Heute hatte ich zwei Briefe an meine Zwillinge im Kasten. Erstes Treffen und dann 1,5 Jahre Unterricht bis zur Konfirmation.
Jetzt ist es bei uns auch soweit. Wie läuft das mit einem körperbehinderten Kind, das mit seinem Rolli nicht mal in die oberen Räume im Gemeindehaus gelangen könnte und das auch leicht geistig behindert ist. Er kann nicht mit seinem Bruder zum Unterricht gehen - er geht ja auch nicht auf eine Regelschule sondern auf eine Sonderschule, wo er nach dem Lehrplan gB unterrichtet wird und das im Moment auch mit schwersten pubertären Schwierigkeiten.
Wie geht das?
Seid lieb gegrüßt
Karin _________________ Karin (06/67) mit Zwillingen (12/96)
Frühgeborene (SSW 25), 1 Zwilling ohne Behinderung, 1 Zwilling mit Epilepsie, CP (Rollikind), Kyphose, Skoliose, Hydrocephalus
macht denn seine Schule keinen eigenen Konfirmandenunterricht?
Ich war an einer KB-Schule und die Konfirmation selber war ganz normal in der Kirche
mit den gesunden Jugendlichen aber der Unterricht davor fand in unserer Schule statt.
Wenn die Kirche Treppen hat, kann man ihn ja dann am Tag der Konfirmation hochtragen. _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
Ich nehme an dass man in der Pfarrei bzw. deren Sekretariat gar nichts über die Behinderung des einen Zwillings weiß, weil man eben nur Standardschreiben verschickt und dass ihr sie gesondert darauf hinweisen müsst um gemeinsam zu einer Lösung zu kommen.
Hallo Karin,
hier kommt eine "doppelt" Betroffene: Mutter einer behinderten Tochter und Religionspädagogin (aber katholisch).
Wenn ICH die Kinder für die Kommunionvorbereitung anschreibe, dann weiß ich normalerweise schon, wo es Gesprächsbedarf gibt (wir holen uns die Adresslisten über die Schulen), und in solchen Fällen nehme ich Kontakt mit den Eltern auf und wir überlegen, wie das dann gehen kann. Hier hatte ich in den letzten Jahren (wenn ich mich richtig erinnere) 6 Kinder mit körperlicher und/oder geistiger Einschränkung (das runde Dutzend von der Sprachheilschule nicht mitgerechnet), und es hat immer funktioniert.
Wenn die Kirchengemeinde allerdings "rein nach Alter" anschreibt - siehe Davids Beitrag - dann können die das tatsächlich nicht wissen, falls ihr dort nicht recht bekannt seid; dann wäre es sinnvoll, wenn ihr von euch aus Kontakt aufnehmt.
Kein Fehler ist es aber auch, in der Schule nachzufragen. Bei unserer Tochter haben sie nicht nur die Vorbereitung in der Schule gemacht (wie Jaqueline erzählt), sondern auch einen wunderschönen Erstkommuniongottesdienst; da sie ihre Schulkameraden gerne mag (obwohl sie durch meinen Beruf die Gemeinde in- und auswendig kennt und sich dort durchaus wohl fühlt), haben wir dort gefeiert.
Letzte Bemerkung: es gibt auch extra Vorbereitungsmaterialien für geistig behinderte Kinder.
Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich.
Alles Gute,
Bea
Heute hatte ich zwei Briefe an meine Zwillinge im Kasten. Erstes Treffen und dann 1,5 Jahre Unterricht bis zur Konfirmation.
Jetzt ist es bei uns auch soweit. Wie läuft das mit einem körperbehinderten Kind, das mit seinem Rolli nicht mal in die oberen Räume im Gemeindehaus gelangen könnte und das auch leicht geistig behindert ist. Er kann nicht mit seinem Bruder zum Unterricht gehen - er geht ja auch nicht auf eine Regelschule sondern auf eine Sonderschule, wo er nach dem Lehrplan gB unterrichtet wird und das im Moment auch mit schwersten pubertären Schwierigkeiten.
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Wohnort: Berlin
Verfasst am: 24.07.2009, 08:47 Titel:
Danke für den Tipp mit der Schule. Da könnte ich mal nachhaken.
Auf jeden Fall werde ich mich mit der Katechetin in Verbindung setzen und fragen, ob sie andere Fälle hatten.
Ob sie wissen "können" oder nicht, steht nicht zur Frage, sondern um die praktische Umsetzung bis zur Konfirmation.
Herzlichen Dank bis hierher
Karin D. _________________ Karin (06/67) mit Zwillingen (12/96)
Frühgeborene (SSW 25), 1 Zwilling ohne Behinderung, 1 Zwilling mit Epilepsie, CP (Rollikind), Kyphose, Skoliose, Hydrocephalus
bei uns in der Gemeinde (ist sehr klein, daher ein Einzelfall) wurde ein Mädchen mit geistiger Behinderung "ganz normal" integriert. Sie nahm am Unterricht teil bzw. bekam Sonderaufgaben, falls die allgemeinen zu schwer waren. Sie kann sprechen, aber nicht schreiben oder lesen. Der Pfarrer muss eben auf die besondere Situation eingehen... Bei uns gibt es zusätzlich einen Mitarbeiterkreis der ev. Jugend. Dort sind Jugendliche nach der Konfirmation, die Freizeiten begleiten und eben auch bei der Konfirmandenarbeit helfen. Ich könnte mir vorstellen, dass solch ein Jugendlicher (oder auch mehrere) evtl. dabei helfen könnten- zum einen bei der Umsetzung des Unterrichtsstoffes, zum anderen bei evtl. auftretenden Problemen wegen des Rollis.
Und für die Treppe: Entweder findet man einen anderen Raum oder aber die Mitkonfirmanden helfen mit- müsste doch gehen, oder?
LG Katrin _________________ Katrin (*83), Förderschullehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
Unser Christian ist vor 2 Jahren konfirmiert worden.
Mein Vater war im Vorjahr gestorben und der Pfarrer, der uns getraut und auch die Kinder getauft hat, kam zum Gespräch wegen dem Gottesdienst für meinen Vater. In dem Rahmen habe ich ihm unser Problem geschildert und ihn um Ratschläge gebeten. Er nannte mehrere Wege. Er gibt mir Material und ich arbeite es zuhause mit meinem Kind durch. Zu einer Wochenendveranstaltung hätte er dann auch hinkommen können. Oder er kommt ganz normal zum Unterricht, wenn es für ihn möglich ist.
Christian ist dann mit Begeisterung zum Unterricht gegangen. Ich habe ihn hingefahren und abgeholt. Bei der Konfirmation und bei der Vorstellung der Konfirmanden musste er dann nichts vorlesen, sondern nur seinen Namen nennen. Das hat perfekt geklappt und auch mit der Gruppe ging es gut.
Dieses Jahr ist meine Tochter konfirmiert worden und ein geistig behindertes Mädchen, daß wir vom heilpädagogischen Reiten kennen ist mit ihr konfirmiert worden. Sie war allerdings nie bei dem Unterricht.
Unsere Kirche hat einen Rollstuhleingang und der Konfirmandenunterricht hat ebenerdig statt gefunden. . Wenn du mit dem Pfarrer sprichst wird sich bestimmt ein Weg finden. Wenn nicht in der kirche, wo denn dann ???????? Nur ansprechen mußt du die Leute halt. Sie können ja nicht alles wissen.
Ach, eigentlich wäre ein anderer Pfarrer für meine Kinder zuständig gewesen. Doch den wollten wir nicht. Das war aber gar kein Problem.
Christian geht an eine Körperbehinderten Schule. Dort wurde Kommunionsunterricht angeboten. Leider aber keine Konfirmation.
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