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Wohnort: Berlin
Verfasst am: 27.12.2011, 23:26 Titel: Katrin mit Tochter (Verdacht auf Autismus)
Hallo zusammen,
meine Tochter (4Jahre) ist stark Entwicklungverzögert, geistig so wie körperlich. Es wurde nun vor einer Woche der Verdacht auf frühkindlichen Autismus geäußert. Was sind den die Anzeichen von Autismus? Wie verhalten sich die Kinder?
Sie bekommt seit sie sie 1Jahr alt ist im SPZ ihre Therapien (Physio- und Logotherapie).
Leider bin ich nicht wirklich zufrieden mit unserem Physiotherapeut. Irgendwie passiert nie was in der Stunde, es ist immer das selbe: Ein paar Bälle unter den Pullover die sie rausholen soll. Und eine Schräge wird aufgebaut auf die sie raufklettern soll. Das ist alles. Ab und zu wird noch der Schneidersitz geübt. Ist das normal? Ist das richtige Physiotherapie oder habe ich es hier mit einem schlechten Therapeuten zu tun?
Noch ein bisschen zu meinem Kind.
Meine Kleine kann nicht laufen, krabbelt aber wie eine Weltmeisterin. Alleine essen geht nicht, trinken tut sie aus der Flasche. Reden kann sie leider noch garnicht, das macht uns mit am meisten Sorgen. Sie hat mal Mama, wau und Papa gesagt aber auch nur so nicht mit Bedeutung. Sie spielt auch nicht wie andere Kinder. Sie spielt oft alleine und nimmt Sachen in den Mund oder legt Sachen in eine Kiste. Sie freut sich zwar wenn mal Kinder zu ihr kommen, fest sie auch an aber spielt nicht mit ihnen. Mit Bällen, Autos und Puppenwagen kann sie garnichts anfangen.
Es wurde nun noch eine Hüftdysplasie festgestellt und ich wüsste gerne was man da gegen machen kann. Eigendlich soll sie operiert werden, aber ich habe große Angst davor und würde vorher gerne noch versuchen es ohne op hinzubekommen. Sie hat eine Hoftorthese bekommen die sie aber nicht wirklich akzeptiert und sie ständig versucht ab zu machen.
Würde Physiotherapie helfen? Bobath oder Vojta? Oder gibt es andere therapien spiziel für die Hüfte?
Mein jetziger Physiotherapeut im SPZ meinte ja das man da nichts machen kann.
Kennt jemand einen guten Arzt in Berlin der uns eine zweite Meinung zur Hüfte geben kann?
Und kann man auch wenn man Therapien im SPZ hat auch noch andere außerhalb des SPZ machen?
Ich freue mich auf einen regen Austausch und viele gute Ratschläge
Mfg.Ronja _________________ Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die es sind, sterben nie.
Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind.
Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot.
Ernest Hemingway
meine Tochter ist auch 4 Jahre alt. Zuerst sind wir auch alle von einer Entwicklungsverzögerung ausgegangen. So wie du es erzählst, klingt es so ähnlich wie bei uns.
Wir haben jetzt die "Vereinbarung" mit dem Arzt getroffen, dass wir noch ein paar Monate warten. Wenn sich bis dahin immer noch nichts bessert, werde ich einen Schwerbehindertenausweis für sie beantragen. Das klingt im ersten Moment zwar hart, aber so würde sie die
Förderung bekommen, die sie braucht.
Hast du die das für deine Tochter schon einmal überlegt?
Annette _________________ Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, chronische Depression, EM-Rentnerin, GdB 50, mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Autismus, GdB 80, H, B, G; er lebt in WG der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung in Braunschweig
Brabbelt sie denn sonst irgendwelche Wörter? Mit Sicherheit, oder?
Fahrt ihr sie denn noch mit einem normalen Buggy durch die Gegend?
Meine Kleine wird langsam zu groß für den normalen Buggy. Wir haben einen Rehabuggy beantragt, der allerdings noch nicht genehmigt wurde.
Einen Therapiestuhl haben wir auch beantragt.
Wie ist das bei euch?
das waren keine schönen Weihnachten für dich - wenn jetzt auch noch eine OP im Raum steht. Hier auf jeden Fall erst Mal ein herzliches Willkommen.
Was die Therapien angeht, du hast meines Wissens freie Therapeutenwahl - allerdings nicht unbedingt zusätzlich zu den Leistungen im SPZ. Da wirst du aber sicher noch die eine oder andere klare Antwort in diesem Forum finden können, das versammelte Fachwissen hier ist ziemlich beeindruckend.
Was deine Frage nach dem Physiotherapeuten angeht, ist es schwierig, das aus der Entfernung zu beantworten. Viele Sachen, die eigentlich "ganz einfach" aussehen, können sehr intensiv und nützlich sein - schließlich macht ein normal entwickeltes Kind auch nichts anderes als "nur zu spielen".
Wenn du aber seit einiger Zeit unsicher bist, solltest du ihn auf jeden Fall ansprechen und dir Einzelheiten und einen Förderplan erklären lassen. Danach fällt dir die Entscheidung vielleicht leichter.
Mama und Papa nur einfach so? Kann sein ... wenn sie auch nebenher Naba budu mapa pumu gesagt hat ... das wären dann nämlich einfach auszusprechende zusammenhängende Laute.
Wenn da allerdings wirklich Mama und Papa kamen - dann bin ich sicher, das sie euch gemeint hat! Auch wenn sie es vielleicht so nicht zeigen konnte. Und es hieße auch, dass sie grundsätzlich reden kann.
ich heiße Mariann und bin neu hier bei REHAkids. Mein sohn ist 5 Jahre und ist auch stark Entwicklungsverzögert, geistig sowie körperlich! Er mag keine Veränderungen, sowie Arzt besuche sind die reinste Qual für ihn, wir müssen alles zwei Mal machen d.H
wir hatten vor kurzem eine Einladung zur Forstellung in der Schule und mein kleiner hat nicht mit gemacht!!!!
ich habe nur die info von Ärzten das er halt ( nur zurück ist!) Da ich bei den Ärzten nach gefragt habe ob das Autismus sein könnte, wird das irgnoriert, sowie von der Kita!!
Mein kleiner stellt immer die gleichen fragen, besonders wenn Veränderungen sind ist er duch den Wind! Auf neue Sachen lässt er sich nicht so ein!!!! Hat jemand ein Tipp?
Verfasst am: 31.12.2011, 14:28 Titel: Re: Katrin mit Tochter (Verdacht auf Autismus)
Hallo Katrin,
herzlich willkommen im REHAkids-Forum!
Katrin_86 hat folgendes geschrieben:
Es wurde nun vor einer Woche der Verdacht auf frühkindlichen Autismus geäußert. Was sind den die Anzeichen von Autismus? Wie verhalten sich die Kinder?
Nach meiner Auffassung beinhaltet eine Zugehörigkeit zum Autismusspektrum vor allem zwei Dinge: 1) Üblicherweise angeborene, soziale Verhaltensgrundlagen sind nicht vorhanden und müssen erst aktiv erlernt werden. Das äußert sich z.B. darin, dass manche Artgenossen Menschen der gleichen Kategorie wie Objekte zuordnen. Andere wiederum können zwar mit Menschen prinzipiell interagieren, tun dies aber nicht altersgerecht. Im Zusammenspiel mit Gleichaltrigen fallen die Unterschiede besonders auf.
2) Es bestehen sog. Wahrnehmungsstörungen, d.h. eine "normale" Umgebung wird ggf. als zu hell empfunden oder als zu laut, es riecht vielleicht merkwürdig oder es gibt nicht genug Reize für den Tastsinn. Als Wahrnehmungsstörung werden beide Extreme beschrieben, also sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Sinnesreizen. Beides führt zu entsprechendem Verhalten (Vermeidung bis hin zu Abwehrverhalten bzw. Übertreibung, das Suchen nach immer mehr von bestimmten Reizen). _________________ Liebe Grüße
Markus
Da ich bei den Ärzten nach gefragt habe ob das Autismus sein könnte, wird das irgnoriert, sowie von der Kita!! [...] Hat jemand ein Tipp?
Hallo Mariann,
starte am besten mal einen eigenen Vorstellungsbeitrag, denn innerhalb einer bestehenden Diskussion geht das leicht unter.
Zu Deiner Frage: Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) sind kein nennenswerter Inhalt der Studiengänge Medizin und Psychologie. Bestenfalls wird im Studium mal ein frühkindlich-autistisches Kleinkind mit gleichzeitig vorliegender Intelligenzminderung dargestellt. Auch werden in der älteren (!) Fachliteratur oft nur frühkindlich-autistische Kinder, aber keine Asperger oder Erwachsenen beschrieben. Aus diesem Grund haben Ärzte und Psychologen seitens ihres Studiums keine befriedigenden Kenntnisse von ASS. Es ist daher unerlässlich, gezielt Fachkräfte aufzusuchen, die sich auf diesem Gebiet fortgebildet haben.
Geht ein Arzt nicht auf Nachfragen wie Deine ein, dann bedeutet das in aller Regel, dass keine ausreichenden Kenntnisse vorhanden sind, um die Frage zu beantworten. Gleichsam verbietet es die Fassade der Allwissenheit einigen Ärzten, dass sie zu Wissenslücken (die jede Fachkraft hat, weil niemand wirklich alles wissen kann) offen steht. - Kurzum: Wenn Du eine Antwort auf die Frage suchst, ob Dein Kind eine ASS haben könnte, musst Du einen dafür qualifizierten Arzt aufsuchen.
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