Verfasst am: 09.02.2006, 14:59 Titel: Martina & Tim`96 / Verdacht auf ADHS
Hallo liebe Fories,
ich bin hier über das Googeln zu Euch gestossen und möchte uns gerne.
Mein Name ist Martina, bin 42 J. jung und seit 3 Jahren geschieden und lebe mit unserem Sohn Tim, 9 Jahre und 3. Klasse, in Bremen.
Das Tim anders ist als andere Kinder habe ich bereits sehr früh festgestellt, als er gerade mal 17 Monate alt war. Wobei ich da wohl die ersten 3 Jahre die einzige war.
Mittlerweile haben wir eine fast 6 jährige Odysee hinter uns. Angefangen von Ergotherapie, Logopädie, Kinderpsychologen, Kineoslogie (hoffe ist richtig geschrieben) und auch eine Vorstellung des Kindes beim Prof. Dr. Lauber (Kinderzentrum Bremen)!
Wir haben über Tim gehört:
- er sei "nicht oder schlecht erzogen"
- ist unwillig bis hin zu "hochbegabtes Kind" - Wahrnehmungsstörung (Ergotherapeut) bishin zu
- "leidet unter der Trennung"
- sein soziales Verhalten ist nicht altersetsprechend
- Entwicklungsverzögert in sprache und Motorik
Ich habe nun seit kurzer Zeit einen neuen Ergotherapeuten, weil ich merkte, das Tim bei dem bisherigen, eigentlich keine weiteren Entwicklungen mehr zeigte.
Dieser hat nun nach 30 Std. genauster Untersuchung (Video, Test´s etc.) festgestellt, das unsere Tim also sicherlich Wahrnehmungstörung hat undt auch das er ADS hat. Zur genausten Klärung dessen hat er uns nun zu einem Kinderarzt geschickt, der sich hier in Bremen nicht nur diesbezügl. einen "guten Ruf" geschaffen hat als Fachmann für ADHS sondern auch umstritten ist, da er solche Kinder oft mit Ritalin oder ähnlichen Mitteln weiterhilft!
Ich stehe nun, auf Grund der ganzen Informationsflut im Net, vor dem einem großen Fragezeichen und suche hier Hilfe. Ich weiß langsam nicht mehr weiter, denn Tim hat große Probleme in der Schule (eher Verhalten als Noten) und die Lehrer machen Druck, der Vater biegt es von sich weg, weil er denkt, Tim hat kein ADS oder dergl. und ich gehe langsam am Stock, weil ich nat. auch nicht weiter weiss!
Angst habe, mit Ritalin mehr zu Schaden als zu Helfen. Und mittlerweile bin ich so verwirrt, das ich vor lauter Probleme und durchaus vernünftige Erklärungen, der vielen "Freunde & Wegbegleiter unseres Tims" , über das Verhaltens von Tim sicherlich überall nachvollziehen kann.
Aber ich sehe auch die Paralellen zu ADS und ich selber kann mich dort auch wiederfinden ! Irgendwoher muss er das ja haben.
Wie ich hier so gesehen habe, gibt es schon andere Eltern , die das alles hinter sich gebracht haben und ich würde mich freuen, wenn diese mir zu meinem neuzubeschreitenden Weg etwas sagen können und mich dabei etwas unterstützen oder an ihrem Wissen und Erfahrungen teilhaben lassen!
Vorab herzlichen Dank und ich freue mich, das ich dieses Forum gefunden hab.
Gruß in die Runde
Martina
Hallo Martina , herzlich Willkommen hier. Genau, du bist hier richtig und wirst hier viele Betroffene finden, sowie viele Hinweise und Tipps.
Wenn ich richtig informiert bin kann ADS auch eine Vererbungskrankheit sein, so dass du mit deiner Vermutung: " Irgendwoher muss er das ja haben" nicht so falsch liegst. Aber da gibt es hier im Forum noch richtige Profi`s, die dir mehr weiterhelfen können.
Freu dich, zu uns gestoßen zu sein, denn hier wirst du verstanden und findest regen Austausch.
LG
Doreen _________________ Charlotte, 16.08.2000, ehem. Frühchen 31.SSW und Friederike, 15.07.2004. extrem. Frühgeb. in der 24.SSW (720g., 33 cm), nach Hirnmittellinienzyste HC, shuntversorgt , entwicklungsverz., sehbehindert, Minderwuchs, Balkenagenesie Meine Galerie
herzlich willkommen hier. Ich stamme auch aus Bremen(-Nord), wohne aber jetzt in Hamburg.
Ich lese gerade das Buch "Bausteine der kindlichen Entwicklung" von Jean Ayres. Es geht dabei um sensorische Integration (Verarbeitung von Wahrnehmungen). Ich habe bis jetzt den Eindruck gewonnen, dass ADS-Verhaltensweisen oft ihren Ursprung in schlechter sensorischer Integration haben können (aber nicht müssen). Diese kann, vor allem in den ersten Lebensjahren, durch gezielte Therapien (KG, Ergoth. und sensorische Integration) verbessert werden. Dein Ergotherapeut weiß bestimmt noch einiges mehr darüber.
LG und viel Spaß hier, _________________ Katja mit Sohn (*01/04, zart, klein und nicht so stark wie andere Kinder)
leider ist es manchmal immer noch sehr schwierig, für einige Probleme mit seinem Kind die richtige Hilfe zu bekommen. Aber eigentlich seid ihr doch inzwischen endlich auf einem guten Weg, oder???
Schlimm ist es natürlich, dass ihr erst so viele "Stationen" durchlaufen musstet, bevor Euch jemand sagte, dass Tim Wahrnehmungsstörungen und evtl. ADS hat; leider ist diese lange Suche nicht so selten, aber sie raubt viel Kraft.
Wenn es jetzt aber doch so ist, dass Ihr nun endlich einen Termin bei einem in ADS-Fragen spezialisierten Arzt habt, dann ist das doch schön, oder? Natürlich hast Du viele Fragen und bist unsicher und...aber vielleicht wird er Euch endlich helfen können.
Wenn Du schon viel über ADS gelesen hast, wird Dir sicher aufgefallen sein, dass die ADS-Thrapie meist multimodal abläuft; eine Therapie NUR mit Ritalin und Co ist also tatsächlich nicht zu empfehlen. Wenn dieser Arzt aber gut ist, dann wird er Euch aber auch nicht nur dazu raten; es gibt vieles, was man für ADS-Kinder tun kann ( auch "Erziehungstechnisch"!).
An den Wahrnehmungsstörungen von Tim arbeitet ja, wie Du schreibst, ein Ergo-Therapeut; auch dass ist doch gut! Außerdem gibt es zum Thema Wahrnehmungsstörung bzw, Training der Wahrnehmungsfähigkeit viele tolle Tips und Informationen in Büchern, die Dir helfen können, Dein Kind besser zu verstehen und ihm zu helfen.
Vorwürfe anderer, die wenig Ahnung von Dir und Deinem Kind haben, solltest Du Dir nicht zu Herzen nehmen. Ich weiß, wie sehr diese Vorwürfe schmerzen (mein Kind ist autistisch), aber man muss lernen, darüber zu stehen.
Mandy mit Familie _________________ Stefie(38), Arabella(17), Marcel( 5 monate) und Mandy ( am 04.01.2009 wurde sie 7 ) freie Trisomie 18, Epilepsie, Wirbelsäulen C-Stellung, Platt-, Senk- und Spitzfüsse, Sehbehindert, Gehörgeschädigt, Hüftdysplasie und Muskelschwäche, Button Sonde, VP Shunt.
LG Tanja _________________ Tanja Mutter von 7 Kindern, Benjamin (86 Asthma) Jonathan (87), Julia (88)
Manuel (93 Migräne) Joshua (98 ADS,Asthma) Dominic (2000 hat ADHS und eine schwere Hämophilie(Bluterkrankheit) Hämophilie ist eine Blutstillungsstörung)und unser jüngster Elias(2008 Rheuma)
Auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum. Hier findest Du bestimmt viel Unterstützung in Deiner sicherlich nicht einfachen Situation. Ich sehe hier einige Parallelen zu meinem zweitältesten (sofern man bei Zwillingen davon sprechen kann... ). Er ist jetzt 7, geht in die 2. Klasse und fällt auch ständig durch sein Verhalten auf. Auch ich habe all das, was Du schon aufgelistet hast, bereits zu hören bekommen. Wobei ich natürlich einen "Riesen-Vorteil" habe: Ich kann die Leute, die mir mit Erziehung kommen fragen, wie sie es sich erklären, dass der Zwillingsbruder, der in der gleichen Familie unter den gleichen Bedingungen aufgewachsen ist, dieses Verhalten nicht zeigt. Beliebter Satz bei uns (seitens meines Mannes) ist : "Er ist halt ein Junge. Jungs müssen so sein." Na toll!
Ich bin seit einigen Monaten mit ihm im SPZ, dort wurden schon verschiedene Tests gemacht und es wurden auch Gespräche mit uns als Eltern geführt, die die Situation zu Hause ein bißchen beleuchten sollten (auch nicht immer so rosig.. ). Einige Sachen stehen noch aus, aber wir sind schon mal so weit, dass er auf jeden Fall eine Wahrnehmungsstörung hat, wahrscheinlich in der Verarbeitung dessen, was er hört. Therapiemöglichkeiten werden natürlich erst im Abschlußgespräch besprochen, das natürlich erst stattfinden kann, wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind. Kann also noch ein bißchen dauern.
Ich denke, Du bist auf dem richtigen Weg! Wenn ihr schon ins SPZ geht und einen guten Ergotherapeuten an der Hand habt, kommt ihr sicherlich auch bald weiter! Versuch erst mal, alles weitere auf euch zukommen zu lassen, die Fördermöglichkeiten sind doch eigentlich mittlerweile super.
Ich hoffe, du hältst uns weiter auf dem laufenden!
GLG AnjaD _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel
Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS
ein herzliches Willkommen hier im REHAkids - Forum zum positiven Erfahrungs - und Gedankenaustausch.
Gruß,
Beate _________________ ..es gibt nichts,was uns die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann;und man soll das auch gar nicht versuchen,man muss es einfach aushalten und durchhalten;das klingt zunächst sehr hart,aber es ist doch zugleich ein großer Trost,denn indem eine Lücke wirklich unausgefüllt bleibt,bleibt man durch sie miteinander verbunden.D. Bonhoefffer
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