Verfasst am: 02.02.2006, 14:49 Titel: Keine Logopädie mehr?
Hallo Ihr Lieben,
unsere Eve besucht ja eine GB-Schule und bekommt dort auch von einer exterenen Logopädin einmal in der Woche ihre Therapie.
Diese rief mich gerade an und erzählte mir so nebenbei, da es eigentlich um den Therapieverlauf ging, daß seit dem 16.1.2006 keine Logopädie mehr für behinderte und entwicklungsverzögerte Kinder genehmigt werden würde. Stellt der KiA doch ein Rezept aus, kann es sein daß er dafür in Regress genommen wird.
Bin in rechtlichen Dingen nicht wirklich bewandert und hab es deshalb nicht so 100%ig durchschauen können, da sie auch sehr viel Rechtliches aus dem KK-Wesen mit hineinbrachte, bin aber doch einigermaßen geschockt, sollte das tatsächlich so sein. Weiß jemand von Euch vielleicht schon etwas Genaueres darüber?
Wie ?Was? Felix ist stark entwicklungsverzögert udn bekommt imer noch Logopödie? Wie begründet das die Dame? _________________ LG
Anja+ Felix
8 Jahre frühkindlicher Autismus mit v.a Intelligenzminderung ,bronchial Astma, Infekt Krämpfe,hypoton aber ein Sonnenschein
und Julia 2,5 Jahre hypoton, globale Entwicklungsverzögerung
Hallo, lese grade völlig entsetzt dein Posting. Wenn das wirklich so wäre............wer bekommt dann noch Logopädie?? Es sind doch überwiegend behinderte und entwicklungsverzögerte Kinder die das in anspruch nehmen.
Ich ahbe grade letzte Woche ein Rezept vom KiA bekommen und auch unsere Logopädin hat davon ncihts gesagt. Aber ich werde sie mal drafu ansprechen.
Wenn das so ist, muss man als Eltern versuchen da was gegen zu tun!!!!!!
also meine beiden bekommen erst seit letzte Woche wieder Logo. Weder beim Kinderarzt noch bei der Logopädie war da die Rede davon. Erkundige dich doch beim Kinderarzt noch mal. Also das kann ich mir so echt nicht vorstellen. Wäre ja auch wirklich schlimm.
liebe Grüße
Petra _________________ Petra(´65) und Arno(´55) mit Mario(´89):ADS, 2 kleinen Sternenjungs (19. und 20.SSW) und unseren Vollzeitpflegekindern Sissi(´98): Sprachbehinderung, emotionale Störung mit Ängsten,Wahrnehmungsstörung, Lernbehinderung; Zwilling Diana(´98): Sternenkind seit Juli 05 und Stefan(´00): Epilepsie, Entwicklungsverz.,Wahrnehmungsstörung
auch wir haben grade gestern die neuen Rezepte für die Logo für Alexandra und Timur abgeholt und hatten heute wieder Logo. Es war keine Rede davon. Die Beründung der Dame würde mich auch sehr interessieren, denn unser KiA hat mir sogar mitgeteilt, das in schweren Fällen die Logo auf 60 Therapiestunden hintereinander angewandt werden kann und er das bei unserer Tochter durchaus befürworten würde. Wir hatten heute die 11. Therapiestunde und daher noch ein bißchen vor uns - aber die ersten Erfolge sind zu sehen und vor allem zu hören
Liebe Grüße
Ulrike _________________ Alexandra (11/01), linksseitige Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, Sprachentwicklungsstörung, Mittelohrschwerhörigkeit, Strabismus und Timur 12/02, Mikrocephalus,Strabismus convergens, Epilepsie (atonische Sturzanfälle, Absencen); beide 10/05 adoptiert
wenn ich meine Logopädin richtig verstanden habe - aber alles ohne Gewähr - geht es wohl darum, daß eine Logopädie mit behinderten Kindern innerhalb des Regelfalls nicht möglich wäre. Wobei das bei Eve nicht wirklich zutrifft, sie arbeitet nach dem Mundmotorik-Programm normalentwickelter Kinder und schafft dies auch. Wie gesagt, ich will da auf gar keinen Fall Ängste schüren oder Gerüchte in die Welt setzen, aber so ganz ohne Hintergrund ist das Ganze wohl nicht, weil sie von 2 Kindern erzählte, die schon kein Rezept mehr ausgestellt bekommen haben und demnächst hat sie ein Termin mit der Leiterin des SPZ, um die Problematik zu besprechen.
Klar werde ich unseren Kinderarzt danach fragen, aber zur Zeit haben wir noch ein laufendes Rezept und unsere Verordnungen sind ohnehin schon immer außerhalb des Regelfalls, deshalb weiß ich gar nicht ob und inwieweit wir da überhaupt betroffen sind. Jedenfalls hat unsere Logopädin wohl schon Vordrucke erarbeitet, um Widerspruch bei der KK einzulegen, falls Rezepte abgelehnt werden sollten.
Daß es von Euch bislang noch keinen betrifft, beruhigt mich zumindest etwas
Aber ehrlich - vorstellen kann ich es mir schon, es wird doch immer an den Schwächsten gespart.
*Zynismus on* Aus unseren Kindern wird doch eh nix und wenn sie in der beschützenden Werkstatt später sprechen können spült das ja auch kein Geld in die Sozialkassen *Zynismus off*
Sollte ich mehr erfahren, halte ich Euch auf dem Laufenden
Alles Liebe
Karin _________________ "Nicht die Vollkommenen, sondern die Unvollkommenen brauchen unsere Liebe." (Oscar Wilde)
Genau dann müßte auf dem Rezept außerhalb des Regelfalles darauf stehen.
Liebe Grüße _________________ Nicole & Kevin , Mitochondriale Myopathie, Komplex 1 Mangel, Epilepsie und Encephalopathie
Peripartale Asphyxie bei Geburt nicht auszuschließen laut zwei Ärzten
Bilder von uns zuhaus:http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_personal.php
Hallo ihr,
ich habe einen Artikel im Hamburger Abendblatt gefunden, den ich hier man reinkopiere.
Gruß, Angelika.
Logopäden fürchten um ihre Existenz
Patienten: Rückgang nach Reform. Schleswig-Holsteins Praxen verzeichnen seit Januar durch eine Neuregelung drastischen Einbruch bei Patientenzahlen.
Von Elisabeth Jessen
Neumünster -
Hans-Jürgen Hohmann (52) ist in Sorge. In seine Logopädie-Praxis in Neumünster kommen seit Jahresbeginn immer wieder Patienten, die von ihrem Arzt keine Verordnung für ihre Heilbehandlung mehr bekommen. Und nicht nur in Hohmanns Praxis, die er seit 23 Jahren betreibt, und bei seinen Patienten herrscht große Unsicherheit. Er weiß von vielen Kollegen, denen es ähnlich geht.
Schuld daran ist die neue Richtgrößenvereinbarung für Heilmittel, die am 1. Januar in Schleswig-Holstein in Kraft getreten ist. Dabei handelt es sich um die durchschnittliche Summe, die dem Facharzt pro Patient zur Verfügung steht. "Hals-Nasen-Ohren(HNO)-Ärzte haben dadurch eine massive Streichung für ihre Heilmittelverordnungen hinnehmen müssen", so Hohmann. Kurz nach Jahresbeginn hatte ihn der Anruf einer Phoniaterin (Fachärztin für krankheitsbedingte Kommunikationsstörungen) alarmiert, die ihm mitteilte, sie würde künftig kaum noch Patienten zu ihm schicken können. Die Ärztin, die ihren Namen nicht veröffentlicht sehen möchte, weil sie Schwierigkeiten mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Schleswig-Holstein befürchtet, spricht gegenüber dem Abendblatt Klartext: "Ich hatte bisher pro Quartal etwa 120 bis 150 Verordnungen für logopädische Therapie ausgestellt, jetzt reicht es noch für 20 bis 25 Verordnungen." Sie hat bei der KV Widerspruch gegen die ihr zugeteilten Richtgrößen eingereicht. Denn viele Kinderärzte und auch Hals-Nasen-Ohrenärzte überweisen ihre stimm- und sprachgestörten Patienten an sie weiter, weil sie sich fachlich überfordert sehen. Möglicherweise aber auch, um ihr eigenes Budget zu schonen. Denn bei einer Überschreitung der Richtgrößen droht den Ärzten eine Wirtschaftlichkeitsprüfung ihrer Praxis.
"Wir haben dramatische Einbrüche. Viele Logopädiepraxen fürchten massiv um ihre Existenz", sagt Lucas Rosenthal, Geschäftsführer des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie (dbl). "Die bloße Androhung von Wirtschaftlichkeitsprüfungen und die Angst vor Regreß reichen aus, um viele Ärzte so einzuschüchtern, daß sie in Schleswig-Holstein äußerst zurückhaltend oder überhaupt keine logopädischen Maßnahmen mehr verordnen." Rosenthals Angaben zufolge war bislang ein Ausgleich zwischen Vielverordnern und Wenigverordnern unter den Ärzten möglich. "Das geht jetzt nicht mehr. Jetzt gibt es eine praxisindividuelle Richtgröße. Und damit haben wir wieder die Situation der Verschiebebahnhöfe, wo ein Arzt den Patienten zum nächsten Arzt überweist", kritisiert Rosenthal und fordert: "Die Ärzte sollten ihren Unmut an die KV und an die Krankenkassen richten und nicht an den Patienten."
Europäischen Studien zufolge seien acht bis zwölf Prozent der Kinder so sprachentwicklungsgestört, daß sie logopädische Hilfe brauchen, betont der dbl-Geschäftsführer. "Für Deutschland gibt es keine eigenen Zahlen, aber das dürfte hinkommen." Etwa 70 Prozent der Logopädie-Patienten sind Kinder. "Wenn du nicht richtig sprechen kannst, hast du null Chancen. Dabei reden doch derzeit alle von Frühförderung für Kinder", sagt der Logopäde Hohmann verständnislos und betont: "Zu uns kommen Menschen, die wirklich Probleme haben." Etwa 30 Prozent der Patienten sind Erwachsene, die beispielsweise nach einem Schlaganfall wieder sprechen lernen müssen oder an Stimmband- oder Kehlkopferkrankungen leiden.
Rosenthal, der bei der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung interveniert hat, hofft, daß bald "wieder Vernunft einkehrt". Das hofft auch Hans-Jürgen Hohmann, der sechs Mitarbeiter beschäftigt. "Da hängen ja auch Arbeitsplätze dran. Ich kann aus meiner Praxis doch nicht plötzlich eine Kaffeestube machen."
Hallo,
kann man da als Eltern denn gar ncihts gegen tun? Vielleicht ein Schreiben an die Bundesärztekammer oder direkt an die Gesundheitsministerin????
wir die Arbeitsgruppe " Integration " des Landeselternrat in Schleswig - Holstein und die Kreiselternvertretungen der Kreise in Schleswig - Holstein für Kindertagesstätten sind gerade damit beschäftigt uns mit diesem Thema auseinander zusetzen und sind schon mit vielen Stellen in den Kontakt getreten.
Sowie Presse eingeschaltet usw.
Mal sehen was sich daraus resultiert, ich werde dann ausführlich berichten.
Gruß,
Beate _________________ ..es gibt nichts,was uns die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann;und man soll das auch gar nicht versuchen,man muss es einfach aushalten und durchhalten;das klingt zunächst sehr hart,aber es ist doch zugleich ein großer Trost,denn indem eine Lücke wirklich unausgefüllt bleibt,bleibt man durch sie miteinander verbunden.D. Bonhoefffer
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