieses Forum gelandet und es gefällt mir gut hier.
Ich wünsche euch, daß ihr für Sandra im Endeffekt genau die Schulform haben werdet, die ihr gerecht wird. Sicher, wenn man erstmal hört evtl. geistig behindert - das schockt! Aber es gibt da noch soviele Unterschiede. Ich hab ja selbst 2 Jungs, mit geistiger Behinderung - sie sind genauso verschieden wie Tag und Nacht.
Auf jeden Fall wünsche ich Dir einen wunderbaren Erfahrungsaustausch!
LG - Angela _________________ unsere Vorstellung: hier
Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);
beide Dravet-Syndrom
Hallo Britta_Berlin, auch ich habe ein Kind mit Entwicklungsstörung und starken Wahrnehmungsstörungen. Konstantin ist jetzt fast 4 und auf einem Stand von einem 2jährigen. Ich kenne deine Bedenken und weiß wie schwer es ist, mit einem beeinträchtigten Kind allein durchs Leben zu gehen...ich komme auch aus Berlin (zugezogen) und wir leben im Wedding.
LG Doreen Doreen_reinhardt@gmx.de _________________ "Wachstum ist das Ergebnis von Jahren, nicht von Tagen. Schnelle Veränderungen, plötzliche Heilung sind selten!" (Alice Salomon)
Jetzt war ich ja schon lange nicht mehr hier.
Inzwischen ist meine Tochter 10 Jahre und geht in die 3 Klasse.
Hatte wieder mehrere Gespräche mit ihrer lehrerin,was im nächsten Schuljahr mit Sandra werden soll.Ihre Lehrein hat mir vorgeschlagen das sie die 3 klasse wiederholen soll,habe lange überlegt.Habe mich auch an eine Förderschule gewendet für Lernbehinderte ,aber jetzt habe ich mich entschieden das sie nächstes Jahr noch in der 3 Klasse an der regelschule bleibt.Sie hat inzwischen das lesen erlernt und das auch ganz gut.Aber im allgemeinen vom Kopf her eher wie eine 1 - 2 klässlerin wie eine drittklässlerin.
Naja die Zukunft zeigt ob ich mich richtig entschieden habe.
Hallöchen!
Ich heiße Gaby,bin 30 Jahre alt und habe 2 Kinder. Meine große Tochter(8 Jahre) ist normal entwickelt und besucht die 3.Klasse einer Grundschule. Meine kleine Lisa ist 5 Jahre alt und gilt von Geburt an als entwicklungsverzögert. Im Dezember hatten wir die Vorschuluntersuchung,wo die Ärztin abrat sie einzuschulen und sagte sie sei Lernbehindert. Hinzu kommt das sie stark sehbehindert ist ( linkes Auge gilt als erblindet und rechtes Auge ohne Brille 20% Sehkraft ).
Jetzt war ich mit ihr in der Sehbehindertenschule,da sie Frühförderung mit integrierter Sehfrühförderung in der Kita bekommen soll.( Sie geht seit ca. 2 1/2 Jahren in eine I-Kita). Ich fragte nach,wie es aussieht sie nächstes Jahr in der Sehbehindertenschule einzuschulen. Es hieß dann,das sie evtl keine Lernbehinderung hat sondern schon als geistig behindert gilt. Das will man nun im Laufe des Jahres testen.
Weiß jetzt garnicht mehr was ich denken soll. Bin ganz schön nervlich angeschlagen,war für mich ein ganz schöner Schock sowas gesagt zu bekommen.
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