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Schulpflicht für Schwerstmehrfachbehinderte? (Berlin)
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anika1988
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BeitragVerfasst am: 02.02.2012, 12:54    Titel: Schulpflicht für Schwerstmehrfachbehinderte? (Berlin) Antworten mit Zitat

hallo mein sohn sucas ist jetzt vier einhalb und wir machen uns langsam gedanken darüber wie das mit der schule werden soll. bis jetzt sind sogar alle versuche gescheitert ihn in eien kita gruppe zu integrieren und wir haben es schon drei mal versucht. für ihn ist der lärm dort schon so anstrengend das er nach eine halben stunde total fertig wäre. so stellen wir uns jetzt die frage ob es möglich ist ihn nicht in die schule zu schicken. da wir das für ihn unzumutbar finden. kennt sich jemand hier aus mit solchen fällen. mal zu info mein sohn sieht nicht richtig also er sieht schon aber keiner weiß was. er hat Epilepsie und hat auch immer anfälle, starke spastik und auch einen viel zu hihen tonus und ich bin sicher die pädagogen könnten es nicht gewährleisten ihn wirklich 100% zu versorgen. kann mir jemand weiter helfen wäre wirklich schön
_________________
Anika und Lucas (11.06.2007) Gehirnblutungen durch Sauerstoffmangel unter der Geburt, hyperton,Wahrnehmungsstörungen, schwer einstellbare Epilepsie, ICP, PS3,PEG, Skoliose und Tetra-Spastik
und unser zweiter Sohn Domenik (02.08.2010)
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RosaD
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BeitragVerfasst am: 02.02.2012, 13:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anika,

ich würde mir viele Schulen anschauen,
mit den Lehrern über die Ängste sprechen.....
meine Anne ist auch ein schwaches Mädchen aber sie liebt die Schule
und geniest ihre Mitschüler....reagiert positiv darauf....
ich wünsche Euch, dass Ihr eine gute Schule findet...
glg
rosa

_________________
Rosa(1966)mit Anne(11.2000) Mikrocephalie, Epilepsie, Skoliose eine glückliche Maus seit 7.07 PEG
und Laura(6. 2003) gesund
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Jaqueline
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BeitragVerfasst am: 02.02.2012, 13:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anika,

vielleicht hilft dir das schon mal weiter:

http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewt.....mp;highlight=schulpflicht
http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewt.....mp;highlight=schulpflicht
http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewt.....mp;highlight=schulpflicht

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LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)

Nur wahre Freunde hinterlassen Spuren im Herzen.
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anna h.
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Beiträge: 387

BeitragVerfasst am: 02.02.2012, 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anika,
ich würde mich Rosa anschließen: überlegt Euch, ob es wirklich gut für Euren Sohn ist, die Schule gar nicht zu besuchen. Vielleicht tun ihm soziale Kontakte zu Gleichaltrigen (in ruhigem, geschütztem Rahmen) gut?
Ich würde mir auch sehr viele Schulen anschauen u versuchen eine zu finden, wo Ihr ihn vertrauensvoll hingeben könnt. Das kann sehr sehr schwer werden. Dann würde ich evtl., falls Ihr denkt, dass eine Ganztagsbeschulung (meist sind die Schulzeuiten in Förderschulen ja bis 15 oder 16 Uhr) Euren Sohn überfordert, mit ärztlichen Attesten eine Schulzeitverkürzung beantragen. Aus beruflichen Zusammenhängen kenne ich einige Kinder, die aus gesundheitlichen Gründen die Schule nur vormittags besuchen.
Gruß
Anna H.
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biancaz
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BeitragVerfasst am: 02.02.2012, 13:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anika,

wir hatten ähnliche Probleme. Noah wurde erst nur stundenweise in den Kindergarten gebracht. Wenn es ihm zu viel wurde, habe ich ihn manchmal einfach wieder abgeholt. Er fand es schrecklich, wenn es so laut war, so viele Kinderstimmen, er kann es ja nicht sehen oder einordnen. Jetzt 3 Jahre später bin ich so froh darüber, denn jetzt hält er es in der Schule aus bis mittags auch mal bis 3 Uhr. Er freut sich jetzt über Geräusche und ist zuhause unzufrieden, wenn es zu leise ist. Er liebt Kinderstimmen im Fernsehen und ißt besser, wenn es eine Geräuschkulisse gibt. Er wird in der Schule besser betreut, als ich es manchmal hier zu hause leisten könnte.

Schau dir doch die Schulen, die in Frage kämen mal an, vielleicht könnt ihr ausmachen, ihn erst mal nur stundenweise zu beschulen. Ein bißchen Zeit habt ihr doch noch, aber wenn du ein gutes Gefühl für eine Einrichtung kannst du vielleicht auch ein bißchen loslassen und dein Kind in guten Händen wissen.

Übrigens isst und trinkt Noah in der Schule besser als bei irgendjemandem zuhause, das war für uns bis vor kurzem unvorstellbar. Die Epilepsie und das Erschrecken ist deutlich besser geworden und auch die Spastik ist dosierter. Was er dort lernt in bezug auf Sitzen, zuhören und auch manche Situationen auszuhalten, kann ich zuhause niemals vermitteln. Das er überhaupt etwas lernt, konnte ich bis vor 2 Jahren gar nicht glauben auch wenn es nicht viel ist. Noah hat aber auch nur 5 Kinder in der Klasse, das ist nicht so ein Lärm und Gewusel wie in Kleinkindergruppen, außerdem eine 1:1 Betreuung mit Fachpersonal (inkl. Kinderkrankenschwester).
Also glaube ich, dass ihr auch einen Weg finden könnt.

Alles Gute
Bianca

_________________
Sohn: 6/2004, Frühchen 25. W., PVL, Microcephalus, Epilepsie, Tetraspastik, blind, Skoliose, Hüftsubluxation, Thrombozytopenie und E. 2/2002 gesund
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AnjaH
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BeitragVerfasst am: 02.02.2012, 14:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo

Habt ihr euch HP KIndergärten angeschaut..sind wirklich Gruppen mit 5 Kindern zu viel für ihn?

_________________
LG
Anja+ Felix
8 Jahre frühkindlicher Autismus mit v.a Intelligenzminderung ,bronchial Astma, Infekt Krämpfe,hypoton aber ein Sonnenschein
und Julia 2,5 Jahre hypoton, globale Entwicklungsverzögerung

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janina2003
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BeitragVerfasst am: 02.02.2012, 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

hallo


wo wohnst du denn in berlin???

jonny geht seit vielen jahren in eine schule wo es kleine gruppen gibt
am anfang war er in der frühfördergruppe und seit 2 jahren in der schulgruppe

ist wirklich schön dort.

e ist ja seitdem er im wachkoma liegt auch sehr schreckhaft aber da findet er es total toll

und er liebt die kinder sehr

lieben gruß janina

_________________
janina*81, marcel*75 und jonny *2.6.03 zustand nach 4maliger reanimation im babyalter, aortenismusstenose, niereninsuffizenz, epilepsie usw. seit dem 1.12.2010 im wachkoma nach nochmaligen herzstillstand mit reanimation aber wir kämpfen weiter und timmy 5.7.10 gesund und uns alle sehr viel freude bringt
lebe und denke nicht an morgen...
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PapaBernhard
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BeitragVerfasst am: 02.02.2012, 15:21    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich mache im Rahmen meines Jobs auch Schulbegleitung für ein schwerbehindertes Mädchen (braucht bei allem Hilfe, Sonde, Sauerstoff etc.) und der gefällt es total in der Schule und freut sich, wenn die anderen Kinder um sie herum sind. Ich denke, diese sozialen Kontakte brauchen diese Kinder. Es geht oft gar nicht wirklich um die klassische "Beschulung", sondern eben um Kontakte und Beschäftigung.
Was das Versorgen angeht, gibt es ja die Möglichkeit einer individuellen Schulbegleitung, die dann auch von der Qualifikation entsprechend ausgesucht wird. (z.B. muss bei bestimmten Kindern eben eine Pflegefachkraft mit)

Liebe Grüsse
Bernhard

_________________
Bernhard *69, Christiane *70
Dominik *15.10.07 Asphyxie bei Geburt, Entwicklungsverzögerung, Epi
Adoptivschwester *2006
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Ingrid089
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BeitragVerfasst am: 02.02.2012, 15:29    Titel: Antworten mit Zitat

Mach Dir ein Bild: Guck Dir doch einfach mal eine mögliche gute Schule an (Schule für Körperbehinderung) und frag, ob Du mal hospitieren darfst, dann wirst Du sehen, dass es - wenn es gut läuft - ein großer Gewinn ist fürs Kind.

Liebe Grüsse, Ingrid

_________________
Ingrid. Sohn (frühkindl. Autismus), Tochter, beide Grundschulkinder
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Mama Ursula
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BeitragVerfasst am: 02.02.2012, 17:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Annika!

Auch ich möchte Dir Mut machen und dazu kurz von Jessy berichten.

Jessy hat zu Hause noch 2 sehr aktive Buben, die auch häufiger Freunde mitbringen..., sie kennt also "Trubel", kann damit aber nur manchmal gut umgehen - manchmal ist es einfach zu viel und dann bleibt mir nichts anderes übrig, als sie abzuschirmen...

Jessy ging ab 3 an 2 Vormittagen (10-13 Uhr) in einen heilpädagogischen Kindergarten und dort in die ganz kleine Gruppe (3-5 Kinder) für Kinder mit Schwerstbehinderungen. Dort ist und war eine 1:1 Betreuung gewährleistet.
Im ersten Jahr war sie dort super glücklich und band sich fest an eine engagierte und sehr sensible FSJ. Als diese dann im nächsten Jahr aufhörte, war Jessy eigentlich gut im KiGa integriert, aber das reichte nicht Rolling Eyes Sie aß bei keinem anderen, war aber ansonsten weiter recht vergnügt. Als sich dann im Jahr darauf die Gruppen-Zusammensetzung etwas veränderte und die Gruppenleitung wegen der "fitteren" immer häufiger versuchte, die Gruppe mit der viel größeren, aktiveren, lauteren Gruppe für Sprachheilkinder zu mischen, zeigte Jessy ihren Unmut deutlichst - sie ging eigentlich inzwischen mit Transport an 3 Tagen von 8.45-15.00 Uhr, aber meist musste ich sie an 2 Tagen vorzeitig (meist noch am Vormittag) wieder abholen Sad

Mir graute es vor der Schule Embarassed Ich bestand darauf, dass Jessy weiterhin höchstens an 3 (langen) Tagen beschult werden kann! Dass sie weiterhin einen Einzeltransport und eine spätere Abholung braucht und dass ich die Lehrer langfristig einarbeiten wollte!

Die Schule begann erst in der 2. Woche mit einer sehr schönen Einschulungsfeier!
Jessy ist an einer Körperbehinderten Schule, die in Baden-Württemberg neben den Blindenschulen, den Auftrag haben auch die schwerstmehrfachbehinderten Kinder zu beschulen und zu betreuen Wink
Jessy geht in eine Klasse mit 5-6 Kindern, die alle sehr eingeschränkt und vorallem auch geistig behindert sind.
Jessy geht inzwischen das 3. Jahr in die Schule. Sie geht immer noch nur die 3 langen Tage, hat Einzeltransport, einen späteren Schulbeginn, eine Krankenschwester in der Klasse (von der Schule gestellt!) und falls die nicht da ist, sind die inzwischen sehr gut eingearbeiteten und engagierten Kolleginnen (Erzieher, Sonderpädagogen, aber auch KGs, Ergos, FSJlerinnen...) für Jessy da - immer 1:1!

Jessy geht super gerne in die Schule, braucht dort und an den schulfreien Tagen aber ihre Auszeiten, die ihr auch gewährt werden Wink

Bei Problemen (mit der PEG, der Epi, dem Absaugen, der Stimmung, den Hilfsmitteln...) werde ich sofort angerufen und kann oft einfach telefonisch weiterhelfen. Wenn nicht muss ich hin - das kam bislang etwa 5x in 3 Jahren vor und beim letzten Mal, reichte es, dass die Schule anrief und mich "einbestellte" - bis ich ankam, hatte sich meine kleine Hexe wieder eingekriegt und schien nicht mehr mitkommen zu wollen, vermutlich hatte der Bauch gezwickt Evil or Very Mad . Sie kam nachmittags höchst vergnügt mit dem Bus Heim Wink

Zusammenfassend - es steht und fällt sicher mit dem räumlichen und personellen Angebot der Kindergärten und Schulen, aber es ist eine echte Bereicherung für unsere Kids und wir sollten versuchen, die Bedingungen dort so zu gestalten, dass die Kids diese Bereicherungen auch erfahren können Wink

Grüßle
Ursula, die gerne noch mehr erzählt - z.B. von Schulausflügen, Festen, Reitprojekten, "Schwimmunterricht"... Wink

_________________
Ursula(71 - Kinderkrankenschw.), Gerhard(73), 3 Pflegekinder Tim(2001) und Kevin(2003) leibliche Brüder und mit hohem Bedarf an Aufmerksamkeit, Jessy(11/2002)- ICP, Tetraspastik, muskuläre Dystonie, kaum Kopf-/Rumpf-Kontrolle, sehbeh., PEG-versorgt, bds. luxierte Hüften, starke Skoliose -> Liegekind und unser Goldschatz!!!
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