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Sabine mit Sohn (21, vor 3 Mon. künstl. Koma, Gehirnbluten)
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sabineB2011
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BeitragVerfasst am: 07.02.2012, 14:03    Titel: Antworten mit Zitat

Die erste Blutung meines Sohnes (übrigens aufgrund eines geplatzten Aneurysmas) befindet sich auch an einer Stelle, die schwer erreichbar ist. Er könnte erblinden, sollte man da noch mal operativ ran gehen. Das Aneurysma konnte verschlossen werden. Mehr geht nicht. Die zweite Blutung hat große Bereiche der linken Gehirnhälfte beschädigt. Motorik, Gesichtsfeld und Gedächtnis sind stark betroffen.
Momentan erscheint mir mein Sohn gar nicht, als würde er "kämpfen". Er scheint nur zu erdulden, was da mit ihm passiert. Wir können auch noch gar nicht abschätzen, inwieweit ihm bewusst ist, was da passiert. Er ist momentan in vieler Hinsicht wieder auf dem Stand eines Kleinkindes... Statistisch gesehen macht er nur sehr, sehr langsam Fortschritte. Besonders was Gedächtnis und Konzentration betrifft.
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Brigitte 1953
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BeitragVerfasst am: 07.02.2012, 15:20    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Sabine,

gebt die Hoffnung nicht auf und fordert den jungen Mann, mit allem, was machbar ist.

Es können noch viele Gehirnzellen Funktionen übernehmen.

Bei unserem Sohn war schon vorgeburtlich mehr wie die Hälfte des Gehirnes schwarz, deshalb kann es nicht mehr weiter gehen.

Im Denken und Fühlen ist er, wie er immer war, nur nun gefangen in seinem Körper.

Dein Sohn hat noch sicher viele Chancen.


Liebe Grüssle


Brigitte

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Anja Katharina
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BeitragVerfasst am: 07.02.2012, 23:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine,

nun mal ein kleiner Bericht von Alena, als sie aus dem Koma erwachte:

als sie nach einem langem Kampf des Wachwerdens, dann wieder ins Koma legen, weil die Herzfrequenz völlig verrückt spielte, einigermassen wach wurde, war ganz schnell klar, das sie nichts mehr konnte.

Heißt, nicht mehr sprechen, nicht mehr sitzen, keine Kopfkontrolle und eine Halbseitenlähmung. Sie trug Pampers und war eigentlich wie ein Riesenbaby.

Das einzigste, was schnell wieder klappte, war das Essen. Zuerst püriert, dann aber schnell wieder normal.

Als wir in der Rehaklinik ankamen, wo wir dann ein halbes Jahr waren, konnte ich immer noch nicht glauben, das es kein Traum war, sondern nackte Realität.

Diese Hilflosigkeit, die Angst, wie geht es weiter, ich werde es niemals vergessen. Dann musste ich bei einer Psychologin antanzen, die mir sagte, unser Leben würde niemals wieder wie vorher und wir sollten uns Gedanken machen, was wir mit Alena im Alter machen würden.

Ich war so sauer, weil ich mir diese Stunde anders vorgestellt hatte, keine Ahnung, aber ich habe eigentlich Zuspruch erwartet Wink
So habe ich ihr gesagt, sie kennt mich nicht, sie kennt Alena nicht und Alena wird wieder ziemlich fit.

Es war ein harter Kampf, mit unendlich Therapien, auch als wir wieder zu Hause waren und ich kann immer wieder nur sagen, gut das wir nach einem halbem Jahr nach Hause gegangen sind, denn da sind die größten Fortschritte gekommen.

Der Stand von Alena heute: Sie kann wieder sprechen, sie kann wieder ziemlich gut laufen, zwar noch humpelnd, sie besucht ab nächste Woche eine ganz normale Hauptschule mit einer I.Kraft und ist wieder ein glückliches Kind.

Klar, ist immer noch eine tiefe Traurigkeit da, weil sie doch noch eingeschränkt ist, aber die Dankbarkeit und die Freude, das wir sie noch haben, macht alles wieder gut.

Nur mit Fotos von früher tue ich mich noch sehr schwer, aber auch das wird immer besser.

Ich hoffe, das ihr auch irgendwann, so wie ich schreiben könnt und freue mich schon auf Fortschritte von deinem Sohnemann. Vieleicht findet ihr auch so einen guten Therapeuten, der Cranyosacrale macht, das hat Alena ziemlich viel gebracht.


Herzliche Grüße Anja

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Ralf65,Anja68,Larissa95 Alena 96, Gehirnbluten mit 11 Jahren durch Angiom, Hemiparese rechts, Aphasie,
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sabineB2011
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BeitragVerfasst am: 08.02.2012, 09:59    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Anja,
danke für deinen langen Bericht. Du machst mir tatsächlich Mut.
Mit "Fotos von früher" tue ich mir heute schon schwer...
Patrick hatte diese "Riesenbaby" Phase auch. Jetzt kann er wieder vieles allein. Unbeholfen zwar, aber er kann es. Was uns Sorge bereitet ist seine geistige Regeneration. Sie verläuft nicht, wie sie sollte. Das macht uns Angst!
Ich habe auch den Eindruck, das P. sich im Krankenhaus nicht wohl fühlt, und dort auch nicht genug gefordert wird. Werde heute noch versuchen die Ärztin zu erreichen und mit ihr über dieses Problem zu sprechen.
Während ich tag für tag an P.`s Bett saß und ihm beim Schlafen zusah, habe ich gebetet, dass er mir nicht genommen würde..., heute ist er wieder wach, aber ich habe dennoch nicht das Gefühl, dass meine Gebete erhört worden wären.
Er ist ein anderer... Wird er jemals wieder annähernd der Selbe der er einmal war????
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Anja Katharina
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BeitragVerfasst am: 08.02.2012, 14:46    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Sabine

Auch Alena hatte auch sehr verändert. Aber so nach und nach wurde sie wieder ganz die Alte .

Ausser das sie ziemlich egoistisch geworden ist, was ich aber denke, das es an unserem Verwöhnen liegt.

Wenn ich dir irgendwie helfen kann, melde dic h gerne. Ich bin gut im Mut machen, weil ich ein positiv denkender Mensch bin.

Es dauert, aber auch dein Sohn wird ganz sicher wieder Viel Freude am Leben finden.

Bleibt stark, Liebe Grüße Anja

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