Verfasst am: 03.08.2004, 14:51 Titel: Zwischenbericht von Petö
Hallo in die Runde,
ich dachte immer, dass KG für Kinder anstrengend ist, aber ich muss feststellen, dass auch ich sehr, sehr müde bin;-))
Ich mache mit Stella einen dreiwöchigen Petö-Sommerkurs. Allerdings geht sie nur halbtags, die älteren sind bis um 15.30 und ohne Eltern da, aber für Stella ist nach drei Stunden einfach Schluss.
Bisher bin ich begeistert. Im Prinzip ist das genau die Form an Förderung, die Ihr gut tut. Sie lacht die ganze Zeit und freut sich, auch wenn sie den Übungen im einzelnen noch nicht ganz folgen kann (aber dafür hat sie ja eine Mutter, die sich dschwer darauf konzentriert). Das Ganze wirkt auf Stella wie eine Krabbelgruppe mit ein bisschen Gymnastik.
Dabei muss sie viel arbeiten. Aber es wird die ganze Zeit gesungen und dabei werden z.B. die Beine gehoben und wie ein Pferdchen getrampelt oder sie legen sich ganz still hin oder legen sich einen Sandsack auf den Kopf und müssen ihn balancieren. Oder die Kinder legen ihre Hände auf die verschiedenen Körperteile.
Im Prinzip beginnt die Übungen auf dem Boden, dann geht es in die Sitzposition und zum Schluss in den Stand. Die Konduktorinnen haben die Gruppe (2 auf 6 Kinder) wirklich gut im Griff, obwohl auch 6jährige dabei sind und korrigieren immer wieder die Haltung. Und immer wenn es anstrengend wird, fangen sie an zu singen und Stella ist dann sofort wieder dabei.
Und im Gegensatz zu den Halbstunden-Terminen bei der KG hat man hier wirklich viel Zeit.
Ich denke, Stella tut die Gruppe einfach gut und ob sie dem Ganzen wirklich genau folgt, finde ich nicht so wichtig. Eine Mutter vertrat zwar im Kurs strikt die Meinung, dass Petö nichts für Geistig-Behinderte sei. Aber der Meinung bin ich eigentlich nicht. Natürlich versteht Stella nicht die Anweisung: "Ziehe Deine Beine an den Po und setze die Füße flach auf" Aber ich kann sie ja dahin führen und sie spürt die Bewegung damit auch.
Bisher kann ich alle noch Zweifelnden durchaus zu Petö ermuntern. Ich würde vielleicht nur darauf achten, dass die anderen Kinder jünger (bis 4 Jahre) sind. Aber das ist wohl nicht immer so einfach: An dem hiesigen Sommerkurs nehmen 18 Kinder teil, von denen Stella mit 2 Jahren die jüngste ist. Einer ist vier und der Rest liegt zwischen 6 und 14 Jahren. Und da wäre einfach auch bei gesunden Kindern der Unterschied sehr groß.
Upps, das ist sehr lang geworden. Falls Ihr noch Fragen habt, nur her damit.
Leicht erschöpfte Grüße _________________ Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)
schön, dass du uns - trotz Erschöpfung, was ich sehr gut nachempfinden kann - einen Zwischenbericht geliefert hast. Mit Petö liebäugle ich für Jan-Paul auch, obwohl er sicher auch die Anweisungen der Krankengymnasten nicht verstehen könnte. Da er aber eine hohe Eigenmotivation hat, denke ich schon, dass es was bringen würde. Wir haben hier in der Nähe ein Petö-Zentrum (Oberhausen). Dort werde ich mal nachfragen - allerdings erst, wenn Jan-Paul drei oder vier Jahre alt ist. Im Moment steht erst mal der Kindergartenbesuch an und das wird ja schon aufregend genug werden. Eine Hippotherapie peile ich für den nächsten Sommer an, wenn Jan-Paul sich an den Kindergartenalltag gewöhnt hat.
Findet der Sommerkurs bei euch in Karlsruhe statt?
Lieben Gruß und weiterhin viel Spaß und Erfolg!
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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Hallo Sabine 2,
wollte doch mal hören, wie es mit Stellas Petö-Camp so weiter gegangen ist. Es freut mich zu hören, dass deine Zweifel zerstreut worden sind. Bei uns läuft gerade auch das 6-wöchige Ferienintensivprogramm und es ist wirklich schwierig, homogene Gruppen unter einen Hut zu bekommen, weil natürlich auch die Ferienpläne und Arbeitszeiten der Familien Vorrang haben.
Alles Gute
Signe
ich hatte in dem anderen petö-Thread schon geschrieben, dass es uns außerordentlich gut gefällt. Ihr bietet einen 6-wöchigen Kurs an? Das finde ich ja toll, ich würde unsere Konduktorinnen am liebsten kaufen;-)) Stella hat solchen Spaß bei der Sache und giggelt und quietscht die ganze Zeit vor Freude.
Es sind gar nicht mal die motorischen Fortschritte, die mich begeistern, sondern dass Stella die drei Stunden wirklich super aufmerksam ist. Selbst nach ihrem kleinen Nickerchen mittendrin ist sie sofort wieder wach und sitzt auf ihrer Kiste und wartet, dass endlich weiter gemacht wird. Die eine Konduktorin meinte, sie wäre ein echtes Petö-Kind, was auch immer das heisst.
Ha und das Beste ist: Stella hat tatsächlich heute einige Millisekunden alleine gestanden (bis fünf konnte ich noch nicht zählen) und mit Hilfe von zwei Stühlen ist sie 3 Schritte alleine gegangen. Bis zum Laufen ist es natürlich noch weit, aber das macht ja nichts.
In Wiesloch wollen sie eigentlich einen Vormittag für Krabbelkinder anbieten, da überlege ich, ob wir das auf dem Weg weitermachen. Leider sind es derzeit einfach nicht genug kleine Kinder.
Viele Grüße _________________ Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)
Hallo Sabine,
ich freue mir über diese positive Entwicklung ein Loch in den Bauch, denn ein "echtes Petö-Kind" ist ein Kind, dass voll geeignet ist und du damit der anderen Mama ein lange Nase drehen kannst. Dein Kind ist über die Motivation in der Lage, sich auf die Übungen zu konzentrieren und das trotz geistiger Einschränkungen. Vor allem freut es mich, dass trotz der offiziellen Lehrmeinung die Kinder nicht unbedingt geistig voll entwickelt sein müssen und das ist ja auch das, was ich für unseren Ortverband vertrete. Das Problem mit den Nachwuchskindern haben wir im übrigen leider auch. Ich glaube, es liegt daran, dass die meisten Eltern in den ersten 4 Jahren "Besonderes Kind" sich erst einmal mit der Situation an sich und den Meinungen der Mediziner auseinadersetzen müssen, dann volles Programm in das übliche Förderungsprogramm einsteigen und damit so ausgelastet sind, dass so "Randmethoden" wie Petö gar nicht entdeckt werden können.
Kann dich also nur beglückwünschen und mich mit die und Stella freuen.
Liebe Grüße
Signe
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