In einem aktuellen Thread zum Thema Stundenabdeckung durch den PD haben sich einige Pflegekräfte zu Wort gemeldet und da das dort nicht ganz zu dem Thema passt, ich aber das Gefühl habe, dass einige Pflegekräfte das Bedürfnis haben, sich zu Wort zu melden oder sich auszutauschen.... habe ich einen eigenen Thread aufgemach
Hier kann man einfach mal allgemein über die Probleme in der außerklinischen Intensivpflege aus Sicht der Mitarbeiter schreiben. Es entschuldigt keine Mißstände bei den zu pflegenden Kindern und es entschuldigt auch nicht gewisses Fehlverhalten (z.B. Alarme nicht hören), aber vielleicht kann man auch gewisse Kommunikationsprobleme lösen.
Ich habe auch schon einiges erlebt, aber mir war es immer wichtig, dass die Kinder gut versorgt sind und dafür habe ich einige unannehmlichkeiten in den Kauf genommen... Auch ich habe schonmal den Arbeitgeber gewechselt (was in der Branche leider nicht ganz unüblich ist), weil sich sonst nichts geändert hätte.
So, ich freue mich jetzt auf einen regen Austausch
Liebe Grüsse
Bernhard _________________ Bernhard *69, Christiane *70
Dominik *15.10.07 Asphyxie bei Geburt, Entwicklungsverzögerung, Epi
Adoptivschwester *2006
Leon 2005 (+10SSW) Björn 2004 (+15SSW)
Unsere Galerie
Krankenpfleger bei einem 24h-Kinder-Intensivpflegedienst
na, dazu kann ich nur sagen, dass die Pflegekräfte ja auch nur das Werkzeug des Arbeitgebers sind und so eingeteilt werden, wie es gerade gebraucht wird, ob es nun passt oder nicht ..... ist in der häuslichen Pflege ja nicht unüblich.....
Wir haben das Glück, dass ich nicht ständig wechselndes Personal habe und auch darauf bestehe, dass es so bleibt. Das weiss der Chef und bemüht sich auch , entsprechend zu handeln. Vor allem ist es ja auch für die zu pflegenden Kinder nicht schön, oder auch manchmal gar nicht machbar, immer von anderen versorgt zu werden.
l.G.
Bea _________________ Nando 93, Dario 97 nach Unfall 2001 hypoxische Hirnschädigung mit Tetraspastik, Button seit 2001 und verschiedene kleine Baustellen, Nevio 97 und Leya 2005.... und natürlich Bea , Bj. 63
Auch bei uns gibt es ausfälle. Mitlerweile bekommen wir schon einen Monat vorab den Hinweis, dass es im nächsten Monat zu Einschränkungen kommt. Dann kommen aber auch noch zusätzlich Krankheitsausfälle dazu. Grundsätzlich habe ich dafür schon Verständniss, weil die Krankenschwester nicht einfach ersetzt werden kann. Sie braucht ja auch Einarbeitungszeit. Aber unser PD nimmt immer mehr neue Patienten auf obwohl die Stunden bei den "Stammpatienten" nicht geleistet werden können. Und dass macht mich Wütend. Vor allem verstehe ich es nicht, was da für Gründe dahinterstecken. Uns wurde nahegelegt, dass wir unsere Stunden freiwillig kürzen sollen (Rückzungspflege). Was soll dass denn? Die Stunden zahlt die KK doch nicht aus Spass, sondern weil sie für notwendig befunden sind. Wie gesagt, die Neuzugänge zu Lasten der alten kann ich nicht nachvollziehen. Letztens hat um ns eine Krankenschwester abgesagt, weil sie bei diesem Wetter nicht Auto fahren will Letztendlich glaube ich, dass es an der geringen Bezahlung liegt und somit kann ein einzelner kaum was ändern.
Hallo Andrea1, ich antworte jetzt in dem neuen Thread,
ich verstehe,dass du wütend bist.Alles was du schreibst habe ich aus Sicht als AN auch erlebt.
Die PD-ste nehmen obwohl die Personaldecke dünn ist neue Patienten auf.
Die Angestellten müssen ständig einspringen und auf geplantes Frei verzichten.
Oft springen neue Kollegen ohne große Einarbeitung ein,was in meinen Augen ein Risiko birgt, da jedes Kind/Erw. ganz unterschiedliche Beatmungsmaschinen, Befeuchter usw. haben.
Alleine schon das Absaugen kann bei jd. Patient verschieden sein.
Viele junge Kollegen nehmen die Stellen in der außerkl. Intensivpflege an, benutzen diese aber als Sprungbrett, sobald sie eine "bessere" Stelle haben sind sie weg.
Auch sind die Arbeitszeiten für Schwestern mit Kindern extrem ungünstig, oft wird in 2-Schicht Betrieb gearbeitet,jeweils 10-12Std. Schichten ohne eine Pause im Sinne des Arbzg.
Leider ist die Bezahlung meist miserabel, oft kein Urlaubs/ Sprit/-Weihnachtsgeld, kaum jemand bekommt Gehaltserhöhung ( außer nach der Fachausbildung zur Heimbeatmung.
Gerade da wo Arbeit so wenig finanziell gewürdigt wird, kann es sein,dass die Arbeitsmoral sinkt. ( z.B. erschwerte Fahrten bei Schnee,wie du es beschreibst).
Der hohe Krankenstand müsste den PDsten zu denken geben, warum werden die Leute dauernd krank?
Und dann noch der Aspekt: für die Kinder u. Eltern ist es mehr als belastend wenn ständig fremde Schwestern vor der Tür stehen, oft werden die Eltern dann noch zum Anlernen benutzt.
Und wenn die, in der Regel priv. PDste dann noch neue Patienten annehmen, was soll man dann anders denken als :"die bekommen den Hals gar nicht voll"
Wie gesagt,ich komme urspr. aus der amb.Kinderintensivpflege, ich habe jahrelang dort gearbeitet, bin auch immer eingesprungen habe manchmal Weihnachten und Neujahr gearbeitet, denn an solchen Feiertagen trafen ständig neue Krankm. ein.
Öfters wurden neue Kollegen im Herbst eingestellt und hatten sich bis Weihnachten schon wieder verabschiedet.
Es gibt einen Pflegedienst den ich durch meine Freundin kenne. Dieser ist die große Ausnahme, da stimmt alles , der Dienstplan, die Bezahlung, die Kommunikation untereinander- da ist super zu arbeiten und da bleiben auch die Angestellten gerne. Ich weiß nur nicht ob ich den PD nennen darf.
Liebe Maria, Du sprichst mir aus der Seele. Vieles, was Du schreibst, kommt mir irgendwie bekannt vor. Aus einigen der Gründe, die oben stehen, habe ich auch letztes Jahr meinen Arbeitgeber gewechselt. Ich mache soetwas nicht einfach so, es hat sich jede Menge Frustpotential aufbauen müssen. Aber ich bin trotzdem immer treu und brav zu den Patienten gefahren, weil die ja am wenigsten dafür können. Ich war nicht einen einzigen Tag krank und bin im Extremfall auch über 100km einfach für einen Dienst durch Nacht, Nebel und Schnee "gehummelt"... Es kam auch bei meinem alten AG vor, dass ich bei einem neuen Patienten einen "Kaltstart" gemacht habe und quasi nur von den Angehörigen eingearbeitet wurde (fairerweise muss ich aber sagen, dass ich bei meinem ersten Patienten bei meiner alten Firma richtig komplett über 2 Tage eingearbeitet worden bin...) Die Geräte kannte ich zum Glück bald fast alle, weil ich auf einer Fortbildung quasi den großen Geräteschein gemacht habe (und somit auch selber einweisen durfte)...
Ich mache den Job trotzdem gerne und mag auch meine kleinen Patienten sehr gerne. In meinem Fall kann ich auch viel von meiner Situation zu Hause mit einbringen (und wenn es nur ein kleiner Erfahrungsaustausch oder kleinere Tipps bzgl. Therapie und Therapiemittel sind) bzw. konnte ich auch schon selber Tipps mitnehmen, die meinem Sohn etwas gebracht haben. Und über meinen AG kann ich auch nicht klagen...
Was natürlich allgemein schwer ist für einen PD, dass ab und zu Patienten wegfallen bzw. neue Patienten dringend einen PD brauchen. Und es ist eben schwierig, gutes Personal für solche Situationen vorzuhalten bzw. den Personalbedarf dafür zu kalkulieren. Auch mit sehr großzügigen Arbeitszeitkonten ist das nicht immer lösbar...
oh, ich könnte Bücher über das Thema schreiben... _________________ Bernhard *69, Christiane *70
Dominik *15.10.07 Asphyxie bei Geburt, Entwicklungsverzögerung, Epi
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Ich habe gleich mal eine Frage: Ist es rechtens das ich Sonntag abend Nachtdienst amche und Montag ist mein erster Urlausbtag weiss das jemand?
Im Internet habe ich rumgesucht und bin irgendwie nicht schlau geworden.
Das ist irgendwie eine Grauzone
Ich bin grad wieder tierisch wütend da ich heute abend für 3 Nächte in den Nachtdienst gehe obwohl mein WE eigentlich frei und auch schon verplant war.
Ich ahbe mich tierisch drauf gefreut und nun bekomme ich gestern nen Anruf und als man mich nicht ereichte ne SMS ich möchte doch bitte die 3 Nächte machen:cry:
Es folgten Telefonate über Telefonate und das Ende vom Lied waren Tränen der Wut und ich kann zum wiederholten Male mein Frei vergessen!
Eine Kollegin krank, eine woanders aushelfen, die andere hat schon den Tagdienst am WE und die vierte hat schon 3 Wochenenden hintereinander gearbeitet.
Und Springer können auch keine kommen da der Junge dann voll abdreht und dann ist es den Eltern auch keine Hilfe.
Nötig hab ich es nicht, ich habe ein paar Überstunden liegen und bin auch jetzt schon wieder mehr als ich muss diesen Monat.
Übrigens auch schön das immer die gleichen krank sind und das ständig.
ES NERVT!
Entsprechend müssen immer die gleichen einspringen.
Ich weiss auch nicht wie ich noch argumentieren soll meinem Arbeitgeber gegenüber das es mir reicht. Weil solang wie ich keinen Urlaub habe kann er mich ja holen.
AAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHH
Na ich glaub jetzt reichts erst mal von mir. Danke euch fürs Lesen.
@Ramona: also ich verstehe Deinen Frust voll und ganz. Allgemein wird in der Pflege (also auch in der stationären Pflege) ein riesiger Frustberg vor sich her geschoben. Die Arbeit wird oft nicht gewürdigt (Vorgesetzte und auch von der Politik).
Du darfst aber auch nicht zu lange schlucken, weil es sonst irgendwann eine "Knallreaktion" gibt, oder Du zusammenklappst. Und damit ist auch keinen gedient. Und was das Einspringen angeht: eine SMS zählt nicht. Du bist nicht verpflichtet in Deiner Freizeit das Handy anzuhaben!!! Du hast sie einfach nicht bekommen. fertig! Wenn man Dich persönlich am Telefon hat, ist es was anderes. Aber sonst: tauch einfach wirklich mal ab.
Was Nachtdienst auf Urlaub angeht, ist es so, dass der darauffolgende Tag kein Urlaubstag ist! Wenn man einen Dienstplan superkorrekt schreiben würde, müsste der Nachtdienst "aufgeteilt" werden. z.B. Sa Abend 21-00 ist "Nacht-rein" und So "0-00-7.00" wäre "Nacht-raus" (und für die ganz genauen: bei mehreren Nachtwachen gibt es dann noch den "Nacht-Mitte"-Dienst (es gibt Häuser, die das tatsächlich so in die Dienstpläne schreiben. eines davon eine sehr große Klinik) Genausowenig, wie man am letzten Urlaubstag in die Nachtwache gehen kann....
Und ich würde mir einfach sachlich alle Argumente sammeln und sie Deinem Chef sachlich vortragen und ihm zur Not auch mit einer Kündigung drohen. Weil dann hat er wirklich ein Problem. Wenn nämlich plötzlich eine der ganz treuen Seelen weg sind, die über lange Zeit Mängel kompensieren, merkt man, dass man etwas ändern muss.
Fazit:
Es ist wirklich wichtig, dass man einigermaßen zufrieden zu seinen Patienten geht, weil die das allerschwächste Glied der Kette sind. Und die Angehörigen sind schon belastet genug, die brauchen nicht nur mehr Frust. _________________ Bernhard *69, Christiane *70
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Liebe Ramona86,
du tust mir leid, es stimmt,dass immer die Gleichen einspringen.
Die AGs verlassen sich auf einen kleinen Kreis zuverlässiger Mitarbeiter, die in der Regel auch schlecht "Nein" sage können.
Ich gehörte auch dazu. das hat soweit geführt,dass ich nach Jahren schon Panik bekam wenn nur das Telefon klingelte.
Meine Kinder obwohl sie groß sind reagieren heute noch mit Unsicherheit wenn unser Telefon mit unterdrückter Rufnr. klingelt. Ich denke die haben irgendwie einen Knacks bekommen, weil nach solchen Telefonaten immer die Welt aus den Fugen geriet. Sie haben mitbekommen,dass das Klingeln eines Telefons bei mir Panikattacken auslösen kann.
Ich klicke dir den Link vom Pflegenetzforum rein, da kann man alles fragen, von Arbeitsrecht bis zur Intensivpflege.
ich wünsche dir Kraft, dass du die NDste gut überstehst.
Grüße Maria M.
Mir ist klar das die auch nur ihren Job machen und das die Kinder und deren Eltern nichts dafür können.
Ich werde zusehen das ich zumindest meinen Urlaubstag wiederkiege, ich habe aufgrund meines Alters nämlich nur 24 Tage im Jahr die ich in der 6 Tage Woche nehmen muss...
Menno ich hab mich so gefreut aufs WE und nun das. Sorry aber ich kann mich kaum einkriegen darüber
Jetzt ist natürlich auch noch Wochenende und ich krieg wieder nur die falschen an die Strippe.
Hallo PapaBernhard,
habe zuerst Ramona geantwortet, weil sie in den ND muss.
Schön,dass du einen besseren AG finden konntest. Für dich als Familienvater genauso wichtig wie für eine berufstätige Mama.
Ich könnte auch Bücher schreiben...
Und als ich den Beitrag von Ramona gelesen habe, habe ich Herzrasen bekommen, da kommt viel in mir hoch, besonders Angst.
Aber ich bin ja auch noch nicht ganz gesund.
Kennst du das Pflegenetz Forum?
@Maria: ja, ich kenne das Pflegenetzforum vom Hörensagen.
Ja, der AG-Wechsel war wirklich nötig. Aber ich habe lange gebraucht, um mich durchzuringen. Es war am Schluss einfach nicht mehr schön. Will hier in der Öffentlichkeit nicht so viel schreibne, weis ja nicht, wer mitliest... Aber ich bin auch ein - zu - gutmütiger Mensch, der lange und viel schluckt. Aber das haben Pflegekräfte so an sich.
Ich habe es Ramona schon geschrieben: man darf den Frust nicht zu stark werden lassen, weil man sich sonst wirklich kaputt macht.
Aber die Reaktionen hier zeigen, wie nötig es ist, dass auch Pflegekräfte hier zu Wort kommen. _________________ Bernhard *69, Christiane *70
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