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Reittherapeutin (Sabine)
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sabine g
Reittherapeutin
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Wohnort: Osnabrück

BeitragVerfasst am: 23.02.2005, 20:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Uschi,

klar, verstehe den Punkt. Wenn Du keine Möglichkeit hast, die Kosten für das Heilpädagogische Voltigieren über §39 Sozialgesetzbuch, Wiedereingliederunghilfe, Argument "Regeleinschulung ansonsten gefährdet", übernehmen zu lassen, ist der Gedanke naheliegend, sich im Regelsport umzusehen. Worauf solltest du achten und was ist wissenswert:

Ein 6jähriges Kind ist gut aufgehoben, seine ersten Reit-/Pferdeerfahrungen in einer Voltigiergruppe zu sammeln, denn da muss es noch nicht gleichzeitig Gangart und Richtung seines Pferdes selber regeln. Woran erkennst du eine gute Voltigiergruppe? Tobi sollte in eine Spiel-/Anfängervoltigruppe kommen, die noch keinerlei Turnier- oder Voltitagsambitionen, sprich keinen Leistungs- und Erfolgsdruck hat. Die Gruppe sollte nicht mehr als 8 Kinder haben, da die Wartezeiten, in denen das Kind nicht auf dem Pferd ist, sonst zu lang werden. Die Gruppe sollte von einer ausgebildeten Voltigiertrainerin geleitet werden, oft werden gerade die Anfängergruppen von wohlmeinenden etwas älteren Voltimädels in Eigenregie geführt. Die Gruppe sollte einen festen Helfer haben, der die Kinder, die grad nicht auf dem Pferd sind, aktiv betreut, Spiele macht, neue Übungen auf dem Holzpferd beibringt. Jedes Kind sollte nach einer Aufwärm- und Spielphase ca. 3 mal innerhalb der 60 Minuten auf dem Pferd gewesen sein- und hier siehst du schon den Unterschied, ob dein Kind im therapeutischen Reiten volle 30 Minuten einzeln auf dem Pferd von einer Fachkraft betreut wird oder 3x max 2-3 Minuten auf´s Pferd kommt.

Ich gebe aber zu bedenken, dass Tobi beim Volti die anderen Gruppenkinder zum Vergleich hat und dass 5-6 jährige zum Teil erstaunliche Dinge, wirklich schwierige Übungen auf dem Pferd vollführen. Wenn er merkt, dass er das körperlich nicht kann und sich daher auch nicht traut, vor den Augen der anderen zu probieren, dann kann der Schuss massiv nach hinten losgehen. Auch der Vergleich zu seiner Schwester kann schwierig sein. Ich habe oft erlebt, dass bei einer Konstellation wie bei euch, es besser ankam, wenn die pferdebegeisterte Schwester das Reiten/Volti machen durfte und der Junge seine eigene Sportart bekam, Judo ist vielfach bei motorischen Entwicklungsverzögerungen sehr gut...

Liebe Grüsse
Sabine
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Uschitwin
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BeitragVerfasst am: 23.02.2005, 23:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine,
lieben Dank für Deine Antwort, werde mir nochmals alles durch den Kopf gehen lassen. Vielleicht ziehe ich den Reitstall weiter weg in Betracht, da kann Tobias dann auf einem Pony reiten und Anja Reistunde nehmen. Problem bei der Sache ist, da ich beide immer mitnehmen muss, egal wer was wann macht, Mann ist arbeiten und sonst hab ich niemanden wo ich die Kids mal lassen kann, d.h. im Moment möchte ich das nicht.
Gruß
Uschi
PS: Die Voltitrainerin betreut auch die LRS-Kinder der naheliegenden Grundschule, die haben da ein Projekt also denke ich mal die kennt sich aus

_________________
Anja und Tobias, 10.03.1999, 33. SSW + 0, Kaiserschnitt, Tobias entwicklungsverzögert, Wahrnehmungsstörungen, ADHS
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Hope
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BeitragVerfasst am: 14.03.2005, 00:30    Titel: Hippotherapie selbständig Antworten mit Zitat

Hallo Sabine,

toll, dass du hier für Fragen zur Verfügung stehst.

Mein Sohn Jann reitet seit ca. 2 Jahren regelmäßig auf dem Pony. Im ersten Jahr haben wir mit einer Reittherapeutin gearbeitet. Aus Kostengründen habe ich die letzten 18 Monate dann die Therapie selbständig aufgezogen. Ein Schulmädchen führt ihr Pony für uns eine halbe Stunde, so dass ich mich voll auf Jann konzentrieren kann. Inzwischen sitzt er die komplette halbe Stunde selbständig und ohne Ablegen auf der Decke und hält dabei locker die Zügel in der Hand.
Er hat dabei viel Spaß, singt und freut sich. Zwischendurch legt er sich kurz hin, um das Pferd zu "küssen" Laughing Naja,....

Meine Frage an dich: ich habe vergeblich nach Anregungen im Internet oder auch in der Literatur gesucht, wie ich die Übungen noch variieren kann oder wie ich noch mehr Abwechslung in das Ganze bringen kann.
Ich würde mich sehr freuen, wenn du Tipps dazu hast.

Viele Grüße
Hope
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sabine g
Reittherapeutin
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BeitragVerfasst am: 15.03.2005, 00:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hope,

hab in der Vorstellungsrunde geschaut, was denn das "Thema" von Jan ist. Ok, starke Hypotonie, läuft seit kurzem wacklig und spricht nicht. Umso besser, dass er auf dem Pferd singt und somit seinen Atemfluss nutzt, um Laute zu machen. Das kannst du gut aufgreifen. z.B. eine bestimmte Melodie (kann ganz kurz sein, zwei, drei Töne) zum Losreiten. Darauf aber auch wirklich warten, und dann sofort losreiten, wenn er das "Kommando" macht. Üb es zunächst mal, indem du diese Melodie summst und gleichzeitig mit dem Zeigefinger in die Reitrichtung zeigst. Warte ab, ob er es aufgreift.

Stark hypotone Kinder nutzen das sich ablegen, um sich wieder neue Kraft zu holen. Stell dir mal vor, wie anstrengend es ist, aufrecht zu sitzen, wenn die Muskeln dich nicht automatisch in der Position halten. Wie legt er sich denn ab, nach vorwärts auf den Hals oder nach rückwärts? Es ist auch eine schöne Übung, das Pferd aktiv zu umarmen (Hals nach vw) oder auch aus dem rw Sitz sich bäuchlings Richtung Kruppe vw hinlegen, Arme seitlich ums Pferd (wenn es nicht kitzelig ist und diese Berührungen kennt). Diese Übung würde ich im Halten aufbauen. Und erst losgehen, wenn das Kind sicher liegt. Das Umdrehen erfolgt, indem ein Bein vorne über den Hals gehoben wird zum Seitwärtssitz (Hände lassen die Gurtgriffe abwechelnd los, um das Bein durchzulassen) - wegen Hypotonie wird dieses Seitwärtssitz wahrscheinlich ziemlich im Buckel hängen (deshalb würde ich den nur ungern im Reiten anbieten). Dann -Hände bleiben an den Griffen bis das nächste Bein jetzt über den Rücken gewandert ist, erst danach Hände tauschen lassen. Hypotone Kinder brauchen je nach ihrem Angstempfinden dabei viel Sicherheit. Ein aufrechtes Rückwärtsreiten ist je nach Hypotoniegrad eine Überforderung oder gerade toll. Wiegesagt, versuch´s mal mit dem Bauchlieger und wenn er sich von selbst aufrichtet, siehst du was geht.

Wenn das Pony solche Übungen kennt, kannst du ihn sich hinknien lassen. Das kann zunächst ein Hocken oder ein Sitzen im "W" sein, Hauptsache die Beine sind mal oben auf dem Pferderücken. Wenn er es mag, kannst du ihn den "Toten Indianer" turnen lassen. Bäuchlings quer über´s Pferd, Arme und Beine hängen lassen. Viele Kinder lehnen diese Raum-Lage-Veränderung ab, probier´s aus. Manche lieben es, dabei die Hufe sehen zu können. Dabei kannst du den Takt des Pferdes aufgreifen, sanft mit den Händen am Pferdebauch tätscheln, oder in deine Hand klatschen. Im Bauchlieger quer kannst du ihn dich anschauen lassen. Kopf heben, Arme entgegenstrecken. Ich wünsch dir, dass du mit diesem Übungsideen im Hinterkopf spürst, was wann gut passen würde. Denn meist zeigen die Kinder gut an, was ihnen gerade gut tun würde weil es in ihrer Entwicklung grad dran ist. Oft sind wir Erwachsenen nur zu ungeduldig...

Ach ja, die Zügel. Die brauchst du natürlich für die Übungen alle nicht, denn das Pferd möchte sicher nicht im Maul gezogen werden, wenn es denn schon brav stillsteht. Es ist eine heikle Angelegenheit, Kindern die Zügel wieder aus der Hand zu nehmen (der Wortlaut beschreibt schon warum!). Schau mal, wie wichtig sie ihm sind!! Ganz vorsichtig agieren und die Übungen nie als Pflicht, sondern als Kunststück oder gesteigerten Spaß anbieten.

Es würde mich freuen, zu hören wie´s bei euch weitergegangen ist. Berichte mal, ich bin gespannt! Dann kann ich dir auch wieder weitere Übungen vorschlagen.

Liebe Grüsse und viel Spaß
Sabine
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Hope
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BeitragVerfasst am: 15.03.2005, 01:10    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Sabine,

also ich bin ja wirklich platt - so eine ausführliche Antwort von dir hatte ich jetzt gar nicht erwartet - vielen herzlichen Dank.

Kurz ein paar Anmerkungen.
Die Zügel sind Jann eigentlich nicht wichtig, weil es Zügel sind. Es könnten auch irgendwelche Schnüre sein, Hauptsache er kann etwas kurbeln. Das Drehen und Kurbeln von Dingen gehört zu seinem Leben wie Essen und Trinken Smile

Wenn er sich ablegt, legt er sich nach vorne ab und findet es V.a. lustig mit der Mähne zu spielen, sich davon kitzeln zu lassen und, wie gesagt, das Pferd zu küssen, indem er mit der Zunge das Fell berührt. (Das gehört auch zu ihm wie Essen und Trinken: alles mit der Zunge berühren, es ist wichtiger als etwas zu "begreifen")

Rückwärts lasse ich ihn auch manchmal reiten. Wie du schon geschrieben hattest, ist das aber sehr von seiner Tagesform abhängig. Aber wenn er dazu Lust hat und sich sicher fühlt, stützt er sich wunderbar mit beiden ausgestreckten Armen auf der Decke ab und sitzt dann locker auf dem Pony.

Deine Idee mit dem Singen und der Geste nach vorne als Kommando dafür, dass es losgehen soll, finde ich klasse - das werden wir auf jeden Fall ausprobieren.

Bis jetzt war das Wetter leider so schlecht, dass wir pausieren mussten, aber in den nächsten Wochen wird es wieder los gehen und dann werde ich berichten.

Vielen lieben Dank nochmal
Hope
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Inga
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BeitragVerfasst am: 19.03.2005, 14:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine!

Wir überlegen, ob wir mit unserer Tochter zum Reiten gehen sollen. Michelle Bele wird im Mai 3 Jahre alt. Ihre Grunderkrankung ist das Apert-Syndrom (Schädelnähte, Zehen und Finger zusammengewachsen). Die Schädelnähte und die Syndaktelien der Finger wurden bereits getrennt. Sie kann nur mit Festhalten stehen und gehen. Seit 1 1/2 Jahren machen wir 2-3 Mal die Woche KG für die Beine. Außerdem hatte sie eine Hüftdysplasie und eine Muskelverkürzung in den Oberschenkeln, was aber beides operiert wurde. Wirkliche Besserung hat aber beides nicht gebracht. Wenn sie läuft (Rollator,an Gegenständen oder an der Hand) geht sie sehr steifbeinig und unsicher. Ich denke, daß das nicht laufen können eher auf ein Problem mit dem Gleichgewicht (hat einen Shunt) oder mit Wahrnehmungsstörungen zu tun hat. Da Michelle schon seit langem keine Lust mehr auf die KG hat sind wir am Überlegen, es mal mit Reiten zu probieren. Unsere KG hat selbst einige Pferde und in 1- 2 Monaten auch eine Halle zu verfügung. Sie selbst hat keine Ausbildung für Hippotherapie, aber einige Wochen Praktikum in diesem Bereich gemacht. Denkst du, das es Sinn macht statt KG zu reiten? Was kostet eine Einheit auf dem Pferd in der Regel?

Liebe Grüße
Inga
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sabine g
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BeitragVerfasst am: 19.03.2005, 23:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inga,

klär mich bitte mal auf, wo der Zusammenhang zwischen Shunt und Gleichgewicht besteht. Der Pschyrembel erklärt mir Shunt auch nicht als das, was ich glaubte, dass es sei... (?).

Pauschal gesprochen kann euch Reiten/bzw. gezielte Hippotherapie wahrscheinlich um einiges weiterbringen. In der von dir geschilderten Situation würde ich empfehlen, die KG zugunsten von Hippotherapie auszusetzen, schließlich ist Hippotherapie nichts anderes als KG nur unter Zuhilfenahme des Pferdes. Allein die Schulung des Gleichgewichts als Basissinn für alle weiteren Entwicklungsschritte ist beim Reiten immens. Wegen der orthopädischen Besonderheiten solltet ihr unbedingt ein ärztliches OK einholen. Und zwar nicht nur ein gutgemeintes, sondern ein kritisches, bei dem der Arzt (wenn er Nicht-Reiter ist) auf die Besonderheiten des Reitsitzes, der Bewegungsaufnahme im Hüftbereich von der Therapeutin hingewiesen wird.

Versteh mich bitte richtig, aber sicher würdest du dein Kind auch nicht zu einer KG bringen, die immerhin schon mal ein Praktikum als KG gemacht, aber jetzt Praxisräume zur Verfügung hat. Wenngleich die Hippotherapie-Qualifikation "nur" eine Zusatzqualifikation auf den Grundberuf ist, so gehört da aber einiges mehr dazu als ein Praktikum. Allein die Pferdeauswahl für den Patienten, die genaue Kenntnis der angebotenen Übungen, das Training der Pferde, und nicht zuletzt eine Berufshaftpflicht und entsprechende Versicherung der Pferde, die kaum zu bekommen sind ohne Ausbildung.

Zudem, wenn dein Kind im Moment sowieso kaum noch Lust auf (die) KG hat, dann könnte ein Therapeutenwechsel sehr förderlich sein.

Zu der Kostenfrage... je nach Region liegen die Preise aufgrund völlig verschiedener Pferdehaltungskosten unterschiedlich. Ca. 30 Euro für eine Einheit ist noch ok (Kaum teurer als eine Therapie-Einheit ohne Tierhaltungskosten, z.B. Massagen o.ä.!!!). Allerdings musst du umrechnen, ob man dir 20 Mins anbietet oder 30 Mins. Ob du Jahresbeiträge hast, wielange deine Kündigungsfristen sind, das spielt alles mit hinein in deinen effektiven Preis pro Einheit.

Liebe Grüsse
Sabine
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Inga
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BeitragVerfasst am: 20.03.2005, 00:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine!

Danke für deine schnelle Antwort!

Ein Shunt ist ein Ventil im Kopf, daß zu viel produziertes Hirnwasser, meist in den Bauchraum, ableitet. Oft haben Menschen mit einem Shunt Gleichgewichts- und Wahrnehmnungsstörungen. Warum weiß ich leider auch nicht.

Klar wäre es besser eine KG mit Qualifikation für Hippotherapie zu nehmen, aber woher nehmen und nicht stehlen? In 30 Minuten Entfernung gibt es eine, aber die ist so überlaufen, daß sie zur Zeit keine neuen Patienten nimmt und bei den meisten auch nur 15 Minuten macht. Die andere ist eine Stunde weit weg. Das schaffe ich leider zeitlich nicht, da ich noch 2 Jungs habe. Dachte also besser unsere KG als niemand. Liege ich da so falsch? Kann man da was verkehrt machen?Sie hat sehr gute, ruhig und gehorsamme Pferde, kennt Michelle, Michelle hat schon Vertrauen zu ihr und so dachte ich, das es für den Anfang reichen würde, das sie nur ein Praktikum gemacht hat. Ihr ist die Ausbildung halt zu teuer, das kann sie sich nicht leisten. Unsere KG ist mit den Leuten, die in 1 h Entfernung Hippotherapie anbieten befreundet, ist oft da und hat dort viel gelernt (sagt sie zumindest). Sie hat irgend eine Ausbildung/ Prüfung für Reitunterricht, reicht das nicht für die Versicherung?

Liebe Grüße
Inga
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sabine g
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BeitragVerfasst am: 21.03.2005, 20:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inga,

offenbar hast du dich schon über dein regionales Therapeutenangebot gut informiert, sonst hätte ich auch noch mal geschaut für dich... weiß aber ohnehin nicht wo du wohnst? Es wurmt mich (zugegebener Maßen) ein wenig, dass bei der Reittherapie angenommen wird, dass das eigentlich jeder können müßte, erst Recht wenn eine KG Ausbildung und eine reiterliche Ausbilderqualifikation vorliegt. Das würde man doch bei anderen Therapien auch nicht tun, da erwartet man doch auch eine Ausbildung nach Bobath, Vojta, Petö etc. Und zumal das Ther. Reiten ein deutlich höheres Unfallrisiko birgt, als eine Therapieform im Zimmer. Ich habe ernsthaft über deine Frage "Kann man da was falsch machen?" nachgedacht und bin zu dem Schluß gekommen: Ja, man kann. Beispiele: Ein Pferd auswählen, dass vom Gangwerk und Körperbau nicht zum Patienten paßt. Ein Pferd auswählen, dass keine spezielle Therapiepferdausbildung hat. Übungen anbieten, die kontraproduktive Effekte haben (z.B. eine rumpfinstabile Patientin mit Beinspastiken mal die Arme seitwärts ausstrecken lassen, die konnte sich danach gar nicht mehr rühren). Die falsche Dauer auswählen. Das Kind zu viel oder zu wenig auf dem Pferd sichern.

Wegen der Versicherung: Eine normale Reitlehrerhaftpflicht (die sie sicher hat, wenn sie Reitunterricht erteilt) schließt die Risiken des Ther. Reitens nicht mit ein. Ebenso nicht eine normale Pferdehaftpflicht. D.h. Unfälle mit deinem Kind wären nicht versichert!! Mögliche Versicherungsmogeleien, von wegen die machen das schon, greifen im Ernstfall meist zu kurz.

Es ist mir klar, dass es gute Autodidakten gibt und anderseits Leute, die eine Ausbildung durchlaufen haben und die trotzdem nichts wirklich richtig machen. Dennoch denke ich, dass eine vorliegende Ausbildung des Therapeuten die Grundvoraussetzung sein sollte, um ein Kind/einen Patienten in die entsprechende Therapieform zu geben.

Liebe Grüsse
Sabine
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Ramona S.
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BeitragVerfasst am: 23.03.2005, 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

meine Tochter Julia wird im Mai 2 Jahre alt und wir wollten gerne mit Ihtr zum therapeutischen Reiten, aber man hat uns abgeraten, weil sie noch zu klein wäre - sie sollte mindestens 4 Jahre sein weil das Reiten sonst Ihren "Knochen" mehr schaden würde als das Reiten nutzt.

Ab wann sollte man denn mit dem Reiten beginnen?

Viele Grüße

_________________
Ramona(39) und Julia Marie (8 Jahre), armbetonte Hemiparese rechts
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