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Umgehen mit undeutlicher Sprache als 'Außenstehende'
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Elke07
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Anmeldedatum: 04.09.2007
Beiträge: 676
Wohnort: Ba-Wü

BeitragVerfasst am: 14.11.2011, 14:56    Titel: Umgehen mit undeutlicher Sprache als 'Außenstehende' Antworten mit Zitat

Hallo,

jetzt habe ich mal eine Frage... sie ist nicht oft aktuell bei mir, aber nachdem es in letzter Zeit doch manchmal der Fall war und in absehbarer Zeit wohl auch gelegentlich sein wird, stelle ich sie mal Wink.

Wie geht man als Person, die ein Kind nur einmal oder selten sieht, damit um, wenn es undeutlich spricht und man es beim besten Willen nicht versteht?
Klar, wenn man das Kind häufiger sieht (Familie, Lehrer...) lernt man sicher, es zu verstehen.
Aber wenn das nicht der Fall ist? Letzte Woche habe ich eine Gruppe einer Geistigbehindertenschule in unserer Matheausstellung rumgeführt (eigentlich für 4- bis 8-Jährige konzipiert, die GB-Schüler waren älter) und an sich lief es gut, ich hab halt einiges angepasst/ vereinfacht und ihnen geholfen, aber sie waren begeistert dabei und hatten durchaus auch Erfolgserlebnisse. Aber leider habe ich nicht immer verstanden, was sie gesagt haben.
Und einmal im Monat machen wir in meiner Gemeinde ein Kinderprogramm, wo oft auch ein Mädchen mit Trisomie 21 mit ihrer Betreuerin kommt. Sie ist ca. 8 Jahre. Auch bei ihr habe ich das Problem, dass ich oft nicht verstehe, was sie sagt. Und im Gegensatz zu den Schülern der GB-Schule sehe ich sie halt so alle 1-2 Monate wieder und nicht nur einmalig.

Was ist das sinnvollste? Mir fallen als Möglichkeiten ein:
- Nachfragen (aber ist das fürs Kind nicht frustrierend, wenn es nicht verstanden wird, womöglich auch beim 2. oder 3. Mal nicht?)
- so tun, als ob man es verstanden hätte, freundlich lächeln und nicken (finde ich total bescheuert)
- jemanden, der das Kind versteht, "dolmetschen" lassen (so läuft es mit dem T21-Mädel meist, die Betreuerin übersetzt es einfach bzw. wiederholt die Frage à la "X möchte wissen, wie du heißt"/ "X, möchtest du wissen wie Y (also ich) heißt"

Nachfragen würde meiner Natur wohl am ehesten entsprechen, aber ich bin mir eben wegen der Frustrationsgefahr so unsicher... habt ihr Tips? Oder ist es eh von Kind so Kind so unterschiedlich, dass man (wenn möglich) eh die Betreuer fragen sollte, wie man sich jetzt in diesem speziellen Fall am besten verhält?

_________________
Liebe Grüße, Elke
(Hashimoto, Depression, soziale Phobie mit selbstunsicher-vermeidenden Persönlichkeitszügen, V.a. Asperger...)
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BeaV.
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BeitragVerfasst am: 14.11.2011, 15:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elke,
bei unserer Tochter ist die Aussprache auch nur sosolala - syndrombedingt.
ICH sage ihr ganz klar, wenn ich sie nicht verstanden habe, und bitte sie, es zu wiederholen. Manchmal hilft es auch, wenn ich sie auffordere, lauter zu sprechen; irgendwie spricht sie dadurch gleichzeitig etwas deutlicher (und das hilft z.B. Oma in doppelter Hinsicht - man sollte Hörgeräte einfach auch einschalten Rolling Eyes ).
Wenn ich -in meinem Beisein- das Gefühl habe, dass andere nicht verstanden haben, was sie sagt, dann fordere ich SIE ebenfalls nochmals auf, es zu wiederholen, also ICH dolmetsche nicht gleich, auch wenn ICH es sofort verstanden habe. Wird sie dann beim 2. oder 3. Mal immer noch nicht verstanden, helfe ich nach.
In der Schule (neue Klasse) hatte die Lehrerin anfangs auch Schwierigkeiten; witzigerweise hat ein Mitschüler sie sofort problemlos verstanden und dann anfangs "übersetzt"; inzwischen ist die Lehrerin geübter. Wink
Ich würde am ehesten tatsächlich die Betreuer fragen, wie sie es denn handhaben.
MEINE Tochter ist nicht frustriert bei Nachfragen, aber sie spricht sehr viel und wird dadurch oft verstanden; das kann bei einem Kind, welches eh nur wenig spricht, wenn es dann auch noch nicht verstanden wird, anders sein.
LG
Bea
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*Sally*
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Beiträge: 17871

BeitragVerfasst am: 14.11.2011, 15:21    Titel: Re: Umgehen mit undeutlicher Sprache als "Außenstehende Antworten mit Zitat

Hallo Elke,

Elke07 hat folgendes geschrieben:
Was ist das sinnvollste? Mir fallen als Möglichkeiten ein:
- Nachfragen (aber ist das fürs Kind nicht frustrierend, wenn es nicht verstanden wird, womöglich auch beim 2. oder 3. Mal nicht?)
- so tun, als ob man es verstanden hätte, freundlich lächeln und nicken (finde ich total bescheuert)
- jemanden, der das Kind versteht, "dolmetschen" lassen (so läuft es mit dem T21-Mädel meist, die Betreuerin übersetzt es einfach bzw. wiederholt die Frage à la "X möchte wissen, wie du heißt"/ "X, möchtest du wissen wie Y (also ich) heißt"

Nachfragen würde meiner Natur wohl am ehesten entsprechen, aber ich bin mir eben wegen der Frustrationsgefahr so unsicher... habt ihr Tips? Oder ist es eh von Kind so Kind so unterschiedlich, dass man (wenn möglich) eh die Betreuer fragen sollte, wie man sich jetzt in diesem speziellen Fall am besten verhält?


da hast Du aber eine Frage gestellt.....schwierig, ich glaube, DIE richtige Antwort gibt es nicht darauf. Meine Tochter hat eine schwere Sprachentwicklungsstörung mit universeller Dyslalie und Dysgrammatismus. Richtig aktiv wurde sie sprachlich erst im Vorschulalter, aber sie war auch für uns Eltern viele Jahre lang nicht zu verstehen. Besser wurde es erst vor etwa 4 Jahren. Absolut unfair fand ich die erste Variante ( so tun, als würde man es verstehen ). So gingen meine Schwiegereltern mit Debbie und, sagten immer nur Ja, Ja und irgendwann merkte Debbie, dass deren Antworten nicht zu dem passte, was sie sagte. Ich persönlich bevorzuge die Kombination aus Nachfragen beim Kind, dann beim Kind oder der Begleitung sagen, was man verstanden hätte, und ob das so richtig sei.

Ich glaube, es gibt keine Lösung, bei der sich der Betroffene nicht in irgendeiner Form gekränkt, verletzt oder falsch verstanden fühlt. Wenn man vorher schon weiß, welches Kind eine besonders niedrige Frustrationstoleranz hat, kann man ja evtl. die Begleitung vorab bitten, direkt in groben Zügen zu übersetzen.

LG Evi

_________________
Evi mit Debbie * 95
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Claudia&Co
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BeitragVerfasst am: 14.11.2011, 15:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

unser Sohn hat auch eine universelle Dyslalie und Dysgrammatismus. Ich selbst verstehe ihn manchmal nicht. Habe auch mit der Logopädin darüber gesprochen. Nic kommt gut damit klar, wenn ich in der Ich-form nachfrage, z.B. Ich habe das nicht verstanden, würdest du das bitte langsam wiederholen? Das frustriert ihn nicht, und er gibt meistens freudig Antwort.

Letzte Woche beim Amtsarzt habe ich dann teilweise "gedolmetscht", habe das aber vorher Nic erklärt. Das war dann ok für ihn.

LG
Claudia

_________________
Claudia (42), Falk (43),
R. (1990),
P. (2002) Lactoseintoleranz,
Nic (2005) Sprachentwicklungsstörung, ADHS,AVWS, Wahrnehmungsstörung, SI, entwicklungsverzögert und
M. (2007) Hypospadie, VSD
"Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen" Pearl S. Buck
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Sandra1978
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BeitragVerfasst am: 14.11.2011, 16:31    Titel: Re: Umgehen mit undeutlicher Sprache als 'Außenstehende' Antworten mit Zitat

Elke07 hat folgendes geschrieben:
Hallo,

jetzt habe ich mal eine Frage... sie ist nicht oft aktuell bei mir, aber nachdem es in letzter Zeit doch manchmal der Fall war und in absehbarer Zeit wohl auch gelegentlich sein wird, stelle ich sie mal Wink.

Wie geht man als Person, die ein Kind nur einmal oder selten sieht, damit um, wenn es undeutlich spricht und man es beim besten Willen nicht versteht?
Klar, wenn man das Kind häufiger sieht (Familie, Lehrer...) lernt man sicher, es zu verstehen.
Aber wenn das nicht der Fall ist? Letzte Woche habe ich eine Gruppe einer Geistigbehindertenschule in unserer Matheausstellung rumgeführt (eigentlich für 4- bis 8-Jährige konzipiert, die GB-Schüler waren älter) und an sich lief es gut, ich hab halt einiges angepasst/ vereinfacht und ihnen geholfen, aber sie waren begeistert dabei und hatten durchaus auch Erfolgserlebnisse. Aber leider habe ich nicht immer verstanden, was sie gesagt haben.
Und einmal im Monat machen wir in meiner Gemeinde ein Kinderprogramm, wo oft auch ein Mädchen mit Trisomie 21 mit ihrer Betreuerin kommt. Sie ist ca. 8 Jahre. Auch bei ihr habe ich das Problem, dass ich oft nicht verstehe, was sie sagt. Und im Gegensatz zu den Schülern der GB-Schule sehe ich sie halt so alle 1-2 Monate wieder und nicht nur einmalig.

Was ist das sinnvollste? Mir fallen als Möglichkeiten ein:
- Nachfragen (aber ist das fürs Kind nicht frustrierend, wenn es nicht verstanden wird, womöglich auch beim 2. oder 3. Mal nicht?)
- so tun, als ob man es verstanden hätte, freundlich lächeln und nicken (finde ich total bescheuert)
- jemanden, der das Kind versteht, "dolmetschen" lassen (so läuft es mit dem T21-Mädel meist, die Betreuerin übersetzt es einfach bzw. wiederholt die Frage à la "X möchte wissen, wie du heißt"/ "X, möchtest du wissen wie Y (also ich) heißt"

Nachfragen würde meiner Natur wohl am ehesten entsprechen, aber ich bin mir eben wegen der Frustrationsgefahr so unsicher... habt ihr Tips? Oder ist es eh von Kind so Kind so unterschiedlich, dass man (wenn möglich) eh die Betreuer fragen sollte, wie man sich jetzt in diesem speziellen Fall am besten verhält?


Hallo,

Sarah war ja lange für die Außenwelt fast nicht zu verstehen.

Wenn ich dabei war war ich in der Regel das Sprachrohr. War sie alleine Unterwegs klappte es gut wenn man ihr gesagt hat zeige mal was du möchtest.

Mit Körpersprache klappte es eigentlich immer gut.

Gruß Sandra

_________________
Sarah geb. im Dezember 2003; AVWS; Sprachbehindert; Besucht die Förderschule Sprache
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TanjaJ1972
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BeitragVerfasst am: 14.11.2011, 16:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
unser Nico spricht für Fremde auch fast nicht verständlich. Er spricht zwar grammatikalisch korrekte Sätze, aber ihm fehlen manchen Buchstaben, die er einfach durch andere ersetzt.
Nico ist auch nicht frustiert, wenn man ihn bittet zu wiederholen, weil man ihn nicht verstanden hat. Er wiederholt sogar von sich aus das Gesagte solange, bis er das Feed-back vom Gegenüber hat. Entweder in der Form, daß man ihm direkt antwortet oder das von ihm gesagte wiederholt, sodaß er merkt, man hats verstanden.
Wenn Nico auf Fremde trifft und ich bin dabei, mach ich es meistens so, daß ich seinen Gesprächspartner beobachte und wenn ich merkte, daß derjenige ihn nicht versteht, wiederhole ich einfach, was Nico gesagt hat.

Ich würde also auch empfehlen, nochmal nachzufragen, wenn man denjenigen nicht verstanden hat, und beim 2. oder 3. mal dann halt den Betreuer übersetzen lassen. Auf keinen Fall einfach so tun als ob. Das ist viel frustierender, als nachzufragen.....

LG
Tanja

_________________
Tanja mit Nico (*17.06.2003, Kabuki-Syndrom, nur noch 1 Niere, verdeckte Gaumenspalte, KISS), SBA 100% B,G,H, PS2 ; und Nina (*16.06.2006, gesund)
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MartinaSoPäd
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BeitragVerfasst am: 15.11.2011, 00:13    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu!

Ich hab bisher als *Außenstehende* eigentlich immer gute Erfahrungen mit dem Nachfragen gemacht - sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Habe ich Teile verstanden, habe ich diese wiederholt und gesagt, den Rest habe ich nicht verstanden. Auf Dolmetscherdienste habe ich wenn möglich verzichtet (sollte gedolmetsch werden, immer dran denken, dann trotzdem dem Kind zu antworten, nicht dem Dolmetscher Wink ).

Wenn mal gar nix ging: "Ich versteh es leider nicht. Kannst du es mit anderen Worten sagen? Vielleicht verstehe ich dann besser, was du meinst".

Nicken und "jaja" sagen geht gar nicht.

Wenn man die Ruhe, die Zeit und den Willen deutlich zeigt, dass man verstehen will und Interesse hat, hat Nachfragen meiner Erfahrung nach noch nie Frust erzeugt. Nicken und offensichtlich nicht verstehen schon. Allerdings hatte ich in den Dialogen auch immer irgendwie Erfolg.

Gruß

Martina

_________________
Martina (*81), Lehramtsanwärterin Sonderschule (Lernen/Gehörlosenpäd.) mit 1. Staatsexamen, Reizdarm, V.a. Asperger - keine eigenen Kinder aber Betreuung behinderter Kinder/Jugendlicher
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Elke07
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Beiträge: 676
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BeitragVerfasst am: 15.11.2011, 01:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

danke!
Dann werde ich mal mutiger sein mit dem Nachfragen.
Die Möglichkeit "nicken und freundlich lächeln" habe ich glaube ich auch noch nie bei behinderten Kindern angewendet, sie fiel mir nur als theoretische Möglichkeit ein (angewendet hab ich die höchstens bei extrem redefreudigen Franzosen, die auch nach der 3. Bitte, das Sprechtempo etwas zu drosseln, in unverminderter Geschwindigkeit weitergesprochen haben Laughing).

_________________
Liebe Grüße, Elke
(Hashimoto, Depression, soziale Phobie mit selbstunsicher-vermeidenden Persönlichkeitszügen, V.a. Asperger...)
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MarieWP
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BeitragVerfasst am: 15.11.2011, 08:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elke,

eine Möglichkeit wäre:

"Das habe ich nicht verstanden, sagst du`s nochmal?" (Kind wiederholt...) "tut mir leid, ich hab das immer noch nicht verstanden" (kind wiederholt...) "mmh, ich kann dich leider nicht verstehen, kannst du vielleicht zeigen, was du möchtest? Oder kann mir jemand von deinen Freunden/ Lehrern helfen, dich zu verstehen? Wer denn?"

LG! Marie.
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BeitragVerfasst am: 15.11.2011, 09:38    Titel: Antworten mit Zitat

hallo

ich mache das entweder durch raten, nochmal fragen oder ich frage die eltern....

lg
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