Verfasst am: 07.02.2006, 10:30 Titel: Stephanie mit Manuel mit Zustand nach Schädelhirntrauma
Hallo;
Ich bin schon seit längerem auf der Suche nach Gleichgesinnten. Habe von einer Bekannten von diesem Forum erfahren.
Möchte mich mal vorstellen. Ich habe einen Sohn von 11J., der im Sept. 2002 einen Sturz mit dem Cityroller hatte mit subduralem Hämatom. Meine Tochter ist 15 und ich bin seit fast 20 Jahren verheiratet.
Unser ganzes Leben hat sich in diesem September total verändert. Manuel kam nach dem Spielen nach Hause, er sei gefallen. Äußerlich war nichts zu sehen. Er klagte nur über Kopfschmerzen und Müdigkeit. Nachdem er sich 2x erbrochen hatte, tippte ich auf Gehirnerschütterung und wir fuhren ins Krankenhaus. Dort wurde im CT ein subdurales Hämatom festgestellt. Wir wurden notfallmäßig nach Kaiserslautern gefahren. Manuel wurde während dieser Fahrt total instabil und wir kamen mit lichtstarren Pupillen ins Westpfalz-Klinikum. Dort wurde er op. und keiner konnte uns sagen, was weiter wird. Anschließend entwickelt sich ein Hirnödem und nach 6 Tagen kam dieser Anruf:"Ihr müsst schnell kommen, Manuel stirbt. "Aber unser kleiner Kämpfer hat es geschafft. Im Wachkoma kam er nach 4 Wochen Intensivstation nach Gailingen in die Reha. Mit einem viel zu großen Luftröhrenschnitt, der uns viele Sorgen bereitete. Aber wir fanden später einen Arzt in Tübingen, der uns half und die Luftröhre verschloss. Manuel machte gute Fortschritte und nach einem halben Jahr beendeten wir die Reha. In dieser Zeit wechselten mein Mann und ich uns ab und fuhren wochenweise nach Hause oder in die Reha, jedes Wochende 500 km, denn unsere Tochter wollte ja auch betreut werden.
Nun nach fast vier Jahren ist Manuel ein fast normaler Junge, der jetzt ins 5. Schuljahr kommt und ausser einer leichten Gehbehinderung und einer leichten Restparese im li Arm fast wieder fit ist. Leider sieht unsere Umwelt das ganz anders. Manuel wird hier bei uns im Dorf total geschnitten, er hat keine Spielkameraden mehr, Eltern verboten teilweise den Umgang mit ihm!!!!! Auch vonseiten der Schule gibt es kaum Unterstützung und ich bewundere ihn, dass er trotzdem immer fröhlich ist und das alles so toll meistert.
Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir etwas Mut machen, denn diese Situation ist fast schlimmer, als die Zeit auf der Intensivstation.
Freue mich auf einen Austausch! Stephanie und Manuel!
herzlich Willkommen bei REHAkids!
Wie schön, dass euer Sohn sich nach dem Unfall wieder so gut erholt hat und kaum Folgeschäden zurückbehalten hat. Das ist ja eigentlich etwas zum Freuen!
Das Verhalten der Leute in eurem Dorf und der Schule kann ich allerdings überhaupt nicht nachvollziehen!! Manuel ist doch derselbe wie vorher. Würde vielleicht ein Gespräch mit den Lehrern, ein Elternabend oder ein Vortrag in der Klasse helfen? Habt ihr das schon probiert?
Warum haben die Eltern denn den Umgang verboten? Manuel kann doch - vielleicht mit wenig Einschränkung - genauso toben und spielen wie ihre eigenen Kinder auch.
Oder ist er in seinem Spielverhalten Einschränkungen unterworfen? Selbst wenn das der Fall wäre, ist dies doch kein Grund, ein Kind komplett abzulehnen!
Hatte Manuel vor dem Unfall auch wenig Freunde oder war er eher ein beliebtes Kind? Wie hat er den Unfall und die lange Reha verkraftet?
Es kann auch sein, dass hier einfach Berührungsängste von seiten der anderen da sind. Das kann aber nur in Gesprächen und direktes Ansprechen geklärt werden.
Vielleicht schreibst du noch ein bisschen mehr über euch und eure Situation.
Lieben Gruß
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder
LG Natalie _________________ Naty (08.79), Oskar(08.66)Lena(01.00)unsere wilde ADHS und Legastehnie, Kilian(07.02)defekt auf 16p13.2 , Mehrfachbehinderung ,Temporalhornsklerose,Button,schwere Myoklonische Epilepsie dauer Status,spastische tetraparese,aber ein echter sonnenschein http://www.REHAkids.de/phpBB2/album.....personal.php?user_id=1470
herzlich willkommen hier, und schönen austausch wünsche ich dir.
lg steffi _________________ die größte herausforderung in der erziehung besteht darin, unsere kinder zu lieben und seine bedürfnisse wahrzunehmen.
gleichtzeitig aber auch uns selbst zu lieben und unsere eigeenen bedürfnisse ernst zu nehmen und denen des kindes gleichzusetzen. isa, geistig behindert sotos syndrom,autistischezüge, lisa,vivien, ann-katrin mit ads
Hallo Stephanie, herzlich willkommen hier. Es ist schade, dass euer Sohn so gemieden wird. Schließe mich da Sabine an und würde auch versuchen, dass Gespräch und die Konfrontation zu suchen. Alles Liebe Doreen _________________ Charlotte, 16.08.2000, ehem. Frühchen 31.SSW und Friederike, 15.07.2004. extrem. Frühgeb. in der 24.SSW (720g., 33 cm), nach Hirnmittellinienzyste HC, shuntversorgt , entwicklungsverz., sehbehindert, Minderwuchs, Balkenagenesie Meine Galerie
LG Tanja _________________ Tanja Mutter von 7 Kindern, Benjamin (86 Asthma) Jonathan (87), Julia (88)
Manuel (93 Migräne) Joshua (98 ADS,Asthma) Dominic (2000 hat ADHS und eine schwere Hämophilie(Bluterkrankheit) Hämophilie ist eine Blutstillungsstörung)und unser jüngster Elias(2008 Rheuma)
das kann keiner verstehen. Zu Beginn waren alle sehr lieb. Besonders die Mutter von Manuels bestem Freund, die selber einen schwerstbehinderten Sohn hat, hat mir in dieser schwierigen Zeit sehr geholfen. Das Telefon stand nicht still. Doch nach Ende der Reha zog sich alles zurück. Manuel war vorher ein sehr stiller und schüchterner Junge. Jetzt ist er sehr selbstbewusst und sehr offen. Er sagt jedem Hallo, dies war in der Reha gang ung gebe. Doch diese Mutter sagte auf Nachfrage, weil ich bemerkte, dass Manuel immer weggeschickt wurce, das passt jetzt eben nicht mehr. Auch in der Schule wurden viele Gespräche geführt - ohne Erfolg.
Unsere Lebenseinstellung hat sich auch sehr verändert. Es ist nicht wichtig, dass man ein tolles Auto fährt, oder ein grosses Haus hat. Wichtig für uns ist nur, dass wir Gott sei Dank noch alle zusammen sind, und dass man für kein Geld der Welt Gesundheit kaufen kann. Wir haben noch regen Kontakt zu "unseren Leuten" aus der Reha. Wir haben zusammen geheult und uns zusammen über ganz kleine Fortschritte gefreut. Zuerst dachte ich, es liegt an mir, aber die machen auch solche Erfahrungen. Die Kinder sind alle wieder recht fit geworden, aber sitzen auch meistens alleine zu Hause.
Du kannst keine Beiträge in dieser Rubrik schreiben. Du kannst auf Beiträge in dieser Rubrik nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht löschen. Du kannst an Umfragen in dieser Rubrik nicht mitmachen. Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen