Bei Pascals Kommunion war es in etwa so wie es Nicole schon erzählt hat.
Es sind 5 Kinder zur Kommunion gegangen.
Der Weg zur Kommunion wurde auch von der Schule den Lehrern und der Religonslehrerin zusammen mit uns Eltern und dem Pfarrer vorbereitet, auch wir haben die Kommunionkerze verziert .
Wir als Eltern wurden auch in die Messfeier miteinbezogen.
Danach wurde in der Schule mit allen 5 Kommunionfamilien bei Kaffee und Kuchen weitergefeiert. Was ich sehr schön fand.
Es sind nicht alle gleich in alle Himmelsrichtungen davongeeilt, so wie es eigentlich normal ist.
Abends haben wir mit der Verwandschaft gefeiert. Am nächsten Tag mit unseren Freunden und tagsdrauf kam die Nachbarschaft zu Kaffee und Kuchen zusammen.
Somit haben wir Pascals Kommunion 3 Tage gefeiert. Es war so schön.
ich muss sagen ich finde es wirklich bewundernswert und mutig das ihre eure Kinder zur Kommunion geschickt habt.
Ich habe durch die schwere Krankheit meiner Tochter und ihr ständiges Leiden, verursacht durch die vielen Anfälle, den Glauben an die Kirche vollends verloren. Ich sehe es nicht ein in der Kirche einem "Gott" für irgendwas zu danken. In jedem zweiten Lied dankt man entweder für Speis und Trank, für Gesundheit oder sonst irgendwas. Das ist für mich paradox.
Ich gebe weder der Kirche noch sonst Jemanden die Schuld an der Krankheit Neeles, aber ich muss auch wiederum keinem für irgendwas danken.
Abgesehen davon das die meisten unserer Kinder das Fest der Kommunion gar nicht verstehen. Nur um den Kinder mal ein schönes Fest auszurichten bedarf es keiner Kommunion, dafür reichen auch die Geburtstage.
Die Kirche kümmert sich sonst auch nicht um unsere Kinder, oder ???
Für meinen Mann und mich käme es niemals in Frage Neele zur Kommunion gehen zu lassen. Wir haben sie damals taufen lassen, da wir uns noch nicht über die Tragweite ihrer Krankheit bewußt waren.
Das klingt jetzt alles vielleicht ein bißchen verbittert, das sind wir aber nicht. Wir wollen unser Kind nur nicht an einem Fest teilhaben lassen, deren Sinn sie nie verstehen wird.
Gruss _________________ Bernadette mit Neele, 19.12.2001 - 29.06.2009 (Therapierefraktäre Epilepsie, Globale Entwicklungsstörung, Strabismus divergens mit deutlicher Visusstörung, Mikrozephalie, Mitochondriopathie - Komplex I und IV Mangel.
bevor Sina ins Internat kam, habe ich mir auch öfter mal die Frage gestellt, ob ich Sina zur Kommunion gehen lassen soll. Ich denke hier in unserer Pfarrei wäre das kein Thema, ich müsste natürlich mit zum Unterricht gehen, Sina wäre dann bestimmt integriert in ihre Kommuniongruppe, wäre natürlich das einzige behinderte Kind, hätte immer die Mutter dabei, könnte an den Aktionen nebenher eigentlich nie teilnehmen. Am Weißen Sonntag wären wir dann bestimmt die "Attraktion" in der Kirche. Will ich das, will Sina das? Sina versteht das Ganze nicht, findet aber Kirche (weil viele Menschen da sind) und Gottesdienste (Orgelmusik) ganz o.k., d.h. sie brummt lauthals mit und wir sind immer im Mittelpunkt, was wir ja nicht immer unbedingt wollen. Im Internat wird das nicht angeboten, und es wäre auch zu umständlich sie dann einmal die Woche abzuholen und wieder hinzubringen. An der Kommunionfreizeit (natürlich alles nicht behindertengerecht) könnte sie ja auch nur mit mir teilnehmen. Sina wäre für die Gruppe bestimmt auch eine Bereicherung, wenn man das Thema Behinderung mit in den Kommunionunterricht einfließen lassen würde. Aber ich möchte nicht so im Mittelpunkt stehen. Ich habe öfter hin und her überlegt, jetzt aber für uns entscheiden, dass wir es nicht machen, da sie doch zu wenig davon hat.
Liebe Grüße
Christine
Christine _________________ Christine mit Laura 04/90 und Sina "Sonnenscheinchen" 10/95, Frühgeburt 28. Woche, schwerstmehrfachbehindert, ICP, Mikrocephalie, Epilepsie, hochgradig sehbehindert
Über Religon kann man sich streiten wie über die Politik.
Natürlich haben wir zu Beginn von Pascals Krankheit mit Gott und der Welt gehadert.
Aber letztendlich in der Stärke zu Gott die Krankheit angenommen.
Sicher ist es auch heute noch unheimlich schwer mit Pascals Erkrankung umzugehen.
Wir haben aber gelernt auch positives aus Pascals Erkrankung zu ziehen.
Pascal hat uns durch seine Erkrankung in eine ganz andere Richtung des Lebens geschubst.
Wir haben so viele liebe Menschen getroffen die das gleiche Leid erfahren wie wir.
Und ich denke das war so gewollt. Von da Oben.
Du schreibst die Kinder verstehen den Sinn der Kommunion nicht.
Da frage ich dich. Verstehen sie den Sinn der Taufe, als Baby??
Wir gehen mit Pascal auch zum Kindergottesdienst und sind da immer herzlich willkommen, auch wenn Pascal laut mitjault bei den Liedern.
Zitat:
Das klingt jetzt alles vielleicht ein bißchen verbittert, das sind wir aber nicht. Wir wollen unser Kind nur nicht an einem Fest teilhaben lassen, deren Sinn sie nie verstehen wird.
Versteht Neele dann den Sinn von Weihnachten?
Oder Ostern die Auferstehung?
Oder werden diese Kirchlichen Feste bei euch nicht gefeiert.
Also ich sehe das nicht so.
Natürlich habe ich all die Jahre wegen tausender Dinge auch mit unserem Herrgott da oben gehadert, und hadere natürlich immer noch.
Und trotzdem ist Jonathan eine Bereicherung für mein Leben und ich habe durch ihn viel gelernt.
Er ist ein von Gott SO gewolltes Kind - er ist getauft worden und er hat das Recht ebenso an allen Handlungen der Kirche teilzunehmen.
Und ich werde die Kirche damit auch herausfordern.
Eine Ausrichtung des Festes wird es eh nicht im großen Stil geben - aber es werden Menschen dabei sein, die die Jahre über sich um Jonathan bemüht haben und einfach ihn geliebt und gemocht haben. Mit denen möchte ich feiern, wir feiern.
Das muss keine Party sein - und die Geschenke sind total unwichtig.
Ich bin dankbar, dass Jonathan mir geschenkt wurde, dass er der Welt geschenkt wurde und dass Menschen durch ihn herausgefordert sind über Behinderung nachzudenken.
Mittelpunkt möchte ich auch nicht sein. Alles soll so laufen, wie sonst auch.
Und ich denke, die Kinder haben sogar ein Gespür dafür, was da passiert. Sie wissen ganz genau, dass sie von unserem Schöpfer geliebt sind.
Ich habe im Kinderzentrum München das zu spüren bekommen, erleben dürfen, durch den Pfarrer der dort vor 2 Jahren noch Pfarrer war - leider nun in Rente ist.
Und ob hinterher eine Freizeit stattfindet, das ist auch egal - muss nicht sien.
Mir geht es alleinig um den Tag selber, dass Jonathan die Chance bekommt, wie alle anderen auch am Tisch des Herrn das Mahl zu empfangen und immer wieder dieses zu empfangen, und den Tag der Firmung zu erleben, gefirmt zu werden im Altern von 13/14 Jahren und ein vollmündiger Christ dadurch zu sein.
Dieses möchte ich ihm nicht verwehren.
Das ist mein Glaube - das drumherum ist unwichtig - nur der Inhalt dieses Tages zählt.
@Bernadette
Ich finde es sehr schade, sehr traurig, dass Du nichts siehst, worüber Du in der Geschichte mit Deiner Tochter Gott doch dankbar sein kannst.
Lieben Gruß - Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
ich möchte euch aus meiner beruflichen Erfahrung erzählen. Ich habe in einer Kirchengemeinde gearbeitet und war dort für die Kommunionvorbereitung "zuständig".
Eines Sonntags sprachen mich nach der Messe Leute an, da wäre ein behindertes Kind bei ihnen im Hause, katholisch, ob der Junge denn auch zur Kommunion gehen DÜRFE...
Ich fand es damals (selbst noch kinderlos) schrecklich, dass wir als "Kirche" offenbar den Eindruck erweckt haben, dass behinderte Kinder nicht selbstverständlich zur Kommunion gehen dürfen. Für mich (und meinen Pfarrer) war es immer klar, dass dieses Sakrament für ALLE Menschen als Geschenk bereitsteht. Wenn es geht, sollte man darüber etwas wissen ("Kommunionvorbereitung"), wenn man dazu (warum auch immer) nicht in der Lage ist, darf man sich von Gott einfach so beschenken lassen.
Wie auch einige hier schrieben: Kinder verstehen in dem Alter von 9-10 Jahren sowieso nicht alles. Auch ich verstehe nicht alles, aber ich GLAUBE.
Der o.g. Junge hat dann an den Gruppenstunden teilgenommen, geistig und körperlich behindert. Wir haben eine Familie gefunden, die eine besonders kleine Gruppe ganz liebevoll und mit viel Verständnis für den Jungen geleitet hat. Manchmal war auch die Mutter des Jungen dabei. Die anderen Kinder haben übrigends auch viel gelernt...
Der Junge hat an allem teilgenommen, an der Kirchenrallye (ein Vater hat ihn sogar auf den Kirchturm geschleppt - manches geht einfach von selbst...), an dem gemeinsamen Wochenende. Er und seine Mutter waren sehr sehr glücklich.
Ich kann nur sagen: wenn die Kommunion nicht von der Schule aus geplant wird, fragt einfach mal in euren Kirchengemeinden nach. Und wenn es dort nicht geht, dann in der Nachbargemeinde.
Ich finde, dass niemand einem Menschen die Kommunion vorenthalten darf. Sie ist ein Geschenk Gottes an uns Menschen, das schönste Zeichen unserer Verbundenheit mit Gott. ICH maße mir nicht an, zu entscheiden, wer es bekommen darf und wer nicht...
So, genug "gepredigt", aber es ist mir immer ein wichtiges Anliegen. Entschuldigt, dass es so lang geworden ist....
Du hast mir total aus dem Herzen gesprochen, nur ich hatte diese Worte nicht.
- Ein Geschenk Gottes an uns alle, ob wir alles nun verstehen, oder nicht alles -
Lieben Gruß - Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
Selbst ich glaube auch nicht immer an Gott und das danken in der Kirche, da auch dies für mich unverständlich ist, das es soviel leid auf der Erde gibt.
Doch in einem danke ich Gott schon, und zwar das er mir meinen kleinen Engel geschenkt hat. Und vorallem das ich ihn immer noch hier habe und er mir noch nicht genommen worden ist!
Er geht auch nie einen abend ohne Küsschen ins Bett, da man immer daran denken sollte, daß dies der letzte Tag sein könnte. Und vorallem jeden Tag danken, daß ich ihn habe.
2 kleine Engel und ein Kreuz hat der kleine über seinem Therapiebett hängen. Denn wenn man nicht etwas glaubt, wie kann dann eine Hoffnung auf etwas bestehen?
Kevin ist auch getauft worden, daher soll er auch die Kommunion erhalten, denn die Taufe verstand er ja auch nicht! Und dabei wurde auch erzählt, daß der Mensch Stationen durchlebt, bis er stirbt und in den Himmel kommt.
Also warum sollte man dieses denn verwähren? Dann dürfte man auch weder Weihnachten noch sonst der gleichen feiern.
Liebe Grüße _________________ Nicole & Kevin , Mitochondriale Myopathie, Komplex 1 Mangel, Epilepsie und Encephalopathie
Peripartale Asphyxie bei Geburt nicht auszuschließen laut zwei Ärzten
Bilder von uns zuhaus:http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_personal.php
puh, da sind aber eine Menge Leute anderer Meinung als ich.
Bettina: Meine Mutter hat uns "streng" katholisch erzogen, vielleicht hat sie es übertrieben und mich dadurch aus der Kirche gejagt. Aber mein Mann und ich feiern weder Ostern noch Weihnachten. Nur bei unseren Eltern schließen wir uns nicht aus und verbringen an den Festtagen schöne Zeiten im Kreise der Familie.
Nicol: Ich danke keinem Gott für mein Kind, sondern meinen Mann. Wir haben uns zusammen ein Kind gewünscht und gehen auch zusammen durch die guten und schlechten Zeiten. Ich bin meinem Mann dankbar das Neele in unser Leben getreten ist und uns menschlich sehr zum Vorteil verändert hat. Ich liebe Neele über alles und möchte keine Stunde mit ihr missen, aber dafür muss ich mich nicht bei einem Gott bedanken.
Gott ist mir keine Stütze, sondern unsere Familien die Neele so annehmen wie sie ist. Genau wie unsere Freunde. Wir kennen keinen der sich durch Neeles Behinderung von uns distanziert hat. Alle aktzeptieren und lieben unsere Maus so wie sie ist, und dafür bin ich dankbar.
Gruss _________________ Bernadette mit Neele, 19.12.2001 - 29.06.2009 (Therapierefraktäre Epilepsie, Globale Entwicklungsstörung, Strabismus divergens mit deutlicher Visusstörung, Mikrozephalie, Mitochondriopathie - Komplex I und IV Mangel.
Möchte mal wieder anknüpfen an den Ursprung des eigentlichen Themas,
weshalb u.a. Tine und Kingsni die Frage gestellt haben -
wessen Kinder gingen zur Erstkommunion und wie lief das dann ab, wer hat da Erfahrung, was Unterricht betrifft, oder Schulvorbereitung und der Tag ansich in der Kirche.
Wäre schön, wenn hier die eine und andere Antwort gefunden werden könnte.
Einen lieben Gruß - Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
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