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I-Kindergarten überlastet?!
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Dierk1972
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BeitragVerfasst am: 08.11.2011, 22:17    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank an alle, die ihre Meinung bzw. ihren Rat geäussert haben.
Heute hatte ich dann das Gespräch mit der Leitung und zwei Betreuern aus der Gruppe.

Also das Problem ist anscheinend, dass es mittags zu laut und unruhig wird, weil die Hortkinder die Gruppe stürmen. Die Betreuer sind dann auch erstmal mit denen beschäftigt, was er auch wenig toleriert. Sie sagen, im Sommer konnte Linus draussen in der Schaukel relaxen und ein Stündchen die Augen zu machen. Im Winter wird das natürlich nix. Ich habe gefragt, ob man ihn dann nicht in eine Gruppe oder einen Raum bringen kann, wo es ruhiger zugeht, aber das ist (obwohl offenes Konzept) offensichtlich daran gekoppelt, dass er auch in dieser Gruppe "beheimatet" ist. Dort ist allerdings morgens mehr Trubel, weil mehr Kinder (in seiner Gruppe sind es morgens nur 7).

Auch haben sie davon berichtet, dass er nichts mehr gross isst. Ich fage mich woran das liegt, denn früher hat er gerne morgens sein Müsli gegessen. Mittags war es mal so und so, auf alle Fälle hat er mindestens entweder Morgens und/oder Mittags gut gegessen. Wie kommt es, dass er jetzt nicht mehr essen will? Haben die Bäuerchen mal so doll gedrückt, dass er schlechte Erfahrungen hatte beim Essen? Zuhause isst er doch auch?! Leider kann er es ja nicht sagen Sad Und warum legen sie die Therapien nicht auf nachmittags, da macht er ja immer super mit - mir konnten sie nicht mal sagen, wann die Therapien genau sind und ich habe auch keine Antwort darauf bekommen, ob sie nachmittags stattfinden könnten.

Naja, Fazit ist, dass ich eine Liste mit alternativen Betreuungsangeboten (z.B. mit dem Hinweis auf die 1500 Euro für die Verhinderungspflege, aber die brauchen wir privat und können das nicht für den Ausgleich der verkürzten Kinergartenbetreuung einsetzen) in die Hand gedrückt bekommen habe und die Leiterin wird sich auf meinen Wunsch hin mit einer Partner Kita in der Nähe (nächste Woche, weil es ja nicht eilt Smile) in Verbindung setzen. Die haben ein geschlossenes Konzept, vielleicht ist es dort ruhiger und besser und er könnte da unterkommen. Die hat auch einen sehr guten Ruf.

Ausserdem haben wir die Nummer von einer Sozialhelferin bekommen, die war auch schonmal bei uns und hat uns eigentlich gut beraten. Mal schauen, ob sie noch eine Idee hat, wie wir das Problem regeln können. In Bezug auf die alternativen Betreuungsangebote hatten wir früher (als Linus noch in keiner Einrichtung war) schonmal Kontakt mit der Lebenshilfe. Die hatte damals gesagt, es wäre eine tageweise (als 1 oder 2 Tage in der Woche) Betreuung möglich. Wenn das bei den anderen Hilfsorganisationen auch so ist?! Wir können doch Linus nicht heute bei dem, morgen bei dem und übermorgen bei einem Dritten lassen?!

Jedenfalls, um Entgegenkommen zu signalisieren, haben wir jetzt mit unseren Arbeitgebern (vielen Dank für dieses grosszügige Entgegenkommen!!!) arrangiert, dass wir Linus in den nächsten zwei Wochen ab mittags nach Hause nehmen. Danach fängt nächste Petö Runde an, das haben wir in der ersten Woche ab 11:30 bis 14:00 Uhr - das ist also auch noch abgedeckt. Aber, was, wenn es bis dahin keine Lösung gibt? Kann ich aufgrund meines Vertrages mit der Kita auf eine Ganztagsbetreuung bestehen? Ich weiss, Linus geht es anscheinend auch nicht besonders gut, aber was sollen wir denn machen? Haben die nicht die Möglichkeit, sich Ersatzbetreuer zu besorgen, wenn vorhandene Betreuer längerfristig ausfallen? Und können wir das Kiga Geld entspr. kürzen für die Zeit, wo er nur bis mittags dort ist?

Wie immer Fragen über Fragen, ich hoffe, es sind wieder ein paar gute Ratschläge dabei.

Vielen Dank, Dierk

P.S. Und natürlich haben wir beschlossen, dass ich mal hospitieren komme.

_________________
Papa Dierk (*1972) und Mama Michaela (*1972) und Räuber Linus (*01.01.2008) (dyskinetische Zerebralparese nach verkappter Verstopfung alias Uterusruptur)
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coro
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BeitragVerfasst am: 11.11.2011, 12:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Dierk,
leider ist das Gespäch für Euch nicht wirklich erfreulich und zufriedenstellend gelaufen.
Angesichts der Situation würde ich Euch empfehlen Euch eine neue EInrichtung zu suchen. Dazu würde ich unabhängig von Eurer Leitung mit besagter Partner-KT direkt und persönlich Kontakt aufnehmen. Ihr könnt ja darauf hinweisen, dass sich die Leitung auch noch selber meldet. Schildert ganz offen das Problem und betont, dass eben ein "Offener Gruppen-Ansatz" sich für Euer Kind nun doch als nicht geeignet herausgestellt hat. Da ich nicht glaube, dass im laufenden Kiga-Jahr Plätze frei werden, würde ich gleichermaßen noch mit anderen I-Kiga in der Nähe Kontakt aufnehmen. Ich weiß ist leider viel Arbeit. Also der ehemals franz--ref. Gemeinde jetzt Lebenshilfe, dann evangelisch gab es Cantate Domino oder so ähnlich (die hatten früher auch nen guten Ruf) und in Sachsenhausen gibt es noch die Mainkrokodile und die Lebenshilfe hat auch noch andere Einrichtungen.
Dann würde ich möglichst pragmatische Lösungen mit der EInrichtung anstreben: als erstes würde ich Eure Therapeuten direkt fragen, ob eine Verlegung in die kritisch und als anstrengend empfundene Zeitraum möglich ist. Die planen ihre Termine selber, da hat der Kiga keinen Einlfuss. Wohl aber kenne ich es so (aus der Partner-KT), dass es "runde" Tische mit den Erzieherinnen gab, wo eben auch Handling und Fördermöglichkeiten durhc die Erzieherinnen besprochen werden. Sprecht das bei den Therapeuten an, ob es das so in Eurer Einrichtung auch gibt.
Zur Frage Betreuungszeit: da würde ich den Trägere anrufen - also Kita Frankfurt. Ihr habt einen Vertrag und da sind feste Betreuungszeiten verbindlich festgeschrieben und ich meine schon, dass die I-Plätze alle ganztags sind. Aber das kann ich Dir nicht 100 % sagen. Ist schon ein wenig her bei mir und meine waren immer auch im Früh- und Spätdienst trotz umfassender Behinderung meines Ältesten.

Starke Nerven und viel Erfolg wünsche ich Euch!
Coro
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Dierk1972
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BeitragVerfasst am: 18.01.2012, 23:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo nochmal,

ich wollte nochmal was Positives berichten, da sich anscheinend alles zum Guten wendet.

Also, wir haben Linus bis Ende November ab mittags nach Hause genommen. Es hat sich natürlich keine alternative Betreuungsmöglichkeit gefunden und wir mussten Linus zwangsläufig auch wieder nachmittags in die Kita geben. Ich habe dann mal vormittags hospitiert und konnte belegen, das Linus bei "richtiger Handhabung" (hauptsächlich Hilfe bei Bäuerchen), ein richtiges Lämmchen ist und kein Monster. Ab hier waren die Gespräche mit der Leitung richtig konstruktiv und nicht mehr einseitig.

Sie hatten dann die Idee, Linus ab mittags in der Einrichtung rotieren zu lassen - nach dem Motto: Jeder mal eine Stunde. Das war noch schlimmer. Man hat ja keine vernünftige Information mehr bekommen, warum das so oder so war oder wie er gegessen hat etc.

Daraufhin haben wir ihn wieder in einer anderen Kita angemeldet, die einen sehr guten Ruf hat. Die konnten sich noch sehr gut an Linus erinnern und wir haben uns da auch mal ein bisschen ausgeheult (wir haben aber nix gesagt, was wir nicht auch schon mit der derzeitigen Kita besprochen haben).

Zwei Tage später ruft uns doch die Leitung aus der derzeitigen Kita an und möchte mit uns besprechen, ob Linus nicht intern in eine andere Gruppe wechseln sollte mit "noch erfahrerenen" Kollegen. Natürlich haben wir zugestimmt, nichts konnte Schlimmer sein als der derzeitige Zustand.

Und was soll ich sagen, seitdem gibt es keinerlei Probleme mehr. Sie gehen mehr auf Linus ein, probieren andere Sachen aus und lernen sehr schnell Linus zu "lesen". Er fühlt sich spürbar wohl, keine Rede mehr von "er muss lernen, auch mal alleine zu sein". Stattdessen wird er mehr involviert, was er sehr gerne annimmt und hat einen durchorganisierten Tagesablauf - unsere Rede seit Wochen und Monaten.

Letztens war die Landesbeauftragte für unterstützenden Kommunikation in der Einrichtung und hat auch Linus begutachtet. Sie hat auch bestätigt, dass Linus eine ausgeprägte Körpersprache hat, sehr viel versteht, sich aber nicht nach aussen mitteilen kann (wieder unsere Rede seit Wochen und Monaten). Es gibt jetzt ein Konzept, die Kommunikation Linus -> Umwelt zu entwickeln Smile

Ich finde es schade, dass uns fast ein dreiviertel Jahr niemand zugehört hat und dass erst so eskalieren musste, aber ich denke, wir befinden uns jetzt auf einem guten Weg...

LG und niemals aufgeben, Dierk

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Papa Dierk (*1972) und Mama Michaela (*1972) und Räuber Linus (*01.01.2008) (dyskinetische Zerebralparese nach verkappter Verstopfung alias Uterusruptur)
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InesSi
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BeitragVerfasst am: 22.01.2012, 07:51    Titel: Antworten mit Zitat

Schön ! Ich freu mich für Euch. Es ist eben ein ewiger Kampf.
Und manchmal hat man eben das Glück, das man auf diesem Weg, auch mal kurz durchatmen kann. Bis das nächste kommt.

LG

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coro
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BeitragVerfasst am: 15.02.2012, 17:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Dierk,
das freut mich aber, dass es nun doch so positiv vorangeht und ihr endlich in eurer Kita die richtigen Leute gefunden habt. Ich hoffe sehr, dass ihr und LInus da weitermachen könnt. Unterstütze Kommunikation ist sehr wichtig und muss konsequent von allen Beteiligten genutzt und auch miteinander abgesprochen werden.

LG
Coro
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