Verfasst am: 05.02.2012, 21:54 Titel: Sabine mit Sohn (21, vor 3 Mon. künstl. Koma, Gehirnbluten)
Ja, es geht um mein "Kind", nur dass mein Kind vergangenen November 21 geworden ist.
Seinen Geburtstag allerdings hat er verschlafen. Künstliches Koma nach zwei spontanen Gehirnblutungen innerhalb von zwei Wochen. Das ist jetzt über drei Monate her. Mein Sohn ist inzwischen in der Früh Reha. Die Ärztin allerdings machte uns am Freitag nicht allzuviel Hoffnung, dass es je wieder richtig werden wird mit ihm. Sie empfahl uns sogar, den Gedanken an uns heran zu lassen, dass er vielleicht zeit seines Lebens ein Pflegefall bleiben wird.
Das ist ein ganz furchtbarer Gedanke!
Er war immer so stark und aktiv!
Was kommt jetzt alles auf uns zu?
Ich hoffe, hier in dem einen oder anderen Thread etwas zu finden, was mir und meiner Familie weiterhilft.
Ich wünsche Euch ganz viel Kraft für alles, was noch kommen wird.
Man sollte immer gute Hoffnung haben, aber auch realistisch denken und sich auf alle Situationen gefasst machen.
Ich denke und hoffe, dass Du hier Hilfe findest.
LG Ariane _________________ Johannes 4/2000 Frühgeb. 24+1, shuntversorgter Hydrocephalus, Wahrnehmungs-und Entwicklungsstörungen, spastische Diparese, keine Sprache Finn 6/2006
erstmal tut es mir leid, was ihr durchmachen musstest. Aber bitte nicht verzweifeln, niemand kann wirklich voraussagen, was dein Sohn alles wieder erlernen wird. Er wird vieles neu lernen müssen, aber das Gehirn ist ein Wunder, die Wege werden sich neu bilden und er wird nach und nach sicher Fortschritte machen!
Sollte er in der Lage sein nach Hause zu können, muss natürlich geguckt werden wie er versorgt wird. Ich vermute mal das vom Gericht längt eine Betreuung eingerichtet wurde, damit ihr für euren Sohn Entscheidungen treffen könnt (evtl. Wohnung kündigen, allg. Behördengänge ect). Sollte dies nicht geschehen sein, kannst du mir gerne schreiben (auch per PN), ich werde dir dann gerne helfen (da ich selbst im Betreuungsgericht gearbeitet habe).
willkommen hier.
Natürlich muss man auch realistisch sein aber gib die Hoffnung nicht auf. Habe die Erfahrung gemacht das Ärzte erstmal immer vom schlimmsten Ausgehen. Bisher weiss sowieso niemand so genau zu was unsere Gehirn so alles fähig ist.
"noch unerwartet, sehr zerbrechlich, noch nicht ganz fertig, nackt und ungeschützt, viel zu klein
getrennt von Mutter und Vater, ein Kämpfer für's Leben
ein ganz besonderer Mensch"
Unsere Tochter hatte auch schweres Gehirnbluten durch einen Blutschwamm im Gehirn. Niemand von den Ärzten hätte damals geglaubt, das sie überlebt und wenn wie..........
Nach drei schweren Operationen, unzähligen Lungenentzündungen, Kühlen des Körpers über den Blutkreislauf auf 32 Grad und so weiter, hat sie es geschafft.
Alena konnte, als sie aus dem Koma geholt wurde nichts mehr, aber nun nach drei Jahren geht ganz viel schon wieder.
Wenn du Fragen hast immer gerne, ich weiß nur zu gut, wie es euch allen geht, aber verliert nicht den Mut.
In welcher Klinik ist dein Sohn??
Liebe Grüße Anja _________________ Ralf65,Anja68,Larissa95 Alena 96, Gehirnbluten mit 11 Jahren durch Angiom, Hemiparese rechts, Aphasie,
mein Sohn hat sich ein Jahr nach einer schweren Hirnblutung- er war auch 21 - entschieden fröhlich und gut gelaunt, wie vor diesem Supergau weiter leben zu wollen.
Er konnte sich bewegungslos, mit Trachealkanüle und einer Magensonde wieder mit dem Leben anfreuden.
Es war sein Wille und seine Lebensfreude. Auch uns wurde keine gute Prognose mit auf den Weg gegeben.
Ich wünsche Euch von ganzem Herzen, dass es eine Entwicklung gibt, mit der Ihr gut leben könnt.
Meine innere Zerrissenheit, Wut und Trauer sind nach drei Jahren, obwohl mein Sohn mir immer wieder signalisiert, dass es für ihn okay ist, immer noch da, werden aber schwächer.
Ich bin selbst noch während der Koma-Zeit meines Sohnes zur Betreuerin bestimmt worden.
P. liegt im Brüder Krankenhaus in Trier, dort ist er schon vom ersten Tag an.
Uns hatte man zu Beginn eher gute Prognosen mit auf den Weg gegeben. "Junge Menschen schaffen das meistens", so hieß es. Das jetzt doch wahrscheinlich nichts mehr so sein/werden wird wie vorher ist für uns ein großer Schock.
Körperlich hat P. nach dem Koma bei auch bei null angefangen. Das jedoch hat sich innerhalb von Wochen gut gebessert. Letzte Woche begann er zu selbstständig zu gehen (es muss natürlich jemand neben ihm gehen), langsam, roboterhaft zwar..., aber es war schön, ihn endlich wieder aufrecht zu sehen. Nur der Kopf, das Gedächnis, will nicht so recht wieder werden.
P. hat das meiste was man ihm sagt schon nach wenigen Minuten wieder vergessen, und das, obwohl er sein Koma nun schon über sieben Wochen hinter sich hat.
Außerdem hat er ein sehr eingeschränktes Gesichtsfeld. Was ihm viele alltäglichen Verrichtungen sehr schwer macht.
Seit P. in der Klinik ist, habe ich einige junge Menschen gesehen, die sich nach Gehirnblutung und wochenlangem Koma wieder "gutgelaunt" auf das Leben einließen. Fast bin ich ein wenig neidisch, wenn ich sie mit ihren Eltern sehe. Sie sprechen miteinander, scherzen und tauschen sich aus.
Von Austausch kann bei meinem Sohn nicht viel die Rede sein. Er spricht kaum, von sich aus gar nicht und schaut oft nur mit riesengroßen Pupillen ins Leere. Wenn ich ihn besuche, scheint er mich gar nicht wirklich zu registrieren.
Mir "signalisiert" mein Sohn momentan eigentlich nur Hilflosigkeit und bodenlose Traurigkeit...
uns haben die Pflegekräfte immer wieder gesagt, dass sich noch nach bis zu zwei Jahren etwas verändern kann.
Bei unserem Sohn konnte und kann operativ nicht eingegriffen werden und wir wissen heute, dass es auch die Vernarbungen der Blutung sind, die Einfluss nehmen.
Wenn Dein Sohn gehen kann, jeder Schritt, jedes Wort, jede Kaufunktion aktivieren Hirnzellen zur Verknüpfung mit anderen Zellen.
Vielleicht entwickelt sich im Laufe der Zeit doch noch Positives in kleinen Schritten.
Vitamin B ist nun ein wichtiger Faktor für die Nerven. Lasst es Euch verordnen und gebt die Hoffnung nicht auf. Es kann noch Vieles geschehen.
Wie schon erwähnt, mein Sohn hat ein gutes Jahr gebraucht um überhaupt mit seiner Situation halbwegs klar zu kommen und weiter leben zu wollen.
Weiß man, wieso es zu diesen Blutungen kam?
Liebe Grüssle und eine herzliche Umarmung für den jungen Mann
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