In dem Bericht steht, dass die Lehrer sich oft schon vorher pensionieren lassen. Bei uns an der Schule sind auch zwei Lehrer früher in Pension gegangen und auf der Regelschule ist der Direktor auch schon vorzeitig in Pension gegangen. Und es kommen keine neuen Lehrer nach. Überwiegend sind die Lehrer auch schon alle älter. Und dann soll man angeblich bis zum Alter von 67 Jahren arbeiten.
Aber wieso kommen keine neue/junge Lehrer nach? _________________ Liebe Grüße,
Mellie
ich nehme mal an, weil die Anforderungen immer höher werden. Der Anteil von "schwierigen" Schülern nimmt stetig zu.
Auch bei gesunden Kindern steigen psychische Probleme / Verhaltensprobleme (stark) an, nicht selten weil schulisch immer
mehr verlangt wird und das trauen sich viele junge Lehrer sicher nicht zu. _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
Genau das sehe ich genauso, die Weiterbildungen fehlen einfach um auch mit solchen Kindern klarzukommmen.
Lehrermangel ist auch in Sachsen ein sehr großes Problem. In fünf Jahren fehlen uns über 500 Lehrer allein in Leipzig. Keiner weiß wie das kompensiert werden soll.
Weiterhin waren bei uns dieses Jahr 178 Stellen an Förderschulen zu besetzen, jedoch haben sich nur 100 Bewerber gemeldet und es wurden auch 100 Lehrer eingestellt. Trotzdem haben wir ein Minus von 78 Lehrern und da ist das Problem in 5 Jahren noch gar nicht mit vorgesehen.
Hier sind einfach die Voraussetzungen für eine Anstellung hier in Sachsen nicht lukrativ genug. Viele gehen in andere Bundesländer um dort zu arbeiten. _________________ Mitglied im Stadtelternrat Leipzig sowie
deleg. des Landeselternrates Sachsen
stellv. Vorsitzende des Ausschusses der Förderschulen im Landeselternrat Sachsen
Grund dafür ist auch, dass überdurchschnittlich viele Lehrer sich für Frührentenmodelle entschieden haben. Während der Ruhezeit vor dem Eintritt in das Rentenalter blockieren sie aber die Stellen, ohne noch Unterricht zu erteilen. Junge können nicht nachrücken. Mindestens bis 2018 wird dieses Problem noch weiter bestehen. _________________ Viele Grüße Esthe
mit Tochter, 16 Jahre, spastische Diparese, Infantile Cerebralparese
Eine kränkende Wahrheit ist mehr wert als eine reizende Schmeichelei
Johann Heinrich Pestalozzí
Hallo,
wenn ich mal von den Schulen hier ausgehe, ist es völlig egal, ob die vorzeitig in Rente gegangenen Lehrer Stellen blockieren oder nicht. Die traurige Wahrheit ist einfach, dass es einfach nicht genügend junge Menschen gibt, die auf Lehramt studieren. Bei uns in den Schulen und auch von anderen Bundesländern habe ich es schon gehört, dass da alles auf die Schüler "losgelassen" wird. Referendare und Kindergartenerzieher sind da ja noch OK. Aber es gibt eben auch Köche und Co.
Bei uns an der Regelgrundschule gibt es derzeit richtig ein Projekt wo Rentner die Kinder Unterrichten. _________________ Katrin (Epilepsie)
O. (Frühkindlicher Autismus (HFA), gl. Entwicklungsst., Ptosis, Hypotonie, Vd. auditive Wahrnehmungsst., Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühkindlicher Autismus, Esstörung, Hypospadie, Trigonoceph., Hypotonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Vd. Valproatembryopathie)
es gibt nicht ungenügend Studierende, die Lehrer werden wollen. Die Studienplätze haben oft sogar Wartelisten. Das Problem ist, das die Bundesländer nicht genug Haushaltsmittel haben, um die Lehrer dann anzustellen. Dazu kommt, das viele Studenten die gleichen Wege einschlagen, also Gymnasium ect. Hauptschullehrer und Sonderschullehrer fehlen dagegen oft. Natürlich leiden dann darunter erstrecht kleine oder unbeliebte Städte. Auch falsche Fächerwahl kommt dazu. Es gibt zb viel zu viele Biologiestudenten, aber viel zu wenig Mathe- oder Englischstudenten. Es gibt in jedem Bundesland ganz tolle Bedarfsprognosen, die das klar machen. Hier mal eine:
In vielen Bundesländern liegt es leider wirklich an zu wenig Geld, oft werden Stellen nicht neu besetzt sondern fallen weg. Außerdem gibt es in einigen Teilen Deutschlands einfach zu wenig Referendariats-Plätze.
Hallo,
dass sich viele Studenten für das Lehramt an den Gymnasien und gegen das Lehramt an den Grundschulen entscheiden, liegt sicher auch an der im Vergleich wesentlich schlechteren Bezahlung. Zudem müssen Grundschullehrer mehr Unterrichtsstunden pro Woche erteilen. Dazu kommen die vielen zusätzlichen Aufgaben, die Außenstehende nicht sehen (können), und gerade diese Aufgaben treffen die Grundschullehrer wegen der kleinen Kollegien um ein vielfaches mehr als an großen Gymnasien. Wenn sich die Aufgaben auf viele Schultern verteilen können, hat jeder Einzelne weniger Zusatzaufgaben.
Wenn man jetzt plötzlich feststellt, dass es zu wenige Lehrer gibt, dann sollte sich die Politik vielleicht auch einmal an die eigene Nase fassen und dem Lehrerberuf mehr Anerkennung verschaffen. Es war sicher nicht hilfreich, dass die gesamte Lehrerschaft noch vor wenigen Jahren von einem sogenannten Volksvertreter, der später sogar Bundeskanzler war, komplett als "faule Säcke" verunglimpft worden ist.
Jetzt heulen alle auf und rufen nach den jungen Leuten, dass sie doch bitte schön Lehrer werden sollen.
Hallo,
dass so wenig auf Lehramt studieren hängt aber auch mit den ungenauen Prognosen zusammen. Es gibt Jahre, da gibt es eine hohe Lehrerarbeitslosigkeit und Jahre wo ein Lehrermangel herrscht. Man kann sich kaum auf was einstellen. Noch dazu kommt, dass viele Lehrer nur noch einen befristeten Arbeitsvertrag bekommen und die Studienzeit sehr lang dauert...
Ich habe mir auch überlegt Grundschullehramt zu studieren, was mir aber dann zu riskant war. Auch von der Studienberatung wurde mir abgeraten! Jetzt bin ich Schulsozialarbeiterin, verdiene zwar wesentlich weniger als die Lehrer, habe aber einen unbefristeten Arbeitsvertrag und bessere Arbeitszeiten _________________ Kirsten (*84), Paul (*83) mit den Drillingen Matthis, Merle und Lotta (*Juli 2005). Lotta mit der Diagnose frühkindlicher Autismus.
Seit 1.12.2011 einiige Zwillinge Josua und Linus
Anmeldedatum: 28.02.2011 Beiträge: 221
Wohnort: Nähe Wolfenbüttel
Verfasst am: 18.01.2012, 11:48 Titel:
Hallo !
Mein Schwager ist Lehrer und er erzählt davon das die Entwicklung absolut dramatisch ist! An seiner Schule gehen in den nächsten 2 Jahren 8 Lehrer in Pension und bisher kommt nix nach ! Ich denke auch dem Lehrerberuf wird in Deutschland zu wenig Anerkennung zuteil. Mein Schwager ist schon oft als faul betitelt worden , obwohl er nach dem Unterricht viele Stunden am Schreibtisch sitzt und für die Schule arbeitet. Das Bild des Lehrers in der Gesellschaft hängt schief würde ich sagen ....
LG
Kersti n _________________ Kerstin `68 mit Laura `94 Migräne und viele weitere Baustellen und Jona `98 Sehr seltene Migräne vom Basilaris-Typ zur Zeit richtig heftig...
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