Verfasst am: 07.01.2011, 17:38 Titel: Einschulung mit 5 oder 6 bei Entwicklungsauffälligkeiten?
Hallo.
Es beschäftigt mich schon eine Weile, und ich habe niemanden mit dem ich Gedanken austauschen kann. Ich spekuliere und spinne mir einiges von a bis z zusammen.
Mein Sohn ist hochbegabt, das sagte damals schon der Chefarzt der Kinderklinik als er gerade über eins war.
Ich mache mir Sorgen was die Schule betrifft.
Seine Schwester ist bereits in der Schule (noch 1. Klasse) womit ich einen Vergleich habe. Er ist so weit wie sie, in manchen sachen sogar weiter als sie (lesen, minus rechnen,...). Er lernt es auch "selbstständig" und schneller/einfacher.
Mittlerweile denke ich sogar darüber nach, das es für ihn vllt super wäre wenn er jetzt 2011 schon zur Schule dürfte. Er wäre dann aber erst 5.
Ok, vom Alter her dürfte er wohl, auch wenn es früh ist. Aber er ist halt so weit, und ich weiss nicht,.. wie gesagt ich habe niemanden zum Gedankenaustausch..
Aber: Gleichzeitig kommt die Sorge. Wie hoch stehen die Chancen das sie ihn nehmen? 10%? Wie hoch stehen die Chancen das sie ihn das Jahr darauf mit 6 nehmen?
Ich habe Angst das sie ihn ewig zurück stufen, und er erst mit 7 darf.
Warum?
Neben seiner hohen Intelligenz ist er halt sehr.. für sich.. Er zeigt anderen nicht wie weit er ist. Wir haben es per Zufall mitbekommen wie er Schreib-, Lese-, Rechenaufgaben löst. Oder wenn seine Schwester was macht, dann sagt er die Lösung bevor jemand nur soweit denken konnte. Also er macht es nur wenn er will. Wenn man -egal wie-versucht selber daran zu kommen was er wirklich alles kann, tut er so als könne er nichts.. Am besten keinen Buchstaben. Dabei kann er alles auswendig, schreibt und liest-besser wohl als seine Schulschwester!
Wie soll das je in der Schule werden? Wird er da jemals so mitarbeiten-nur verbal gemeint-wie die es wollen? Muss er das überhaupt oder langt es nicht wenn er es kann, und das tut, aber halt nicht verbal?
Dann die Sprache..
Er verlor mit 2 jahren seine Sprache. Mit 3 1/2 kam sie langsam wieder. Er spricht mittlerweile (noch keine 5) ganze Sätze. Aber lange nicht altersentsprechend.
Darf man ihm das zum verhängnis machen?
Ich meine, klar ist 5 früh. Das würde ich im Normalfall auch nieeeeeee machen. Aber er ist so intelligent, so lernfähig, und so wissbergierig..
Es ist halt nicht der Normalfall!
Und im nächsten Jahr, klar wird er sich bis dahin wieder etwas weiter entwickeln, aber wir wissen allesamt, das er bis dahin auch noch lange nicht so rüberkommen wird, wie es von schulkindern die normal sind erwartet wird...
Ich möchte einfach nicht, das er wegen seiner Sprache die zurück hängt, seinem nicht so tollem sozialverhalten und derartiges er ewig zurück gestuft wird. Er ist so weit.. Ich habe einfach angst das sie ihn erst gar mit 7 lassen..
Er hat selber schon gesagt das er jetzt schon zur Schule möchte. Und er weiss, was er da sagt.....
Hat hier jemand mit so etwas Erfahrung? Ein Kind was vom Gehirn her deutlich über Durchschnitt ist, aber "äusserlich" halt eine Behinderung zu merken ist?
Im Moment fühle ich mich einfach allein und ungerecht behandelt, wenn ich nur daran denke. Er ist doch nicht schlechter als andere, nur weil er sich nicht wie andere Verhält. Ist die Schule nicht zum Lernen da?
Danke fürs Jammern. _________________ LG,
Sabrina mit
xence *06/2006
Derzeitige Diagnose: Entwicklungsstörung der Wahrnehmungsverarbeitung, V.a. Autismus
Magst du mir mehr dar+ber erzählen? Was genau hat er, und wie wurde es aufgenommen das du wolltest das er mit 5 geht? Würde mich freuen da ein paar Infos zu bekommen wie das ablief. Die gucken sich die Kinder vor der Einschulung ja doch an. Musstest du das durchboxen, oder wurde er problemlos angenommen?
Zumal ich wollte das er hier bei uns auf die Regelschule geht. Ich werde Dienstag mal ein Gespräch mit der Sekretärin führen. _________________ LG,
Sabrina mit
xence *06/2006
Derzeitige Diagnose: Entwicklungsstörung der Wahrnehmungsverarbeitung, V.a. Autismus
Ich habe gesehen das Dein Kleiner ja ein Juni Kind ist. Luca ist ein Septemberkind und ein Muß-Kind. Also doch deutlich älter als Dein Kleiner.
Bei uns wurde gleich vom Gesundheitsamt gesagt das er nicht regelschulfähig ist aufgrund der Sprache und weil er statt einem Männchen ein Zug gemalt hat
Ich habe ihn auf der sprachheilschule vorgestellt wo er sämtliche Tests durchgemacht hat. Ein langes und aufwendiges Verfahren, mir war wichtig das er auf eine Schule kommt mit einem normalen Lehrplan. Luca wollte ich eigentlich zurückstellen lassen, wäre sicher auch durchgegangen. Aber der Kiga hat gesagt sie können ihn nicht fördern. Bei uns an der Schule gibt es das Modell einer Förderklasse. Man macht 3 Jahre und hat danach die 2. Klasse abgeschlossen. Das war ideal für uns. Luca ist der jüngste in der Klasse und kommt super mit. Er ist sprachentwicklungsverzögert, Dysgrammatismus, AVWS, Wortschatzdefizit, nicht altersgemäßes Sprachverständnis und Störung der serialen Integration. Seine Intelligenz ist überdurchschnittlich. Daher auch den Weg auf die Sprachheilschule. Die Regelschule hier wäre für mich nicht in Frage gekommen, die sind hier total überfordert. Luca wäre nach einem Jahr auf der lernbehinderten Schule gelandet und da gehört er nicht hin. Wenn die Regelgrundschule gut ist , die Lehrer kompetent ist es kein Problem, aber bei uns ist das leider nicht so. Ich werde kämpfen das er die Grundschule auf der Sprachheilschule machen darf, die Chancen stehen gut. Er geht jetzt 5 Monate zur Schule und die Sprache ist einen großen Schritt voran gegangen. Das war die beste Entscheidung.
wenn man sein Kind frühzeitig einschulen möchte, dann dürfen keine Defizite vorhanden sein. Der Nachbarssohn wurde mit 5 Jahren eingeschult und er ist jetzt in der dritten Klasse und Klassenbester
Langeweilt sich Dein Sohn im Kindergarten? Ich würde ihm das eine Jahr im Kindergarten lassen. Die Kindheit hört heutzutage so schnell auf. In einem Jahr kann er noch sprachliche Sorünge machen und dann hat er bessere Chancen auf der Regelschule. Mein Sohn mußte mit 5 Jahren eingeschult werden, weil er ein paar Tage vor dem Stichtag 6 Jahre alt wurde. Bei der Untersuchung beim Gesundheitsamt hatten sie auch seine Sprachprobleme bemängelt. Wir gehen nebenbei noch fleissig zur Logopädie. _________________ Liebe Grüße,
Mellie
es gibt ja auch Auffälligkeiten die einfach zur Hochbegabung gehören. Und die gehen von....bis.....
Hast du mal nach DGHK gegoogelt? (Deutsche Gesellschaft für das Hochbegabte Kind). Dort könntest du ganz interessante Informationen bekommen.
Lg
Gigi _________________ Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
Das Problem, was du bekommen wirst, ist einfach, dass zu einer Schulfähigkeit viele Sachen gehören - aber Lesen, Schreiben und Rechnen absolut nicht. Dein Kind hat zwar Wissen vorzuweisen, aber ich denke, dass wird ihn auf der Schule zum absoluten Außenseiter machen (Mobbing & Co. eventuell später inbegriffen - Kinder können grausam
sein). Dein Sohn hat, wie du selber sagst, keinerlei soziale Kompetenz (V.a. Autismus), er kann nicht richtig sprechen,...
Bei uns hängt hier immer viel an der "sozialen Kompetenz". Das ist eigentlich fast schon der einzigste Grund, warum ein Kind überhaupt zurückgestellt wird. Und wenn die fehlt, dann kann das Kind nicht vorher eingeschult werden. Informiere dich doch mal, ob es bei euch eine Schule für Hochbegabte gibt? Die Frau eines ehemaligen Kollegen arbeitet in so einer Schule. Die Kinder sind alle irgendwie "auffällig". DAS hochbegabte Kind gibt es nicht. Alle zeigen sowohl Stärken als auch massive Schwächen. Die Schule versucht dann eben die Schwachstellen zu therapieren und die Stärken zu fördern. _________________ Katrin (Epilepsie)
Omar (Autismusspektrumsstoerung, gl. Entwicklungsst., Ptosis, Hypotonie, Vd. auditive Wahrnehmungsst., Vd. Valproatembryopathie)
Daniel (geistige Behinderung, frühkindlicher Autismus, Hypospadie, Trigonoceph., Hypotonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Vd. Valproatembryopathie)
ich fürchte euer Sohn wird auf einer normalen Regelschule nie glücklich werden, egal ober er mit 5,6, oder 7 eingeschult wird. Er wird wohl auch wenn er mit 5 geht nicht genug gefordert werden und als dass das seine sonstigen Auffälligkeiten aufwiegen würde.
Ich würde mich auch mit Interessenvertretungen für Hochbegabte Kinder in Verbindung setzen. Vielleicht gibt es ja in eurer Region Eltern die aufgrund eigener Erfahrung eine Schule nennen können, die in Frage kommt. _________________ Tochter *06, Sohn *09 Spina bifida (LMMC mit Tethered Cord), linksseitig schwerhörig
Hallo Sabrina,
es gibt auch Schulpsychologische Beratungsstellen, die u.a. die Aufgabe haben, in Fragen der Hochbegabung zu beraten. Die Telefonnummer erfragst du am besten über die Schule oder das Staatliche Schulamt.
Viele Grüße
Ellen _________________ Unser Goldschatz Joshua, geb. Dez. 2003, hat eine Infantile Cerebralparese, Probleme mit Grob- und Feinmotorik, artikulative Sprachstörung, und ist ein sehr cleverer und willensstarker Wicht.
Danke für eure Antworten. Ich mache mir in letzter Zeit viele Gedanken.
Ich denke es wird darauf hinaus laufen, das er zur Sprachheilschule gehen wird, die hier ist. Ich denke ihr habt recht, auf einer Regelschule wird er wohl nie glücklich werden.
Das fiel mir erst gestern wieder auf, als eine Freundin meiner grossen da war. Das war wieder ein Schlag in den Nacken. Ich dachte die Zeiten wären vorbei. Er verlor seine Sprache mit 23Monaten, jetzt ist sie wieder ziemlich da, aber halt nicht altersgemäss. Aber soweit, das mittlerweile auch Fremde ihn verstehen ohne Probleme. Auch Kinder. Aber die Freundin meiner grossen hat ihn gestern gar nicht verstanden Hach......... Ja, das war wieder ein Schlag. Man denkt das wenigstens das verstehen anderer nun klappt.. und dann sowas.. seufz
Mal sehen. Ich weiss es noch nicht wie was wird. Das sollte man unter anderem dann wohl auch mit der Schule in ruhe besprechen. Und wenn halt mit 6, dann eben dann. Überlebt er auch, auch wenn ich es einerseits schade finden würde. Aber nun gut.. Bei Interesse, berichte ich weiter wenn es was neues gibt. _________________ LG,
Sabrina mit
xence *06/2006
Derzeitige Diagnose: Entwicklungsstörung der Wahrnehmungsverarbeitung, V.a. Autismus
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