meine Tochter hat eine "sensomotorische Integrationsstörung". Sie ist
3 1/2 Jahre, fällt noch viel, klettert kaum, schaukelte noch nie gern.
Fremdbestimmung bei Bewegungen ( mit anderen gemeinsam auf einem Hüpfkissen oder Trampolin) ist für sie beängstigend und unparierbar.
Sie ist relativ demotiviert, da sie inzwischen die Unterschiede zwischen sich und anderen sehr wohl (traurig) registriert.
Sie nimmt noch viele Alltagsgenstände in den Mund (inzwischen vielleicht auch, um mich zu ärgern ? ), hat wenig körperliche Ausdauer, ist aber sprachlich ( Singen, ganze Bücher auswendig können, Sprachwitz einsetzen) eine Granate.
Welche Therapieform wäre evtl. für sie geeignet ?
Da sie als Baby oft schief lag , nur rollte statt zu krabbeln und erst mit 19 Monaten laufen lernte (bis heute nicht sehr gut, von Treppen ganz zu schweigen) , dachte ich eventuell an HWS-Blockaden??
Sollte ich sie einem Chiropraktiker vorstellen? Osteopathie ? Atlastherapie ?
Hallo Biggi,
bist Du die Biggi die mir auch privat geschrieben hat ?
Ich weiss nicht ob ich einen richtigen Rat für Dich habe, vielleicht hast Du das ja schon ausprobiert, aber ich würde erst mal auf jeden Fall Ergotherapie raten. Und was sagen denn die Docs ?
Die müssen Euch doch einen Rat erteilen, oder ?
Hattet Ihr schon Therapien ? KG ?
LG Inci _________________ (Mama von Dennis, geboren 28.01.1999;
komplexer Herzfehler (Shone-Komplex) mit Lungenhochdruck, Autismus mit Zwangsstörung, Thorakal-lumbal-Skoliose, Epilepsie mit fokalen Anfällen; unser "kleiner" Sonnenschein )
Hallo Biggi,
ich würde mich auf einen normalen Kinderarzt verlassen, sondern eure Tpchter unbedingt ineinem SPZ in eurer Nähe vorstellen. Die haben am meisten Erfahrung mit solchen Dingen Gab es Probleme in der Geburt, die besondere Verspannungen ausgelöst haben könnten ( das wäre dann was für den Osteopathen ) ?
Gruß
Ellen
Folgendes fällt mir zu deinem Beitrag ein:
Du beschreibst - sehr konkret - das Diagnosebild deiner Tochter: "sensomotorische Integrationsstörung". Diese Diagnose ist zunächst einmal keine "Krankheit" sondern nur die Beschreibung eines Symptomenkomplexes...es ähnelt meinem Beispiel von der Grippe! (Grippe = Schnupfen oder Husten oder beides oder oder...)
Um soetwas diagnostizieren zu können, bedarf es etwas mehr als nur ein wenig Kindererfahrung. Menschen die soetwas können sind spezialisierte Kinderärzte, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten mit SI-Zusatzausbildung (SI= Sensorische Integration).
Was ist SI eigentlich? SI ist ein Sammelbegriff für Wahrnehmungs- (oder auch "Perzeptions-") Störungen. Das heißt, in der SI dreht sich alles um die so genannten Basissinnessysteme und dazu gehört eben mehr als nur schmecken und sehen etc.. Es gibt 5 "Sensomotorische Regelkreise" (=SMRK's) und die können alle oder nur teilweise "gestört" sein.
Soviel dazu (wir machen hier ja schließllich keine SI-Fortbildung... )
Wenn Du also schreibst, dass dein Kind das hat, dann muss ich mit meinen Gegenfragen beginnen:
Woher weißt Du das?
Wer hat das diagnostiziert?
Was hat diese Person dir denn geraten, was dagegen zu tun ist?
Machst Du derzeit irgendeine Therapie mit deiner Tochter?
Wenn ja, welche?
Du schreibst:
Zitat:
Sie ...fällt noch viel, klettert kaum, schaukelte noch nie gern.
Fremdbestimmung bei Bewegungen ( mit anderen gemeinsam auf einem Hüpfkissen oder Trampolin) ist für sie beängstigend und unparierbar.
Sie ist relativ demotiviert, da sie inzwischen die Unterschiede zwischen sich und anderen sehr wohl (traurig) registriert. Sie nimmt noch viele Alltagsgenstände in den Mund (inzwischen vielleicht auch, um mich zu ärgern ? ), hat wenig körperliche Ausdauer, ist aber sprachlich ( Singen, ganze Bücher auswendig können, Sprachwitz einsetzen) eine Granate.
Das ist ein typisches Erscheinungsbild der wahrnehmungsgestörten Kinder. Das ist sozusagen "klassisch" und kommt ziemlich ift vor. Auch dass sie sprachlich so gut ist, überrascht dann nicht, denn die motorisch eingeschränkten Kinder mit SI-Problematik können ungluablich über die Sprache kompensieren (früher Beginn, klar und deutlich (oftmals) und mit einem sehr großen Wortschatz...)
Vielleicht "hält" sie sich auch mit den Augen im Raum noch fest, und sie beobachtet viel und genau...was dann für eine weitere Kompensation überdas visuelle System sprechen würde...
Du schreibst weiter:
Zitat:
Da sie als Baby oft schief lag , nur rollte statt zu krabbeln und erst mit 19 Monaten laufen lernte (bis heute nicht sehr gut, von Treppen ganz zu schweigen) , dachte ich eventuell an HWS-Blockaden??
Daran muss man in solchen Fällen immer denken, vor allem, wenn die Asymmetrie auffällig war. Dann aber frage ich mich wieder: was wurde im ersten Lebensjahr dagegen getan? Vielleicht hatte sie ja schon einmla zurückliegend Therapie?!?
Dann fragst Du:
Zitat:
Welche Therapieform wäre evtl. für sie geeignet ? ..........
Sollte ich sie einem Chiropraktiker vorstellen? Osteopathie ? Atlastherapie ?
Das kann ich so nicht beantworten. Bei einer SI-Problematik ist eine Sensorische Integrationsbehandlung indiziert. Die werden von dafür ausgebideten Physiotherapeuten und Ergotherapeuten gemacht. Im Rahmen der Kopfgelenksproblematik muss ein auf Kinder spezialisierter Orthopäde 'ran um eine Ausschlussdiagnostik zu machen (oder das Kind behandeln!). Das fällt dann unter die Rubrik Atlastherapie! Bei einer Asymmetrie ist sicherlich eine physiotherapeutische Behandlung angesagt. Aber das ist alles noch zu ungenau und zu wenig untersucht. Ein auf Entwicklungsneurologie spezialisierter Kinderarzt in einer Einrichtung (kann auch ein SPZ sein etc. etc.) sollte dir weiterhelfen können. Vorschnell irgendetwas beginnen und dann unkoordiniert weiterlaufen lassen würde ich nicht. Die beschriebene Symptomatik ist ein "ganzheitliches Problem" und verlangt eine ebensolche Herangehensweise.
Ich hoffe, ich konnte wenigsten für den Anfang helfen,
Gruß, Tobias _________________ Tobias Bergerhoff / Kinderphysiotherapeut
>>>Und du fühlst, dass du lebst
Weil du tanzt und fliegst, du schwebst
Weil du lachst, weil du weinst und liebst
Du bist ein Wunder
Du bist ein Wunder<<<
Andreas Bourani "Wunder"
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