Verfasst am: 11.12.2011, 20:25 Titel: Melodien, Geschichten - als Anfallstrigger?
Hallo Ihr Lieben,
kann ein bestimmtes Weihnachtslied durch seine Melodie oder seinen Text,
immer wieder einen Anfall auslösen?
Habt Ihr sowas schon mal gehabt?
Muß das Kind dass aushalten lernen in der Schule oder kann ich auf Rücksichtsnahme und entsprechendes Handeln bestehen?
(Kind aus dieser Streßsituation ganz rausnehmen, sobald es brenzlich wird oder erst gar nicht in diese Situation kommen lassen.)
Es sind komplex-fokale Anfälle mit teilweiser Ansprechbarkeit. Wimmernd und hilfesuchend tippt er sich auf die Stirn im stehen.
Die Lehrer erkannten es schon 3 mal nicht als Anfall und meinten, da
muß er durchhalten bis zum Liedende. Nach dem Lied geht es ihm sofort
wieder besser.
Bei der Weihnachtsfeier kam dass wieder so, er lief natürlich zu mir und ließ sich diesmal nicht mehr von den Lehrern festhalten.
Oh man, Pech aber auch, dass es keine GM-Anfälle sind!
Damit die es mal kapieren, dass es verschiedene Epilepsien gibt!
Die Lehrer erkannten es schon 3 mal nicht als Anfall und meinten, da
muß er durchhalten bis zum Liedende. Nach dem Lied geht es ihm sofort
wieder besser.
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Mit Epilepsie kenne ich mich nicht so gut aus, aber ich finde nicht, dass ein Kind, egal ob gesund oder krank, eine für es schmerzhafte/ unhaltbare Situation aushalten muss, der erzieherischen Maßnahmen wegen! _________________ Marie (77), Heilpädagogin
Kind 1 (00), Migräne, V.a. ADHS
Kind 2 (05)
Kind 3 (07) ?
kann ein bestimmtes Weihnachtslied durch seine Melodie oder seinen Text,
immer wieder einen Anfall auslösen?
Habt Ihr sowas schon mal gehabt?
Hallo Dani,
ja, ich habe so etwas selbst schon erlebt. Meine ersten Anfälle - wenn es denn epileptische waren, was bis heute nicht ganz klar ist - hatte ich auch beim Singen. Anders als bei deinem Sohn war es bei mir bei unterschiedlichen Liedern, aber generell ist es möglich, dass Musik Anfälle triggert. Schau mal hier, dort gibt es einen kurzen Abschnitt zur sogenannten musikogenen Epilepsie.
Ich finde es ein Unding, dass die Lehrer verlangen, dass er es bis zum Liedende "aushält". An deiner Stelle würde ich um Rücksichtnahme bitten, denn es ist ja nicht so, dass dein Sohn das Lied einfach nicht mag. Es handelt sich um ein gesundheitliches Problem, und der Lehrer wird ein Kind mit Laktoseintoleranz auch nicht dazu zwingen, in der Pause Milch zu trinken, oder?
ich habe vor ein paar Jahren diese Sache mit meiner Neuro durchgesprochen.
Ich hoffe, es ist nicht so fies gemeint von den Lehrern mit dem Durchhalten, wahrscheinlich meinen sie, dass er sich an die Situation gewöhnt und dann weniger anfällig dabei wird.
Laut meiner Neuro funktioniert das nicht. Es ist Epilepsie, die Trigger kann man nicht wirklich steuern und beherrschen.
Wahrscheinlich ist es einfach besser, dieses Lied nicht zu singen.
LG Carolin. _________________ mit Tochter Mado, 19.12.2004, Dravet Syndrom, keto-kid
und der besten großen Schwester Cléo, 18.2.2003
Hallo ,
ihr habt ja so Recht!
Mal sehen ob ich wieder ein Schreiben vom Arzt brauche, um auf Rücksichtsnahme zu hoffen?
Sicher will ich ihn nicht überbehüten, aber auch nicht übererziehen.
Der Unterschied zwischen, ich will oder ich kann was nicht aushalten, ist auch eine Gradwanderung.
Da die Situation immer wieder gleich ist und nur dann ein Anfall kommt,
gehe ich von Epilepsie oder Migräne aus.
Er spührt etwas im Kopf, leidet und will da wieder raus kommen.
Kann man mit einer höheren Medikamentendosis die Trigger überlisten?
LG Dani
das Verhalten der Lehrer schockiert mich gerade. Kannst du ihnen in Ruhe erklären, dass es ein epileptischer Anfall ist und kein Zeichen von Unlust/Genervtsein oder ähnlichen.
Die Medikamentendosis erhöhen, weil in der Schule ein bestimmtes Lied 'ausgehalten' werden soll, empfinde ich spontan als den falschen Weg. Diese Medikamente haben ja auch alle Nebenwirkungen und schränken ein. Ein Lied nicht zu hören hingegen hat keine Nebenwirkungen.
Ich wünsche euch sehr, dass die Lehrer ein Einsehen haben.
heute waren wir im Theater, wo Feli 2-3 Panikattacken bei Disco-Musik hatte. Kuscheln reichte nicht, er ist regelrecht raus geflohen und
danach immer wieder rein, weil es doch auch schön und spannend für ihn war.
Unserer Neuro erklärte mir: Es gibt die Reflexepilepsie wie bei Musik, und
noch die Emotional ausgelöste Epilepsie durch Film, Geschichten!
Beides kann mit Kopfweh und Panik aus dem Temporallappen heraus
entstehen. Es sind keine psychogenen, sondern epileptische Anfälle fokal.
Dass muß ich halt nur noch der Schule erklären, damit die gut handeln können und es ernster nehmen.
Die denken nämlich er hat Assoziationen zu einem früheren Anfall.
Die Tabletten sind noch nicht optimal eingestellt. Vielleicht läßt sich damit die äußere Reizung klein halten?
Habt ihr sowas auch schon mal bei euren Kindern erlebt?
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