Verfasst am: 22.01.2006, 00:34 Titel: Gibt es behindertengerechte Städte?
Hallo,
heute war im Hamburger Abendblatt ein (Test-) Bericht über die Rollstuhltaugliche Ausstattung der Stadt, beziehungsweise Bahn, im Bezug auf die anstehende WM. (www.abendblatt.de > Hamburg > Mit dem Rollstuhl zur AOL-Arena...)
Um es kurz zu fassen: Eine Reporterin hatte versucht mit dem Rollstuhl vom Hamburger Hauptbahnhof mittels Bahn und Bus zum Fußball-Stadion zu kommen. eigentlich ein Weg von nur 10min., eigentlich. Praktisch wäre sie dort nie angekommen, defekte und fehlende Fahrstühle, Schienenersatzverkehr, mangelnde Information, ect..
In Hamburg wohne ich in einer Gegend mit relativ vielen Senioren und Behinderten. Daher sehe ich es oft, wie schwierig es mit Gehwagen und Rollstuhl selbst bei uns ist. Rollstuhlgerechte U-Bahnen sind weit entfernt oder nur mit dem Bus und mehrfach umsteigen zu erreichen.
Die Ampelphasen sind viel zu kurz und selbst ich, als zwar gehgeschädigt aber sonst recht fitter junger Mensch, schaffe es nicht bei grün rüber. Noch dazu gibt es viele hohe Bordsteinkanten und schlecht befestigte Wege.
An sich schon ein Armutzeugnis für eine Großstadt wie Hamburg die sich "Weltoffen" schimpft, es aber nicht schafft seinen Behinderten und Älteren Bürgern eine Nutzbare Umgebung zu schaffen. Von 145
U-Bahnhaltstellen sind gerade mal 54 mit Rollstuhl zugänglich. Ohne Auto kommt man in Hamburg nicht weit.
Daher wollte ich mal fragen, wie sieht in euren Städten diesbezüglich aus?
Viele Grüße, kris _________________ 28 j. CP (leichte Hemiparese) + Spastische Spinalparese (HSP) mit Ataxie und Armbeteiligung. Außerdem Skoliose, Spondylolisthesis LWS mit Bogenschwäche, Wirbeldysplasie HWS, Hüftdysplasie und Asthma.
"Sometimes I pretend to be normal, but it gets boring, so I got back to being me."
auch in Coesfeld (im gegensatz zu Hamburg ein Dorf) ist es nicht gerade Behindertengerecht. In Busse kommen sie ohne Hilfe gar nicht erst rein, dank der neuen Bordsteine kommen sie kaum noch über eine Strasse geschweigedenn auf den Markt, da das Kopfsteinpflaster schon für nichtbehinderte zur Todesfalle werden kann . Also ganz ehrlich: Ich möchte in ganz Deutschland kein Rollstuhlfahrer sein, weil man ohne Hilfe noch nicht einmal mehr einkaufen fahren kann .
Enttäuschte Grüsse
KIKI _________________ Xaver (10/1999) Entwicklungs- und Sprachverzögert, ADHS, Amy (01/2004) Apert-Syndrom, Apnoe-Bradycardie-Syndrom(ABS), VP Shunt, Epilepsie, Mary (09/2005) und Nathanael 02/08 Frühchen
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obwohl in Bielefeld ja doch durch Bethel und das Johanneswerk (und zahlreiche kleinere Organisationen) extrem viele Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderungen leben, kann man auf gar keinen Fall davon reden, dass hier alles behindertengerecht ist. Was das Zentrum angeht ist mittlerweile vieles rolligerecht, da hat sich auch in den letzten Jahren verdammt viel getan, auch wenn man teilweise immer noch bedeutend längere Wege in Kauf nehmen muss, um das Ziel zu erreichen. Doch wenn man ein Ziel hat, das auch nur ansatzweise außerhalb der Innenstadt liegt, erreichen will, wird es echt schwierig. Ohne Auto und Hilfe durch andere Personen ist man da ziemlich aufgeschmissen. Da ist es dan ähnlich, wie du beschreibst, man kommt in Busse oder Straßenbahnen nicht rein, Aufzüge fehlen,....
Liebe Grüße, Diana _________________ Mein Album
solweit sind unsere Städteplaner noch lange nicht, leider.
Aber immerhin müssen ja inzwischen die öffentlich zugängigen Gebäude, die neu erbaut oder von Grund auf renoviert werden, für Rollstuhlfahrer zugänglich sein.
Wir kennen inzwischen viele Städte in Germany, aber es ist Keine dabei, der wir den Orden geben könnten.
Da muss es noch viel mehr an Umdenken und Umsetzen geben, und das ist ja immer mit Geld verbunden, dass angeblich keine Kommune hat , schon gar nicht für solche Belange.
Bin schon echt stolz, dass bei uns im Rathaus und am Bahnhof ein Aufzug ist. Bloß das Rein kommen in die S-Bahn, braucht zwei Personen die den Rollifahrer rein heben, zumindest hier bei uns.
Aber, wie heitß es doch so schön, gut Ding, will Weile haben.
da ich keinen Rolli Fahrer kenne, kann ich sicher was übersehen, aber.
_ Busse und Sraßenbahn haben Niedrigeinstieg, wo Rollifahrer einfach rein und raus fahren können. Es ist auch noch genügend Platz, wenn ein Rollifahrer und zwei Kinderwägen drin sind. Wollen mehr Leute rein, können zusätzlich Plätze hochgeklappt werden.
An Bussen, Stzraßenbahn und auch vielen Ampeln sind die Drücker Rolligerecht angebracht. Schwierigkeiten könnte es beim fahrketenkauf am Automaten geben.
Öffentliche Gebäude sind allesamt mit großzügigen Fahrstühlen und Behindertentoiletten sowie Wickeltischen ausgestattet.
An den Ecken der Srtaßen und an den (meisten) Ampeln) sind die Bordsteine fast flach, also kein Problem.
Allerdings sah ich mal einen mann mit Rollator über die Straßenbahnschienen stürtzen.
Die GAG, eine Wohnungsbaugesellschaft, die eng mit der Stadt zusammen arbeitet hat unzählige Wohnungen, die Behindertengerecht sind (Türen / Bad / Eingang usw.)
Liebe Grüsse
Ulrike
@Ulrike, das mit den Niederflurbussen ist Klasse WENN sie auch die Haltestelle richtig anfahren und nicht mitten auf der Straße anhalten.Oder wir waren in einer Stadt mit Straßenbahnen und hatten immer das Pech noch alte Bahnen mit steilen Stufen zu erwischen.
Mittlerweile schreibe ich an die Stadtverwaltungen wenn wir eine Städtetour mache und lasse mir Unterlagen oder Stadtpläne über behindertengerechte Einrichtungen zukommen.Trier z.B. schickt auch einen Superplan über behinderten Toiletten und Kneipen und Sehenswürdigkeiten.
In unser Stadt kann ich nur zum Kinderarzt weil alle anderen Praxen jede Menge Stufen oder viel zu kleine Aufzüge haben auch können wir viele geschäfte nicht besuchen wegen der Stufen vor den Türen . Aber mittlerweile haben wir wenigstens ein gutes Bussystem wenn's denn klappt.Ach ja von wegen behinderten gerechtes Bauen das ganz neue Bad bei uns hat einen starren Duschkopf da pratzelt das heiße Wasser sofort auf die Rübe, da auch kein anständiger Duschstuhl da ist. _________________ Liebe Grüße
also mit den Aufzügen bei Ärzetn sieht es auch nicht anders aus, bei den geschäften ist es unterschiedlich, in den größeren gibt es da keine Probleme. Aber wenn ich mir z.B. den Schlecker (deutschlandweit) anschaue.... . Da kommt ja nicht mal ein Kinderwagen durch die Gänge.
Bei einem Friseur sah ich, das er eine Rampe anbrachte, das gleiche sah ich bei meinem Zahnarzt.
Wie die Niederflurbusse (bei uns gibts gar keine anderen mehr) halten - darauf habe ich noch gar nicht geachtet. Wir haben nur noch eine alte Straßenbahn im Einsatz, gut dann wartet man halt die 10min. auf die nächste. Ist aber wirklich nur noch eine auf einer Linie.
ach ja, die Nr. 10 in Richtung Friesenheim, stimmt´s? Da hab ich auch schon so einiges miterlebt, wenn z.B. mehr als drei Mütter mit Kinderwagen diese Straßenbahn nehmen und eben nicht auf die nächste warten wollen, dann wirds aber richtig problematisch.
Ich frag mich dann immer, warum sie diese Rumpelkiste nicht auch endlich mal auswechseln?
Wenn ich ab und zu am Hauptbahnhof bin, frag ich mich auch was die Planer sich damals gedacht haben. Wie kommt man als Rolli-Fahrer von Bahnsteig 1 und 2 runter? Indem man einen Umweg von 1 km in Kauf nimmt. Und wie kommt man als Rolli-Fahrer in die Unterführung zur S-Bahn? Hm, keine Ahnung. Ist da ein Fahrstuhl? Ich glaube nicht.
Bahnhof Mitte ist da im Vergleich optimal ausgestattet, Fahrstühle, man kommt ohne Probleme an die Straßenbahnen und an Geschäfte.
Aber so ist es halt, Hindernisse für Rolli-Fahrer gibt es in jeder Stadt, besonders in älteren Gebäuden, aber ist ja doch ein Umbruch zu bemerken, was das Thema "Barierefreie Stadt" betrifft. Das gibt Hoffnung für die Zukunft.
ja, genau die 10 ist es. Aberda haben sie inzwischen ja viele ersetzt, so das es wirklich nur 10 Min. Wartezeit ist, falls man an eine "Alte" gerät.
Den Hauptbahnhof habe ich nicht mehr erwähnt (ist wirklich eine Katastrohe), weil es ja den Bahnhof Mitte gibt und der ist genial,. finde ich . Und vom Berliner Platz kommt man ja wirklich überall hin.
Ganz barierrefrei ist Lu natürlich noch nicht, aber wenn ich dran deke, wie es hier vor 10 Jahren war .... .
Und gegen die anderen Städte schneidet Lu wenigstens in diesem Bereich gut ab. (Über Einkaufsmöglichkeiten und Attrakitvität schweige ich lieber)
Hallo Kris,
also wir wohnen in Hamburg und ich finde, man kann durchaus gut klarkommen. dank der Schnellbusse, die eigentlich immer Rampenbusse sind und die häufig paralell zur U-Bahn fahren. Es ist noch ein Unterschied zwischen Niederflur- und Rampenbus, mit einem E-Rolli kommt man nicht in einen Niederflurbus Auch kommt ein E-Rolli hier nicht in die U-Bahn, bei der S-Bahn hingegen hat der Fahrer immer Rampen mit.
Viele Grüße
Birte _________________ Mama (albinismus, sarkoidose, 1966), Papa (Marfan-Syndrom, MS 1964) mit
U. (1990) Lenz-Syndrom 1990 seit 08.09 in einer tollen Wohngruppe
N. (2005) Hirnschädigung, Tetraspastik, blind, Epilepsie (Lennox-Gastaud-Syndrom)
K. (2009) Schütteltrauma mit Netzhaut- u. Hirnblutungen, blind, Epi, Spastik.....
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