Anmeldedatum: 24.01.2006 Beiträge: 100
Wohnort: Frankfurt am Main
Verfasst am: 25.01.2006, 03:11 Titel: Horst mit Tamara (autistische Züge)
Hallo an alle,
das ist das erste Forum, bei dem ich mitmache, also seid nachsichtig.
Tamara ist mittlerweile 13, und eins vorneweg: Steht zu Euren Kindern und Ihren Problemen. Ich kenne Eltern, die schämen sich für ihre Kinder und reagieren gereizt auf Versuche, das Gespräch auf die Probleme ihres Kindes zu bringen. Deren Kinder tun mir leid, weil sie notwendige Hilfe nicht oder erst spät bekommen.
Weder uns noch der Kinderärztin fiel etwas auf. Tammis geringe Sprachentwicklung wurde mit "Spätentwickler" abgetan. Erst im Kindergarten wurde Tamaras Problem auffällig, im Gegensatz zu den Anderen sprach sie nur wenige Worte, spielte nur für sich. Nachdem wir die Kinderärztin "überzeugt" hatten, überwies sie uns zum SPZ (Sozial-Pädiatrisches Zentrum) . Dort bekam Tamara Ergo- und später Logopädie. Erst dort wurde mir klar, daß Tamara behindert ist und die Behinderung nie ganz verschwindet. Es war schmerzhaft, aber notwendig, um Tamara richtig helfen zu können. Meine Frau hat die Situation eher akzeptiert. Das SPZ half uns auch, daß Tamara ihren Behindertenausweis bekam, und bei der Einschulung. Bis heute nehmen wir an dem dort angebotenen jährlichen Seminarwochenende für Eltern mit Problemkindern teil, und jedesmal gewannen die Teilnehmer an Erfahrung und Reife. Das Forum hier hat mich daran erinnert.
Tamara macht sich gut in der Sonderschule. Wir versuchen, sie -auf ihren Wunsch- in einer Schule mit Kleinklassen und Regelunterricht unterzubringen (so eine gibts hier, oh Wunder ) , aber die Chance ist gering (Platzmangel). Tamara besucht eine Hortgruppe für Kinder mit ähnlichen Problemen. Wir hatten Riesenglück, sie dort unter zu bekommen.
Es ist nicht leicht, die letzten 13 Jahre zu beschreiben, so viel hat sich ereignet. Wichtig ist: egal ob Arzt, Behörde, Schule, Hort- setzt Euch immer voll für Euer Kind ein, wenn nötig, auch mit Hilfe eines Anwalts. Informiert Euch, sucht Hilfe, nehmt Eure Rechte wahr. Tamaras Erfolge: sie kann sich in bekannter Umgebung selbst orientieren, mit Bus und Bahn allein zu Schule und Hort (meine Frau fuhr 6 Wochen mit, bis wir sicher waren), sie hat ein ausreichendes Gefahrenbewußtsein entwickelt, kann sich recht verständlich unterhalten und ist auch recht selbstbewußt.
Keine Angst, wir stehen hinter unseren Kindern und wenn Du alle Postings gelesen hast, wirst Du wissen, was für Kämpfe für die Kinder ausgefochten werden und welche Kraft von den Eltern aus geht.
ein herzliches Willkommen hier im REHAkids - Forum. Ich freue mich schon auf einen intensiven Erfahrungs - und Gedankenaustausch mit dir.
Gruß,
Beate _________________ ..es gibt nichts,was uns die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann;und man soll das auch gar nicht versuchen,man muss es einfach aushalten und durchhalten;das klingt zunächst sehr hart,aber es ist doch zugleich ein großer Trost,denn indem eine Lücke wirklich unausgefüllt bleibt,bleibt man durch sie miteinander verbunden.D. Bonhoefffer
auch ich möchte Dir "Hallo" sagen!
Klasse, daß Tamara sich soo toll gemacht hat! Und die Selbständigkeit ist es doch, was wir uns alle, so weit es für unsre eigenen Kinder möglich ist, erwünschen, erhoffen und natürlich auch erarbeiten.
Viel Spaß
Angela _________________ unsere Vorstellung: hier
Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);
beide Dravet-Syndrom
erstmal herzlich willkommen hier, meine tochter hat auch autistische züge, wollte das auch erst nicht wahr haben, weil der damaliger kinderartz auch immer sagte, ich soll mir keine sorgen machen wegen isabell, ich habe alle schritte unternomen das sie hilfe bekommt, das meine tochter behindert das war ein schwerer schritt des verstehns für uns, aber mitterweile akzeptieren wir das, ich liebe sie so wie sie ist, das manche eltern sich schämen für ihr kind, das kann ich nicht verstehn , also bei uns haben sich viele bekannte zurückgezogen, es waren mal gute freunde, nu bezeichne ich sie als bekannte, nur weil ein kind anders ist wird man anders behandelt aber naja so ist das eben, und mir ist es auch egal geworden, weil wer isabell nicht so akzeptiert wie sie ist , der brauch mich auch nicht zu akzeptieren, sie ist ein teil von mir, und sie kann auch nichts dafür das sie so ist, man muß damit leben, und das tun wir. isabell kann werder sprechen noch verstehn, wird am 13 feb. 4 jahre alt und weiß ( versteht sinn nicht) sie sieht normal aus, also das sie behindert ist sieht man ihr nicht an, motorik ist super, ich wünsche euch viel spass hier im austausch.
LG Tanja _________________ Tanja Mutter von 7 Kindern, Benjamin (86 Asthma) Jonathan (87), Julia (88)
Manuel (93 Migräne) Joshua (98 ADS,Asthma) Dominic (2000 hat ADHS und eine schwere Hämophilie(Bluterkrankheit) Hämophilie ist eine Blutstillungsstörung)und unser jüngster Elias(2008 Rheuma)
Hallo Horst,
herzlich willkommen auch von mir.
Du schreibst den Weg, den wir fast genauso mit unserem Sohn gegangen sind. Er ist inzwischen 20 J.
Er besucht zur Zeit noch die Schule. Aber ab August 2006 kann er in eine Behindertenwerkstatt. Es ist wieder ein neuer Lebensabschnitt.
Kämpfen, das kennt hier jeder im Forum. Es wird nie enden. Denn immer gibt es Streit und Kampf mit Behörden, Krankenkassen oder Ärzten.
Das Leichteste war für uns bis jetzt, der Antrag für die Behindertenwerkstatt.
Unsere Kinder sind das Wichtigste auf dieser Welt. Ob mit oder ohne Behinderung.
Wir müssen sie stark für diese Welt machen. Denn wir leben nicht immer an ihrer Seite.
LG Doris _________________ Für die Welt bist Du irgendjemand,
aber für irgendjemand bist Du die Welt.
herzlich Willkommen hier in diesem Forum.
Als ich Deine Vorstellung über Tamara eben gelesen habe, da baute sich gewaltig Spannung in mir auf - ich war neugierig darauf das nächste Wort zu lesen.
Und am Ende kann ich Dir nur Recht geben - Du hörst Dich sehr kämpferisch an, der voll hinter seinem Kind steht und für es alles versucht zu erreichen, was ihm gut tut.
Ich finde es wunderschön, dass in Eure SPZ eine solche Elterngesprächsgruppe besteht. Das erleichtert eine ganze Menge im Zusammenhalt mit der Familie, weil die familiensituation ja nicht einfach ist. Ich finde es toll, in einer Gruppe die Probleme anzugehen, Infos zu holen, wie andere es machen und für sich selber als Einzelner in der Familie oder auch als Paar für sich selber Kraft und Energieen zu gewinnen.
Toll, dass Du als Vater Dich so einsetzt.
Ich wünsche Dir ganz viel Freude hier im Forum, nette Kontakte und freue mich auf den Austausch mit Dir.
Bin neugierig ......,
lieben Gruß - Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
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