Verfasst am: 04.11.2011, 12:09 Titel: Meine Tochter wird unter Druck gesetzt!
ich hätter sehr gerne Eure Einschätzung, wie ich mich im folgenden Fall verhalten soll. Meine Tochter ist 7 Jahre alt, leicht entwicklungsverzögert im motorischen und emotionalen Bereich und geht in die erste Klasse. Sie hat eine Klassenkameradin, mit der sie schon in den Kindergarten gegangen ist. Seit Monaten setzt diese "Freundin" sie unter Druck. Entweder soll meine Tochter ihr Gefälligkeiten erweisen, wie z.B. etwas holen, oder sie ist nicht mehr ihre Freundin. Sie drängt sie von einem begehrten Platz im Schulbus weg, schubst sie oder hat ihr auch schon mehrmals wehgetan, um ihren Willen durchzusetzen. Versucht meine Tochter, sich mal mit einem anderen Kind zu verabreden, stürzt sie sofort dazwischen und zerstört den Dialog. Meine Tochter ist sehr schüchtern und hat nicht so viel Selbstbewusstsein. Offensichtlich kann und will sie sich nicht wehren, weil sie diesem Kind auch noch hinterherläuft. Durch ihre Unsicherheit braucht sie dieses Kind anscheinend als Orientierungspunkt und Stütze, und nimmt dann das gemeine Verhalten dafür in Kauf. Aber mir passt das nicht! Wir hatten schon mal ein Gespräch zusammen mit den Pflegeeltern, wo das Kind alles abstritt. Danach wurde der Druck auf meine Tochter noch grösser. Inzwischen wir meine Tochter nur noch durch die Tür gelassen, wenn sie sich zu Gott bekennt (die Pflegeeltern sind sehr gläubig und gehen regelmäßig mit dem Kind in die freikirchliche Gemeinde). Es werden auch ständig hahnebüchene Aussagen über den christlichen Glauben abgegeben von diesem Kind, die meiner Maus Angst machen, Z.B. wenn Du nicht an Gott glaubst, kommst Du ins Fischmaul. Ich erkläre jetzt zwar viel über den Glauben und habe eine Kinderbibel gekauft, aber die Angst bleibt!
Ich bin jetzt hin- und hergerissen, ob ich mich da einmischen soll. Vermutlich wird mich dieses Kind nur ernst nehmen, wenn ich sie wiederum unter Druck setze oder bedrohe, und das möchte ich eigentlich nicht. Ich vermute, sie erfährt selbser genug Druck zu Hause, sonst würde sie sich ja so nicht benehmen.
Wie kann ich denn meine Tochter unterstützen, mit der Situation klarzukommen? Wie gesagt ist; sie etwas entwicklungsverzögert und kann sich auch verbal schlecht wehren, dazu das mangelnde Selbstvertrauen...
ich weiss, ich sollte mich vielleicht raushalten, aber mein Beschützerinstinkt sagt mir etwas anderes! Was würdet ihr denn machen?
Hallo Svenja, sio nen richtigen Tipp habe ich nicht, aber raushalten würde ich mich sda nicht.
Allein das:
Zitat:
Inzwischen wir meine Tochter nur noch durch die Tür gelassen, wenn sie sich zu Gott bekennt (die Pflegeeltern sind sehr gläubig und gehen regelmäßig mit dem Kind in die freikirchliche Gemeinde). Es werden auch ständig hahnebüchene Aussagen über den christlichen Glauben abgegeben von diesem Kind, die meiner Maus Angst machen, Z.B. wenn Du nicht an Gott glaubst, kommst Du ins Fischmaul.
wäre etwas, wo ich eigentlich schon fast den Kontakt unterbinden würde, denn das geht deutlich zu weit.
Gruß Kerstin _________________ Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf und Epilepsie und Philipp (*93) 28SSW NEK, jetzt Kurzdarmsyndrom,Nierenproblematik
Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.
ich würde da mal ein ernstes Gespräch mit den Pflegeeltern halten und sehr deutlich darauf hinweisen dass dieses Verhalten so nicht akzeptiert wird.
Weise auch auf die Sachen mit dem Glauben an Gott hin dann sehen die auch das du nicht lügst.
Vielleicht sollte deine Tochter auch mal an einem Trainig für ihr Selbstbewustsein teilnehmen.
Bitte auch die Lehrer mal ansprechen, die müssen ja darauf achten das es kein Mobbing in der Klasse gibt.
Ansonsten fällt mir auch nichts ein, oder hat sie noch ein älteres Geschwisterchen das sich mal so nebenbei darum kümmern kann ??
lg Arnold _________________ Mama73,
Papa63,
B. 01/07 Frühkindlicher Autismus, Sprachentwicklungsstörung (spricht nicht), Schlafstörungen 100% GBH PS2
D. 01/07 atypischer Autismus und Verdacht auf ADHS. Sprachentwicklungsstörung 100% GBH PS2
Private Kontakte unterbinde ich ja schon. Aber auf dem Pausenhof bin ich eben nicht dabei!
Grundsätzlich bliebe da nur ein Gespräch mit den Pflegeeltern. Die werden sich aber ganz bestimmt angegriffen fühlen, weil sie eben fast schon fanatisch sind in ihrem Glauben und sich offensichtlich auch nur mit Druck durchsetzten können/wollen. Und dann wirds noch schlimmer.
ich kann dir nur empfehlen immer wieder zu versuchen, deine Tochter zu stärken, so dass sie es vlt. irgendwann schafft sich zu behaupten. Andererseits scheint ja das andere Mädchen auch Problem zu haben sich in die Klasse zu integrieren...
Ansonsten würde ich mit der Klassenlehrerin und der Erzieherin sprechen. Ich habe in einer ähnlichen (nicht so krassen) Situation die Erfahrung gemacht, dass es geholfen hat, wenn die "Autoritäten" in der Schule mit den Kindern über den Umgang untereinander geredet haben. Bei uns wurde dann zeitgleich noch ein Programm "Faustlos" mit den Kindern im Unterricht integriert. Da geht es darum, überhaupt zu lernen Gefühle zu erkennen und sich entsprechend zu verhalten. In diesem Bereich gibt es ja zahlreiche Alternativen.
Viel Erfolg wünscht
Simone _________________ Simone *1973, Thomas *1972; Oskar Lasse *Juni 2003 und Joris Ruven *Dezember 2006 mit CFC-Syndrom
Aus meiner Erfahrung als Lehrerin in einem ersten Schuljahr kann ich Dir nur sagen, dass Sprüche "Wenn Du nicht X oder y machst, bin ich nicht mehr Deine Freundin." ein Stück weit normal sind. Das sagen die Kinder ständig bei den kleinsten Kleinigkeiten, die nicht nach ihrem Kopf gehen, z.B. wenn das begehrte Kind mit einem anderen Kind spielt oder wenn das begehrte Kind mit einem anderen Kind in der Reihe geht. Ich habe den Kindern im letzten Jahr erklärt, dass sich Freundschaft nicht daran bemisst, wer wie oft mit jemandem in der Reihe geht. Natürlich ist es für die Kinder belastend, aber ich denke, dass Du oder auch die Lehrerin da mit Gesprächen helfen könnt.
Wie geht denn die Lehrkraft damit um? Denn auch wenn das alles in der Pause geschieht, kommen solche Angelegenheiten meist nach der Pause zur Sprache. Gibt es Gespräche in der Klasse? Interveniert die Lehrkraft in irgendeiner Weise, z.B. hinterfragt sie die Aussagen des anderen Mädchens?
Hinsichtlich der Aussagen des anderen Mädchens möchte ich anfügen, dass Kinder viel erzählen und auch Dinge wiedergeben, von denen sie nicht wissen, was sie bedeuten. Das können Schimpfwörter sein oder auch Aussagen wie "Dann melde ich mich eben von der Schule ab." oder Aussagen über geschichtliche Ereignisse, wie z.B. Zweiter Weltkrieg ("Das wäre doch cool, die jetzt abzuknallen."). Sie denken nicht darüber nach und meinen oft, dass das, was sie sagen, komisch wäre. Hier ist es eindeutig die Aufgabe der unterrichtenden Lehrkraft, einzugreifen, zu hinterfragen und zu verdeutlichen, dass einige Aussagen nicht lustig, sondern todernst und traurig sind. Meist wird es den Kindern dann deutlich, was sie da eigentlich so von sich geben. Die Aussage des Mädchens klingt für mich wie eine falsch verstandene Jona Geschichte.
Grüße, Isa. _________________ Isa (*1984) Studentin der Grundschuldidaktik für das Lehramt an Sonderschulen (Sprachbehindertenpädagogik/ Lernbehindertenpädagogik) mit bestandenem ersten Staatsexamen
ich habe meinen sohn nur durch eine drohung meinerseits von der verfolgung durch einen anderen jungen (beide 7-8) beschützen können indem ich mir das bürschchen geschnappt habe und ihm gesagt habe, wenn er meinen sohn nicht in ruhe lässt bekäme er ganz großen ärger mit mir.dann hatte mein sihn ruhe.
vorausgegangen sind endlose lehrer und elterngespräche, gegenseitige einladungen usw.
geholfen hat nur die drohung von mir.
ich wünsche deiner tochter dass sie es schafft.
lg angie _________________ sorry, wenn ich alles klein schreibe, ich habe sowohl eine behinderung an den augen als auch an der hand und das schreiben ist sehr anstrengend-manchmal ist es besser, dann schreib ich auch groß und klein
Aus meiner Erfahrung als Lehrerin in einem ersten Schuljahr kann ich Dir nur sagen, dass Sprüche "Wenn Du nicht X oder y machst, bin ich nicht mehr Deine Freundin." ein Stück weit normal sind. Das sagen die Kinder ständig bei den kleinsten Kleinigkeiten, die nicht nach ihrem Kopf gehen, z.B. wenn das begehrte Kind mit einem anderen Kind spielt oder wenn das begehrte Kind mit einem anderen Kind in der Reihe geht. Ich habe den Kindern im letzten Jahr erklärt, dass sich Freundschaft nicht daran bemisst, wer wie oft mit jemandem in der Reihe geht. Natürlich ist es für die Kinder belastend, aber ich denke, dass Du oder auch die Lehrerin da mit Gesprächen helfen könnt.
Wie geht denn die Lehrkraft damit um? Denn auch wenn das alles in der Pause geschieht, kommen solche Angelegenheiten meist nach der Pause zur Sprache. Gibt es Gespräche in der Klasse? Interveniert die Lehrkraft in irgendeiner Weise, z.B. hinterfragt sie die Aussagen des anderen Mädchens?
Erkläre Deiner Tochter, dass sie sich verbal wehren soll, wenn sie etwas nicht möchte. Nicht mit Schimpfwörtern, sondern indem sie dem anderen Mädchen erklärt, dass sie das nicht will. Die Lehrerin sollte dem anderen Kind deutlich machen, dass sie akzeptieren muss, wenn Deine Tochter eben dieses oder jenes nicht möchte.
Hinsichtlich der Aussagen des anderen Mädchens möchte ich anfügen, dass Kinder viel erzählen und auch Dinge wiedergeben, von denen sie nicht wissen, was sie bedeuten. Das können Schimpfwörter sein oder auch Aussagen wie "Dann melde ich mich eben von der Schule ab." oder Aussagen über geschichtliche Ereignisse, wie z.B. Zweiter Weltkrieg ("Das wäre doch cool, die jetzt abzuknallen."). Sie denken nicht darüber nach und meinen oft, dass das, was sie sagen, komisch wäre. Hier ist es eindeutig die Aufgabe der unterrichtenden Lehrkraft, einzugreifen, zu hinterfragen und zu verdeutlichen, dass einige Aussagen nicht lustig, sondern todernst und traurig sind. Meist wird es den Kindern dann deutlich, was sie da eigentlich so von sich geben. Die Aussage des Mädchens klingt für mich wie eine falsch verstandene Jona Geschichte.
Grüße, Isa.
_________________ Isa (*1984) Studentin der Grundschuldidaktik für das Lehramt an Sonderschulen (Sprachbehindertenpädagogik/ Lernbehindertenpädagogik) mit bestandenem ersten Staatsexamen
Aus meiner Erfahrung als Lehrerin in einem ersten Schuljahr kann ich Dir nur sagen, dass Sprüche "Wenn Du nicht X oder y machst, bin ich nicht mehr Deine Freundin." ein Stück weit normal sind. Das sagen die Kinder ständig bei den kleinsten Kleinigkeiten, die nicht nach ihrem Kopf gehen, z.B. wenn das begehrte Kind mit einem anderen Kind spielt oder wenn das begehrte Kind mit einem anderen Kind in der Reihe geht. Ich habe den Kindern im letzten Jahr erklärt, dass sich Freundschaft nicht daran bemisst, wer wie oft mit jemandem in der Reihe geht. Natürlich ist es für die Kinder belastend, aber ich denke, dass Du oder auch die Lehrerin da mit Gesprächen helfen könnt.
Wie geht denn die Lehrkraft damit um? Denn auch wenn das alles in der Pause geschieht, kommen solche Angelegenheiten meist nach der Pause zur Sprache. Gibt es Gespräche in der Klasse? Interveniert die Lehrkraft in irgendeiner Weise, z.B. hinterfragt sie die Aussagen des anderen Mädchens?
Erkläre Deiner Tochter, dass sie sich verbal wehren soll, wenn sie etwas nicht möchte. Nicht mit Schimpfwörtern, sondern indem sie dem anderen Mädchen erklärt, dass sie das nicht will. Die Lehrerin sollte dem anderen Kind deutlich machen, dass sie akzeptieren muss, wenn Deine Tochter eben dieses oder jenes nicht möchte.
Hinsichtlich der Aussagen des anderen Mädchens möchte ich anfügen, dass Kinder viel erzählen und auch Dinge wiedergeben, von denen sie nicht wissen, was sie bedeuten. Das können Schimpfwörter sein oder auch Aussagen wie "Dann melde ich mich eben von der Schule ab." oder Aussagen über geschichtliche Ereignisse, wie z.B. Zweiter Weltkrieg ("Das wäre doch cool, die jetzt abzuknallen."). Sie denken nicht darüber nach und meinen oft, dass das, was sie sagen, komisch wäre. Hier ist es eindeutig die Aufgabe der unterrichtenden Lehrkraft, einzugreifen, zu hinterfragen und zu verdeutlichen, dass einige Aussagen nicht lustig, sondern todernst und traurig sind. Meist wird es den Kindern dann deutlich, was sie da eigentlich so von sich geben. Die Aussage des Mädchens klingt für mich wie eine falsch verstandene Jona Geschichte.
Grüße, Isa. [/quote][/quote] _________________ Isa (*1984) Studentin der Grundschuldidaktik für das Lehramt an Sonderschulen (Sprachbehindertenpädagogik/ Lernbehindertenpädagogik) mit bestandenem ersten Staatsexamen
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