Hallo Daniela,
das wird wohl auch sein primäres Lernmuster bleiben.
Wie soll er soziale Verhaltensweisen auch anders erfassen, wenn nicht über seine Kognition?
Immer dort, wo ihn seine "Intuition" im Stich lässt, greift er auf erlernte Verhaltensmuster zurück (siehe sein Verhalten zur Erlangung von ungeteilter Aufmerksamkeit).
Diese "auswendig gelernten" Verhaltensweisen werden im helfen im Umgang mit Anderen und vermitteln ihm ein Stück Sicherheit.
Uns Erwachsenen geht es doch nicht anders: im Straßenverkehr bewegen wir uns aus einer Mischung von Intuition und erlenten Straßenverkehrsregeln heraus denn wir haben GELERNT, dass wir bei einer roten Ampel anhalten müssen. Das tun wir MITTLERWEILE intuitiv aber sicher nicht von Beginn an....
Freue dich über seine Fortschritte und seine Fähigkeiten, Verhaltensweisen von Anderen zu erfassen und auf sich anzuwenden.
Du hast Recht Ute. Nur leider fällt es mir manchmal sehr schwer, mich über die kleinen Dinge zu freuen _________________ Pascal geb.09.06; VSD;Asthma;visuelle,taktile Wahrnehmungsst.;Entwicklungsstörung.;Fructoseunvertr.;chr. Verstopfung;soziale-u.emotionale Verhaltensauffälligk.;Infektanfällig;Tics;Kontrollzwang;Distanzlos;hoherMuskeltonus;Schlafstörungen;Hyperaktivität;Microcephalie;Sprachstörungen,PS2;V.a.GenetischenDefekt/Stoffwechselstörung
Ich habe Tage, an denen gelingt es mir ziemlich gut und dann sind da wieder Tage, wo es mir verdammt schwer fällt überhaupt etwas positives zu erkennen
Er ist auch so schwer einzuschätzen, da mir viele Auslöser noch gar nicht so bewusst sind!
Aber ein riesengroßes Erfolgserlebnis haben wir zusammen gehabt.
Wir waren letzte Woche beim Zahnarzt und als wir in das Wartezimmer kamen, saß dort niemand. Pascal schnappte sich die selben zwei Bücher, die er sich immer holt und wir setzten uns zusammen aufs Sofa. Während ich ihm vorlas, wurde das Wartezimmer immer voller und es wurde immer lauter. Dann sprach ihn auf einmal auch noch ein fremdes Mädchen an, sie sagte zu Pascal, dass sie das selbe Kuscheltier hat wie er... Pascal schaute Sie nur ganz skeptisch/verwundert an und sagte nichts. Das Mädchen ging wieder.
Er verkrampfte sich immer mehr und rückte näher an mich heran, also fragte ich ihn, ob wir auf den Flur hinaus gehen wollen, dort ist es ruhiger. Beim ersten Mal antwortete Pascal mit Nein. Er schien die Frage aber nicht wirklich verstanden zu haben also fragte ich noch einmal nach. Er sagte ja und stand sofort auf. Auf dem Flur schien er sich dann wieder ein bisschen zu entspannen.
Diese Verhaltensänderung hätte ich vor ein paar Wochen noch gar nicht wahrgenommen und ich hätte mich spätestens im Auto gefragt, warum "dieses Kind" schon wieder ausrastet
Ich habe mich Abends tierisch gefreut, weil wir es zusammen geschafft haben!
Sorry, ist ein bisschen lang geworden...Aber das ist ein wahnsinnig positives Erlebnis für mich gewesen.
Super, wie du auf IHN reagiert hast und auch noch mal nachgefragt hast....
Ich habe während meiner Tätigkeit auch immer festgestellt, dass ich ruhig mehrmals fragen könnte, wenn ICH den Eindruck hatte, dass es nicht adäquat angekommen war.
Warum auch nicht, da ist doch nichts dabei: Wie oft bin ich selbst nicht wirklich aufnahmefähig und meine Söhne müssen mich mehrmals fragen, bis ich eine Antwort geben kann....
Es freut mich auch für euch, dass dein Sohn zunehmend beginnt, auf rein verbale Ansprache hin in unterschiedlichen Situationen entsprechend zu reagieren - nicht unbedingt immer selbstverständlich bei Kindern mit seiner Symptomatik.
Wenn du ihn in diese Richtung weiter fördern und begleiten könntest, wäre das schon optimal für ihn.
Und denk dran: Geduld, Geduld, Geduld..... Es gibt gute und es gibt schlechte Tage, kenn´ich alles
Ja Ute, Geduld.
Geduld ist der Dreh und Angelpunkt!
Momentan ist Pascal sehr unruhig. Er rastet bei jeder Gelegenheit aus und egal wie wir uns vorher verhalten haben, es musste bei ihm raus!
Ich kann dann nur dafür sorgen, dass er sich und uns nicht weh tut. Und den besten Zeitpunkt abpassen, wo er wieder zugänglich wird und ihn dann im Arm schaukeln!
Auch jetzt nachdem wir dies schon seit fünf Jahren erleben, schießen mir nur bei dem Gedanken, die Tränen in die Augen
Das sind keine Situationen, an die man sich gewöhnen kann! Das sind Situationen, an die man sich immer besser anpassen kann, und bei denen man immer besser "richtig" reagieren kann!
Am Montag habe ich Pascal außerplanmäßig aus dem Kiga abgeholt (Er wird normalerweise mit einem Fahrdienst abgeholt und gebracht und ich hole ihn nur Di. ab, da wir dann Ergo haben).
Ich hatte ihm das Morgens erzählt und er hat sich gefreut (er mag nicht gerne von mir getrennt sein!)
Als ich dann im Kiga angekommen bin, saßen zwei Erzieherinnen aus seiner Gruppe auf dem Sofa in der Gruppe und beobachteten Pascal.
Pascal sah mich natürlich als erstes und war außer Rand und Band (vor Freude).
Seine "zuständige" Erzieherin kam auf mich zu und berichtete mir von dem Tag (Sorry, ist eigentlich nicht zum lachen, aber ich konnte auch da nicht anders)
Pascal hat den ganzen Tag minütlich gefragt, wann ich komme. Er konnte sich auf nichts konzentrieren und sich auch nicht an Absprachen halten. Gegenüber der Erzieherin sagte Pascal, das er weiß wie die Regeln sind, er es aber heute nicht schafft, sich daran zu halten, er weiß auch nicht warum!
Nach dem Mittagessen fing Pascal an, Kisten aus-und einzuräumen. Die letzten 45 Min. bevor ich kam, war Pascal dann auch nicht mehr ansprechbar. Er führte Selbstgespräche , in denen es darum ging, wann Ich komme und was wäre, wenn ich nicht komme usw. ! Ich habe Pascal immer pünktlich abgeholt, er wurde noch nie enttäuscht!
Die Erzieherin hatte zwischenzeitlich versucht, Pascal zu beruhigen, indem sie sich mit ihm auf den Boden gesetzt hat und ihn zwischen ihre Beine genommen hat. Auch das half diesmal nicht.
Gestern war der erste Tag, wo er wieder einigermaßen "ruhig" war!
Wir werden dies nächste Woche noch einmal wiederholen und diesmal wird die ganze Situation im Kiga gefilmt (zwecks Diagnostik).
Auch stimmte mir die Erzieherin zu, dass allein nur mit dem Test, keine Diagnose gestellt werden kann. Und deshalb filmt der Kiga, wir filmen zu hause und im März kommen alle zusammen, die mit Pascal arbeiten!
Ich muss dazu sagen, dass Pascal jetzt langsam anfängt, dass er sich in der Öffentlichkeit nicht mehr so gut verstellen"anpassen kann. Die Fassade ist nicht mehr Aufrecht zu erhalten!
Er beißt und haut jetzt auch den Besuch meiner Mutter!
LG
Daniela _________________ Pascal geb.09.06; VSD;Asthma;visuelle,taktile Wahrnehmungsst.;Entwicklungsstörung.;Fructoseunvertr.;chr. Verstopfung;soziale-u.emotionale Verhaltensauffälligk.;Infektanfällig;Tics;Kontrollzwang;Distanzlos;hoherMuskeltonus;Schlafstörungen;Hyperaktivität;Microcephalie;Sprachstörungen,PS2;V.a.GenetischenDefekt/Stoffwechselstörung
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