Verfasst am: 09.02.2012, 22:29 Titel: Tanja mit Sohn (atypischer Autismus)
Hallo,
wollte mich und meinen 12 jährigen Sohn nur kurz mal vorstellen.
Nach 6 Jahre Psychologen und Arztbesuchen haben wir nun endlich die Diagnose A-typischer Authismus mit A-typischen Sympthomen.
Da es am Anfang hieß ich wäre Schuld(habe es hier auch viel gelesen,dass das wohl häufiger ein Problem ist von und wegen mangelnde Erziehung)kam es leider 3 Jahre zur Heimunterbringung,nun lebt er seit 2 Jahren wieder zu Hause und ich bin einfach nur froh,dass ich ihn nicht aufgegeben habe.
Wir haben inzwischen unseren Behindertenausweiß(50 % mit B und H) und am nächsten Donnerstag kommt der MDK ins Haus um eine mögliche Pflegestufe zu prüfen,da er teilweise recht hilflos ist und auch einnässt und einkotet.
Er besucht eine Regelschule mit Schulbegleitung und das inzwischen 5 Schulstunden am Tag(stolz bin).
So das sind eben wir
Verfasst am: 09.02.2012, 22:47 Titel: Re: Tanja mit Sohn (atypischer Autismus)
Hallo Tanja!
Herzlich willkommen!
Tanja303 hat folgendes geschrieben:
Nach 6 Jahre Psychologen und Arztbesuchen haben wir nun endlich die Diagnose A-typischer Authismus mit A-typischen Sympthomen.
Da es am Anfang hieß ich wäre Schuld(habe es hier auch viel gelesen,dass das wohl häufiger ein Problem ist von und wegen mangelnde Erziehung)
kam es leider 3 Jahre zur Heimunterbringung,nun lebt er seit 2 Jahren wieder zu Hause und ich bin einfach nur froh,dass ich ihn nicht aufgegeben habe.
Naja, ich denke, man kann Heimunterbringung nicht pauschalisieren, es ist ist nicht immer unbedingt negativ, das sehen aber die meisten nicht. Es kommt immer auf die konkrete Einrichtung an, auf die Menschen, die dort arbeiten, wie überall woanders auch.
und am nächsten Donnerstag kommt der MDK ins Haus um eine mögliche Pflegestufe zu prüfen,da er teilweise recht hilflos ist und auch einnässt und einkotet.
Er besucht eine Regelschule mit Schulbegleitung und das inzwischen 5 Schulstunden am Tag(stolz bin).
Schön!
Liebe Grüße
Annette _________________ Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, chronische Depression, EM-Rentnerin, GdB 50, mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Autismus, GdB 80, H, B, G; er lebt in WG der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung in Braunschweig
auch von mir ein herzliches Willkommen. Bei meinem Sohn wurde die Diagnose 'atypischer Autismus' erst mit 21 Jahren festgestellt. Es freut mich sehr für Dich, daß Du jetzt Bescheid weißt und Deinem Sohn eine entsprechende Förderung zukommen lassen kannst.
Viele Grüße
Bettina _________________ Johannes *8/90 v.A. atypischen Autismus, v.A. einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitssteuerung, mittelgradige Intelligenzminderung, hypogonadotroper Hypogonadismus
Da habt Ihr ja schon einiges durch und auch viel erreicht.
Für den Besuch des MDK drück ich die Daumen!!
Liebe Grüße
Anita _________________ *1968
*1966 Mann
*1996 Sohn Asperger ICD-10 F84.5 hoher IQ
*1998 Tochter Verdacht auf Asperger, Knick-Senk-Füße
*2002 Tochter Verdacht auf Asperger, ADS F90.0 G, hoher IQ, starke Brille wegen Hornhautverkrümmung
*2007 Sohn Verdacht auf Asperger Hinzufallen ist keine Schande, liegen bleiben aber schon!!
Guten morgen,
es freut mich immer mehr zu lesen,dass ich nicht alleine bin.
Zum damaligen Zeitpunkt war die Heimunterbringung die einzig richtige Lösung,da ich mit meinen Kräften am Ende war.Nur leider kam mein Sohn aus den falschen Gründen ins falsche Heim,weil damals keiner gesehen hat was mit ihm los ist.
Nur aus diesem Grund schrieb ich,dass ich froh bin, dran geblieben zu sein.Die Mitarbeiter dort und alles drum herum hat mir sehr gefallen und auch sehr geholfen neue Kraft zu tanken,nur war es eben nicht auf autistische Kids ausgelegt
Mit dem Pflegegeld wurde mir geraten es zu beantragen,ich bin selbst zum Glück nicht unbedingt darauf angewiesen und empfinde es auch nicht als schlimm ihm zu helfen beim waschen,Zähne putzen ect..Allerdings sehe ich inzwischen auch wieviel mehr hilfe er benötigt im Gegensatz zu anderen 12 jährigen.
Der Behindertenausweiß ist gültig ab Erstellungsdatum,darüber habe ich mir bisher auch keine Gedanken gemacht also danke für den Tipp.
Wünsche allen einen schönen Tag
nur war es eben nicht auf autistische Kids ausgelegt
Das war bei us ja anders, die erste Wohngruppe war eine Spezialwohngruppe für Asperger und High functioning Autisten, seit 2007 ist er in einer Jugendwohngruppe in Braunschweig, wo derzeit auch alle 3 männlichen Bewohner Asperger haben. Mein Sohn ist inzwischen der älteste Bewohner der WG und hat wirklich enorme Fortschritte gemacht.
Wenn Du mal seine Internetseite ansehen magst, insbesondere
Mit dem Pflegegeld wurde mir geraten es zu beantragen,ich bin selbst zum Glück nicht unbedingt darauf angewiesen und empfinde es auch nicht als schlimm ihm zu helfen beim waschen,Zähne putzen ect..Allerdings sehe ich inzwischen auch wieviel mehr hilfe er benötigt im Gegensatz zu anderen 12 jährigen.
Es geht ja nicht nur ums Pflegegeld, Du hättest dann z.B. die Möglichkeit der Verhinderungspflege. Wir haben sie dafür genutzt, dass unser Sohn einmal im Jahr für 14 Tage Ferien für behinderte Kinder mit 1:1-Betreuung machen konnte.
Du kannst mit dem Pflegegeld ja auch Therapien finanzieren, die die KK meist nicht zahlt, z.B. therapeutisches Reiten.
Zitat:
Der Behindertenausweiß ist gültig ab Erstellungsdatum,darüber habe ich mir bisher auch keine Gedanken gemacht also danke für den Tipp.
Wann kam dann der Bescheid? Wenn vor weniger als 4 Wochen, kannst du noch Widerspruch einlegen, wenn es länger her ist, einfach noch mal beantragen. Dass die Voraussetzungen schon her vorlagen, ist ja allein schon an der Heimunterbringung ersichtlich.
Annette _________________ Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, chronische Depression, EM-Rentnerin, GdB 50, mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Autismus, GdB 80, H, B, G; er lebt in WG der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung in Braunschweig
Ich finde auch immer wieder Antworten auf meine Fragen! Es ist traurig, daß wir irgendwie alle ähnliche Erfahrungen machen müssen. Eigentlich sind die Ärzte doch dazu da unseren KIndern weite zu helfen und nicht um Steine in den Weg zu legen.
Ich wünsche Dir einen guten Austausch!
LG Maria _________________ Mama 76, Papa 69, L *04 Autismus-Spektrum-Störung + ADHS
und G *08 topfit
Die zwei sind das beste und schönste in unserem Leben...<3
Es ist traurig, daß wir irgendwie alle ähnliche Erfahrungen machen müssen. Eigentlich sind die Ärzte doch dazu da unseren KIndern weite zu helfen...
Ich habe mal gehört, dass ein angehender Arzt im Studium nur etwa die Hälfte dessen vermittelt bekommt, womit er im Praxisalltag später konfrontiert wird. Das ginge nicht anders, weil ein Medizinstudium sonst kein Ende finden würde.
Nachteilig ist, dass es auch die Autismusspektrumstörungen (ASS) sind, die nicht vermittelt werden. Eine Studie hatte dazu mal gezeigt, dass ein Arzt (*) keinen nennenswerten Wissensvorsprung vor der Allgemeinbevölkerung hat. Überspitzt formuliert könnte man für solch eine Einschätzung also ebenso gut die Nachbarn drei Häuser weiter fragen, was vermutlich schneller ginge als wochenlang auf den Termin bei einem Arzt zu warten.
* Ausgenommen Kinder- und Jugendpsychiater, die zumindest schon mal etwas hinsichtlich ASS gehört haben (sollten). Das Wissen und vor allem die praktischen Erfahrungen sind allerdings auch hier nicht unbedingt ausreichend. In der Fachliteratur wird empfohlen, sich im Bedarfsfall direkt an ausgewiesene Fachkräfte zu wenden, die in Sachen ASS speziell weitergebildet sind. _________________ Liebe Grüße
Markus
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