Verfasst am: 19.12.2011, 08:04 Titel: I-Helfer ist überfordert
hallo liebes forum,
würde gerne mal eure meinung zu unserer jetzigen situation hören.
unser sohn (16 jahre und frühkindl. autist) befindet sich zur zeit im 9. schulbesuchsjahr. früher hatten wir immer normale zivis, also junge dynamische männer, die halt ihren wehrersatzdienst geleistet haben. vor zwei jahren wurde es in der schule und auch zuhause mit m. immer schwieriger. wutanfälle waren an der tagesordnung und somit gestaltete sich auch der schulbesuch z.t. recht schwierig.
nach den ganzen schwierigkeiten entschlossen wir uns, beim sozialamt eine fachkraft als i-helfer zu beantragen.
tatsächlich fanden wir auch einen heilerziehungspfleger, der vor allen dingen auch schon kenntnisse im bereich Autismus gesammelt hatte. für uns schien er die perfekte person zu sein.
jetzt, nach einem guten jahr, stellt sich allerdings für uns und auch für die klassenlehrerin die frage, ob dieser herr wirklich den anforderungen in der schule gewachsen ist. es fällt auf, dass gerade bei ihm die schlimmsten "overloads" zu beobachten sind. zuhause können wir uns im moment nicht beschweren und auch die nachmittagsbetreuung klappt bis jetzt noch ganz gut. nur halt in der schule scheint es immer wieder zu äußerst prikären situationen zu kommen.
ich hatte ja oben schon erwähnt, dass m. nur noch 1 1/2 jahre in die schule gehen muss und dann hätte er seine schulpflicht erfüllt. wir wollen jetzt alles daran setzen, dass sich diese zeit noch recht gut gestaltet.
wenn er volljährig ist, soll er mal in einer einrichtung leben. diesbezügl. steht er schon auf einigen listen und die suche nach einer geeigneten einrichtung geht natürlich noch weiter.
lt. auskunft der klassenlehrerin ist der i-helfer einfach "zu weich". d.h. er geht konflikten oft aus dem weg und knickt sofort ein, wenn m. nur schon das gesicht verzieht. mittlerweile ist es so, dass m. sich immer weniger auf die für ihn anstrengenden aufgaben einlässt, weil er weiss, dass er mit unangepasstem verhalten seinen willen durchdrücken kann. der i-helfer kann nicht so richtig aus seiner haut, weil er nunmal so ist, wie er ist. er ist halt eher der sensible typ und kann m. kein starkes gegenüber bieten.
nun sieht es so aus, dass er m. wahrscheinlich nur noch bis zum schuljahresende betreuen kann oder will, weil er physisch und psychisch an seine belastungsgrenze gestossen ist.
fakt ist aber auch, dass es ja gerade jetzt, wo es keinen wehrersatzdienst mehr gibt, die suche nach ersatz wohl recht schwierig verlaufen wird.
sollte man den herrn ermuntern weiterzumachen oder sich und allen eingestehen, dass es vielleicht besser ist, wenn man die zusammenarbeit beendet??? fragen über fragen, auf die ich keine antwort habe.
vielleicht hat jemand schonmal ähnliches erlebt und kann mir ein paar tipps geben.
Hallo gixi, als erstes würde ich das Gespräch mit dem I-Betreuer und eventuell Klassenlehrerin suchen und den aktuellen Stand nochmal klären. Wenn der I-Betreuer überfordert ist, macht es für mich keinen Sinn ihn zu "ermuntern". Wenn ihr zeitig genug beginnt, findet ihr für das letzte Schuljahr sicher noch einen geeigneten I-Betreuer.
Unsere Tochter hat jetzt mit 12 Jahren auch "pubertäre Phasen" mit denen unser I-Betreuer nicht immer zurecht kommt. Weil es eben sehr anstrengend ist und wirklich auch an die Grenzen geht. Für uns und auch in der Schule (zwicken, Haare ziehen, Wutausbrüche). Wenn unsere "Kinder" groß werden kommen ganz neue Herausforderungen. Da kann sich auch ein I-Betreuer eingestehen, dass seine Grenzen erreicht sind. Wir als Eltern kennen unsere Kinder besser und können in bestimmten Situationen anders damit umgehen, als Außenstehende.
Ist denn die Schulpflicht 10 Jahre? Ich dachte neun Jahre sind ausreichend?
Oder wird euer Sohn den Realschulabschluss schaffen?
Aber noch was, wir hatten für unsere Tochter zuerst auch einen HEP als I-Betreuer und jetzt eine ungelernte Person und diese macht die "Arbeit" genauso gut.
Auch ungelernte Leute können hier (wenn man die richtigen findet) gut geeignet sein.
Wie habt ihr den I-Betreuer gesucht?
Wir haben damals über Aushänge an Schulen und in einer Zeitung gesucht und viele Bewerbungen bekommen und nach Bewerbungsgesprächen auswählen können.
Viele liebe Grüße, Melle. _________________ Merlina / 12 Jahre / partielle Trisomie 2 p / besucht 6. Klasse der Waldorfschule als Integrativkind /Ergotherapiepraxis für Kinder und Jugendliche www.kringelbunt.de www.merlina-ra-zoe.de
der hp hat sich damals aufgrund eines zeitungsberichtes bei uns gemeldet. damals war aber schon ganz klar abzusehen, dass die betreuung von m. nicht immer einfach sein wird. das alles hat ihn nicht abgeschreckt und er wollte defintiv die betreuung von unserem sohn übernehmen.
beim sozialamt haben se sich natürlich erstmal quer gestellt wegen der erhöhten kosten der i-kraft. dieser mann arbeitet natürlich nicht für einen appel und ein ei.
das jahr davor hatten wir einen i-betreuer, der sozusagen ungelernt war und jetzt muss man im nachhinein sagen, dass er mit dem herausfordernden verhalten eindeutig besser umgehen konnte.
m. geht in eine schule für prak. bildbare. er ist jetzt wie gesagt 16 jahre und wir wollen versuchen, ihn noch die 1,5 jahre gut durch die schulzeit zu bringen, weil wir dann direkt im anschluss eine vollstat. unterbringung vorgesehen haben. dazu muss er aber erst volljährig sein bzw. fast volljährig.
es gibt zwar hier in der nähe eine behindertenwerkstatt, aber wir können uns nicht vorstellen, dass das was für unseren sohn wäre. ausserdem sind wir als eltern auch ganz schön angegriffen und irgendwann muss man auch wieder mehr an sich denken.
wir stehen im ständigen verbalen kontakt zum i-helfer. wir reden über die wutanfälle, ect. pp. auch die klassenlehrerin ist eine super engagierte person. auch mit ihr reden wir viel. daran liegts defintiv nicht. wir haben immer ein offenes ohr.
ich denke, dass unser sohn genau merkt, dass er es bei ihm auf die spitze treiben kann, man muss dann halt einhalt gebieten. ist nicht immer leicht, zeigt aber deutlich seine positive wirkung.
hallo gixi, danke für die Hintergrundinfos. Ja dann habt ihr doch noch 1,5 Jahre zu "überbrücken". Aber vielleicht findet sich doch jemand anderes, wenn der momentane I-Betreuer nicht mehr kann oder will.
Ich wünsche euch viel Glück, liebe Grüße, Melle. _________________ Merlina / 12 Jahre / partielle Trisomie 2 p / besucht 6. Klasse der Waldorfschule als Integrativkind /Ergotherapiepraxis für Kinder und Jugendliche www.kringelbunt.de www.merlina-ra-zoe.de
es ist nicht immer einfach die richtige Person zu finden. Macht euch frühzeitig auf die Suche, damit ihr nach den Sommerferien vielleicht richtig durchstarten könnt. Es bringt euch und eurem Sohn nichts, wenn die Chemie nicht stimmt bzw. die Wutanfälle Personenabhängig sind.
Viel Erfolg!!!! _________________ Liebe Grüße Manuela
Verändere dich nie, um anderen zu gefallen!
Wenn einer dich nicht mag wie du bist,
hat er dich anders auch nicht verdient!!!!!
Manuela und Mirko mit Florian *06.08.01 Grand-Mal-Epilepsie, Entwicklungsverzögerung, ADHS, Sprachstörung, Asperger und Nina *14.12.03 7 Wochen zu früh, gesund!!!!
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