Verfasst am: 07.01.2012, 19:45 Titel: LRS und depressive Episode
Hallo!
Ich bin neu hier und erhoffe mir wirklich Hilfe, denn ich weiß nicht mehr an welche Stelle ich mich wenden kann.
Meine Tochter ist 10 Jahre jung und besucht jetzt ein Gymnasium in der 5. Klasse. Davor war sie 3,5 Jahre auf einer Sprachheilschule und dann noch mal 0,5 Jahre auf einer normalen Grundschule.
Ich habe mit ihr schon mehrerer LRS-Tests gemacht und immer ist rausgekommen das nur Hinweise auf eine LRS bestehen oder sie ein Grenzfall ist.
Leider nützt uns das überhaupt nichts, denn wir brauchen für einen Nachteilsausgleich eine genaue Diagnose.
Da sie sehr sensibel ist macht ihr das alles sehr zu schaffen und sie leidet unter depressiven Episoden durch Mobbing an der Schule und dem Leistungsdruck aufgrund dem Mangel ihrer Schreibfähigkeiten.
Ich habe jetzt überlegt sie ein Jahr zurückzustufen, so dass sie die 5. Klasse noch mal macht. Eventuell auch an einem Gymnasium was nicht so leistungsorientiert ist wie dieses. Weiß jemand hier ob das geht? In der Klasse wo sie jetzt ist kommt sie mit den Mädels gut hin aber die Jungs ärgern sie sehr. Darunter leidet sie und traut sich schon fast nichts mehr zu sagen, da dann auch öfter gelacht wird.
Ein Gymnasium schafft sie schon, denn ihr IQ ist sehr hoch, aber bei der Rechtsschreibung hängt es halt na ja und manchmal an der Faulheit
Sie bekommt demnächst Gesprächstherapie was ihr hoffentlich helfen wird sich durchzusetzen und den doofen Jungs mal zu sagen, dass die ihre Klappe halten sollen. Das dieses Mobbing jetzt so schlimm ist. Ich habe meine Tochter immer dazu erzogen andere Kinder nicht zu ärgern nur weil sie anders sind oder Schwierigkeiten mit etwas haben.
Aber nein, immer drauf auf die Kinder mit Defiziten. Soll man denen ruhig erzählen wenn sie ne 3 bekommen, dass sie lieber auf die Mittelschule gehen sollten.
Sorry, aber ich bin heut echt gefrustet, da ich einfach nicht weiß wie ich ihr helfen kann und was das richtige ist.
Das mit dem Mobbing hab ich heut schon dem Beratungslehrer mitgeteilt.
Hat jemand Erfahrungen oder kann mir jemand helfen?
Wir kommen übrigens aus Sachsen.
Im Forum hab ich jetzt von der Rehaklinik Thalheim gelesen. Mensch, dass ich das nicht früher wusste, wo sie so dolle Sprachprobleme hatte. Jetzt weiß ich nicht ob die Kasse trotzdem bezahlt, da sie jetzt recht gut spricht, zwar nicht so gut wie ein Kind was keine Sprachprobleme hat aber schon verständlich. Nur die doofe LRS und die Regelschwäche sind da.
wurden bei euch die speziellen Teste gemacht wie Rechtschreibprobe, IQ-Testung, EEG, Testung der Seh- und Hörfähigkeit?
Mein Sohn Jan hat auch einen hohen IQ und hat Legasthenie (in Mathe ist er
sag ich mal übertrieben gesagt Einstein) und besucht eine Realschule.
Wurde bei deiner Tochter schon mal auf AVWS gestestet (auditive Wahrnehmungs-
und Verarbeitungsstörung) beim Päaudiologen? AVWS ist natürlich nur der
Oberbegriff auditiver Störungen (auditive Merkschwäche und vieles mehr)
Durch AVWS kann LRS in unterschiedlicher Ausprägung entstehen. Bei uns ist
AVWS eher eine Begleiterscheinung neben Legasthenie.
Naja, Faulheit ist bei uns auch angesagt. Jan ist in der Pubertät und da hilft
der nette Hinweis Versetzung ist gefährdet, daß man doch was tun möchte
und ich sonst mit Konsequenzen drohe.
Lg
Andrea _________________ Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), AVWS,
LRS, hypoton /Ben 01/04 KISS(KIDD) , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, starke Sprachverzögerung, Hyperakusis
"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)
aber bei der Rechtsschreibung hängt es halt na ja und manchmal an der Faulheit
Hallo Silvia,
es ist ja nun die Frage , ist es Faulheit oder ist Deine Tochter betroffen? Eine leichte Form, ist zwar eine leichte Form, macht sich aber ja grundlegend bemerkbar. Ob Deine Tochter nun betroffen ist und ob ein Nachteilsausgleich das Richtige wäre, lässt sich nur mit einem anerkannten Test bei anerkannten Stellen herausfinden. Wichtig ist, sollte das Mädel betroffen sein, gezielt und langwierig zu fördern. Eine leichte Betroffenheit kann man im Laufe der Zeit so in den Griff bekommen, dass es kein gravierendes Problem mehr ist. Geht aber nicht von heute auf morgen. Und manchmal lässt sich eine LRS auch nicht aufhalten oder es handelt sich um eine schwere Legasthenie. Es kommt halt drauf an. _________________ Viele Grüße Esthe
mit Tochter, 16 Jahre, spastische Diparese, Infantile Cerebralparese
Eine kränkende Wahrheit ist mehr wert als eine reizende Schmeichelei
Johann Heinrich Pestalozzí
Ja, meine Tochter ist betroffen, sie hat Hinweise auf eine LRS laut Uniklinikum.
@Andrea5
Ja, genau diese Test wurden gemacht. IQ 114 und Rechtschreibung, na ja schlecht.
Wahrnehmungs- und Verarbeitsstörung ist nicht vorhanden, hab ich alles schon checken lassen.
Diagnosen lauten:
- Sprachentwicklungsverzögerung mit schwerer phonologischer Störung (Wa)hrnehmung von Sprache ist der Befund jetzt unauffällig
- Hinweise für Lese- Rechtschreib- Störung
Mein Sohn hatte das Problem auch. Wir haben es ohne Nachteilsausgleich bewältigt.
Aber eigentlich braucht man keine Diagnose, wenn die LRS anerkannt ist, reicht das um Nachteilsausgleich zu bekommen. Meines Wissens ist das so. _________________ Viele Grüße Esthe
mit Tochter, 16 Jahre, spastische Diparese, Infantile Cerebralparese
Eine kränkende Wahrheit ist mehr wert als eine reizende Schmeichelei
Johann Heinrich Pestalozzí
Na ja bei unserer Diagnose steht ja nur "Hinweise auf eine LRS". Damit hat die Schule ein Problem, denn sie will eine genaue Diagnose. Also nichts mit Nachteilsausgleich.
Man kann schon nebenbei eine Förderung machen, aber das ist sehr teuer und das kann ich mir leisten. Die Schule bietet nichts an. Ist ein Gymnasium.
Die meisten Fehler sind auch Regelfehler obwohl sie die Regel alle kennt, kann sie nur nicht anwenden.
Man kann schon nebenbei eine Förderung machen, aber das ist sehr teuer und das kann ich mir leisten.
Hallo Silvia,
die Förderung ist aber das Wichtigste. Wir haben damals auch die Tests auf AVWS gemacht. Dabei kam heraus, dass es sich um eine leichte Verarbeitungsstörung handelt. Sogar ganz gezielt, welche Buchstaben betroffen sind . Also nicht richtig gehört und vom Gehirn eindeutig verarbeitet ´werden. Das verursacht ´Verwechslungen oder auch vergessen von Buchstaben. Dann haben wir mit dem Lehrer die Fehler analysiert. Immer dieselben. Der Vorteil war, mir ist es gleich zu Anfang 3. Klasse aufgefallen. Wir haben uns die Ordner mit Silbentrennungen und speziellen Aufgaben vom Lehrer geholt. Er hatte zum Glück Ahnung und Material. Beim Profi hätte ich nur gefördert, wenn es schlimmer gewesen wäre. Dann zahlt u.U, auch das Amt. Und es bleibt ja nichts. Nur Nachteilausgleich hilft wenig. Davon wird es ja nicht besser. Wir haben auch viel nach Gehör geübt. Lange Diktate helfen wenig. Ich hatte auch Lern-CD-s. Dié machen auch Spass und bieten Abwechslung. Lesen war weniger das Problem. Es war auch eher die Rechtschreibung.
Regelmäßig üben ist wichtig. Ich glaube wir haben nebenher 4 Jahre gemacht. Man merkt heut nichts mehr. Bei den Fremdsprachen merkt man das auch. Hat mein Sohn nie gern gemacht. Heute "juckt es nicht mehr". Faulheit hängt durchaus damit zusammen, dass man weiss, dass man mehr oder viele Fehler macht. Wer hat da schon den nötigen Ehrgeiz? _________________ Viele Grüße Esthe
mit Tochter, 16 Jahre, spastische Diparese, Infantile Cerebralparese
Eine kränkende Wahrheit ist mehr wert als eine reizende Schmeichelei
Johann Heinrich Pestalozzí
Ps. Wir hätten den Nachteilsausgleich bekommen können, aber die Lehrer haben uns abgeraten. Falls es schlechter anstatt besser geworden wäre, hätten wir neu überlegt. _________________ Viele Grüße Esthe
mit Tochter, 16 Jahre, spastische Diparese, Infantile Cerebralparese
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Johann Heinrich Pestalozzí
Um die Förderung hab ich mich schon gekümmert was das Amt angeht, aber ohne Eindeutige Diagnose LRS brauch ich einfach nicht weitermachen. Erst muss das auf dem Zettel stehen und dann kann auch was passieren.
Die Schule hat keine Ahnung, deshalb überlege ich sie erstmal nach Thalheim in die Reha zu schicken,d a würde sie ja auch psychologisch betreut und dann auf einem anderen Gymnasium die 5. Klasse wiederholen zu lassen. Evt. auf einem Gym wo nicht so ein Leistungsdruck herrscht wie dort und die evt. auch andere LRS Kinder haben. Also das wäre jetzt mein Plan. Meine Tochter weiß davon noch nichts, das heißt ja auch wieder neue Kinder und ob das mit der Rückstufung geht und auch mit einem Schulwechsel ist alles noch fraglich.
Wegen der Förderung die ich selber zahlen muss schau ich auch nochmal, aber das wichtigste ist das sie daran psychisch nicht kaputt geht. Gibt da auch noch Sport, da ist sie auch nicht so gut, die Jungs lachen halt und dann wird sie gemobbt bei einer 3. Alles gerad ein bisschen schwierig. Was hälst du von meinem Plan? Sie hätte damit auch die Chance nochmal neu anzufangen auf einer neuen Schule, in einer neuen Klasse, mit neuen Lehrern und mehr Zeit um ihr Defizit auszugleichen.
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