Verfasst am: 15.01.2012, 12:49 Titel: MDK kommt nächste Woche - was mache ich mit meinem Sohn?
Hallo,
vielleicht kann mir jemand ein paar Tips geben. Nächste Woche kommt der MDK zur Begutachtung meines Sohnes. Er hat Asperger, braucht in fast allen Bereichen zumindest ständige Anleitung, beim Essen ist er sehr unsauber und kann auch auf Grund einer motorischen Koordinationsstörung nicht mit Messer und Gabel essen, das heißt ich muss die Nahrung immer mundgerecht zubereiten. Zähne putzen, waschen, duschen, Toilette, überall muss ich dabei sein. Fast täglich fällt ein Glas um, bin dauernd am putzen etc. etc. Jetzt ist es so dass er auch noch hochbegabt ist und er wirkt auf Fremde erstmal sehr "normal". Oft schafft er es auch bei Fremden sie einigermaßen normal zu begrüßen (bei Verwandten und Freunden macht er das gar nicht)
Der MDK kommt vormittags, ich habe da niemand der dabei sein kann. Ich möchte aber auch überhaupt nicht, dass mein Sohn mitbekommt wie wir über seine Defizite sprechen, denn die sind ihm schon irgendwie bewusst. Ausserdem habe ich Angst, dass mein Sohn ein sehr verzerrtes Bild unseres Alltags liefert, was machen die mit den KIndern? Müssen die irgendetwas zeigen, oder werden Fragen an die Kinder gestellt? Denn wenn sie ihn z.B. fragen, kannst du dies oder das, wird er mit Sicherheit sagen "ja". Klar, können tut er so manches, er macht es aber nicht! Ich wäre sehr dankbar über ein paar Tips. Pflegetagebuch habe ich mal angefangen. _________________ Daniela mit Philipp (02/2005) - Asperger Autismus mit HB, sowie ADS, PS II
Letizia (09/2009)
Verfasst am: 15.01.2012, 13:02 Titel: Re: MDK kommt nächste Woche - was mache ich mit meinem Sohn?
Daniela_78 hat folgendes geschrieben:
Ich möchte aber auch überhaupt nicht, dass mein Sohn mitbekommt wie wir über seine Defizite sprechen, denn die sind ihm schon irgendwie bewusst.
Hallo Daniela,
dieses Problem hatte ich auch. Das hat den MDK gleich null interessiert und sie haben meinen Sohn immer wieder in ein Gespräch einbezogen und ihn natürlich alles gefragt ... auch die Defizite angesprochen. Es wird dann gesagt, dass ihm nichts peinlich sein muß und alles unter uns bleibt.
Von daher wäre es besser, wenn Du eine zusätzliche Person organisieren könntest, die bei dem Gespräch dabei ist.
Die Kinder müssen meistens zwei Sachen zeigen. Z. B. eine Wasserflasche öffnen, sich etwas zu trinken einschenken, Hände waschen, sich ausziehen, Schleife binden, Schuhe holen oder etwas anderes holen, zum Kühlschrank gehen. Es wird das Kinderzimmer und das Badezimmer angeguckt. _________________ Liebe Grüße,
Mellie
Ich kann Dir nur aus unserer Erfahrung mit dem MDK berichten:
Die Mitarbeiterin des MDK hat sich hauptsächlich mit uns Eltern unterhalten und hat uns viele Fragen zu unserem Alltag gestellt, also zu den Themen "Essen", "Pflege" "Anziehen/Ausziehen" und wir haben berichtet, wo die Probleme liegen (unsere Tochter hat einen Gendefekt und ist aufgrund dessen in der Entwicklung ca. 2 Jahre zurück). Danach hat sich die Dame von MDK das Zimmer unserer Tochter zeigen lassen und sich mit ihr unterhalten und sie u.a. gebeten, sich selbst einmal ihre Strumpfhose aus- und wieder anzuziehen und sich doch einmal die Hände zu waschen. Da beides unserer Tochter nicht gut gelang (sonst kann sie es besser ), war dies für das Gutachten von Vorteil. Wir haben auf jeden Fall anschließend die Pflegestufe I bekommen.
Mein Tipp: Berichte von den Problemen im Alltag und wieviel Zeit es Dich/Euch kostet, Deinen Sohn zu pflegen, ihm hinterher zu putzen etc.
Viel Erfolg & liebe Grüße
Simona _________________ Simona (40) & Martin (41) mit
Finn (10) - cooler Bengel mit AD(H)S und einem Faible für Star Wars, Nintendo DS, Actionsfilme und Autos und Charlotte (7) - freundlicher und fröhlicher Sonnenschein mit Baustellen im kognitivem, sprachlichem und motorischem Bereich, Brille und einer großen Begeisterung für alles aus der Rubrik "Rosa" und Tiere.
Ich möchte aber auch überhaupt nicht, dass mein Sohn mitbekommt wie wir über seine Defizite sprechen, denn die sind ihm schon irgendwie bewusst.
Du kannst darauf bestehen, dass Dein Sohn nicht die ganze Zeit dabei ist, und das genau damit begründen. Schicke ihn dann halt in sein Zimmer, der MDK kann daraus aber nicht einfach ableiten, dass es so schlimm dann nicht sein kann, wenn er zeitweise alleine gelassen werden kann.
_________________ Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, chronische Depression, EM-Rentnerin, GdB 50, mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Autismus, GdB 80, H, B, G; er lebt in WG der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung in Braunschweig
Hi Daniela,
Möchte dir mal ein bisschen die Angst nehmen.
Wir hatten am 6.1. Begutachtung zur Höherstufung in PS 2
Unsere Tochter ist ,wenn auch mit ganz anderen Diagnosen ,deinem Sohn sehr ähnlich.
Wirkt auf den 1. Blick auch wie eine ganz normale 7 jährige , braucht aber in allen Bereichen Beaufsichtigung , Anleitung bzw. völlige Übernahme.
Mich stört es auch sehr, wenn sie bei den Gesprächen dabei ist, aber sie lässt sich auch nicht wegschicken und stört dann noch gewaltig
Zeigen müsste sie bisher noch nie etwas! Als die Gutachterin nebenbei zu ihr sagte, ich möchte dich nachher noch etwas fragen kam prompt : " Mit dir rede ich aber nicht ! "
Und von da an saß sie unterm Esstisch und nervte von dort
Gutachten haben wir noch nicht vorliegen, bin total gespannt, weil sie das Pflegetagebuch zwar angeschaut hat und neue Berichte ... Aber nichts mitgenommen hat
Also ganz locker bleiben, seine AW notfalls mit Gestik/Mimik deinerseits korrigieren ... Und auf's Gutachten warten! _________________ LG Ramona mit Lilli
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Nach einer schwierigen SS kam unser Klitzekleines Mäuschen ( 41.SSW 2270g, ) nach dramatischer Geburt am 16.12. 2004 auf unsere Erde.
April 2009 Triple-X-Syndrom
01/2011 PS 1 + erhöhte Betreuungsleistungen
11/2011 PS 2 + erhöhte Betreuungsleistungen
Vielen Dank für eure schnellen Rückmeldungen! @Annette: Leider hat das mit dem Öffnen nicht geklappt Keine Ahnung was ich da falsch mache. Habe ich das richtig verstanden, soll ich im Pflegetagebuch keine Gesamtzeiten angeben? Wie genau soll ich das führen (also nur dass ich etwas mache, oder auch mit den genauen Minutenangaben?)
Oh mann, die ganze Zeit dachte ich dass ich das bestimmt schaffe, aber jetzt habe ich doch ein bischen Angst davor... _________________ Daniela mit Philipp (02/2005) - Asperger Autismus mit HB, sowie ADS, PS II
Letizia (09/2009)
bei meinem Sohn ist die Behinderung auch nicht auf den ersten Blick sichtbar, aber natürlich leichter zu bemerken als bei einem Asperger-Kind.
Bei mir war die Frau vom MDK im August zur Beurteilung da, ich hatte im Vorfeld ein Pflegetagebuch erstellt (empfehle ich Dir sehr, die Vorlage hatte ich aus dem Netz, wahrscheinlich eh von den REHAkids).
Ich hatte auch Angst, ich müßte ihn "vorführen", das hat sie gleich deutlich verneint, sowas würden sie nicht machen. Mein Sohn war die ganze Zeit auf dem Terrassentisch am "Chillen" während sie mir in der Küche einen Haufen guter Fragen gestellt hat, denen man angemerkt hat, dass sie weiss worum es geht (Sie können ihn wohl nicht mit der Tochter alleine lassen? Nein. Ist er von alleine? Nein, muss daneben sitzen und ihn anleiten.)
Das Wort "anleiten" ist bei der Einstufung von Autisten ziemlich wichtig, "theoretisch" könnten sie ja vieles, aber wenn man nicht dabei steht, passiert eben nix. Putzen aber z.B. wird, wenn ich recht erinnere, nicht angerechnet, wohl aber die Anleitung des Kindes, es selbst so zu machen, dass Du nicht putzen musst. "Aktivierende Pflege" heisst, wenn Du länger mit etwas brauchst, weil Du in anlernen möchtest, das irgendwann selber zu können, dauert dann natürlich ...
Bei uns kamen die Minuten für PS 1 vor allem mit der langen Einschlafzeit zusammen, bei der er einen Erwachsenen braucht, der neben ihm liegt, dazu Zähneputzen (vollständige Übernahme), mehrmals täglich Teilwäsche, Toilettentraining, Anleitung beim Essen und Herrichten vom Essen (kleinmachen, ...)
Eine Woche nachdem sie da war, haben wir den positiven Bescheid bekommen.
Es steht und fällt damit, ob der Gutachter Ahnung von Autismus hat ... Wir hatten Glück.
Das wünsch ich Euch auch, alles Liebe, Ingrid _________________ Ingrid. Sohn (frühkindl. Autismus), Tochter, beide Grundschulkinder
"Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann" (Picabia)
oder/und Zip-Dateien v nicht auf Deinem PC installiert.
Da es sehr viele Dateien mit zum Teil hohem Speichervolumen sind, geht das komplett nur als Zip-Datei.
Bisher habe ich das immer per Mailanhang weitergeleitet, manchmal mehrmals am Tag. Das geht zwar relativ schnell, aber die Menge macht es halt. Deshalb ist diese Zusammenfassung als Arbeitserleichterung für mich entstanden.
Schickt mir statt dessen eine PN mit einer Mailadresse, in den Anhängen ist das nicht gezippt und normal zum Herunterladen. Wenn Du die PDF-Datei öffnen konntest, müsstest Du aber zumindest die anderen verlinkten Informationen lesen können.
Liebe Grüße
Annette _________________ Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, chronische Depression, EM-Rentnerin, GdB 50, mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Autismus, GdB 80, H, B, G; er lebt in WG der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung in Braunschweig
achja, das hab ich noch vergessen: ich habe meinen Sohn dann noch dazu gebeten, um etwas am Tisch zu tun - hatte gar nichts von vorführen, und sie hat bei dieser kurzen Sequenz die feinmotorischen Defizite genau sehen können, ich habe ihn auch gebeten, ihr sein Zimmer zu zeigen (da sieht man nur: 1,40 Bett, Verdunkelung am Fenster, keinerlei Deko wg. Reizarmut). Hätt ich beinah vergessen, zu erwähnen Sie war ungefähr 1 Stunde da, mein Sohn war nur ein paar Minuten dabei, ich habe in der Stunde aber bestimmt 10 mal nach ihm gesehen (wie sonst halt auch).
Dass die Klienten ihre eigenen Defizite abstreiten, kennen die Gutachter gut von den dementen alten Leuten, von denen sie ja viel mehr sehen - da reicht sicherlich ein kurzer Hinweis von Dir. _________________ Ingrid. Sohn (frühkindl. Autismus), Tochter, beide Grundschulkinder
"Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann" (Picabia)
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