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Damit aus einer Sprachstörung keine IQ-Minderung wird
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Angela77
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BeitragVerfasst am: 07.12.2011, 00:18    Titel: Damit aus einer Sprachstörung keine IQ-Minderung wird Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ich habe gerade "offiziell" in einem Fachbuch gelesen, dass Kinder mit einer verbalen Entwicklungsdyspraxie, d.h. ist eine mitunter hochgradige Sprech- oder Sprach (?) störung bei intaktem Sprachverständnis mit zunehmendem Alter auch in nicht-sprachlichen IQ-Tests schlechter abschneiden.

Das genau war immer meine Sorge, dass B. soviel von der Welt nicht mitbekommt -einfach, weil nicht "Warum?" fragen kann bzw. man mit ihm nur gaaaaaaaanz einfach, statt in altersgemäßer Weise mit ihm spricht.

Ich mache mir bereits seit er 18 Monate ist (jetzt ist er 3 Jahre und 8 Monate) intensiv Gedanken, wie ich es schaffen kann, dass er ein altersgemäßes Sprachverständnis und Weltwissen behält.

Wenn Interesse besteht, versuche ich mal einiges von den Materialien zusammenzusuchen, mit denen wir "absichtsvoll" spielen. Es sind oft ganz normale Spielsachen wie Bambino LÜK & Co, die sich zur Vermittlung von Zusammenhängen, aber auch zum gezielten Einführen von Nebensätzen (die ich natürlich sprechen muss) nutzen lassen.

Da ich momentan mehrer Baustellen habe, kann es etwas dauern, aber ich fände es toll, wenn noch andere ihre Geheimtricks mitteilen wollen.

Ich bin nämlich durchaus der Meinung, dass man viel tun kann, dass sich eine VED nicht schädlich auf die IQ-Entwicklung auswirkt.

LG
Angie

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Benedict / März 2008 - expressive Sprachentwicklungsstörung, FKA, aber unter gfcf-Diät seit 12/2010 macht er Riesenfortschritte:
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und Mila *April 2010 - etwas hypoton;
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heike66
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BeitragVerfasst am: 07.12.2011, 09:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Angie,

so war es bei meiner Tochter auch. Sie ist dann in Kindergarten gekommen und anschließend auf die Sprachheilschule. Und das war SUPER. Das waren riesen Fortschritte.
Gibt es bei Euch vielleicht einen Sprachheil-Kindergarten?
Viele Grüße
Heike

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Angela77
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BeitragVerfasst am: 07.12.2011, 09:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kirsten,

Sprachheil-KIGA hat uns (noch) nicht genommen, weil ja die autistische Problematik im Vordergrund schien. Letztere wird aber langsam besser - sicher auch Verdienst der I- KITA Very Happy Die Option halte ich mir aber fürs übernächste Jahr sicher offen Very Happy

LG
Angie

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Susanne77
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BeitragVerfasst am: 07.12.2011, 14:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Angie,

wir haben unseren Sohn immer ungefragt mit Wissen gefüttert. Immer haben wir ihn so behandelt, als wäre er ganz normal. Immer in normaler Sprache mit ihm gesprochen etc. etc.

Bei vielen Sachen hat man gemerkt was ihn interessiert, dann haben wir dieses Thema intensiviert. Durch seinen besten Freund (zwei Wochen Altersunterschied) hatte ich auch immer eine gute Vorstellung, was evtl. in seinem Kopf vor sich geht.

Wir haben viel "Was ist was" Bücher gelesen. Zu den verschiedensten Themen (Weltall, Feuerwehr, Polizei, Wetter) dann Vorschulwissen-Bücher, er liebt Rätselhefte, LÜK und Bambini-LÜK machen wir auch. Ich war mir nur nicht sicher, was auch tatsächlich hängen bleibt. Nun, wo er sich mitteilen kann, weiß ich, dass es auch wirklich abgespeichert ist und das macht mich sehr glücklich!!!

Vor einigen Wochen haben wir im SPZ einen Entwicklungstest gemacht. Der IQ liegt demnach bei 104, wobei der Arzt sagte, dass sich das auch eigentlich erst mit der Sprache richtig anpasst.

Ich muss sagen, vermutlich machen wir Eltern von "auffälligen" Kindern in dieser Hinsicht viiiiiiieeeel mehr, als "normale" Eltern, weil wir unsere Kids immer so gut es geht unterstützen wollen. Die Freunde meines Sohnes interessieren sich für eine Sache, beispielsweise Dino's, kennen sich dann da aus, und das war's. Ich würde mir also nicht so viele Gedanken machen. Du machst schon alles richtig

Ich therapiere mein Kind nicht mehr. Dafür habe ich kompetente Therapeuten an meiner Seite. Natürlich versprachliche ich alles und fördere spielerisch aber offiziell ist zu Hause Therapiefreie Zone. Meine Kinder sollen das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie so, wie sie sind total in Ordnung sind!!! Es gab Zeiten, wo ich täglich die Iven-Therapiekiste rausgeholt habe und wir geübt haben. Wie furchtbar, für alle Beteiligten...

Mittlerweile sind unsere Therapien früh morgens, anschließend gehts in den Kindergarten. So haben wir auch nachmittags therapiefrei und Zeit für uns und Hobbys.

Sooooo, ganz liebe Grüße.

Susanne
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Angela77
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BeitragVerfasst am: 07.12.2011, 15:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Susanne,

wir machten und machen das ganz ähnlich wie ihr!
Dass er Spaß an unserer rein spielerischen Sprachförderung hat, besteht kein Zweifel. Unsicher bin ich nur, ob er Wissen und V.a. auch Grammatikstrukturen abspeichert, also im Kopf völlig normal denkt.

Als er vor einigen Wochen stille Tränen weinte, weil Mila so gut sprechen kann, sagte ich zu ihm, dass ich wüßte, dass er zwar noch nicht sprechen könnte, aber ganz sicher viel besser als Mila, nämlich in ganzen Sätzen denken könne. Das sprang er auf, schrie voller Begeisterung "JJJaaaa, JJJJaaa", strahlte und küsste mich mehrfach auf beide Wangen Shocked Es hatte den Anschein, als wollte er ausdrücken: "Endlich kapiert jemand, dass ich nur nicht sprechen kann!"

Das sind die Momente, in denen ich denke, dass die Hauptdiagnose eigentlich schwerste expressive Sprachstörung und nicht Autismus heißen müsste. Es fällt uns nämlich auf, dass er mit Menschen, die Verständnis für sein Sprachstörung haben, durchaus lange und intensiv in die Augen schaut, eben weil er weiß, dass er nicht mit Fragen bombardiert wird, die er nicht beantworten kann Crying or Very sad

Zu Einzelheiten der verwendeten Speilsachen in den nächsten Tagen mehr!

LG
Angie

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Angela77
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BeitragVerfasst am: 07.12.2011, 15:04    Titel: Antworten mit Zitat

Angela77 hat folgendes geschrieben:
Hallo Susanne,

wir machten und machen das ganz ähnlich wie ihr!
Daran, dass er Spaß an unserer rein spielerischen Sprachförderung hat, besteht kein Zweifel. Unsicher bin ich nur, ob er Wissen und V.a. auch Grammatikstrukturen abspeichert, also im Kopf völlig normal denkt.

Als er vor einigen Wochen stille Tränen weinte, weil Mila so gut sprechen kann, sagte ich zu ihm, dass ich wüßte, dass er zwar noch nicht sprechen könnte, aber ganz sicher viel besser als Mila, nämlich in ganzen Sätzen denken könne. Das sprang er auf, schrie voller Begeisterung "JJJaaaa, JJJJaaa", strahlte und küsste mich mehrfach auf beide Wangen Shocked Es hatte den Anschein, als wollte er ausdrücken: "Endlich kapiert jemand, dass ich nur nicht sprechen kann!"

Das sind die Momente, in denen ich denke, dass die Hauptdiagnose eigentlich schwerste expressive Sprachstörung und nicht Autismus heißen müsste. Es fällt uns nämlich auf, dass er mit Menschen, die Verständnis für sein Sprachstörung haben, durchaus lange und intensiv in die Augen schaut, eben weil er weiß, dass er nicht mit Fragen bombardiert wird, die er nicht beantworten kann Crying or Very sad

War der IQ-Test bei deinem Sohn ein sprachgebundener oder ein nicht sprachgebundener (SON-R)? Wenn es einer war, bei dem aktiv-sprachliche Leistungen einfließen, dann wir sein IQ sich noch deutlich steigen. Wenn es ein SON-R war, dann würde er nach meiner Theorie - ihr habt das Sprachverständnis und Weltwissen ja "normal" gefördert - relativ gleich bleiben.

Bin gespannt Wink Wink Wink

Zu Einzelheiten der verwendeten Speilsachen in den nächsten Tagen mehr!

LG
Angie

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RaTiChri-Christine
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BeitragVerfasst am: 07.12.2011, 15:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Also, dass sich aus einer Sprachstörung eine IQ-Minderung ergibt, habe ich so noch nirgends gelesen.

Wir sprechen ganz normal mit Rafael und zeigen ihm das Gesprochene aber fast immer auch in Gesten (DGS). So bekam er ein Gefühl davon, dass Kommunikation durchaus ne gute Sache ist. Mittlerweile versteht er tatsächlich auch manches rein gesprochene Wort und "fragt" auch nach. icon_bounce.gif

Ich finde es wichtig, die Kinder in diesen Phasen nicht ohne für sie verständliche Worte/Gesten zu lassen.

Manche versuchen es ja zwanghaft nur auf der wortsprachlichen Schiene und vergeuden (meiner Meinung nach) wertvolle Zeit, in welcher das Kleine einfach wissbegieriges kommunizierendes Kind sein könnte.

Jedenfalls finde ich, dass er genügend Kommunikation mit uns aufbaut und zwar noch keine Sprache hat, aber sich das Wissen aneignet, was seinem Entwicklungsstand entspricht.

LG Tine

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Chris (78) + Tine (80) + Rafael (09) mit Adenohypophyseninsuffizienz, sek. NNR-Insuffizienz, ACM, Immundefekt, Schwerhörigkeit, PEG seit 2/10 - ein absolutes Sonnenscheinchen
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Angela77
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BeitragVerfasst am: 07.12.2011, 15:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tine,

kann Raphael mit Gesten kommunizieren? Wie "fragt" er nach? Bei uns ist mit Gebärden leider nicht viel. Bene hat eine generelle Nachahmungsschwäche/ ist generell etwas dyspraktisch.


Ich kann aber bei Bene sehr wohl intensives Interesse am Blick erkennen, doch weiß ich nicht unbedingt immer genau, auf was sich dieses Interesse bezieht.

Bene für Neues zu interssieren, ist bei uns nicht immer ganz einfach.
Da er autistische Züge hat, muss zumindest eine gewisse Ähnlichkeit mit Bekanntem bestehen. Beispiel: Er liebt Bambino-LÜK, dann näheren wir uns einem Thema eben über entsprechende Bambino-LÜK-Hefte an.

Und er liebt Puzzle. Also: Er puzzelt und ich kommentiere, was da zu sehen ist. Er kann das durchaus auch alleine, aber wenn ich dabei sitze, fordert er mich oft mit Blicken auf, Puzzlteile zu kommentieren. Ganz schön anstregend bei 40 Stück Very Happy

Ach ja und wehe ich verspreche mich, dann nimmt er das Teil wieder raus und schaut mich ganz geduldig, mit geneigtem Kopf an: A la, das war aber jetzt nicht ganz richtig Laughing Laughing

Da ja nicht sprechen kann, habe ich lange überlegt, ist eigentlich INHALTLICH angekommen, was ich ihm spielerisch vermitteln wollte? Wie lange sollte ich ein gewisses Spiel spielen, ein gewisses Buch lesen? Das war dann aber einfacher als gedacht. Ich kann mittlerweile am plötzlich auftrtetenden mangelnden Interesse sehen, dass er mit einem Thema (vorerst) durch ist. Nach ein paar Wochen/Monaten lege ich das Material wieder aus. Manchmal interessiert er sich noch dafür, aber insgesamt viel kürzer als am Anfang.

Ich lasse ihm auch immer sehr viel Wahlmöglichkeit (mindestens vier bis fünf Sachen), wenn ich eine gelenkte Spielzeit (ein bis zwei mal am Tag max. 20 Minuten) beginne.

Was mir auch aufgefallen ist, ist, dass wenn ich sage: Gib mir doch mal die Banane, aber meine: die Erdbeere, er mir trotzdem die Bananen gibt. Er richtet sich also tatsächlich nur nach der sprachlichen Aufforderung und nicht nach anderen Hinweiszeichen, also Z.B. wo ich unbewusst hinsehe ...

LG
Angie

LG
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BeitragVerfasst am: 07.12.2011, 15:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Angie!

Rafaels "Nachfragen" ist ein langgezogenes fragendes "hm?" - es kann natürlich mehrere Sachen bedeuten. Wenn er jetzt etwas anschaut, dann zu mir schaut und "fragt", sage ich ihm, was es ist und ob er es haben möchte oder was es ist und was für Geräusche es macht. Oder... kommt halt auf Gegenstand und Kontext an.

Gesten macht er (noch?) nicht, aber er zeigt seit Kurzem auf manche Gegenstände, wenn er sie haben möchte. Meist "blickt" er aber demonstrativ lange und intensiv auf etwas, schaut mich danach an und reagiert oder fragt.

Dieses "hm" gibt es übrigens auch noch in den Ausgaben "Ausruf/Befehl", "Verblüffung" und "Verärgerung". Mit dazu trefflich passender Lautuntermalung.

Laughing

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BeitragVerfasst am: 07.12.2011, 15:37    Titel: Antworten mit Zitat

Das mit dem Puzzlen ist bei uns genauso.

Und Neues schaut er sich auch erstmal ne Weile aus der Ferne an, bevor er damit spielt. Obwohl er generell nicht scheu ist. Und auch freudestrahlend mit jemandem mitgeht und keinen vermisst, den er zurücklässt. ;o)

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