Verfasst am: 27.10.2004, 14:40 Titel: Zuschuss für behindertengerechtes Fahrzeug
Hallo zusammen,
ich bin noch neu hier und hab da mal ne Frage: Wie lange dauert es in der regel, bis der Antrag auf Bezuschußung für ein Behinderten gerechtes Fahrzeug bewilligt oder abgelehnt wird?
Ich habe einen Antrag gestellt, der zunächst abgelehnt wurde. Dann habe ich Wiederspruch eingelegt.
Man teilte mir dann mit, das der Antrag nicht hier entschieden werden könnte und das er weitergeleitet wurde nach Hildesheim.
Von dort bekam ich dann ein Schreiben, das der Antrag angekommen sei und bearbeitet würde, man solle aber von Nachfragen absehen. Eben das übliche.
Leider ist das nun schon gute 8 Wochen her. Hat jemand erfahrung damit? ich würde mich über Antworten sehr freuen
Hallo Karin,
nach Erfarhungen von Leuten, die selbst damit zu tun hatten, kann das echt lange dauern. Weil die eigenen finanziellen Belange eine Rolle spielen etc. Das kann auch noch sein, dass man die Entscheidung zwischen krankenkasse und Landschaftsverband hin und her schiebt. Zu behindertengerechten Fahrzeugen gibt es Spezialfirmen, die nur so was machen. Ich habe da eine Zieitungsnotiz mit einer Übersicht, wenn da mal Bedarf besteht, melde dich nochmal bei mir.
Gruß
Ellen Hasse
Hallo Karin,
geht es bei euch um den Umbau eines vorhandenen Fahrzeuges oder um ein Neufahrzeug?
Also wir haben im November 2003 beim Landschaftsverband einen Antrag gestellt auf behindertengerechten Umbau mit Rampe und Befestigungsgurten. Der Landschaftsverband hat uns dann an die Krankenkasse verwiesen. Die sind aber auch nicht zuständig und haben jetzt endgültig abgelehnt, d.h. wir haben Klage beim Sozialgericht eingereicht. Der Landschaftsverband hat dann in der letzten Woche entschieden (also jetzt 11 Monate nach Antragstellung), dass unserem Antrag nicht stattgegeben werden kann, da wir in 2002 über eine gewisse Einkommensgrenze kommen (auch toll, da arbeiten wir rund um die Uhr um die hohen Ausgaben, die wir durch Julia haben, finanzieren zu können, auf der anderen Seite bekommen wir deshalb keine Zuschüsse, weil wir zuviel verdienen!).
Jedenfalls müssen wir jetzt den Umbau selber bezahlen.
Gruß
Annette _________________ Mama von Kevin 14 J., Julia 10 J., seit 8 J. schwerstbeh.,vermutl. nach Impfung, keine Diagnose, heute Tetraspastik, undeutl. Sprache,
sehr gutes Sprachverständnis, und Léonie 5 J.,
ne, wir haben zwar einen Wagen, aber der ist zu alt. Wir haben einen Antrag für ein Neufahrzeug gestellt und uns auch bescheinigen lassen, das eine Umrüstung für unseren alten Bus (Bj 1987) nicht mehr lohnt.
Ich bin ja mal gespannt wie lange das noch dauert. Denn lange macht es unser Alter nicht mehr. Mein Mann ist zwar KFZ Mechaniker, aber wunder kann der auch nicht vollbringen.
ich habe während meines Studiums, als mein erstes privat finanziertes Auto in die Jahre kam, mal einen Antrag gestellt. Das dauerte über ein Jahr. Dann hat meine Werkstatt dort angerufen und den Zustand meines Autos so deutlich geschildert, daß sie wohl Angst bekamen, sie müßten mir ein Taxi zur Uni finanzieren. Der Bescheid kam dann jedenfalls sofort. Allerdings ging es bei mir nur um ein zinsloses Darlehen, das ich nach Aufnahme einer Berufstätigkeit langsam zurückzahlen mußte, was ich auch in Ordnung finde.
Autos, in denen ihr eure Kinder im Rolli sitzend transportieren könnt, sind neu unendlich teuer. Können sich die meisten wohl eher nicht selbst leisten. Aber, wenn ihr keinen Zuschuß bekommt, dann sucht doch im Internet oder den diversen Behindertenmagazinen nach einem gebrauchten. Es passiert relativ häufig, daß da was angeboten wird, zwar nicht mehr ganz neu aber mit wenig Kilometern auf dem Tacho. Die sind dann gleich viel billiger.
Hallo,
ich möchte mal kurz darstellen, wie eine Familie aus Bottrop ihr transportproblem für ihren im Wachkoma nachhause entlassenen 14-jährigen Sohn, heute 15, geregelt hat. Unkonventionell, aber möglich. Die Mutter hat ein BMW-Cabrio, ohne Mittelholm. Die Familie hat sich einen Klapprolli aus dem Quellekatalog gekauft, der in den Kofferraum passt udn setzt den Sohn, der zunächst gar nicht konnte, inzwiwchen ein paar Schritte im wachkomaähnlichen Zustand laufen kann, einfach auf den Vordersitz. Man kriegt ihn rein, weil die Mittelsäule fehlt und wenn man das Dach öffnet. Im Auto wird er dann einfach mit dem 3-Punkt-Gurt angeschnallt. So haben sie sich bis heute um ein behindertengerechtes Fahrzeug gedrückt und kommen damit ganz gut klar. Sicher nicht für jeden eine Alternative, aber drauf gekommen, es so zu machen, wäre ja auch nich jeder. Kontakt zu der Familie ist über mich bei Bedarf möglich.
Gruß
Ellen
ja, das tuhen wir ja auch. Nur ist es bei uns das Problem, das ich fünf Kinder habe. Es handelt sich also um 7 Personen und dann einen Rolly. Da ist es natürlich schwierig, einen passenden Wagen zu finden.
Aber dann muß ich eben auch noch ein wenig mehr Geduld aufbringen.
Selber ein neues Auto finzieren sitzt bei uns nicht drin, weil mein mann arbeitslos ist und mit seinem Alter und in unserer Region sieht es auch nicht gut aus mit Arbeit. Auwärts arbeiten hat mein mann sonst auch schon gemacht.(für die die dann mit dem Argument ankommen). Aber ich schaffe den haushalt mit den Kindern auch nicht mehr alleine. Deshalb wäre ein Finanzierter Wagen einfach super
Hallo,
noch 2 Ideen: unter www.hilfsmittelbörse.de gibt es Rubriken für Fahrzeuge/Suche/Biete. Dort auch ein Mercedes Vito mit Rollstuhlrampe z. B. Steht aber nicht dabei, wieviele Sitzplätze er noch hat. Oder frag doch mal bei www.jelschen.de , einer Fachfirma für solche Fahrzeuge, nach Gebrauchten.
Oder wäre es möglich, bei örtlichen Firmen Werbeflächen sponsern zu lassen und sich damit das Fahren mit einem Auto billiger zu machen.
In Ausnahmefällen ( einen solchen habe ich vor kurzem angeregt und durchgekriegt ), zahlt der Fond der Bildzeitung " Ein Herz für Kinder" ein behindertengerechtes Fahrzeug. In dem Fall brauchte eine Familie mit 2 größeren muskeldystrophiekranken Kindern ein Auto für 2 Rollis. Bild hat bezahlt und berichtet. Ohnehin kann Öffentlichkeit gelegentlich voran bringen. Lasst, wenn ihr denn wollt, über euer Problem mal in der Lokalzeitung berichten. Manchmal tun sich da Chancen auf, dass einer was dazugibt statt unsinnige Firmenwerbegeschenke zu Weihnachten z. B. zu verteilen....
Gruß
Ellen
Hallo,
wenn ihr übrigens lokale Mitsponsoren eures Fahrzeuges fändet, könnte es sein, dass man seitens der Spender lieber über ein steuerabzugsfähiges Konto spenden würde. Dazu könnte es hilfreich sein, eine solche Spendenaktion über ein Kirchenkonto z. B. abzuwickeln. Das habe ich mal mit der Familie eines Wachkomakindes in Bottrop so angeleiert. Die Kirchengemeinde hat ein Sonderkonto angelegt, die Lokalpresse hat berichtet und so kam geld zusammen, das die Familie nicht für irgendwas ausgeben konnte, sonderndie Kirche hatte ein Auge auf der sachgerechten Ausgabe des Geldes. In einem anderen Fall habe ich Spendengeld über ein Caritas-Konto einzahlen lassen.
Gruß
Ellen
ja das finde ich auch sehr sinnvoll. Die menschen die Spenden, sollen auch ein rechtdarauf haben zu erfahren, das das Geld dann auch wirklich für den bestimmten Zweck verwendet wird.
Ich versuche gerade, noch mal einen entsprechenden Brief aufzusetzen. Ich wende mich erst noch mal an die Lokalpresse. Damals wurde mein Brief und auch ein paar Füllanzeigen nicht abgedruckt. ich hatte sie einem Bekannten mitgegeben. Diesmal gehe ich dann lieber selber hin.
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