Verfasst am: 27.12.2006, 19:32 Titel: sprachentwicklungsverzögert und täglich aggressiver
hallo
unser lukas redet ja den ganzen tag nur eben nicht verständlich
er sagt mittlerweile viel sogar issss für tisch oder fisch oder stift
ma für malen
ba für ball oder baum
usw
mittlerweile ist es manchmal ein spiesruten lauf ihn zu verstehen um zu wissen was er denn möchte
selbst wenn ich oft sage sag was du willst ich weiß es nicht kommt nur ein unverständliches blabla raus oder er zeigt nur mit den fingern
und wenn ich nicht gleich seine forderung eingehe weil ich nicht dahinter komme und jedesmal nur den kopf schüttelt wird er richtig aggressiv kommt haut mich oder bekommt richtige wut ausbrüche mit einen brüllen und um sich schlagen
ich bin abends kraftlos und weiß manchmal nicht was ich noch tun soll
habt ihr einen rat und tip
wie wir lukas helfen können das wir ihn besser verstehen und er deswegen nicht so oft wütend wird
ich versteh lukas auf der einen seite ja selber aus eigener erfahrung aber manchmal bin ich auch mit der ganzen situation überfordert weil er nur noch wütend ist
danke euch _________________ Lg Melli mit J. ADHS mit Hochbegabung; L. verd. auf ADHS Mikrozytäre Anämie, und etliche Allergien; und A. Neurodemitis
sehr vieles von deinem Beitrag hat mich an unsere Tochter erinnert. Ich kann mich noch genau an diese Zeit erinnern. Wie oft habe ich da gesessen und einfach nur geweint. Die blauen stellen habe ich irgendwann nicht mehr gezählt. Ich kam mir so hilflos und alleine gelassen vor. Mir kam es so vor, dass meine Tochter jeden Tag aggressiver würde. Leider war dies auch der Fall.
Damals bekam ich dann auch endlich Logopädie und Ergotherapie verschrienben. Dies half dann wenigstens ein wenig. Später fingen wir dann an überall Karten mit Symbolen aufzuhängen. Dann brauchte Fabienne nur auf die Karte zu zeigen oder mir sie zu bringen. Dies hat auch wieder eine erleichterung für beide gebracht. Am Anfang sagte ich dann immer z.B. zu möchtest etwas zum trinken. Sie konnte dann nur nicken oder später dann ja sagen. Danach musste sie wiederholen. Aber nur z.B. trinken. So haben wir alles auch immer wieder gestaffelt. Immer so, wie ihr "Leistungsstand" halt war. Wichtig ist vor allem das Loben immer wenn es so klappt. Damit wird dein Kind etwas unabhängiger und lernt sich auch so besser auszudrücken. Vor allem fühlt es sich verstanden.
Stell dir einmal vor, du wohnst in einem fremden Land und jeder erzählt dir etwas, du kannst es aber nicht verstehen. Was noch schlimmer ist, keiner versteht dich. Du kannst erzählen und erzählen und keiner weiß was du willst. So fühlt sich im Moment dein Sohn.
Versuch dir in solchen Momenten einfach dieses Bild vor Augen zu halten. Oder verlaß die Situation wenn möglich. Dreh dich rum und hole tief Luft oder mach irgendetwas, was die Situation etwas entspannt.
Wir haben auch heute noch viele dieser Bilder. Allerdings dienen sie jetzt als Gedächtnisstütze.
Du kannst mir auch gerne eine PN schicken.
Liebe Grüße
Ulli _________________ Fabienne 9J schwere emotionale Störung mit sozialer Ängstlichkeit,schwere expressive und rezeptive Sprachstörung, Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten, passagere depressive Störung, Verdacht auf Skoliose,LRS,Neurodermitis; Léa (2)Neurodermitis, Céline (8)Zustand nach Harnröhrenplastik 2002, Jessica (13)Neurodermitis
Mein Sohn sprach auch vollkommen unverständlich und wurde aggressiv, wenn wir nachgefragt haben, ebenso im Kindergarten, wenn die anderen ihn nicht verstanden haben.
In Deiner Signatur steht etwas von Paukenerguss. Uli hatte auch Paukenergüsse, die zur Folge hatten, dass die Trommelfelle nicht schwingen konnten und er deshalb bestimmte Laute (die sogenannten Strömungslaute, z.B. sch, s, f, w, ch... halt alles, was mit Luftstrom gesprochen wird) nicht hören und dadurch zwangsläufig auch nicht sprechen konnte.
Nach einer Paukendrainage mit Einsetzen von Paukenröhrchen besserte sich die Sprache ganz rapide, seine Sprache wurde viel verständlicher und wir wussten, was er wollte und mussten kaum noch nachfragen.
Ich weiß nicht, was Euer Kinderarzt dazu sagt, unsere Kinderärztin war der Meinung, die Paukenergüsse würden von selber wieder verschwinden, was sie aber nicht getan haben. Der Pädaudiologe in der Medizinischen Hochschule Hannover empfahl dann eine Paukendrainage. http://www.google.de/search?hl=de&a.....nG=Google-Suche&meta=
Ich weiß nicht, ab welchen Alter so etwas gemacht wird, aber die Paukenergüsse könnten eine mögliche Ursache für das Sprachproblem sein, was sekundär die Aggressivität nach sich zieht.
Stammeln (Dyslalie)
Stammeln ist eine Störung der Artikulation (Aussprache). Einzelne Laute oder Lautverbindungen werden durch andere ersetzt, falsch gebildet oder fehlen sogar völlig. Im Laufe der Sprachentwicklung sind Lautbildungsfehler bis ca. zum 4. Lebensjahr als normal zu betrachten. Wichtig ist der Ausschluss einer Hörstörung durch den Arzt. Bereits im frühen Säuglingsalter ist eine sichere Hördiagnostik möglich und auch im Zweifelsfalle erforderlich, um eine spätere Sprachentwicklungsverzögerung zu verhindern.
Hören und Sprache hängen untrennbar zusammen, was das Kind nicht hört, kann es nicht nachahmen
Hier http://www.familienhandbuch.de/cmai.....s/a_Gesundheit/s_385.html
steht dazu: Ursachen für Hörprobleme in der Kindheit
..........Häufiger kommt es zu Beeinträchtigungen des Gehörs, die vorübergehend sind. Die Ursache dafür ist in vielen Fällen ein Paukenerguss. Dabei kann das Hörvermögen um ein Drittel vermindert sein. Das entspricht etwa dem, was man hört, wenn man sich die Ohren mit den Fingern zuhält. Die Sprachentwicklung und - bei älteren Kindern - die schulischen Leistungen werden dadurch beeinträchtigt.
Wenn irgendwelche Zweifel an der Hörfähigkeit eines Kindes bestehen, sollte man das Gehör überprüfen lassen. Liegt eine Hörminderung vor, so hängt das weitere Vorgehen von den Ursachen ab.....
Ich würde es auf jeden Fall ärztlich abklären lassen, ob die Paukenergüsse eine Rolle spielen. Wenn es am Gehör liegen sollte, müsste nach einer entsprechenden Behandlung die Sprache und damit die Sprachverständlichkeit besser werden und die Aggressivität abnehmen. Wenn nicht, dann liegt wohl noch etwas anderes vor. Man sollte aber ein Hörproblem als mögliche Ursache ausschließn.
Liebe Grüße
Annette _________________ Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, chronische Depression, EM-Rentnerin, GdB 50, mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Autismus, GdB 80, H, B, G; er lebt in WG der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung in Braunschweig
danke euch zwei wir waren mit lukas schon in der padaudiologie und mitte januar geht es zum hno wegen der vermutung an paukenergüsse beidseits weil er erst ab 40 dez. hört beidseitig und der test für das trommelfell sehr schlecht ausfiel
der hno muß nun schauen was sache ist das das trommelfell nicht richtig schwingt bzw rechts kaum
sollte es kein paukenerguss sein müssen wir wieder in die padaudiologie
nebenbei bekommt lukas logopädie mittlerweileschon um weitere sprachprobleme evtl rechtszeitig zu erkennen
@ ulli ab welchen alter habt ihr die karten benütz lukas ist erst 20 monate alt _________________ Lg Melli mit J. ADHS mit Hochbegabung; L. verd. auf ADHS Mikrozytäre Anämie, und etliche Allergien; und A. Neurodemitis
Ich hatte ja in deinem letzten Thread schon geschrieben.
Wenn ich die Beschreibung von eurem Alltag lese könnte ich grade weinen. Mir geht es ganz genauso. Ich bin abends total fertig und frustriert, weil Robin auch nicht deutlich machen kann was er möchte.
Er wird auch agressiv, schlägt um sich, wirft vor lauter Wut seine Spielsachen durch die gegend. Heute hat er mir vor Zorn ins Gesicht gehauen. Manchmal weiß ich mir nicht mehr zu helfen.
Ich halte ihm was zu trinken hin, wenn er noch mehr weint oder es versucht mir aus der Hand zu schlagen weiß ich dass er das nicht möchte. Genauso ist es beim Essen. Ich teste alle Lebensmittel durch und irgendwann ist -hoffentlich - das richtige dabei.
Robin brabbelt auch den ganzen Tag, das BA für Ball und Bebi für seine kuscheltiere .. Momentan lautiert er wieder fast nur noch..
Die Wörter die wir uns so lange erarbeitet haben sind wieder wie ausgelöscht..
Ich bin auch nur noch frustriert.. aber es ist wie es ist und ich versuche ihm so gut es geht zu helfen.
Ich finde die Idee von Ulli wirklich klasse mit den Karten! Das werde ich am WE auch gleich mal versuchen. Vielleicht hilft ihm das ja weiter!
Bei Robin habe ich teilweise das Gefühl dass er sich im ganzen irgendwie rückentwickelt.. aber das ist ein anderes Thema.
Ich wollte dir nur sagen dass du mit diesem Problem nicht alleine dastehst.
Viele Liebe Grüße
Leena
Robin hat auch Paukenergüsse und soll im Februar Röhrchen bekommen. Ich hoffe dass dann alles besser wird. _________________ R. 11/2004 v.A. Asperger-Autimus Störung der Graphomotorik, Feinmotorik, Störung der allg. Motorischen Entwicklung
ich kann mich jetzt nicht mehr ganz genau erinnern, wie das war, als Aryan 2 Jahre alt war, aber verstanden habe ich es meistens auch nicht, wenn er etwas wollte. Wir hatten auch mal eine Zeit, in der er sehr aggressiv war, aber irgendwann hat sich das etwas gelegt. Er hat einen unheimlichen Bewegungsdrang und als er dann mit 2 1/2 Jahren in die Krabbelgruppe im Kindergarten kam, wurde er auch ausgeglichener und ruhiger, trotz dass die Sprache natürlich immer noch nicht kam. Ich habe mir allerdings immer selbst eingeredet, dass das schon noch kommt (weil mein Bruder auch sehr spät gesprochen hat) aber als Aryan dann 3 war, konnte ich meine Augen nicht mehr verschliessen.
Jetzt ist er fast 5 Jahre alt und kann schon ganz gut reden - er ist aber immer noch 1 Jahr und 2 Monate (lt. irgendeinem Test, den wir immer und immer wieder machen) hintendran. Was mir aufgefallen ist, ist dass er sich viel von anderen Kindern oder auch von uns abschaut und eventuell gar nicht hört, was eigentlich gemacht werden soll, sondern einfach das macht, was alle machen, so nach dem Motto "das wird schon richtig sein". Auch möchte er meistens eine Bestätigung haben, dass das was er macht, richtig ist. "Mama, sag: richtig!"
Was ich gelernt habe (und das ist und war nicht immer einfach) ist, ich muss konsequent bleiben. Dann habe ich einigermassen die Kontrolle und ich glaube dadurch ist er auch ruhiger geworden. Vorher habe ich dann eigentlich immer nachgegeben und dadurch wurde es noch schlimmer.
Aber ich muss schon sagen, seitdem er reden kann und man ihn auch versteht, ist alles sehr sehr viel einfacher geworden. Allerdings hat das jetzt auch gravierende Nachteile: das Kind schwätzt mich besoffen (so fühle ich mich manchmal nach Konversationen mit ihm). Ich vergesse den Schlüssel aussen in der Haustür, am Auto, meine Handtasche im Supermarkt und es wird und wird nicht besser
Also, lasst den Kopf nicht hängen, vielleicht ist es doch nur eine Trotzphase.
Liebe Grüße
Birgit _________________ Birgit 08/67 ND, Gleitwirbel und Ajay 08/70 mit
Aryan *01/02
Nikhil *05/06 HF Autismus, Wahrnehmungsstörungen
Armaan *10/08 Hydronephrose links (operiert im April 2009), Vesikorenaler Reflux rechts
danke euch alle
also trotzphase in den sinn ist es nicht denn dann würde es immer passieren und nicht erst dann wenn ich ihn nicht versteh was er will
ich werd nächste woche in der frühförderung das problem mal ansprechen und fragen was sie vom guk hält für lukas _________________ Lg Melli mit J. ADHS mit Hochbegabung; L. verd. auf ADHS Mikrozytäre Anämie, und etliche Allergien; und A. Neurodemitis
wir hatten letz im kiga einen informationsabend über GuK. GuK kann man schon
im babyalter anwenden. das meiste davon sind ja ganz normale gesten, so wie
man sie sowieso schon häufig anwendet (winke-winke, pst-leise.....mal zwei
beispiele). man muß nur wirklich bewußt drauf auchten diese anzuwenden, und
natürlich auch bei den kindern drauf achten. deshalb solltest du dir trotzdem das
GuK system anschaffen, nicht alle gesten kennt man.
und mal was zur info am rande über GuK. die logopädin die den informationsabend
gemacht hatte, sagte noch: man selber soll die gebärden immer richtig machen
auch wenn die kinder das motoroisch noch nicht so ganz auf die reihe bekommen.
(die kinder die gebärde also etwas anders darstellen). mal ein beispiel. wenn dein
kind ba zum ball sagt, sagst du ja trotzdem ball und nicht ba. das gleich gilt für
die gebärden.
lg
gisi _________________ Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
wir haben das mit den Karten erst angewendet, da war sie so etwa 2,5 Jahre. Aber von Therapeuten weiß ich, dass es von einigen anderen Kindern schon sehr viel früher angenommen wurde und für deren Eltern sehr hilfreich war.
Probier es doch einfach mal aus. Es muss ja für den Anfang nicht alles auf Karten. Mach am Anfang z.B. mal nur trinken, essen, spielen usw. Halt das, was am meisten anfällt. Dann überforderst du den Kleinen nicht und siehst, wie er es annimmt.
Melde dich mal wie es klappt.
Liebe Grüße
Ulli _________________ Fabienne 9J schwere emotionale Störung mit sozialer Ängstlichkeit,schwere expressive und rezeptive Sprachstörung, Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten, passagere depressive Störung, Verdacht auf Skoliose,LRS,Neurodermitis; Léa (2)Neurodermitis, Céline (8)Zustand nach Harnröhrenplastik 2002, Jessica (13)Neurodermitis
Hallo Melli!
Sarahs Artikulation war mit drei Jahren total nuschelig. Dies kam noch zu ihrer sowieso ungewöhnlichen Sprechweise dazu (sie benutzte zunächst nur Hauptwörter und fügte dann Adjektive und anschließend erst die Verben dazu).
Unser HNO empfahl die Beseitigung der Paukenergüsse und vergrößerten Tonsillen und Polypen. Sarahs Wortschatz vergrößerte sich post OP von der Verständlichkeit her, aber bestimmte Laute brachte sie einfach nicht heraus. Erst viel später wurde bei ihr dann eine Sprechbehinderung im Zusammenhang mit der ICP diagnostiziert.
Heute mit 11 Jahren ist Sarah noch oft gefrustet, eben weil sie manche Sätze wiederholen muss. Es passiert, dass sie dann zornig reagiert und lieber nichts sagt, als zu wiederholen. Nun ist sie in einem Alter, wo sie in der Situation in ihr Zimmer verschwindet - ich kann mir vorstellen, dass sie, wäre sie kleiner, auch mit werfen von Spielsachen reagieren würde.
Wie sie sich damals verhalten hat, weiß ich nicht mehr.
Uns hat die Logopädie viel geholfen - nicht nur in der Aussprache-Deutlichkeit, sondern auch im Umgang mit Korrekturen.
Du kannst keine Beiträge in dieser Rubrik schreiben. Du kannst auf Beiträge in dieser Rubrik nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht löschen. Du kannst an Umfragen in dieser Rubrik nicht mitmachen. Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen