Verfasst am: 07.02.2012, 09:53 Titel: Maria mit Sohn (Verdacht auf Autismus)
Hallo zusammen,
auch ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestossen, ich muß sagen, hier fühlt man sich nicht so ganz allein mit seinen Sorgen...
Stelle mich kurz vo, ich bin 44 Jahr, verheiratet, habe 2 Kinder , eine Tochter 14 Jahre und einen Sohn 17,5 Jahre.
Unser Sohn, mit dem "laufe" ich seit Kindergartenalter von Arzt zu Arzt, von Psychologe zu Psychologe,vorletztes Jahr ist er mit Gerichtsbeschluß zwangseingeliefert worden in ein Jugendpsychiatrie,
war schlimm, Ende vom Lied, wir haben heute den gleichen Zustand wie vorher, ich würde sagen noch schlimmer!
Er hat keine Freunde, scheint auch keine zu wollen, ich denke er hat eine autistische Störung, was jedoch in den bisherigen Tests nich diagnostiziert wurde.
Am schlimmsten finde ich seine arrogante Art, es fallen auch Beileidigungen von übelster Sorte mir gegenüber und auch gegenüber seiner Schwester und seinem Vater.
Er sitzt nachts auf, trinkt mittlerweise jeden Abend Bir, raucht in seinem Zimmer, geht gegen Morgen ins Bett,
er hat keinen Schulabschluß gemacht,
geht sei ca 1,5 Jahren nicht mehr zur Schule.
Entschuldigt bitte, ich schreibe ein bischen durcheinander, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht wo ich anfangen soll...
Momentan bin ich mit ihm in der Autismusambulanz Walstedde, fühle mich zum 1.mal enstgenommen, was meinen Autismusverdacht angeht.
Zum 1.mal wurde ich mal intensiv befragt, welche Vehaltensweisen er so zeigt.
Ich bin momentan wieder echt fertig, komme mit ihm nicht weiter,
er macht hier was er will,
meint wohl er hat das Sagen.
Ich hoffe mein Bericht ist nicht zu kompliziert geschrieben,und wäre froh Eure Meinung zu meiner Situation zu hören!
ganz so weit ist es bei uns (noch) nicht. So ähnliche Probleme habe ich auch hier mit den verbalen und körperlichen "Aussetzern"; Keine oder nur sehr schlechte kontaktannahme mit anderne Kindern. Meine "kleine" ist erst 10 1/2.. .der Autistmusverdacht liegt bei uns auch schon lange im Raum. Wir haben sie letztes Jahr auch endlich nach enormen druck testen lassen können. Aber "man hat sich entschieden" ihr keinen Autismus zu diagnostizieren obwohl vieles dafür spricht...
ich bin ab nächster woche mit ihr in der Uniklinik wo auch das Thema noch mal """"geprüft""" wird....
das gefühl nie gehört zu werden bzw. gegen windmühlen anzugehen (beim kind sowie ärtzen) kenne ich auch zur genüge... mir geht es zur zeit genauso wie dir... am schlimmsten ist die machtlosigkeit, auf der einen seite ist es ja das eigene kind aber auf der anderen seite "ein """etwas""" was nicht kontrollierbar ist...
einen genauen rat kann ich dir nicht geben, wenn es hier extrem schlimm ist (fast täglich) versuche ich mir immer vorzustellen, dass das ""nicht "" mein kind ist sondern die erkrankung die da austickt..... das hilft nur bedingt..... aber es hilft und ich versuche in den kurzen ruhephasen die eich habe etwas für mich zu tun (musik, stricken...) auch wenn das immer weniger wird... und ich habe mir psychologische hilfe für mich geholt. d.h. das ist jetzt wieder brach, weil es der kleinen schlechter geht.
das wäre vielleicht auch eine möglichkeit, um mit der gesamtsituation besser umgehen zu können.
ich drücke dir die daumen, dass euch in der autismusambulanz geholfen werden kann.
LG Daggi _________________ wir haben eine ganze Reihe von Diagnosen, und noch nicht diagnostizierten "Problemen" Hauptdiagnose Homocystinurie mit Faktor VII Mangel, geistige Behinderung, Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörungen.....
ja ich glaube auch, das ich ohne psychologische Hilfe nicht mehr lange aushalte.
Ich habe auch keinen rückhalt durch meinen Mann, er ist meiner Meinung nach auch autistisch, will oder kann davon nichts hören, wobei ich ihm das auch noch nicht direkt gesagt habe, denn dann könnte wohl wieder heftige Worte fallen.
Er ist manchmal auch beleidigend, Gespräche sind kaum da, was seine innersten Gefühle angeht weiß ich so gut wie nichts.
Ja ich muß auch versuchen, die "Ausraster " meines Sohnes ald seiner Krankheit zugehörig zu sehen, aber er wird mir gegenüber und auch seiner Schwester gegenüber mittlerweile agressiv,
das kann ich so nicht mehr tollerieren, und sein Vater schaut quasi weg,
schreitet nicht ein.
ich bin schon einiges gewöhnt, glaub mir, aber meine Akkus sind leer, wahrscheinlich bekomm ich auch bald mein Burn out.
Mir tut meine Tochter sehr leid, sie versucht mir zu helfen, gerät dadurch selbst unter Druck, sie ist sehr nervös, immer auf den Sprung,
ach ist das alles ein Schlamassel!
Verfasst am: 07.02.2012, 11:54 Titel: Re: Maria mit Sohn (Verdacht auf Autismus)
Hallo Marialein,
herzlich willkommen im REHAkids-Forum!
marialein hat folgendes geschrieben:
...vorletztes Jahr ist er mit Gerichtsbeschluß zwangseingeliefert worden in ein Jugendpsychiatrie, war schlimm, Ende vom Lied, wir haben heute den gleichen Zustand wie vorher, ich würde sagen noch schlimmer!
Jetzt hätte ich gerne gesagt, dass die Einweisung Dir und Deinem Sohn vielleicht ein bisschen Ruhe verschafft, aber offenbar ist das schon wieder Vergangenheit. - Wichtig ist hier wirklich die Wahl der Ärzte. Manche machen ihren Job richtig gut und setzen sich für ihre Patienten und deren Angehörigen ein. Andere wiederum tun all das nicht und dokumentieren und pathologisieren nur. Möglicherweise haben sie selbst keine Ahnung, wie sie damit umgehen sollen.
Falls Dein Sohn wirklich eine autistische Störung haben sollte, wird das für ihn wahrscheinlich gar nicht so leicht zu akzeptieren sein. Stell Dir das nur mal aus seiner Perspektive vor: Die Welt ist in vielerlei Hinsicht ein sehr unsicherer Ort, die Menschen verhalten sich merkwürdig und am Ende wollen sie Dir auch noch eine Störung anhängen! Das verhärtet natürlich die Fronten.
Meinem Eindruck nach bräuchte Dein Sohn ein starkes Vorbild, das ihm mittel- bis langfristig eine Stütze in allen möglichen Bereichen sein könnte. Ist so etwas bei Euch prinzipiell vorstellbar? _________________ Liebe Grüße
Markus
danke erstmal für Deine Antwort.
Wir wissen ja noch nicht sicher, ob es sich wirklich um eine autistische Störung handelt, oder ob etwas anderes vorliegt?
Ich kann mir vorstellen, wie schwer es für ihn sein muß, in einer Welt zurechtzukommen, in der einem irgendwie alle komisch vorkommen, man selber meint es ist richtig wie man sich verhält.
Du hast Recht!, ihm fehlt das starke Vorbild, was er hier aber nicht hat.
Sein Vater bräuchte meiner Meinung nach selber eine Therapie,
da ist jedoch nicht dran zu denken,
er ist nicht bereit dazu. Wie führen keine harmonische Ehe, er ist und bleibt sehr für sich, überläßt die unangenehmen Sachen lieber mir, klingt sich aus.
Es wurde mir von einem Psychologen auch schon geraten michz u trennen, denn sonst würde es mit meinem Sohn nicht anders werden.
Jedoch habe ich momentan keine Kraft zu solch einem Schritt, ich bin zur Zeit nicht berufstätig, meine auch, ich schaffe es alleine nicht, müßte dann hier ausziehen, hätte erst mal kein Einkommen usw.
Du siehst ein ganz schönes Päckchen....!
Ich weiß, ich müßte den ersten Schritt gehen, aber im Augenblick schaff ichs nicht.
Der dortige Leiter hat ein Projekt auch für ältere Autisten und ist vielleicht nah genug. Ich habe ihn persönlich kennengelernt. Er ist einer der wenigen Menschen, der meinen Sohn direkt zum sprechen gebracht hat.
Ich hoffe, dass Ihr bald eine Lösung bekommt und dass Dein Mann evtl. sich doch damit beschäftigen mag. Hat bei meinem Mann 1,5 Jahre benötigt. Er wird sich im September testen lassen.
Liebe Grüße
Anita _________________ *1968
*1966 Mann
*1996 Sohn Asperger ICD-10 F84.5 hoher IQ
*1998 Tochter Verdacht auf Asperger, Knick-Senk-Füße
*2002 Tochter Verdacht auf Asperger, ADS F90.0 G, hoher IQ, starke Brille wegen Hornhautverkrümmung
*2007 Sohn Verdacht auf Asperger Hinzufallen ist keine Schande, liegen bleiben aber schon!!
Jedoch habe ich momentan keine Kraft zu solch einem Schritt, ich bin zur Zeit nicht berufstätig, meine auch, ich schaffe es alleine nicht, müßte dann hier ausziehen, hätte erst mal kein Einkommen usw.
Spiele doch mal folgendes Szenario gedanklich durch: Du gehst in die Psychiatrische Ambulanz (die nächstgelegene oder eine, die Dir jemand empfehlen kann) und erzählst den Ärzten, wie sehr Dich das alles belastet und dass Du dringend eine Auszeit brauchst. Wenn gerade ein Platz frei ist, könntest Du im Anschluss an das Gespräch auf die Station gehen und einige Tage dort bleiben. Dein Mann und Euer Sohn müssten dann vorübergehend ohne Dich klarkommen.
Wie gesagt, der erste Schritt wäre, sich das mal in allen Einzelheiten gedanklich vorzustellen. _________________ Liebe Grüße
Markus
Du wirst es nicht glauben, so was stelle ich mir schon manchmal vor!
Aber ich meine es geht nicht, ich muß die Stellung halten, muß allen beweisen,ich schaffe das.
Aber grundsätzlich hast Du Recht!
Ich muß sehen was ich machen kann, so geht es nicht mehr lang,
morgen ist wieder ein termin in der Autismusambulanz, dort werde ich der Psychologin sagen wie fertig mich das alles macht!
Auf jeden Fall weiß ich, in diesem Forum bekommt man Unterstützung!
herzliches Willkommen auch von mir. Wünsche dir hier tollen Austausch.
Hat dein Sohn keine Vorstellungen seiner beruflichen Zukunft? Er ist 1,5 Jahre
nicht zur Schule gegangen? Bekommt man da keinen Ärger mit der Schulbe-
hörde? Oder ist er schulunfähig attestiert?
Hat dein Mann eventuell auch autistische Züge, so wie du ihn beschreibst?
Hat er sich schon immer ausgeklingt, wenn es um die Probleme deines Sohnes
geht?
Du hast ja ein ganz schönes Päckchen zu tragen. Was sagt deine Tochter
dazu?
Entschuldige meine Vielfragerei bitte!
LG
Andrea _________________ Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), AVWS,
LRS, hypoton /Ben 01/04 KISS(KIDD) , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, starke Sprachverzögerung, Hyperakusis
"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)
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