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Rumpfhypotonie durch Spreitzhose?
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steffi&Emily
Gast





BeitragVerfasst am: 23.02.2006, 17:16    Titel: Rumpfhypotonie durch Spreitzhose? Antworten mit Zitat

Hallo ihr,
Meine Tochter ist 17 Wochen alt und bei der U2 hat man bei ihr eine Hüftdysplasie festgestellt. Seiddem trägt sie eine Spreitzhose. Gestern bei der U4 hat der Kinderarzt zudem eine Rumpfhypotonie festgestellt. Wir haben jetzt 10mal Kg verschrieben bekommen. Kann die Rumpfhypotonie wohl durch die Spreitzhose gekommen sein und wielange dauert die Therapie ungefähr wohl bei einer Rumpfhypotonie? Ich habe in einem Bericht gelesen, das das Kind schon 4,5 Jahre KG deshalb bekommt. Kann sie auch am KISS Syndrom leiden?
Wer kann mir weiter helfen?

Liebe grüsse
Steffi
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Brigitte 1953
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BeitragVerfasst am: 23.02.2006, 18:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Steffi,

von der Spreizhose kommt es sicher nicht. Es wird wohl jetzt erst aufgefallen sein.

Komme bitte nicht auf die Idee, die Spreizhose weg zu lassen. Es ist so wichtig für die Hüfte.

Wäre es bei meinem Sohn alles frühzeitig so gelaufen, hätte seine Hüfte gute Chancen gehabt, sich normal weiter zu entwickeln und er könnte heute seine Beine benutzen.

Lieben Gruss

Brigitte Very Happy

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Tobias
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BeitragVerfasst am: 23.02.2006, 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

die Hypotonie des Rumofes ist eine ganz häufige Begleiterscheinung der Hüftdysplasie!
Die ist nicht erst nach der Geburt entstanden oder durch die Spreizhose. Fakt ist aber auch, dass die Spreizhose die Kinder daran hindert genügend Tonus aufzubauen....Fakt ist weiterhin, dass sie eher hypoton bleiben....und dennoch müssen sie die Spreizhose tragen! Crying or Very sad

Aber: es ist sehr sinnvoll dem mit KG entgegen zu wirken. Ich denke, dass es in so einem Fall sehr gut ist, wenn man KG nach Vojta macht, da es die effektivste Methode ist, um den Hüften bei der Reifung zu helfen! Außerdem kann man mit dieser Methode sehr schön den Tonus "regulieren" und zwar im Sinne einer physiologischen Aufrichtung.

Das solltest Du unbedingt berücksichtigen.

Bei Fragen kannst Du gerne hier im Forum dich melden....

Gruß, Tobias

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Tobias Bergerhoff / Kinderphysiotherapeut

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anjash
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BeitragVerfasst am: 23.02.2006, 22:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Steffi,
Zitat:
Kann sie auch am KISS Syndrom leiden

Mein Sohn, 14 Monate, hat auch eine Hüftdysplasie und ist rumpfhypoton. Deine Frage ob es an dem 10 Monate Hüftbeugeschiene tragen liegt beschäftigte mich auch. Roman bekam wegen seiner Asymetrie (nach einem Röntgenbild der Kopfgelenke) eine Atlastherapie nach Gutmann. Hat zwar nicht sooo viel an der Hypotonie geändert, aber er ist jetzt überhaupt nicht mehr schief.
Die Hüftbeugeschiene trägt er seit er 3 Monate alt ist und seitdem machen wir auch Vojta. Die Hüfte war mit 12 Monaten laut Röntgenbild jetzt gut und muss jährlich kontrolliert werden. Rumpfhypoton ist er immer noch, obwohl das kaum jemanden auffallen würde, der sich nicht auskennt, da er schon frei sitzt, krabbelt, steht, an Möbeln läuft, Treppen rauf und runter klettert .. aber trotzdem, wir turnen weiter.


Tobias, wieso hast Du das bisher nie erwähnt?
Zitat:
die Hypotonie des Rumpfes ist eine ganz häufige Begleiterscheinung der Hüftdysplasie!


Tatsächlich? Wieso? Von diesen Zusammenhang habe ich noch nie gehört! Bei uns ist die Hypotonie immer auf die Hüftbeugeschiene geschoben worden, obwohl ich mich erinnern kann, dass bei Roman schon vor der Schiene mal von Hypotonie die Rede war ...... aber dann kam er eben mit 3 Monaten in die Schiene und die war dann offiziell an allem "Schuld". Das Thema Hypotonie beschäftigt mich derzeit wieder etwas im Zusammenhang mit einer anstehenden Vollnarkose. Der Anestesist hat mich da etwas verunsichert, so nach dem Motto ..hypotone Kinder seien bei Narkosen gewissermassen eine "Black Box" und ziemlich unberechenbar ... Sad

Zitat:
Die ist nicht erst nach der Geburt entstanden oder durch die Spreizhose.

Sondern wann und warum denn dann?
Roman hatte z.B. ein postnatales Atemnotsyndrom wobei er aber keinen gravierenden Sauerstoffabfall hatte (zu keiner Zeit unter 80% Sättigung und selbst das nur ganz kurz. MRT unauffällig. Dann hatte er am 3. Lebenstag eine schwere OP (Analatresie) mit anschliessernder Intensivstation und 4 Wochen KH. War aber nie intubiert (schreibt man das so Embarassed ?).
Kann es damit zusammenhängen? Oder einfach angeboren, also genetisch (die humangenetiker finden aber nix!)? Doch mal ne Muskelbiopsie machen lassen? Bin aber eigentlich total dagegen, solange es an der Therapie nichts ändert ...

Fragen über Fragen...

Gruss, Anja

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Anja mit Tochter (5/02) BPES - Blepharophimose-Ptose-Epikanthus inversus-Syndrom, V.a. HB und Sohn (11/04) tiefe Analatresie mit perinealer Fistel, Hüftdysplasie, muskuläre Hypotonie, ehem. KISS, rezividierende Paukenergüsse und obstruktive Bronchitis
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steffi&Emily
Gast





BeitragVerfasst am: 23.02.2006, 22:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
vielen Dank für die Antworten. Ich werde auf jeden Fall die KG machen und auch soviel wie geht davon zuhause. Gehen ab Samstag auch zum Babyschwimmen,das soll wohl auch gut sein.Ist denn die Rumpfhypotonie immer sehr langwierig? Crying or Very sad

liebe grüsse
Steffi Wink
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Tobias
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BeitragVerfasst am: 23.02.2006, 23:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anja,

tut mir leid, wenn ich Dich in "Fragezeichen" gestürzt habe....
Es ist auch nicht leicht dies hier in Kürze zu beschrieben...die Zusammenhänge sind sehr komplex....
Ganz kurz: die Hypotonie ist Ausdruck eines Bewegungsdefizites. Hüftdysplasien haben viele Ursachen und können u.a. durch Hormonelle Faktoren oder bestimmte Lagen in Utero entstehen....Wenn der Grundtonus des jeweiligen Kindes zu "schlaff" ist (=Hypoton), so hat es dann auch keine gute "Aufrichtung" dem entgegen zu setzen. Hier meine ich in erster Linie die "Aufrichtung der Hüfte" im ersten Lebensjahr.....

Die Spreizhose hindert allenfalls das Kind an der Durchführung einer für das entsprechende Alter physiologischen Bewegung. Das Kind will ja, aber kann nicht: einmal weil es eingebunden ist in die Schiene und vielleicht auch, weil es nicht vom Tonus her so kann wie es will. Alles in allem ist das dann ein kleiner Teufelskreis mit u.U. schwierigen Folgen....

Hoffe, ich habe ezwas zur Klarheit beigetragen...
Gruß, Tobias

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Tobias
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BeitragVerfasst am: 23.02.2006, 23:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Steffi,

Hypotonie ist manchmal wie ein "Charakterzug" (bildhaft gemeint).
Es ist etwas, das man nicht so einfach ablegt, allerdings kann man lernen damit umzugehen und das können sehr viele Babys sehr gut!

Ihr werdet es bestimmt auch schaffen, ich wünsche Euch jedenfalls viel Erfolg

Berichte doch einmal wie es weitergeht und wenn Fragen sind, immer her damit!

Gruß, Tobias

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kachiya
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BeitragVerfasst am: 24.02.2006, 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tobias,

diese Erklärung der Hypotonie ist sehr schön, passt genau auf meinen Sohn. Er ist wahrscheinlich schon vor der Geburt hypoton gewesen (kaum wahrnehmbare und wenige Bewegungen während der Schwangerschaft) und hat diesen "Charakterzug" bis heute fortgesetzt und kommt gut damit zurecht, dass er sich anders und weniger bewegt als ein normaler Zweijähriger.

Gruß nach Bergedorf aus Harburg,

Katja

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steffi&Emily
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BeitragVerfasst am: 24.02.2006, 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tobias,
vielen Dank für die Antworten. Ich werde auf jedenfall schreiben, wie es mit dem Schwimmen und der KG läuft und wie sich die Hüfte entwickelt.
Ich bin auch positiv eingestellt, das wir das schaffen werden. Meine kleine ist so ein Sonnenschein für uns sie gibt uns durch ihre Ausstrahlung die Kraft, nicht aufzugeben.

liebe Grüsse
steffi und Emily Wink
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steffi&Emily
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BeitragVerfasst am: 02.03.2006, 22:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tobias,
wir waren am Dienstag bei der KG und Sie fing von sich aus sofort mit Vojta an.Als erstes hat sie sich natürlich unseren Spatz genau angeschaut und einiges an Fehlhaltung und an Entwicklungsverzögerung festgestellt. Das war erst mal nicht so toll für uns! Aber Sie hat uns eine Übung gezeigt, die wir jetzt 4mal tgl. machen müssen. Es ist zwar schwierig, da Emily dabei viel schreit, aber es tut ihr auch gut.Am Montag haben wir den nächsten Termin. Ich hoffe es hat dann schon seine Wirkung ein wenig gezeigt! Ich bin noch etwas unsicher was die Druckpunkte angeht, aber Emily reagiert so, wie die KG es vorgemacht hat.
Werde mich dann wieder melden
gruss
Steffi
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