Verfasst am: 29.08.2008, 19:13 Titel: Gasch mit Sohn (V.a. atypischen Autismus)
Hallo REHAkids-User,
weiß noch nicht so recht, was ich genau schreiben kann - ich denke, dass mein Sohn (noch nicht ganz 4 Jahre alt) einen atypischen Autismus haben könnte; allerdings ist er noch nicht getestet (wird demnächst der Fall sein). Unsere Ángelegenheit ist ziemlich kompliziert geworden, weil ich es versäumt habe, meinen Sohn zeitnah diagnostizieren zu lassen - zunächst war ich mir nicht sicher, dann habe ich zwei Monate (zu lange) gezögert.... Jedenfalls werden mir vom Jugendamt Erziehungsdefizite vorgeworfen und es kann sein, dass ich meinen Sohn verlieren werde.
auch von mir ein Willkommen hier, auch wenn der Grund deiner Vorstellung nicht gerade schön ist.
Natürlich interessiert mich auch, wer das JA eingeschaltet hat und was man dir genau vorwirft. Ganz sicher wird kein JA dir dein Kind wegnehmen, nur weil du die eine Untersuchung zur Diagnose 2 Monate hinausgezögert hast.
Ein Rat von mir, wenn du wirklich ernsthafte Bedenken hast, dass dein Kind fremduntergebracht werden wird: Stell beim Jugendamt von dir aus den Antrag auf eine Familienhilfe - so nimmst du dem Amt "den Wind aus den Segeln"; zu zeigst, dass du Hilfe von Außen annehmen möchtest und willig bist, dir auf die Finger schauen zu lassen. Für dich wird diese Hilfe auch eine Entlastung bringen.
Alles Gute und liebe Grüße
Iggis _________________ Mutter und Pflegemutter von
3 leibl. erwachsenen Kindern (83, 87, 89) - jüngste Tochter CF, AV-Malformation, herzkrank (war 15 Jahre tracheotomiert)
6 Pflegekinder (93, 98, 02, 03, 08, 09) dadurch
Erfahrung mit Autismus, Autoaggression, Deprivation, FAS, Missbrauch, Misshandlung, Entwicklungsverzögerung, Lernbehinderung......
Verfasst am: 29.08.2008, 19:59 Titel: Re: Mutter mit Sohn (V.a. atypischen Autismus)
Gasch hat folgendes geschrieben:
...ich denke, dass mein Sohn (noch nicht ganz 4 Jahre alt) einen atypischen Autismus haben könnte; ...
Hallo,
herzlich willkommen hier im Forum! Die Liste (Bezug dazu) werde ich Dir heute Abend noch zusenden, sobald ich die neuesten Inhalte ergänzt habe. _________________ Liebe Grüße
Markus
Ähm ... also wenn man ein Kind wegen Erziehungsdefiziten aus der Familie nehmen würde, dann wäre meiner auch schon fremd untergebracht.
Ich weiß überhaupt erst seit Anfang letzten Jahres über Asperger bescheid und habe dann nochmal ein Jahr gezweifelt und gezögert, bevor ich mich ans ATZ gewandt habe. Dann dauerte es nochmal 5 Monate bevor wir einen Termin bekommen haben. Meiner ist ja auch schon viel älter als deiner und trotzdem lass ich mir da kein Versäumnis vorwerfen. Wenn schon selbst die Pädagogen in KiTa und Schule nicht auf die Idee Autismus gekommen sind, wie kann man das dann von mir erwarten.
Mach dir deshalb bitte keine Vorwürfe. _________________ Lieben Gruß, Zrinka
Luka (03/98) - Asperger/HB und KISS (behandelt und geheilt), Mateo (08/10) - gesund
ok..... ich schildere es etwas ausführlicher. Die ersten Verdachtsmomente, dass etwas bei meinem Sohn anders ist, als bei anderen Kindern, hatte ich als er ca. 2 1/2 war... zu dieser Zeit konnte er schon sämtliche Schubladensicherungen, Kindersicherungen, Schlösser etc. überwinden. Später kam dann diese Affinität für Autos, Räder, alles sich drehende (z.B. Waschmaschinen) und Wasser hinzu.
Eigentlich würde ich meinen Sohn in die Asperger-Rubrik einordnen, weil die Merkmale nicht dramatisch sind (oder ich habe mich nur daran gewöhnt?), allerdings spricht seine sprachliche Verzögerung gegen Asperger... wobei - so ganz stimmt das auch nicht, schwierige Wörter spricht er zum Teil sehr gut aus, allerdings hat er das Sprechen ganz einfach später gelernt und ist demzufolge in der Sprachentwicklung eben nicht so weit, wie andere Kinder seines Alters.
Was mir sonst noch aufgefallen ist, füllt inzwischen 9 Din á 4 Seiten... unter anderem seine Begeisterung für alles Technische, dass er nicht mit anderen Kindern spielt, sich lieber mit Erwachsenen beschäftigt, diese (einschließlich meiner Person) sehr gut durchschaut und demzufolge entweder mit seinem Charme einwickelt, sie ablenkt, lügt oder aber einfach nur furchterregendes Geschrei erlauten lässt.
Wenn wir auf die Spielplätze gehen, sind die ohne Wasserpumpe uninteressant und wenn der Kinderarzt - wie kürzlich bei der U8 nach Farben fragt, dann sagt er bewusst zwei Farben falsch, nennt aber z.B. die Zahl 4, obwohl er nicht danach gefragt wurde, nur weil diese seitlich auf der Tafel stand.
Ganz am Anfang dachte ich an die Trotzphase... dann habe ich mich ganz vorsichtig zunächst mit einer Mutter eines Asperger-Kindes ausgetauscht und sie hat mir zurückgemeldet, dass ihr Ähnlichkeiten im Verhalten zu ihrem Kind aufgefallen sind - naja... und dann habe ich mich weiter informiert. Und inzwischen weiß ich, warum mein Sohn nur Nähe gibt, wenn er möchte, warum er mich nahezu nie anschaut (ich muss ihn jedes Mal dazu auffordern), warum er andere Kinder zurechtweist, warum ein Drama ausbricht, wenn er in irgendeiner Weise von mir Grenzen erfährt oder eingeschränkt wird, wenn er z.B. unbedingt selbst etwas tun will... und sei es nur ein Brötchen klitzeklein schneiden....
Was unser Problem ist - zwei Nachbarn haben sich über sein zugegeben infernalisches Protestgeschrei beschwert - zunächst erfolglos bei der Hausverwaltung, dann beim Jugendamt... und obwohl dieses bei zwei Hausbesuchen nichts Negatives feststellen konnte, wurde mein Sohn dann beim dritten Hausbesuch das erste Mal in Obhut genommen, er war dann zunächst zwei Tage in einem Kinderheim, dann wurde ein sog. Krisendienst installiert, der mir eigentlich beim Konflikt mit den Nachbarn und der Suche nach der Diagnostikinstanz für meinen Sohn helfen sollte, dies aber nicht tat.
Dieser Krisendienst brach dann nach 5 Terminen seine Tätigkeit ab, das Jugendamt kam erneut, nahm meinen Sohn heraus, erwirkte mit einem eigenartigen Antrag einen Beschluss, dieser wurde nach insgesamt 5 Wochen Kinderheim nun gottseidank aufgehoben.... und jetzt habe ich ihn zwei Wochen wieder bei mir und warte auf das Hauptsacheverfahren und ... ach ja auf meine psychologische Begutachtung vom Gericht angeordnet, denn mir wird mangelnde Grenzsetzung, ein sog. "unverschuldeter" Erziehungsfehler sowie antiautoritäre Erziehung vorgeworfen und das ich meinen Sohn mit einem mangelnden Rahmen zuviel Selbstbestimmtheit aussetze...
Verfasst am: 29.08.2008, 20:18 Titel: Re: Mutter mit Sohn (V.a. atypischen Autismus)
Hallo MarkusB,
MarkusB. hat folgendes geschrieben:
Hallo,
herzlich willkommen hier im Forum! Die Liste (Bezug dazu) werde ich Dir heute Abend noch zusenden, sobald ich die neuesten Inhalte ergänzt habe.
... das ist lieb, danke!
... ich werde in jedem Fall eine zweite Meinung einholen (müssen).
mit welcher Begründung wurde dein Sohn denn in Obhut genommen? Und wie kam es zu den nachfolgenden fünf Wochen Kinderheim? Es muss doch eine Begründung vorliegen, oder bin ich da zu naiv? Und mit welcher Begründung hat der Krisendienst seine Arbeit abgebrochen?
Hast du dein Kind fünf Wochen gegen deinen Willen und ohne einleuchtenden Beschluss in einem Kinderheim verbleiben lassen, ohne umgehend einen RA zu kontaktieren???
Ich bekomme die Geschichte nicht ganz sortiert. Hat er diesen Aufenthalt verkraftet? Hast du Kontakt zu einem ATZ aufgenommen?
...zwei Nachbarn haben sich über sein zugegeben infernalisches Protestgeschrei beschwert - zunächst erfolglos bei der Hausverwaltung, dann beim Jugendamt...
Denen wird es zu laut gewesen sein, doch anstatt zu hinterfragen, woran das liegen könnte, versuchen sie "hintenrum", das Problem quasi mit Gewalt zu lösen. _________________ Liebe Grüße
Markus
mit welcher Begründung wurde dein Sohn denn in Obhut genommen?
zuerst hieß es "man wäre sich nicht sicher", dann war es angeblich psychische Instabilität (nicht zutreffend)....
Zitat:
Und wie kam es zu den nachfolgenden fünf Wochen Kinderheim?
... der installierte Krisendienst befürwortete ein "getrenntes Setting"... Das Jugendamt holte meinen Sohn heraus und bewirkte mit einem recht krautig formulierten Antrag einen vorrübergehenden Beschluss... Dann gab es eine Anhörung und der Beschluss wurde aufgehoben.
Zitat:
Es muss doch eine Begründung vorliegen, oder bin ich da zu naiv?
Inzwischen ist es nur noch die Vermutung eines unverschuldeten Erziehungsfehlers, diese Vermutung "darf" ich über eine Begutachtung meiner Person widerlegen (oder auch nicht).
Zitat:
Und mit welcher Begründung hat der Krisendienst seine Arbeit abgebrochen?
Lediglich mit der Begründung, er hielte sich für die falsche Instanz...
Zitat:
Hast du dein Kind fünf Wochen gegen deinen Willen und ohne einleuchtenden Beschluss in einem Kinderheim verbleiben lassen, ohne umgehend einen RA zu kontaktieren???
Natürlich nicht... und logisch, ich habe einen RA, aber auch dieser RA kann keine Berge versetzen... und dann war die SB vom JA angeblich im Urlaub und so schob sich die Anhörung nach hinten....
Zitat:
Ich bekomme die Geschichte nicht ganz sortiert.
Du wirst es mir nicht glauben... aber nicht einmal ich bekomme die Geschichte sortiert, obwohl ich sie erlebt habe. Und um ganz ehrlich zu sein, die Grenzsetzung hat hier erst gelitten, als die nachbarschaftlichen Beschwerden und die "Besuche" des Jugendamtes begonnen haben. Wobei ich sagen muss, dass ich meinen Sohn instinktiv eher nicht zu etwas zwinge, was er nicht einsieht, sondern versuche ihm alles zu erklären, damit er selbst versteht, was für ihn gut ist und was nicht. Nur in Akut- und Gefahrensituationen kann ich auch strikt im Kommandoton reagieren - ansonsten ist meine Erziehungsform partizipativ, nicht "grenzenlos", wie unterstellt.
Zitat:
Hat er diesen Aufenthalt verkraftet?
Nicht gut, es hat sich einiges an seinem Verhalten m.E. verschlimmert.
Außerdem spüre ich, dass ich Teile seines "Vertrauens" verloren habe, denn natürlich habe ich ihn zu allen erlaubten Terminen im Heim besucht, konnte ihn aber auf sein Verlangen natürlich nicht mit nach Hause nehmen, was zu fürchterlichen Geschrei führte, er weinte, er musste von Erziehern ins Haus getragen werden, damit ich überhaupt das Gelände verlassen konnte. Die Besuchsregelungen im Heim waren recht eingeschränkt. Es war einfach alles nur grausam!
Zitat:
Hast du Kontakt zu einem ATZ aufgenommen?
Nein, hier ist das SPZ zuständig - Vor der Herausnahme - konnte ich dort einen Antrag stellen. Ein Vorgespräch hat bereits stattgefunden. In ca. 3 Wochen wird dann mein Sohn untersucht.
Du kannst keine Beiträge in dieser Rubrik schreiben. Du kannst auf Beiträge in dieser Rubrik nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht löschen. Du kannst an Umfragen in dieser Rubrik nicht mitmachen. Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen