Bekam als Kind auch jahrelang den Stempel "schwierig" zu sein (war stark Asthmakrank und hochsensibel und sich nicht leicht zu händeln). Diese Schublade wird nun auch für meine Tochter geöffnet (von meinen Eltern), und ich versuche mit aller Gewalt sie wieder zuzurammen.
Ich will sie sicher nicht pflegeleicht...wie auch, bei ihren Eltern .
Aber dieses seltsame Verhalten wie oben beschrieben fordert mich IMMER dazu heraus, sie überall verteidigen zu müssen. Jeder unterstellt ihr, sie sei frech und wolle nur provozieren und benähme sich absichtlich böse (wenn sie z.B. weint, wenn Spielzeug verrückt wird), und ich bin am abwiegeln, verteidigen, vermitteln, ausgleichen usw.
Ja, ich habe ein Problem mit der Situation. ich hätte gerne eine erklärung für dieses verhalten, denn dann könnte ich noch besser zu ihr stehen, vor den Grosseltern, Nachbarn
...vielleicht auch vor mir.
Ja, das verstehe ich gut. Ich finde, aber man muss ein Kind nicht verteidigen, nicht abwiegeln, vermitteln, ausgleichen usw. Ich finde sogar, man muss (und kann) sein Kind nicht einmal immer verstehen. Nur hinter ihm stehen muss man.
Gruß,
Norbert _________________ Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, Studentin
Hallo,
unsere Tochter wurde von den Kinder hier im Dorf immer abgehlent obwohl ich sie immer wieder mit in die Betreung nahm und ich viele Eltern dadurch kannte.Sie ging nicht in den Kiga im Ort und auch nicht in die Dorfschule. Sie war "die Blöde", dann kam bei einigen Neid auf weil die Blöde aufs Gym ging. Im Schulbus wurde sie massivst gemobbt (auch teilweise körperlich). Wir sind dann aber hier im Ort in verschiedene Vereine eingetreten und haben uns engagiert, haben den Autismusstammtisch bei uns im Ort gemacht und immer offen über die Behinderungen von Dana gesprochen. Es wurde nicht von heute auf morgen aber doch allmählich besser. Heute wird sie akzeptiert, hat zwar keine Freunde, aber auch (fast) keine Feinde mehr. Seit 3 Jahren 2-3x im Jahr ist sie mit ihren Hasen zum Streichelzoo was ihr viel Anerkennung einbrachte besonders von den Eltern, da sie mit kleinen Kindern unendlich viel Geduld hat.
Es war ein langer und schwerer Weg aber es kann gelingen. Unsere Kleine ist im Ort bekannt wie ein bunter Hund und hat auch viele Freunde, auch wenn sie weder im Ort im Kiga oder Schule war.
Gib nicht auf, versucht euch in der Dorfgemeinschaft einzubringen, aber lehnt ab, wenn es an Ausnutzung geht.
LG Ina _________________ Dana geb.1994, HFA- Autistin, Sehbehindert 20% Sehkraft mit imlant. Kunstlisen bds),kombinierte beidseitige Schwerhörigkeit (auf einem Ohr taub)
Mara geb.1997, Aortaerweiterung d. Herzklappenfehlbildung, ADHS
Ja, die lieben Nachbarn... Wie ist es denn mit Deiner Tochter? Wünscht sie sich mehr Kontakt zu den anderen Kindern? Oder stört es sie "nur", dass die gemein zu ihr sind? Ich kann Dich gut verstehen. Man möchte seinen Kindern das gern ersparen, geht aber oft nicht. Ob es Dir hilft, die eltern und Kinder losgelöst voneinander zu sehen? Vielleicht könnt ihr ja gut mit den Erwachsenen umgehen. Das wäre zumindest hilfreich, wenn mal ein ernstes Gespräch notwendig ist.
Schön, dass sie auch Freunde hat. Das wird ihr helfen. Und sie hat euch, das hilft auch.
Also, ich verstehe dich da vollkommen, muss ich erstmal sagen. Eine gute Freundin von mir hatte dasselbe Problem und als ich das dann mitbekommen hab, war ich einfach nur geschockt. Sie hat eine Tochter mit Entwicklungsstörungen und da wurde sie auch einfach nur als Babysitterin benutzt. Ich finde das geht gar nicht. Da ist dann meine Freundin auch mit ihrem Mann zusammen direkt zu den Nachbarn gegangen und hat ganz ruhig und offen mit ihnen geredet, was sie stört und was man daran ändern konnte. Egal was die Nachbarn gesagt haben, meine Freundin ist da total ruhig geblieben und es hat sich gebessert. Manchmal sind Eltern von 'gesunden' Kindern sehr ignorant und denken, dass eine Mutter von einem besonderen Kind irgendetwas falsch gemacht hat während der Schwangerschaft, oder dass das Kind 'nur so tut'. Als dann die Eltern endlich mal verstanden haben, dass weder die Mutter noch das Kind was dafür können, haben sie ihre Kinder darüber aufgeklärt und seitdem sind die 'gesunden' Kinder auch freundlicher geworden und fangen an mit der Kleinen zu spielen _________________ Nora (22), große Schwester von Marian (20), Schwerste Hirnschäden nach plötzlichem Schlaganfall 2009, Tetraspastik, Skoliose, keine bewusste Wahrnemung, Inkontinenz
bei uns ist das so. Wir sind vor gut einem Jahr in eine kleines Städtchen gezogen.
Die größeren Nachbarkinder haben Rebecca immer komisch angeschaut, bis ich den Eltern genau erklärt habe was sie hat.
Die Eltern werden es ihren kindern wohl erklärt haben, denn seitdem akzeptieren sie Rebecca so wie sie ist. Sie fordern sie oft auch zum spielen auf, aber leider versteht sie es nicht zu spielen.
Die jüngeren allerdings haben zwar auch bemerkt das Rebecca anders ist, aber denen hat es überhaupt nichts ausgemacht und nehmen sie so wie sie ist.
Rebecca hat aber mehr mit den Kindern aus ihrer Schule zu tun und trifft sich deswegen auch lieber mit denen.
Kinder suchen sich ihre Freunde selber aus.
Kopf hoch, das wird schon.
LG Alexandra _________________ Alexandra '70 , Hubert'62
Rebecca 07.2004 unerforschte globale Motorik - und Entwicklungsstörung auslaufend in eine geistige Behinderung
Ruben 10.2010 gesund
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