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Therapie durch die Eltern... (Eltern als Therapeuten)
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flriedrichj
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BeitragVerfasst am: 26.05.2005, 00:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tobias,

wieso Akupressur oder Akkupunktur? In welchem Zusammenheng ist das denn gefallen?

Gruß, Susanne

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Friedrich, Susanne und Florian, Friedrich 31+3 ssw, nach 10 Tagen Periventrikuläre Leukomalazie diagnostiziert. V.auf West Syndrom
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flriedrichj
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BeitragVerfasst am: 26.05.2005, 00:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tobias,

hab alles nochmal durchgelesen und den Hinweis bei Christoph gefunden. Ehrlich gesagt hat mir meine KG auch erzählt, das Voijta sogar selbst herausgefunden hätte, das seine Druckpunkte dieselben einer alten, asiatischen? (habe leider vergessen welche) Akupunkturschule sind.Vielleicht meint er das?

Susanne

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Tobias
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BeitragVerfasst am: 26.05.2005, 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Susanne,

Es braucht dir nicht leid zu tun, dass die "Beschreibung" der Deveny Methode "schlecht" war.

Ich kann an so einer Stelle nur kommentieren, was ich aus erster, zweiter oder sonstiger Hand lese. In jedem Fall bin ich als Physiotherapeut sehr neugierig, wenn es um neue Methoden, Massnahmen oder einfach nur Kenntnisse geht. Ich versuche vieles zu sehen und ich hospitiere viel in Einrichtungen, bei Operationen, bei Kollegen etc. etc.

Das Motto heisst: "den Horizont erweitern"...und das tagtäglich.

Das Wissen von dem ich "zehre" basiert aus einer Vielzahl von Fortbildungen und persönlichen Erfahrungen mit weiß-ich-nicht-wie-vielen-Patienten....

DAher bin ich der festen Überzeugung, dass die Angebotenen Therapien in Deutschland völlig suffizient sind und man bei guter Betreuung es als Patient nicht unbedingt nötig hat erst mal irgendwo hinzufahren um eine extrem tolle und womöglich noch effizientere Therapie zu machen, die es in Deutschland eben nicht gibt.

Wer das macht: gut so, und daran soll man niemanden hindern. Ich werde bloß immer sehr hellhörig, wenn man solche Therapien vergleicht (ich erinnere mal eben an die "Rota-Diskussion") mit den gängigen Therapiemethoden, und dann in diesen Vergleichen einfach nicht sachlich aufklärt. Dieses habe ich mir auf die Fahnen geschrieben, da ich mit solchen Vergleichen einfach nichts anfangen kann, somit habe ich auf irgendeine Art die "Rota-Therapie" als verkapptes Bobath "entarnt". Und das ist wichtig!!! Denn wenn jemand einen guten Bobath-Therapeuten findet, dann bekommt er seine Therapie übers Rezept und die Kasse zahlt das. Andernfalls muss er eben tief in die Tasche greifen und alle möglichen Therapien selbst zahlen, was er bei entsprechender Betreuung eben nicht nötig hätte.

Ist jemand unzufrieden mit einer Therapie, dann muss er eben wechseln oder sonstwo hin fahren. (das ihr unzufrieden seid habe ich allerdings nicht entnehmen können und dass ihr Vojta schon mal ausprobiert habt, habe ich auch nicht lesen können....)

Wir sind hier in einem öffentlichen Forum, in dem Meinungsfreiheit herrscht und daher bilden sich auch "unwissende" User ihre Meinung durch genau solche Beiträge. Wenn also morgen einer meiner Patienten zu mir kommt und sagt: ich habe gelesen, das Vojta wie Akkupressur ist (ist nur ein Beispiel) dann kann ich mich erst mal daran setzen, ihm zu erklären, dass es eben nicht so ist, denn Akkupressur ist etwas total anderes!

Abschliessend: was mich immer stört ist der hier schon zitierte MEinungskrieg zwischen den einzelnen Therapieansätzen. Was mich aber am meisten stört ist ein latenter "Absolutheitsanspruch" an die eigene Therapie, die sich dann durch besonders herausragende Wiese von den herrkömmlichen absetzt.

Nochetwas: es gibt Leute, die entgegen dem Motto "mein Haus, mein Auto, meine Frau..." die Erfolge nicht in Form von Fotos an die Wand hängen. Ich habe kein Problem damit, wenn man Dankbarkeit von Patienten erntet und diese dann sich an die Wand hängt, aber ich würde das in meiner Praxis nie tun...genausowenig wie die vielen Zertifikate, die man vielleicht in der Tasche hat. Für mich zählt nur der Erfolg...und der spricht sich herum...ob mit oder ihne Fotos....

Gruß und eine hoffentlich weiterhin anregende Diskussion,

Tobias

P.S.: neugierig bin ich immer!

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Tobias Bergerhoff / Kinderphysiotherapeut

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Chrissie
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BeitragVerfasst am: 26.05.2005, 21:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tobias,

Deiner Antwort kann ich als seit fast 14 Jahren therapierende Mutter nicht zustimmen.

Zunächst einmal möchte ich in keiner Weise Deine Kompetenz als Therapeut in Frage stellen. Deine Aussage aber, daß die angebotenen Therapien in Deutschland völlig suffizient sind und man bei guter Betreuung es als Patient nicht unbedingt nötig hat, erst mal irgendwo hinzufahren ...usw. kann ich so nicht stehen lassen.

Ich habe mit meinem Sohn Alexander 3 1/2 Jahre intensives Vojta geturnt. Zweimal die Woche eine 1/2 Stunde bei der Therapeutin, 3 - 4 x täglich zuhause und alle 2 Monate waren wir bei Frau Wassermeier im Ki-Zentrum München. Zwischendrin haben wir auch noch nach Bobath geturnt, bei der Therapeutin eine 1/2 Stunde pro Woche. Als Alexander 3 1/2 Jahre alt war haben wir dann in Budapest mit der Petö-Therapie angefangen. Vojta-Aspekte konnte ich in der Therapie nicht erkennen, wohl aber ein bißchen Bobath, Ergo und auch ein bißchen Logopädie. Der Clow aber an dieser Therapie ist, daß sie in ganzen Blöcken praktiziert wird, d.h. wir haben 4 ganze Wochen lang von früh um 9 - 15.00 Uhr geturnt. Da kamen dann die Erfolge, die mit den anderen Therapien aus Deutschland nicht möglich waren. Heute turnen wir immer noch nach Petö, allerdings mittlerweile in Oberhausen für 1 x 3 Stunden pro Woche und 1 x pro Jahr einen 4 Wochen-Block. Für uns war und ist die Petö-Therapie wesentlich intensiver, als es Vojta oder Bobath je sein konnte. Der Witz an der ganzen Sache ist, daß Petö von den Krankenkassen nicht bezahlt wird, Vojta und Co. schon. Bis jetzt habe ich es noch nicht erlebt, daß die Therapien, die in Deutschland von den Krankenkassen bezahlt wurden in der Weise quantitativ so angeboten wurden.

Mein Sohn konnte, bevor wir nach Ungarn flogen absolut gar nichts. Und das obwohl wir ihn die ersten 3 Jahre hier in Deutschland extrem therapiert haben. Seine Fortschritte kamen erst, als er durch die Petö-Therapie über einen längeren Zeitraum permanent intensivst gefördert wurde.

Übrigens ist die Studie zur Petö-Therapie im Kinderzentrum München sehr positiv verlaufen. Da mag man sich doch die berechtigte Frage stellen, warum die Krankenkassen ein Problem haben diese Therapie in ihren Katalog mit aufzunehmen.

Einen schönen Feiertag noch und liebe Grüße
Ulli

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Alexander 10/91 spastische Tetraparese, Epilepsie, Christina 5/90 und Niklas 10/2002 ADHS


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Tobias
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BeitragVerfasst am: 26.05.2005, 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Uli,

ich danke dir für deinen Beitrag. Ich kann ihn gut verstehen und ich möchte darauf antworten:

Wir müssen etwas ganz wichtiges untescheiden: Quantität und Qualität!!!!!

Die Petö-Therapie, die ich selbst sehr gut kenne (ich habe bei einigen Kursen hospitiert und ich schicke auch bestimmte Kinder in diese Kurse (sofern das finanziell für die Eltern vertretbar ist)) ist auch dadurch effsktiv, dass man 4- teilweise 8 Stunden am Tag die Kinder von morgens bis nachmittags "betüdelt". Sie singen, sie haben ein Gruppengefühl, sie werden gelobt, sie werden gedehnt, sie werden bewegt, sie sollen sich hinstellen, selbst zur Toilette gehen (ohne Windel) sie aollen gemeinsam essen etc. etc. doe Liste ist beliebig fortsetzbar.

Dieser "Tatbestand" macht aber keine Aussage zur Qualität einzelner Massnahmen, die selbst bei Petö z.T. sehr schlecht sind (Beispiel: nach dem Beenden einer Übung wird das Kind frontal hochgezogen und der Kopf fällt nach hinten....aber über die Seite wird es nicht gemacht....) Diese minimalen qualitativen Mängel werden aber durch die Masse an Angebot wieder wett-gemacht.

Würdendie Krankenkassen eine entsprechende Versorgung mit Heilmitteln (nur am Beispiel Bobath) bezahlen, dann könnten die Kinder 3x am Tag für 1 Stunde und das 5 x die Woche zu mir kommen. Das zahlt aber kein Schw..... und das istauch gut so! Ich stehe auf dem Satndpunkt, die Eltern stark zu machen und sie zu Co-Therapeuten zu machen. Dann haben sie einen Teil der Verantwortung wieder bei sich (es ist IHR Kind) und sie können sich jederzeit nachsagen lasen ("ich hab's geschafft" - dieses Argument darf man nciht unter den Tisch fallen lassen! das ist vielen nämlich sehr sehr wichtig!)

Um es abzukürzen: DU hast es auf den Punkt gebracht:
Zitat:
Seine Fortschritte kamen erst, als er durch die Petö-Therapie über einen längeren Zeitraum permanent intensivst gefördert wurde.

..nur das du an der Stelle an der Petö steht viele andere Therapien einsetzen könntest. Vielleicht war Vojta nicht das richtige für ihn - mag sein - vielleicht aber auch nicht für dich als Mutter (!?) vielleicht war Bobath nicht gut genug für ihn - vielleicht aber auch war die Therapeutin unfähig dich in ausreichendem Masse dafür zu begeistern oder dich so gut anzuleiten, dass du es im Alltag bestens umsetzen konntest....Ich weiß es nicht....


Zu deiner letzten Frage: GANZ EINFACH:
Petö wird in Deutschland von ungarischen Konduktoren durcc geführt, die deutsch sprechen und die mit dem Geld was sie hier verdienen in ihrem Heimatland wahrscheinlich in der oberen Verdienst-Klasse liegen. Würde das in Deutschland umgesetzt werden, dann köme die Petö-Behandlung den Kassen so teuer zu stehenm dass man davon ausgehen könnte, dass in kürztester Zeit ein Aufschrei entstehen würde über die "Unbezahlbarkeit" solcher Therapien. UMKEHRSCHLUSS: man müsste Petö so billig halten, dass kein deutscher Therapeut sich das leisten könnte SO zu arbeiten geschweige denn seinen Lebensunterhalt hier in Deutschland zu verdienen. In Bezug auf die anderen Therapiemethoden käme dies obendrein Dumpingpreisen gleich, weil alle nur noch Petö verordnen würden, da Bobath, Vojta, SI etc. Ergo und so weiter viiiiiiel zu teuer wären.

Dazu sage ich jetzt nichts!

Gruß Tobias

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Erica
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BeitragVerfasst am: 26.05.2005, 23:15    Titel: Antworten mit Zitat

Tobias B. schrieb:
"Ich stehe auf dem Satndpunkt, die Eltern stark zu machen und sie zu Co-Therapeuten zu machen. Dann haben sie einen Teil der Verantwortung wieder bei sich (es ist IHR Kind) und sie können sich jederzeit nachsagen lasen ("ich hab's geschafft" - dieses Argument darf man nciht unter den Tisch fallen lassen! das ist vielen nämlich sehr sehr wichtig!)"


Hallo Tobias,
hm...Du weißt, daß ich Dir in vielen Punkten zustimme und ich weiß auch, wie Du arbeitest..., aber in dem oben zitiertem Punkt stimme ich überhaupt nicht mit Dir überein...da sträubt sich alles in mir, wenn ich das lese...
Und warum?
Weil ich nicht der Meinung bin, daß Eltern Co-Therapeuten sein sollten.
Klar will ich aufgeklärt sein und das Gefühl haben, zu verstehen, was gemacht wird.
ABER:
Ich möchte Mutter sein und das ist bei Lena schwer genug, ohne daß ich die Verantwortung einer Co-Therapeutin habe.
Aber Co-Therapeutin sein zu sollen heißt, daß ich, obwohl ich überhaupt keine Ausbildung in irgendeinem der Förderungsbereiche habe, therapieren soll und auch die Verantwortung übernehmen soll, die richtigen Entscheidungen zu treffen...
Weißt Du was??
Das kann ich einfach nicht und ICH HABE ES ECHT SATT...
Mein Part hier ist der einer Mutter; das kann ich und das möchte ich auch gerne sein, es beinhaltet natürlich auch, daß ich Bescheid weiß über Lenas Entwicklung und mitentscheiden muß, aber ich finde, daß mir zuviel Druck gemacht wird, indem man mich plötzlich eine Therapeutin sein lassen will...
Ich habe das Gefühl, daß ich zwar mittlerweile so eine Art Halbwissen erworben habe, aber das beunruhigt mich manchmal mehr, als das es uns irgendetwas nützt und wir als Eltern stehen hier ständig unter dem Druck, daß wir denken, wir müßten noch mehr Wissen in Erfahrung bringen, um entscheiden zu können, was wohl das beste für Lena ist...

Ich vergleiche das mal mit einem Frisörbesuch...etwas besseres fällt mir gerade nicht ein...
Wenn ich nicht gerade das Haareschneiden gelernt habe und denke, daß sollte besser jemand anderes machen, weil ich es nicht kann, gehe ich zum Frisör und lasse den das machen. Ich entscheide zwar noch, was ich ungefähr für ein Ergebnis möchte und ich kümmere mich in der Zeit zwischen den Frisörbesuchen um meine Haare, pflege und "bemuttere" sie und informiere mich über neue Schnitte und so, aber trotzdem würde ich nicht auf die Idee kommen, sie mir selber zu schneiden, wenn ich nur ein Halbwissen erworben habe, ohne das Frisörhandwerk gelernt zu haben.
Aber in der Therapie scheint das anders zu sein...da soll ich ohne richtige Ausbildung und ohne, daß ich mich sicher fühle, ohne richtige Basis mitentscheiden und ich soll mittherapieren...und die Verantwortung habe ich dann auch noch...
Ich könnte dann fast auf die Idee kommen zu fragen, ob man die Ausbildung vielleicht gar nicht braucht, wenn man doch ohnehin als Eltern aus dem Bauch entscheiden und therapieren soll...
Ist jetzt ein wenig überspitzt, aber ich bin tatsächlich nicht glücklich mit der Situation, daß ich seit viereinhalb Jahren Co-Therapeutin bin und das auch noch an verschiedenen Fronten...plötzlich bin ich Co-KG, Co-Ergo, Co-Frühförderin, Co-Psychologin...eigentlich bin ich Orchestermusikerin und nicht ganz fertige Sozialpädagogin...ich habe nie etwas therapeutisches gelernt...
Hast Du eine Vorstellung, wieviel Druck mir das macht??

Es wäre mir manchmal lieber, ich hätte weniger Druck, weniger Verantwortung und mehr Freiraum, mein Kind einfach lieben zu dürfen und auch frustriert sein zu können, aber als Co-Therapeutin geht das irgendwie nicht...

Liebe Grüße
Erica
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Chrissie
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BeitragVerfasst am: 26.05.2005, 23:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tobias,

ich habe 3 1/2 Jahre sehr engagiert Vojta mit Alexander geturnt und ich denke mal, daß wir auch eine sehr engagierte und gute Therapeutin hatten. Ich war von Vojta absolut überzeugt und ich hatte keinerlei Probleme damit, denn wenn ich ein Problem damit gehabt hätte, hätte ich nicht solange konsequent durchgehalten.

Bei der Petö-Therapie gibt es natürlich, wie bei jeder anderen Therapieform auch, gute und nicht so gute Konduktorinnen. Ich habe lange Mutter-Kind mit Alexander geturnt und wir haben die Kinder immer über die Seite hochgezogen! Im übrigen ist Petö nicht nur "betüdeln", es wird nicht nur gesungen usw. Es ist vorallem harte Arbeit für die Kinder. Außerdem ist Petö so ausgelegt, daß das Kind möglichst viele Bewegungen selbständig ausführt. Dabei werden auch bestimmte Reflexpunkte stimmuliert. Ich habe sehr lange als Mutter bei Petö mitgearbeitet und ich muß mich absolut dagegen verwehren, daß hier ein falscher Eindruck von Petö entsteht.

Auf der anderen Seite, Co-Therapeut zu sein, mag ja recht toll sein. Ich selbst bin allerdings nach fast 14 Jahren der Meinung, daß eine Therapie, die zuhause von der Mutter allein durchgeführt wird, nicht so effektiv sein kann, als wenn sie beim Therapeuten stattfindet. Frau ist zwar Co-Therapeut, aber kein Fachmann und wenn frau alleine zuhause vor sich hinwurschtelt, kann sie auch sehr viel falsch machen und es nicht einmal bemerken. Es ist aus meiner Sicht sehr schade, daß unsere hiesigen Therapieformen hier in Deutschland nur sehr spärlich von der Zeit her angeboten werden. Gerade bei so schwerbehinderten Kindern, wie mein Alexander spielt der Zeitfaktor eine sehr gewichtige Rolle und ich denke mal mit einem Termin 1/2 Stunde pro Woche beim Therapeuten ist ihm nicht genüge getan. Wenn ich übrigens die Zeit für Vojta oder Bobath selbst bezahlen würde, die wir Petö machen, ist Petö im Vergleich dazu doch wesentlich billiger.

Liebe Grüße
Ulli

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Chrissie
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BeitragVerfasst am: 26.05.2005, 23:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Erica,

Du sprichst mir aus der Seele.

Liebe Grüße
Ulli

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BeitragVerfasst am: 26.05.2005, 23:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich denke ich sollte mir mehr Mühe machen, meine Vorstellung eines Co-Therapeuten zu erklären. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es mir gelingt, zumal die in Fettbuchstaben geschriebenen Worte wie z.B.
Zitat:
ICH HABE ES ECHT SATT
für mich als Therapeut sehr bedrohlich klingen. Das schreckt mich ehrlich gesagt ab und ich weiß nicht, ob ich in der Lage bin, da dann etwas dazu zu sagen. Die "verbale Wand" wirkt auf mich unüberwindbar.....

Wenn man sich mit der Philosophie einzelner Therapiekonzepte beschäftigt (egal aus welchem Bereich), dann wird bei genauerem Hinsehen deutlich, dass die Hintergründe der Therapien und letztendlich die Erfolge dieser Therapien einzig und allein vom Bestreben aller am Therapiekonzept beteiligten abhängen, das Knd möglichst intensiv zu therapieren. Das beinhaltet aber auch eine Therapie zuhause! Und da sind nun mal die Eltern gefragt. Ich versuche immer die Eltern zu entlasten aber ich kann nur dann den größtmöglichen Erfolg "garantieren", wenn die Eltern eingewiesen werden und angeleitet werden.

Ich möchte an dieser Stelle mal darauf hinweisen, dass hier "Co-Therapeut" nicht gleichzusetzen ist mit einer Ausbildung zur "xy-Fachfrau". Wer das so sieht, hat den Begriff missverstanden (oder ich habe ihn nicht richtig erklärt)

Den Anspruch, den ein Elternteil an sich hegt, nur mal Mutter oder Vater sein zu wollen, den kann ich nur allzugut verstehen. Ich respektiere das und ich vor allem ich akzeptiere dass. Der Wunsch nach "Normalität" und "Nicht-behindert" sein ist allgegenwärtig und ich versuche diesen in der Therapie weitestgehend zu berücksichtigen. Ich muss sogar gelegentlich Eltern bremsen, wenn es darum geht auch im Urlaub "volle Pulle" Vojta oder ähnliches weiterzuführen.....

Die Kinder sind "nur" Menschen, und die Mütter erst Recht. Aber die Therapeuten auch und es gibt gute und schlechte genauso wie es Co-Therapeuten-Mütter gibt und Mütter die an der Praxis-Tür klingeln und sagen "ich muss noch mal schnell was besorgen ich hole sie/ihn gleich wieder ab...."

In der Hoffnung auf ein bisschen weniger "Dampf" freue ich mich über eine weitergehende Diskussion.

@erica: den Vergleich mit dem Frisör finde ich ziemlich schlecht und obschon ich glaube zu verstehen, was du meinst, kommt es bei mir nicht richtig an....

wenn ich lese:
Zitat:
Aber in der Therapie scheint das anders zu sein...da soll ich ohne richtige Ausbildung und ohne, daß ich mich sicher fühle, ohne richtige Basis mitentscheiden und ich soll mittherapieren...und die Verantwortung habe ich dann auch noch...

dann muss ich sagen: ich kenne überwiegend Eltern, die sich nicht ausgebildet fühlen und dennoch mitentscheiden wollen!.... Eltern, die Verantwortung selbst in die Hand nehmen (wovon reden wir hier eigentlich die ganze Zeit, wenn wir z.B.über Deveny und Rota reden etc. etc.)....

und das hier:
Zitat:
Ich könnte dann fast auf die Idee kommen zu fragen, ob man die Ausbildung vielleicht gar nicht braucht, wenn man doch ohnehin als Eltern aus dem Bauch entscheiden und therapieren soll...

finde ich so derbe daneben, dass ich es mal unkommentiert lasse....

P.S. ich bin sehr interessiert daran, wie der Kinderneurologe war und wie es mit Lena weitergeht.....

Gruß, Tobias

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Tobias Bergerhoff / Kinderphysiotherapeut

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BeitragVerfasst am: 26.05.2005, 23:57    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Tobias,

ich kenne Pető-Konduktorinnen aus dem Budapester Institut, die für 1-2 Monate nach Deutschland und England geschickt werden, und ich versichere dir, sie gehören nicht zur oberen Verdienstklasse in Ungarn.
(Wir haben mit meiner Tochter neben Dévény auch ein Jahr lang regelmässig jede Woche 3-4x mal je 3 Stunden in einer Mutter-Kind Gruppe auch Pető gemacht. Das wird hier von den Krankenkassen voll bezahlt, obwohl das ungarische Gesundheitssystem weit hinter dem deutschen steht (nachdem ich 11 Jahre in Deutschland gelebt habe, kann ich das glaube ich beurteilen), glaube mir wird und kann nicht sehr viel bezahlt werden.

Was die Fotos von behandelten Kindern an der Wand der Dévény-Therapeutin angeht, sie sollen eher anderen Eltern Mut und Hoffnung machen, und nicht die Therapeutin rühmen.

Mit freundlichen Grüssen aus Budapest,

Andrea

Viel Erfolg zu deiner Arbeit.
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