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Multiresistente Keime

 
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Vivien und Jette
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BeitragVerfasst am: 10.11.2011, 15:54    Titel: Multiresistente Keime Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,
das Thema mit den Keimen ist ja im Moment sehr aktuell und uns betrifft es auch. Meine Tochter hat den ESBL Keim. In der Lunge. Was bei ihrer Lungensituation ja nicht unbedingt von Vorteil ist Sad . Jetzt ist es so, das ein Krankenhaus uns gar nicht mehr aufnehmen will weil sie diesen Keim hat. Kurrios ist aber auch, das kein Arzt was degegen tun will Shocked . Man sagte uns, solange sie keine Probleme damit hat, muß man auch nichts machen. Da wir aber doch desöfteren in der Notaufnahme landen ist es schon lustig was für ein Bogen um uns gemacht wird. Ist es normal das nichts gegen die Keime gemacht wird wenn sie keine Probleme machen?
LG Vivien

_________________
Jette *00, ARDS, Chronisch pulmonale Insuffizienz, , PEG, Tracheostoma, V. a. Stoffwechselerkr. , V. a. Autismus, Port,Infektanämie, Lungenfibrose, Lennox Gastaut Syndrom
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Theas
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BeitragVerfasst am: 10.11.2011, 16:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Vivien,

eine Besiedlung mit ESBL Keimen wird nicht antibiotisch behandelt. Eine Infektion mit ESBL wird aber mit Antibiotika behandelt. Eine Infektion macht sich durch Krankheitszeichen bemerkbar.

Warum ist das so? ESBL Keime kommen vor allem im Darm, aber auch in den Atemwegen vor. Viele Menschen sind besiedelt, aber nur wenige sind infiziert.

Abgesehen davon ist es fast unmöglich, einen Patienten, der mit ESBL Keimen besiedelt ist, davon frei zu bekommen. ESBL sind in der Lage, so ziemlich alle Antibiotika zu deaktivieren, die bisher entwickelt worden sind.

Deshalb lässt man deine Tochter nicht gern ins Krankenhaus, weil kein Krankenhaus sehenden Auges gerne solche unheilbaren Keime bei sich rein lassen möchte. Im Krankenhaus sind in der Regel schon geschwächte Patienten anwesend, die sich schneller infizieren als es normalerweise üblich ist und deren Zustand sich dadurch erheblich verschlechtern könnte.

Ich finde das überhaupt nicht gut, aber ich weiß auch keine Lösung.

Liebe Grüße
theas
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**carmen**
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BeitragVerfasst am: 10.11.2011, 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Vivian
Mein Sohn hat auch eine Keimbesiedelung durch E. Coli und Pseudomonaden.
Man hat auch Behandlungräume und Therapieräume gründlich nach unserem
Besuch identifiziert.
Das letzte mal waren wir 5 Wochen stationär,und waren deswegen auch im
Einzelzimmer.
Du kannst kein Kind 5 Wochen im Zimmer isolieren,wir sind auch auf dem Hof,Cafeteria
oder Kinderzimmer gewesen.
Aber ich kann Dich gut verstehen;da bleibt ein ungutes Gefühl.
Sowie Thea schreibt,sind solche resistenten Keime ungefährlich für die Mehrheit.
Vorsicht ist bei Schwangeren, Kinder und Kranken geboten.
Die Verbreitung im Krankenhaus deswegen enorm gross.
Hat Jette denn momentan Probleme damit???
Ich wende mich da ja immer an das Immdefektcentrum,die veranlassen dann immer
die stationäre Aufnahme.
lg carmen
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Sandra1209
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BeitragVerfasst am: 10.11.2011, 19:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Vivien,

Marlies hatte auch den ESBL-Keim. Nicht alle KH handeln das einheitlich: Die einen sagen, einmal ESBL - immer ESBL. Die anderen sagen, nach 3 negativen Tests ist es erledigt.

Ich weiß genau, wo unsere Tochter sich den Keim eingefangen hat, von welchem Kind, in welchem KH das vorher war. Ein ziemlich großes KH.... Und ich bin mittlerweile der Meinung, dass man dem kaum mehr Herr wird in den KH. Es sei denn, man würde all diese Kinder isolieren und das Pflegepersonal gleich mit dazu....

Unsere Tochter hatte keinere Probleme mit dem Keim. Er bescherte uns oft Einzelzimmer, was uns gar nicht so unlieb war Very Happy Mittlerweile wurde er aus unseren Diagnosen rausgenommen, da der Keim wohl nach und nach mit anderen Keimen aus der Umwelt "überlagert" wird und dann irgendwann weg ist.

Allerdings finde ich es sehr, sehr fragwürdig, wenn die Behandlung eures Kindes von einem Krankenhaus abgelehnt wird, aufgrund ESBL. Denn HALLO??? Wo hat sie denn den Keim her??? Wohl nur aus einem Krankenhaus, oder???

Erschrecken tun mich die Nachrichten von den verstorbenen Frühchen jedenfalls schon sehr. Marlies hat ihn ja auch noch als Frühchen bekommen. Da haben wir wohl auch wieder Glück im Unglück gehabt....

LG
Sandra

_________________
Sandra *71
Marlies *3/10, Extremfrühchen, IVH III, PVL, HC mit Shunt, Epilepsie, Dystonie, PEG +1.5.12
Laurin *3/10, der "große" Bruder, verst. kurz nach der Geburt

'Ich wollte Dir so vieles zeigen, ich wollte Dir die Welt zeigen - dabei hast DU sie MIR gezeigt.'
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Vivien und Jette
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BeitragVerfasst am: 10.11.2011, 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für eure Antworten. Dann sind wir ja nicht alleine mit dem problem. Smile .
Carmen... Pseudomonaden haben wir " natürlich" auch.
Ich denke nicht, das Jette im Moment Probleme mit den Keimen hat. Sie hat zwar ihre Fieberschübe und Infektzeichen, die wir aber mit unseren Antibiosen immer noch behandeln können.
Sandra... Ja auch wir nehmen doch immer wieder gern ein Einzelzimmer Wink .
Wenn die Umstände auch nicht die Besten sind.
Man hat uns tatsächlich in ein anderes Krankenhaus verwiesen wiel sie ESBL hat. Man möge doch an die Transplantierten denken die sich dort befinden. Kopfschüttelnd haben wir aber eine andere Klinik gefunden.

LG Vivien

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Jette *00, ARDS, Chronisch pulmonale Insuffizienz, , PEG, Tracheostoma, V. a. Stoffwechselerkr. , V. a. Autismus, Port,Infektanämie, Lungenfibrose, Lennox Gastaut Syndrom
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Lucy2002
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BeitragVerfasst am: 11.11.2011, 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, wenn ihr eine Alternative habt, dann verstehe ich die Klinik schon. Denn für frisch transplantierte Leute ist dieser Keim einfach ein Todesurteil!

Uns wollten sie neulich in der KLinik zu einem Kind ins Zimmer legen, das den ESBL-Keim angeblich nur im Urin ausgeschieden hat.
Ich habe mich mit Händen und Füssen gewehrt und hätte glaub ich mein Kind genommen und ein anderes KH aufgesucht. Denn man muss den Keim doch nicht auch noch frei Haus verteilen!!!

Euch wünsche ich alles Gute, und dass der Keim auch irgendwann wieder verschwindet!

LG;
Lucy
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claudia christiane
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BeitragVerfasst am: 01.05.2012, 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

Eine seeeehr gute Freundin hat auch den Keim und nun bin ich verunsichert, wie mit ihr umgehen .... und sie weiß auch umgekehrt nicht wie sie mit mir umgehen soll.

Das Gesundheitsamt sagt einfach : wenden Seite sich an ihren hausarzt und weiß weiter nichts außer Esbl ist nicht meldepflichtig.

-Bisher ist er nur im Darm, kann der Keim wandern?

-Welche hyg. Sollte der infizierte machen?

-Wäsche extra waschen?

-Geschirrspüler ? Extra heiß spülen?

-Eigenes wc?

- kann man sich weiterhin als Freunde auf die Wange küssen?

- wie schützt ihr euch?

Sorry, für meine blöden fragen....

Aber keiner weiß und keiner kennt.... Und online findet man auch nichts


DANKE

_________________
paul (2005) mit hydrozephalus internus, platt-, senk- und spitzfuß, hüftdysplasie, entwicklungsverzögert, sprachverzögert, hemiparetische diplegie.
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Rosi vD
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BeitragVerfasst am: 01.05.2012, 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Das Wichtigste ist Handhygiene Exclamation

Der Keim kann sich nur verbreiten ,wenn die Basismassnahmen der Hygiene missachtet werden !
(kommt leider in der Klinik sehr oft vor...infiziertes Kind wird verpampert..Alarm der Beatmung beim anderen Kind..keine Zeit zum Hände waschen fürs Personal...
Händedesinfekktion bringt nur was ,wenn die Einwirkungszeit beachtet wird..bringt also gar nichts wenns schnell gehen muss...

zu Haus:
Hände gut waschen nach WC Gang, bei infiziertem Besuch Einmalhandtücher und Seifenspender bereitstellen (oder Küchencreb o.ä) statt des "Gemeinschaftshandtuches",was so wie so extrem unhygienisch ist.
Auch Nagelpflege ist sehr wichtig ! Fingernägel kurz halten und sauber !

(Infizierten) Kindern anlernen ,dass sie nicht mit Nuckeln rumwerfen , oder am Daumen nuckeln und sich danach im "Gesicht rumzufuchteln".

Als Infizierter auch sehr gute Handhygiene ...vor dem Essen Hände waschen ,kein
Handkontakt mit Salat o.ä was roh verzehrt wird (wir gebrauchen dafür prinzipiell Einweghandschuhe in der Küche bei Kontakt mit Fleisch, Fisch, Salat etc; extra Löffel zum abschmecken;der danach gespült wird )

Extra Wäsche waschen ist nur nötig bei Verschmutzung mit Kot oder Urin, bzw Unterwäsche auf niedriger Temperatur.

Auf die Wange kussen ist problemlos !
Auch bei Kindern ist kein Grund zur Panik ,wenn da mal einer am Keks des anderen abbeisst.


Zitat:
-Bisher ist er nur im Darm, kann der Keim wandern?

Bei Beachtung der Handhygiene nicht...


Beatmungsgerät sind auch ein sehr grosses Problem in der Klinik...
In Deutschland haben nach 3 Tagen viele Intensivpatienten bereits
einen resistenten Keim durchs Beatmungsgerät...
(wir nehmen immer eigenes Material mit und halten den Klinikverbleib so kurz wie irgend möglich)
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NicoleL
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BeitragVerfasst am: 01.05.2012, 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Felix hatte bereits zweimal eine Sepsis durch ESBL Klebsiellen mit Schocksymtomatik und auch ESBL Pneumonie mit Atelektasen, zweimal haben wir uns von ihm verabschiedet....

Auch wir wissen woher wir ihn haben aber bisher hat uns noch nie wer abgewiesen. In einem KH wurde es sehr "lapidar" gehandhabt in der Unikl. wurde Kittel und Handschuhpflege sowie Einzelzimmer (das einzig positive an dem Keim) gehandhabt.

Mittlerweile scheint er nicht mehr besiedelt zu sein, in regelm. Abständen wurde Abstriche gemacht die alle negativ waren (ich glaube 7 oder 8 al wurde getestet).

Während der Sepsis wurde Felix mit Zienam behandelt, während der reinen Besiedelungszeit ohne Erkrankung wurde auch nichts gemacht.

LG
Nicole

_________________
Nicole 05/75 und Udo 12/71 mit Katharina 11/04 frühkindl. Bronchialasthma u. Felix 03/07 Deletion am Chromosom 7, ASD1, Analatresie, Hypospadie, Lippenspalte rechts, Nystagmus, seit Okt.10 Gastrotube, unser kleiner, süßer Terrorist Wink
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claudia christiane
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BeitragVerfasst am: 02.05.2012, 16:34    Titel: Antworten mit Zitat

Herzl. Dank!

Noch eine bisher nicht gestellte frage, wie steht's mit 6 ?

Lg

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paul (2005) mit hydrozephalus internus, platt-, senk- und spitzfuß, hüftdysplasie, entwicklungsverzögert, sprachverzögert, hemiparetische diplegie.
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